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* * *

20. Mai
Führung statt Stuhlkreise

Der Kirchenstreik „Maria 2.0“ und der Reformdruck „von unten“ offenbaren ein falsches Kirchenverständnis. Dem haben die Bischöfe aber selbst Vorschub geleistet.

Von Oliver Maksan

Kirchenstreik „Maria 2.0“, „Reformen“ und Synodaler Weg: Dass die katholische Kirche in Deutschland von Woche zu Woche mehr aus den doktrinären Fugen gerät, ist ganz wesentlich die Verantwortung mehrerer Generationen von Bischöfen. Es ist Ausdruck eines kollektiven Führungsversagens, das sich seit Jahrzehnten aufgebaut hat. Hinhaltende Moderation und ängstliches Erwartungsmanagement statt mutiger Leitung und lehrmäßiger Weisung: Das rächt sich jetzt.

Schon mit der Königsteiner Erklärung 1968 versuchten die Vorgänger des jetzigen Episkopats, das Unvereinbare zu vereinbaren: die Orientierung am Lehramt mit der Orientierung am sich als aggiornamento präsentierenden Zeitgeist. Mit der Würzburger Synode in den siebziger Jahren vertiefte sich diese Tendenz des halbherzigen Kompromisses. Der Dialogprozess ab 2011 war der letzte Versuch, den Tiger zu reiten, das heißt den Reformdruck der organisierten „Basis“ durch Stuhlkreise und verständnisvolles Nicken – „Ich verstehe Ihre Wut und Enttäuschung“ – zu managen anstatt die Lehre der Kirche zu bezeugen, zu erklären und einzufordern. Anstatt die kirchliche Lehre etwa zur Frauenordination zu vertiefen, hieß es, die Frage stelle sich derzeit nicht, eine Weihe von Frauen sei im Moment nicht möglich, das Kirchenrecht lasse das nicht zu. Der Eindruck wurde erweckt, beim Nein des Lehramts zur Frauenordination handele es sich um eine positivistische Rechtssetzung – und nicht um eine vom Herrn selbst eingesetzte und darum verbindliche Praxis, die zudem ganz in der Logik der katholischen Anthropologie steht. Ähnlich beim Zölibat oder der Sexualmoral. Auf dieses „derzeit“ und „noch nicht möglich“ bauten die Reformer. Von einigen mutigen Bischöfen abgesehen wählten ganze Bischofsgenerationen diese Methode – sei es, weil sie das als den Weg des geringsten Widerstands sahen, sei es, weil sie insgeheim den Forderungen zustimmten, von „Rom“ her aber keine „Spielräume“ sahen.

Durch die Missbrauchskrise sieht der im Zentralkomitee der Katholiken institutionalisierte Reformflügel seine Stunde gekommen. Hamburgs Erzbischof Heße warb jetzt am Samstag vor dem Gremium um Zusammenarbeit auf dem Synodalen Weg: Wir Bischöfe kommen allein nicht weiter. Die Laienvertreter stimmten großmütig zu – wenn man sich auf Augenhöhe begegne und es zu konkreten Ergebnissen komme.

Dabei müssen alle ekklesiologischen Alarmglocken angehen. Der Geist von „Basis“ gegen Spitze ist mit der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Kirche nicht vereinbar. Das Volk Gottes ist nicht das Gegenüber zur Hierarchie. Auch die Bischöfe und der Papst gehören zum Gottesvolk, das hierarchisch verfasst durch die Geschichte pilgert. Wer es dieser Zeitung nicht glaubt, darf sich von einer Lektüre der Konzilskonstitution „Lumen gentium“ überzeugen lassen. Natürlich müssen Bischöfe und Laien reden. Beide eint die Sorge um die Kirche. Bischöfe und organisierte Laien begegnen einander hier aber nach dem Vorbild von Regierung und Opposition, Arbeitgebern und Gewerkschaft. Was in Demokratie und Wirtschaft Recht ist und Sinn macht, passt nicht zur Verfassung der katholischen Kirche. Lehrfragen wie die Frauenweihe und tiefgreifende Fragen der Praxis wie der Zölibat sind nicht Verhandlungsmasse wie Gesetzesentwürfe und Lohnfragen. In diesem Geist wird der Synodale Weg zur schiefen Ebene.

Als Leitartikel erschienen in der Tagespost vom 16. Mai 2019


19. Mai
Pietro Palazzini, „ein Gerechter unter den Völkern“

Von Ulrich Nersinger

Am 19. Mai 1912 wurde in Piobbico, in den italienischen Marken, Pietro Palazzini, eines der verdienstvollsten und angesehensten Mitglieder des Kardinalskollegiums, geboren. Der Purpurträger entstammte einfachen Verhältnissen; der Vater war Droschkenkutscher, die Mutter Schneiderin. Während seines Studiums im „Seminario Pio XI“ der Diözese Fano erhielt er ein Stipendium, mit dem er in das römische Priesterseminar wechselte und an der Päpstlichen Lateranuniversität die Kurse in Theologie und kirchlichem wie weltlichem Recht belegte. Er erwarb ausgezeichnete Doktorate in beiden Disziplinen. Nach einem Jahr als Vizedirektor des bischöflichen Seminars von Cagli wurde er nach Rom zurückberufen und bekleidete dort von 1942 bis 1945 das Amt eines Assistenten und Vizerektors des „Seminario Romano Maggiore“ beim Lateran.

1962 verlieh ihm Papst Johannes XXIII. die Würde eines Titularerzbischofs von Cäserea (Kappadozien); die Bischofsweihe spendete ihm einen Monat später der Heilige Vater höchstpersönlich. Pietro Palazzini übernahm zahlreiche wichtige Ämter an der Römischen Kurie. 1973 empfing er den Kardinalshut. Im Juni 1980 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Präfekten der Kongregation für die Heiligsprechungsverfahren. Beachtlich ist, was Palazzini auf wissenschaftlichem und publizistischem Gebiet leistete. Er war einer der Herausgeber des 12-bändigen hagiographischen Standardwerkes „Bibliotheca Sanctorum“ und Gründer der theologischen Zeitschrift „Studi Cattolici“.

1985 waren viele Katholiken überrascht, als sie erfuhren, dass der Kardinal mit der höchsten Ehrung bedacht wurde, die der Staat Israel an Nicht-Juden verleiht. Am 19. August 1953 war im israelischen Parlament, der Knesset, das „Gesetz zum Andenken an die Märtyrer und Helden – Yad Vashim“ verabschiedet worden. Mit ihm wurde die Gründung einer Holocaust- Gedenkstätte erwirkt, in der man der Opfer der Shoa, aber auch der Nichtjuden gedachte, die sich in dieser dämonischen Zeit als „gerecht“ erwiesen hatten. Eine hochrangige Kommission unter der Leitung des Obersten Gerichtshofes des Staates Israel verleiht an Menschen, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens Juden vor dem Tode bewahrten, den Titel „Gerechter unter den Völkern“.

Das, was in jüdischen Augen von todesverachtendem Mut, konsequentem Handeln und tiefer Menschlichkeit zeugte, hatte sich in den Jahren 1943 bis 1944 in Rom zugetragen, als Don Pietro Palazzini im Priesterseminar der Diözese des Papstes, dort die Ämter eines Assistenten und Vizerektors innehatte.

Über die Geschehnisse, die sich in der Zeit der deutschen Besatzung Roms in seiner Arbeitsstätte ereigneten, schwieg der Purpurträger zumeist. Erst 1995 konnte man ihn dazu bewegen, seine Erinnerungen aufzuschreiben; er gab ihnen die Überschrift „Il Clero e l’occupazione tedesca di Roma. Il ruolo del Seminario Romano Maggiore – Der Klerus und die deutsche Okkupation Roms. Die Rolle des römischen Priesterseminars“.

Viele Menschen, die um ihr Leben fürchten mussten, fanden im Vatikan, in dessen exterritorialen Besitzungen und in vielen katholischen Ordenshäusern Unterschlupf – die Order hierzu war aus dem Apostolischen Palast, von Papst Pius XII. höchstpersönlich, gekommen. Auch am Lateran richtete man sich auf einen Zustrom von Flüchtlingen ein. Die exterritoriale Zone bei der Bischofskirche des Papstes umfasste die Basilika, das Gebäude der „Scala Santa“ (Heilige Stiege), den Apostolischen Palast, die Residenzen der Kanoniker und Beichtväter, die Universität und das römische Priesterseminar. Jeder, der in der exterritorialen Zone des Laterans Zuflucht fand, hatte eine Erklärung zu unterzeichnen: Er versprach die Neutralität des Vatikanstaates zu respektieren und nichts zu unternehmen, was dieser Neutralität hätte schaden können.

Oft war es Pietro Palazzini, der gefährdete Personen in den sicheren Lateran brachte. In der zweiten Septemberhälfte des Jahres 1943 bat ihn der Rektor, die Wohnung eines Geistlichen in der Via Cernai, Nr. 14, aufzusuchen. Dort befände sich eine Person, die so schnell wie möglich in Sicherheit gebracht werden müsse. Im Haus von Monsignore Barbieri, einem Beamten der römischen Kurie, traf er auf seinen Schutzbefohlenen. Der Unbekannte setzte sofort eine Sonnenbrille auf; dann verließen sie das Haus. Da ihnen kein Auto zur Verfügung stand, fuhren sie mit der Linie 16 der römischen Straßenbahn in Richtung Lateran. Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle, sodass Palazzini seinen Begleiter bald zu seinem Zimmer im Seminar führen konnte. Der Neuzugang war kein Geringerer als der italienische Sozialistenführer Pietro Nenni.

Noch viele andere Personen, die später im italienischen Staat an entscheidender Stelle Verantwortung übernahmen, sollten im Seminar Aufnahme finden. Ein weiterer berühmter Politiker war „Porta“. Er hatte sich so genannt, weil an seiner Zimmertür immer noch der Name des Seminaristen, der hier seine Kammer gehabt hatte, stand: Don Alfonso Porta. Hinter dem Pseudonym verbarg sich Alcide De Gasperi, der Mitbegründer der „Democrazia Cristiana“, der Christdemokratischen Partei.

Und fast die gesamte Führungsgruppe des „Comitato Liberazione Nazionale – C.L.N.“ (Komitee zur Nationalen Befreiung), an ihrer Spitze der ehemalige Ministerpräsident Italiens, Ivanoe Bonomi, lebte im römischen Priesterseminar.

Ein Blick auf die Berufe der Personen, die Unterschlupf im römischen Seminar fanden, zeigte ein breites soziales Spektrum: im Hause befanden sich Ex-Minister und Angehörige des Adels, Senatoren, Generäle und einfache Soldaten, Professoren und Studenten, Ärzte, Ingenieure, Unternehmer, Kaufleute, Angestellte und Arbeiter. Im Seminar selbst fanden 200 Verfolgte Zuflucht, auf dem gesamten Gebiet der exterritorialen Zone des Laterans waren es 1068 Menschen. Palazzinis besondere Sorge galt den jüdischen Mitbürgern, denen er im römischen Priesterseminar eine sichere Heimstätte gegeben hatte. Diese Mitmenschen mosaischen Bekenntnisses waren aber nicht die einzigen ihres Volkes, die ihr Leben Pietro Palazzini zu verdanken hatten. Über weitere Namen und die nicht ungefährlichen Aktionen zur Rettung von Juden schwieg der Kardinal beharrlich. Aber es dürften sehr viele mehr gewesen sein, die dank seiner Bemühungen der Folter in der Via Tasso, dem Sitz der Gestapo und des SD, entgingen und denen der Weg in die Todeskammern der Konzentrationslager erspart blieb.

Zu einer nicht abzuschätzenden Gefahr für die exterritoriale Zone des Laterans wurde der unfreiwillige Aufenthalt einer der wichtigsten Personen des italienischen Widerstands. General Roberto Bencivenga hatte sich in den Lateran begeben, um zu einem kurzen Gespräch mit Ivanoe Bonomi zusammenzutreffen.

Beim Verlassen des Seminars rutschte er auf dem glatten Marmorboden aus; er fiel so unglücklich, dass er sich den Oberschenkel brach. Den General in ein Krankenhaus zu bringen, ohne dass er Gefahr lief, in die Hände der Nazis zu fallen, schien unmöglich. Palazzini entschied sich spontan, den General im Seminar zu verstecken und ihn dort behandeln zu lassen.

Auch in eine weitere gefährliche Situation war Palazzini persönlich involviert (später betrachtete er sie eher mit einer gewissen Heiterkeit). Pietro Nenni hatte im Seminar begonnen, die Geschichte der Sozialistischen Partei zu schreiben. Bevor er das Seminar aus Sicherheitsgründen verließ, übergab er seine Aufzeichnungen Palazzini. Der Priester wollte in diesen unsicheren Tagen die Blätter nicht im Hause deponieren. Er überlegte, wo er das Manuskript verstecken könnte. Er ging dann in den großen Verschlag, in dem Kühe und Schweine zur Versorgung des Laterans untergebracht waren; dort schob er es provisorisch zwischen die Strohballen.

Die folgende Zeit war so ereignisreich, dass er auf Nennis Niederschrift vergaß. Eines Tages kam der Kuhhirte zu ihm, vor Aufregung am ganzen Leib zitternd. Als er die Tiere mit Stroh füttern wollte, hatte er das Manuskript gefunden und auf dem Titelblatt den Namen Nennis gelesen. Die Person, zu der er am meisten Vertrauen hatte, war Palazzini, und so ging er mit seinem brisanten Fund zu ihm. Zur Erleichterung des Priesters sprach der verängstigte Kuhhirte mit niemandem über die Angelegenheit. Am 5. Juni 1944 ließ Palazzini das Manuskript seinem Besitzer wieder zukommen.

Viele, denen das „Seminario Maggiore Romano“ Zuflucht geboten hatte, vergaßen nach der Befreiung Roms ihre Wohltäter nicht. Das Seminar erhielt schon in den Tagen, die auf den 4. Juni 1944 folgten, eine Reihe von Dankesschreiben; unter diesen befanden sich Briefe von Alcide De Gasperi, Roberto Bencivenga und Pietro Nenni. Pietro Palazzini und viele andere Priester der Ewigen Stadt waren keine Männer, die Ehre suchten. Das, was sie taten, empfanden sie als selbstverständlich.

Es kam ihnen nicht in den Sinn, in ihrem Handeln etwas anderes zu sehen, als das, was von ihnen als Christ und Priester gefordert war. Von all diesen stillen Helden war immer nur zu hören: „Wir haben doch nur unsere Pflicht getan!“

Es handelt sich bei diesem Text um ein Kapitel aus dem gerade erschienenen, empfehlenswerten Buch
Ulrich Nersinger, Sitting Bull und der Papst, Kurioses aus päpstlichen Gefilden, 208 Seiten, Verlag Petra Kehl 2019.


19. Mai
Nicolas Tuite de MacCarthy

Vor 250 Jahren, am 19. Mai 1769, wurde in Dublin der Prediger Nicolas Tuite de MacCarthy SJ geboren.1814 zum Priester geweiht, trat er 1818 in die Gesellschaft Jesu ein und predigte seit 1819 in den größten Städten Frankreichs, später auch in Rom und Turin. “In seiner rednerischen Begabung J.-B. Bossuet und J. Massillon fast ebenbürtig, erreichte er nicht deren Form und Ausdruckskraft” (LThK, 2. Auflage). Am 3. Mai 1833 starb er in Annecy.


19. Mai
Sünde, Gerechtigkeit, Gericht

Eine Predigt zum 4. Sonntag nach Ostern


5. Mai
Die Rose, von der wir leben

Meine Predigt von heute


5. Mai
Johannes von Avila

Vor 450 Jahren, am 10. Mai 1569, starb in Montilla bei Córdoba im Alter von 69 Jahren der hl. Johannes von Avila, der Apostel Andalusiens. Durch seine Predigten bekehrte er den hl. Johannes von Gott und den hl. Franz von Borja. 1894 wurde er selig-, 1970 heiliggesprochen, 2012 zum Kirchenlehrer erhoben. Aus einem seiner Briefe: “O Jesus, auf dem Kreuz hast du mich gesucht; du hast mich gefunden, du hast mich umhegt, befreit und geliebt, indem du dein Leben und dein Blut in den Händen grausamer Henker für mich hingegeben hast. Ich werde dich auch auf dem Kreuz suchen. Da werde ich dich finden. Du wirst mich umhegen und von mir selbst befreien, mich, der ich deiner Liebe im Wege stehe, in der doch mein Heil liegt.”


5. Mai
Gottesdienstkongregation

Vor 50 Jahren, am 8. Mai 1969, wurde mit der Apostolischen Konstitution Sacra Rituum Congregatio die Gottesdienstkongregation errichtet.


4. Mai
Das Kennen des Hirten

Morgen ist der Gute-Hirte-Sonntag. Dazu kann ich eine Predigt anbieten.


4. Mai
Ins Schwarze getroffen

Dass Papst Benedikt XVI. mit seinem Schreiben zum Skandal des sexuellen Missbrauchs ins Schwarze getroffen hat, sieht man an den heftigen polemischen Reaktionen, die dem emeritierten Papst vorwerfen, die Wirklichkeit nur „verzerrt“ wahrzunehmen und von ganz und gar „falschen Annahmen“ auszugehen, um in zynischer Manier über die nicht zu leugnenden ethischen Fortschritte der Gesellschaft zu urteilen und in einen „rigiden Moralismus“ zurückzufallen. Dabei hat der emeritierte Papst allein durch sein Alter einen breiteren Lebenshorizont als seine Kritiker, die ihn die gesellschaftlichen Veränderungen viel besser aus eigener Erfahrung beurteilen lassen. (...) Und schließlich – und das ist das einzigartig Wertvolle an diesem mit dem Segen von Papst Franziskus veröffentlichtem Schreiben –: Benedikt XVI. ist mit einem klaren analytischen Verstand begabt, der es ihm erlaubt, verschiedene theologische Methoden gegeneinander abzuwägen, miteinander ins Gespräch zu bringen und anhand ihrer Ergebnisse zu werten.

Aus: Pater Wolfgang Buchmüller OCIST, Klares Denken, klare Sprache. Ein trüber Spiegel wartet darauf, poliert zu werden: Eine Würdigung des Schreibens von Papst Benedikt XVI. zur Missbrauchskrise, in: Tagespost vom 2. Mai 2019


3. Mai
Priorität

Regina Einig: Konnten Sie mit dem emeritierten Papst darüber sprechen?
Hans Zollner SJ: Er [Benedikt XVI.] hat mir im Juli letzten Jahres gesagt: Es war für ihn als Präfekt der Glaubenskongregation erschütternd, nicht nur mit den Fällen konfrontiert zu werden, sondern auch zu sehen, dass die Antwort von anderen römischen Behörden wie auch von Bischöfen so zögerlich, so inkonsistent war. Das hat ihn Ende der 90er beziehungsweise Anfang der 2000er Jahre dazu gebracht, diesem Thema auch für sich selber eine große Priorität zu geben und es 2002 unter die Verantwortlichkeit der Glaubenskongregation zu ziehen.

Aus einem Interview der Tagespost (Ausgabe vom 2. Mai 2019) mit Hans Zollner SJ, dem Leiter des Kinderschutzzentrums „Centre for Child Protection“ an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und Mitglied der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen.

Weitere Infos zum Thema


3. Mai
Monatsranking April 2019

Platz Monatsranking April 2019
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 650 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Beiträge zum Islam im Unterschied zum Christentum

+ 1
2

Spaemann: Wer hat wofür Verantwortung?

- 1
3

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+ 3
10

Glauben Christen und Muslime an denselben Gott?

+/- 0
20

Albert Lang: Der Primat Petri

- 1
30

Recktenwald: Tolkiens christliche Botschaft

- 15
40

Wolfgang Kuhn: Darwins Evolutionstheorie - Eine bleibende Herausforderung

- 9
50

Recktenwald: Moral ohne Gott?

+ 81
60

Recktenwald: Die Bedeutung des Engelsglaubens

+ 43
100

Spaemann: Die europäische Kultur und der banale Nihilismus

+ 63

Zum Ranking der Vormonate


2. Mai
Wofür kämpfen Christen?

Niemand kämpft, dazu noch im Namen des Herrn, für mehr Mitbestimmung in Gremien, für mehr Partizipation und Machtbeteiligung in einer postmodernen Bürokratie. Die Kirche braucht die Weltchristen als Zeugen des Herrn, auf eine ganz alltägliche Weise in ihrem Alltag seelsorglich tätige Menschen – zu denen selbstverständlich Frauen wie Männer gehören, die mitfühlend und in der Freude des Herrn den Glauben weitertragen, Menschen, die durch ihre Lebensweise Zeugnis geben für Christus und für Seine Kirche – in der Familie, unter Freunden, in der Arbeitswelt und in der Freizeit –, ohne nach irgendeinem Amt zu streben.

Aus: Thorsten Paprotny, Frauen an die Macht?


2. Mai
Leonardo da Vinci

Vor 500 Jahren, am 2. Mai 1519, starb auf Schloss Cloux bei Amboise im Alter von 67 Jahren der “homo universalis der italienischen Renaissance”, der Maler, Zeichner, Biologe, Geologe, Physiker, Architekt, Bildhauer und Musiker Leonardo da Vinci. “Geistesgeschichtlich steht Leonardo da Vinci mit seiner Hinwendung zum Experiment und zur Naturbeobachtung bei gleichzeitiger Verwurzelung in scholastischen Gedankengängen an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit” (LThK, 2. Auflage).


1. Mai
Das Zitat

Wie die Mutter sich freut, wenn sie das erste Lächeln ihres Kindes bemerkt, so freut sich Gott jedesmal, wenn er vom Himmel sieht, dass ein Sünder sich vor ihm aus vollem Herzen zum Gebet beugt.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski


1. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine beiden Kommentare Demagogische Mission und Wenn der Inhalt stört zur verräterischen Kritik am "Mission Manifest" habe ich auf einer eigenen Seite untergebracht. Meine Predigt über die Raumfahrt des Herzens ist auf der Seite mit Prosingers biblischem Streifzug eingebettet. Das schöne, vernünftige Zitat Ratzingers über das Verhältnis zwischen Schönheit und Vernunft findet sich bei Haaland Matlárys Vernunft und Tyrannei der Mehrheit.


30. April
Klerikaler Selbstbetrug

Es trifft sich, dass ich seit der Veröffentlichung meines Buchs „The Courage To Be Catholic: Crisis, Reform, and the Future of the Church“ im Jahr 2002 genauso argumentiere [wie Benedikt XVI. in seiner Missbrauchsanalyse vom April]. Im Buch vertrete ich die These, dass der klerikale Selbstbetrug und Schwindel, der mit der verbreiteten Ablehnung der 1968 veröffentlichten Enzyklika „Humanae vitae“ von Papst Paul VI. einherging, ein Umfeld schaffte, in dem sich missbräuchliches Verhalten ausbreiten konnte. Männer, die sich selbst einredeten, nicht glauben oder lehren zu müssen, was die Kirche als wahr erachtete – insbesondere zur Ethik der menschlichen Liebe –, waren besonders anfällig für die Flutwelle der sexuellen Revolution. Und in kurzer Zeit führte eine falsche Denkweise zu falschem Verhalten und Missbrauch. Dass die Priesterseminare in dieser Zeit eine intellektuelle und lehramtliche Kernschmelze durchmachten, verstärkte die Krise. Genauso wie das Versagen Roms, angesichts der offensichtlichen Uneinigkeit für Disziplin innerhalb der Kirche zu sorgen.

Aus: George Weigel, Diener der Kirche. Die Ratzinger-Analyse der Missbrauchskrise hat giftige Reaktionen hervorgerufen, aber keine ernstzunehmende Alternative, in: Tagespost vom 25. April 2019.


29. April
Die schönste Aufgabe für die Frauen

Meine Predigt vom Ostersonntag


29. April
Pio Campidelli

Vor 150 Jahren, am 29. April 1869, wurde in Trebbio der selige Pio Campidelli geboren. 1882 trat er bei den Passionisten ein und erhielt den Namen Pio vom heiligen Aloisius. Am 2. November 1889 starb er an Tuberkulose. Er opferte sein Leben für die Kirche, den Papst, für die Bekehrung der Sünder und für seine Heimat. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 17. November 1985 selig.


28. April
Ungebändigter Eros

Dabei war es gerade Benedikt, der in seiner Enzyklika „Deus caritas est“ in mutiger Weise von der positiven Bedeutung des Eros als göttlicher Macht geschrieben hat, die aus der Enge des menschlichen Daseins führen kann – aber ohne die integrierende Kraft der Caritas „ist der trunkene, zuchtlose Eros nicht Aufstieg, ,Ekstase‘ zum Göttlichen hin, sondern Absturz des Menschen“ (Nr.4). Wie verhält sich die Kirche angesichts dieses Absturzes des Menschen? In den ersten Jahrhunderten bildete sie eine Gegen-Gesellschaft in der konsequenten Bereitschaft zum Martyrium: „Lieber sterben als sündigen“ (hl. Maria Goretti). Die römischen Märtyrerjungfrauen waren Leuchttürme einer wahren Befreiung, da der ungebändigte Eros vor allem die Frauen versklavte, ausgeliefert den Zwangsheiraten der vornehmen Familien und der Willkürherrschaft der Männer.

Aus: Franz Prosinger, Striet vs. Benedikt, in: Tagespost vom 25. April 2019. Prosinger weist die Kritik Striets an Papst Benedikt zurück, zeigt überzeugend, wie Magnus Striet das biblische Gottesbild und die dadurch mögliche Befreiung verrät, und meint: “Wer in diesen philosophisch und theologisch wirren Zeiten den Zugang zum biblischen Gottesglauben verloren hat, sollte von Niemandem verurteilt werden. Aber er sollte sich freiwillig aus der kirchlichen Lehrtätigkeit und Verkündigung zurückziehen, oder andernfalls zurückgezogen werden.”


28. April
Maria Antonia Bendrés y Elósegui

Vor 100 Jahren, am 27. April 1919, starb in Salamanca im Alter von 21 Jahren Maria Antonia Bendrés y Elósegui FI. 1915 trat sie in die Kongregation der Töchter Jesu ein. Sie starb an einer schweren Krankheit. Durch ihre heroische Geduld und ihr frohes Sterben bekehrte sie den berühmten Schriftsteller und Philosophen Miguel de Unamuno, der Zeuge ihres Sterbens wurde. Eines ihrer letzten Worte lautete: “Das ist Sterben? Wie schön es doch ist, im Ordensstand zu sterben! Ich spüre, dass die Gottesmutter an meiner Seite ist, dass Jesus mich liebt und ich Ihn liebe.”


22. April
Ist das noch die Kirche?

Mein neuester Podcast über eine Frage, die angesichts der Aufdeckung der furchtbaren Missbrauchsverbrechen viele gläubige Katholiken bewegt: Kann ich noch an die Kirche glauben?


22. April
Die Missbrauchssünden und der Mainstream der deutschen Moraltheologie

Ich möchte aus gegebenem Anlass auf meinen Aufsatz hinweisen, im Vatican-Magazin 2010 (dem Jahr der ersten Aufdeckungswelle der kirchlichen Missbrauchsskandale in Deutschland) veröffentlicht, in dem ich die Rolle der modernen Moraltheologie in diesem Zusammenhang analysiert habe. Diese Analyse deckt sich weitgehend mit der von Papst Benedikt, die entsprechend allergische Reaktionen von theologischer Seite ausgelöst hat (siehe dazu auch die verlinkten Beiträge unter dem Datum vom 18. und 20. April).


22. April
Harry Wu

Vor drei Jahren, am 26. April 2016, starb in Honduras im Alter von 79 Jahren der chinesische katholische Menschenrechtsaktivist Harry Wu. Ab 1960 verbrachte er 19 Jahre in chinesischen Arbeitslagern. 1985 konnte er in die USA emigrieren. Seinen erschütternden Lebenslauf schilderte er in seiner Autobiographie Donner der Nacht, die wir hier auf kath-info bereits vorgestellt haben.


22. April
Archangelus Tadini

Vor zehn Jahren, am 26. April 2009, wurde Archangelus Tadini (1846-1912) heiliggesprochen. 1870 zum Priester geweiht, wirkte er im Geist der Sozialenzyklika Rerum Novarum und gründete die Kongregation der Arbeiterinnen des Heiligen Hauses von Nazareth.


22. April
Giacomo Nacchiante

Vor 450 Jahren, am 25. April 1569, starb in Chioggia der Theologe Giacomo Nacchiante OP. Als Bischof von Chioggia nahm er am Konzil von Trient teil. Seine Werke “erwarben ihm den Ruf eines hervorragenden Dogmatikers und Philosophen” (LThK, 1. Auflage).


21. April
Gianna Beretta Molla

Vor 25 Jahren, am 24. April 1994, wurde Gianna Beretta Molla (1922-1962) seliggesprochen. Als sie schwanger wurde und Komplikationen auftraten, bestimmte sie, dass die Rettung des Lebens ihres Kindes Vorrang haben müsse vor ihrem eigenen Leben: “Wenn ihr entscheiden müsst zwischen mir und dem Kind, keine Aufregung: wählt - und dies verlange ich - das Kind. Rettet das Kind!”. Am 21. April 1962 brachte sie ihre Tochter Gianna Emmanuela zur Welt, während sie selber eine Woche später mit den Worten starb: “Jesus ich liebe dich.” Die Heiligsprechung folgte am 16. Mai 2004.


21. April
Klaus Gamber

Vor 100 Jahren, am 23. April 1919, wurde in Ludwigshafen der Liturgiewissenschaftler Klaus Gamber, einer der kompetentesten Kritiker der Liturgiereform, geboren.


20. April
Predigten zum Ostergeheimnis

Für Ostern kann ich drei Predigten anbieten: Die doppelte Auferstehung, Brannte nicht unser Herz? und Erlösung ist wie Fußball.


20. April
Epigonen ohne Scharfsinn

Benedikt XVI. zeigt in seinem Schreiben, wie diese „neue Moral“ des Konsequentialismus in die damalige Moraltheologie eindringen konnte und verweist dabei vor allem auf die Arbeiten des Jesuiten Bruno Schüller, dessen Schüler R. Ginters die Abkehr von der klassischen katholischen Naturrechtslehre mit folgenden Worten besiegelt: „Ein Tun und Lassen ist damit als sittlich zu bezeichnen, wenn es - bei unparteiischem Urteil - mehr Gutes und weniger Übel zur Folge hat als jede mögliche Handlungsalternative.“ Ich behaupte nun, dass Sie und die aktuelle Moraltheologie diese Auffassung größtenteils übernommen haben, ohne allerdings mehr über das begriffliche Repertoire und den philosophischen Scharfsinn eines Bruno Schüler zu verfügen.

Aus: "Getroffene Hunde bellen": Offener Brief von Martin Hähnel an die Moraltheologie in Deutschland, CNA vom 19. April 2019. Hähnel zeigt, wie Benedikt XVI. den entscheidenden Nerv heutiger Moraltheologie getroffen hat, nämlich die Leugnung in sich schlechter Handlungen. Seine Ausführungen decken sich mit meinem Aufsatz von 2010 über den Zusammenhang dieses Irrwegs mit den Missbrauchsskandalen.


20. April
Wohlfühlbücher statt Schwarzbrot

Unterdessen geht die gesellschaftliche Irrelevanz des Protestantismus, der sich höchstens noch in gewissen Gedenkjahren oder bei Kirchentagen Gehör zu verschaffen vermag, einher mit der Kompromittierung dessen, was dem Katholizismus heilig ist. Statt dem Schwarzbrot kirchlich-theologischer Lehre werden heute leicht konsumierbare Wohlfühlbücher von Margot Käßmann und Anselm Grün verabreicht.

Aus: Uwe Rauschelbach, Menschsein mit Sinn, in: Mannheimer Morgen von heute


20. April
Endloser Kampf

Dieser kircheninterne Kampf wird kein Ende mehr finden. Er tobt im westlichen Kulturkreis seit mindestens fünfzig Jahren und wird auf wechselnden Schauplätzen ausgetragen: Verhütung, Schwangerenkonfliktberatung, Frauenweihe, Zölibat, Homosexualität, jetzt die Lehren aus dem Missbrauch – die Liste ist lang und wird immer länger. An künftigen Konfliktfeldern wird kein Mangel sein. Stets aber geht es eigentlich um das Verhältnis der Kirche zur Welt.

So schreibt Oliver Maksan in der zur Orientierung in heutiger Zeit unentbehrlichen Tagespost (Ausgabe vom 18. April 2019: Osterglaube als Kompass).
Dem kann man nur zustimmen. Er trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt, dass der Kampf kein Ende finden wird. Alle Zugeständnisse, die die Kirche den Reformkräften gemacht hat, angefangen von der Liturgiereform, die Einführung der Handkommunion, die Einführung von weiblichen Ministranten über die Reform des Kirchenrechts bis hin zu heutigen Lockerungen der Bedingungen des Kommunionempfangs oder der kirchlichen Morallehre, haben die Reformgelüste nicht etwa befriedigt, sondern ins Unermessliche steigern lassen, bis hin zu solchen entlarvenden Formulierungen, dass die Kirche neu erfunden werden müsse (und das ironischerweise in Bezug auf die bereits 50 Jahre alte nachkonziliare Kirche!).
In einem Punkt würde ich allerdings die Diagnose Maksans noch erweitern. “Das Verhältnis der Kirche zur Welt”? Das ist noch zu kurz gegriffen. Es geht um das Verständnis von Kirche selber, es geht um den Glauben überhaupt. Zentrale Glaubenswahrheiten wie die Menschwerdung Gottes, die Gottheit Jesu Christi, seine leibliche Auferstehung, die Einsetzung der Kirche durch Christus, die übernatürliche Wirksamkeit der Sakramente, die wahre Gegenwart des Herrn in der Eucharistie, der Opfercharakter der hl. Messe, die Einsetzung des Priestertums, ja sogar die Existenz Gottes: Es gibt keine Glaubenswahrheit, die nicht von Theologieprofessoren geleugnet wird. Man kann sich mit Recht fragen, ab der Leugnung welcher Glaubenswahrheit der Häretiker sogar ein Apostat wird. Georg May spricht in seinem neuesten, faktenreichen Buch mit Recht von ungläubiger Theologie. Die von Maksan genannten Streitthemen sind nur Stellvertreterthemen. Die Masken fallen, wenn Initiativen wie das Mission Manifest bekämpft werden, denen es nicht um diese speziellen Streitthemen geht, sondern um die Bekehrung zu Gott überhaupt.


20. April
Jean Ousset

Vor 25 Jahren, am 20. April 1994, starb in Paris im Alter von 79 Jahren Jean Ousset. Der gebürtige Portugiese gründete 1946 in Paris zusammen mit Denis Demarque und Jean Masson die Cité catholique, in der sich Laien zum Aufbau einer christlichen Gesellschaftsordnung engagieren. Er veranstaltete Kongresse, an denen z.B. Gustave Thibon und Jean Madiran mitwirkten. Eines seiner Hauptwerke wurde auch ins Deutsche übersetzt: Aktion. Die Praxis der christlichen Gesellschaftslehre.


19. April
„Wer mich sieht, sieht den Vater“ (Joh 14,9): Der Gnadenstuhl

Von Franz Prosinger

Mit dem Wort „Gnadenthron“ übersetzt Martin Luther die Deckplatte auf der Bundeslade (hebr. kapporæt), die der Versühnung des Volkes Israel dienen sollte. Auf sie sprengte der Hohepriester am großen Versöhnungstag das Blut des für den Herrn erwählten und dargebrachten Opfertieres (wohlgemerkt: nicht das des sogenannten Sündenbocks, der als unreines Tier dem Dämon in der Wüste überlassen wurde). Die griechische Bibel setzt dafür den Ausdruck „Sühnopferstätte“ (hilasêtrion) und der hl. Paulus verwendet denselben Ausdruck in Röm 3,25: „Gott (Vater) hat ihn (Jesus Christus) vorgesetzt hat als Sühnopferstätte mit Hilfe des Glaubens in seinem Blut zum Aufweis seiner Gerechtigkeit auf Grund des Nachlasses der zuvor geschehenen Sünden“. Martin Luther übersetzt hier mit „Gnadenstuhl“. Im Unterschied etwa zur Bergpredigt, wo „Gerechtigkeit“ das meint, was wir Gott schulden, spricht Paulus von der „Gottesgerechtigkeit“ als der Rechtfertigung, die von Gott ausgeht (Röm 3,21-26). Diese ist zwar geschenkt und nicht erworben (3,24), will aber durch einen mitwirkenden Glauben angeeignet werden (3,22.25), so dass derjenige, der im Glauben an den Sohn Gottes lebt, „der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat“, mit Christus vollkommen gekreuzigt ist: „So lebe also nicht mehr ich, vielmehr lebt Christus in mir“ (Gal 2,19-20).

Die „Aussetzung“ des Gekreuzigten als „Gnadenstuhl“ bzw. Sühnopferstätte erinnert an das Prophetenwort: „Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben“ (Sach 12,10). Der Evangelist Johannes bezieht dies...
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19. April
Ehrfurcht, Klarheit, Freude

Regina Einig: Was suchen die Menschen, die in Personalgemeinden kommen, in denen die alte Messe gefeiert wird? Wie finden die Menschen zu Ihnen?

P. Martin Ramm FSSP: Man sucht den authentischen katholischen Glauben. Man sucht die Ehrfurcht und die Erfahrung des Heiligen. Man sucht Klarheit und Orientierung in Gewissensfragen. Man findet Freude an der zeitlosen Schönheit und spirituellen Erhabenheit des gregorianischen Chorals. Man sucht den Priester als geistlichen Begleiter und Beichtvater. In meiner Pfarrei in Zürich treffen sich Menschen aus allen sozialen Schichten und von unterschiedlichster Herkunft...

Aus einem ganzseitigen Interview der Tagespost mit P. Martin Ramm FSSP, dem Bischofsvikar für den überlieferten Ritus im Bistum Chur. P. Ramm wurde 1996 in Wigratzbad zum Priester geweiht.


19. April
Der Held von Paris

Kath.net berichtet über den mutigen Einsatz von Jean-Marc Fournier, dem Hauptkaplan der Pariser Feuerwehr, der das Allerheiligste und die Dornenkrone Jesu aus der brennenden Kathedrale Notre Dame in Paris gerettet hatte.
Hinzuzufügen wäre, dass Fournier ein ehemaliges Mitglied der Priesterbruderschaft St. Petrus ist. Er hat seine Ausbildung in unserem Priesterseminar in Wigratzbad erhalten, wurde 1994 zum Priester geweiht und blieb dann Mitglied der Priesterbruderschaft bis ca. 2010, bevor er sich im Frieden von uns trennte.


19. April
Else Michaelis

Vor 100 Jahren, am 19. April 1919, ließ sich die Jüdin Else Michaelis (1889-1942) taufen. 1928 trat sie in Trier bei den Josefsschwestern ein und bekam den Ordensnamen Schwester Mirjam CSSJ. Am 2. August 1942 wurde sie von den Nazis verhaftet und zusammen mit der hl. Edith Stein und anderen konvertierten Juden nach Auschwitz gebracht, wo sie am 9. August ermordet wurde.


19. April
Michael Triegel

Vor fünf Jahren, am 19. April 2014, in der Osternacht, wurde der Künstler Michael Triegel im Alter von 45 Jahren in der Dresdner Hofkirche von Bischof Heiner Koch getauft. Er war bekannt geworden durch sein Bild Papst Benedikts XVI. Als er diesen portraitierte, war er noch Atheist.


18. April
Wer wirft hier Steine?

Auf CNA habe ich die Kritik der deutschen Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie an Papst Benedikt kritisiert. Eine ausführlichere Auseinandersetzung mit Benedikts Analyse und seinen Kritikern folgt in der Juni-Ausgabe des Informationsblatts der Priesterbruderschaft St. Petrus.


18. April
James V. Schall

Gestern starb in Kalifornien im Alter von 91 Jahren der Philosoph James V. Schall SJ. Aus einem Nachruf:
“The culture is ‘rejecting heavenly answers and replacing them with human answers,’ he said. ‘A will is leading you, and it says there is something wrong with being human. That goes back to the whole drama of the Fall’ of Man, in the Garden of Eden. ‘C.S. Lewis says the ultimate sin, the ultimate disorder, is to say what is good is bad, what is bad is good.’”


18. April
Ignatius Choukrallah Maloyan

Vor 150 Jahren, am 18. April 1869, wurde in Mardin (Mesopotamien, damals zum Osmanischen Reich gehörend, jetzt Türkei) der selige Ignatius Choukrallah Maloyan geboren, den Dr. Stephan Koster bereits früher auf kath-info vorgestellt hat.


17. April
Verkehrte Abkehr

Statt der Abwendung von der Sünde erfolgt die Abkehr vom Sakrament der Buße und von der gültigen Lehre der Kirche aller Zeiten und Orte.

Aus: Thorsten Paprotny, Vater Benedikt – Eine Würdigung zum 92. Geburtstag, auf CNA veröffentlicht am 16. April 2019.


17. April
Theodorus Petrejus

Vor 450 Jahren, am 17. April 1569, wurde in der Provinz Oberyssel (die ab 1580 zur Republik der Vereinigten Niederlande gehörte) Theodorus Petrejus OCarth geboren. Er “entwickelte als Bibliothekar der Kölner Kartause eine reiche, zumeist kompilatorische Schriftsteller- und eine umfangreiche Übersetzertätigkeit” (LThK, 2. Auflage). Am 24. April 1640 starb er in Köln.


17. April
Studie bestätigt Papst Benedikt

Auch eine 2011 vom John Jay College of Criminal Justice in New York, der einzigen US-Hochschule für Kriminologie, veröffentlichte Studie zu Vergehen in katholischen Einrichtungen ergab: „Die Mehrzahl der Mißbrauchsfälle geschah in den 1960er und 1970er Jahren“. Ganz nebenbei machte auch diese Studie die damaligen „gesellschaftlichen Umbrüche“ dafür verantwortlich.

Aus: Michael Hesemann, Wir brauchen heilige Priester!, auf kath.net vom 16. April 2019


16. April
Christus in der Gewalt seiner Feinde

Meine Predigt vom Passionssonntag


16. April
Benedikt schlachtet heilige Kühe...

"Ein Gespenst geht um in der Welt. Der Popanz ist das Schreckgespenst einer Umkehr, schlimmer noch, einer drohenden Bekehrung Europas, das sich gerade mit einem Aufschrei der Entrüstung über Benedikt XVI. entlädt und Luft macht. Denn der Papa emeritus hat es gewagt, wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag die 68er für die sexuelle Verwilderung des Zeitgeists verantwortlich zu machen! Da hat der Ex-Pontifex, soweit ich das überblicken kann, vollkommen recht. Und ich kann vieles überblicken..."

Ein 68er, Albert Christian Sellner, erzählt: absolut spannend, Lesebefehl!


15. April
Facts

Those protests against Benedict — the mock-sorrowful sighs that we all know sexual abuse is not a function of rampant sexual immorality — should be seen as signals to the secular media. And secular outlets, sympathetic to the causes of the sexual revolution, will duly carry the message that Benedict is out of touch, that his thesis has already been disproven.
But facts, as John Adams observed, are stubborn things. And the facts testify unambiguously in Benedict’s favor. Something happened in the 1960s and thereafter to precipitate a rash of clerical abuse. Yes, the problem had arisen in the past. But every responsible survey has shown a stunning spike in clerical abuse, occurring just after the tumult that Benedict describes in his essay. Granted, the former Pontiff has not proven, with apodictic certainty, that the collapse of Catholic moral teaching led to clerical abuse. But to dismiss his thesis airily, as if it had been tested and rejected, is downright dishonest.

Aus: Phil Lawler, Benedict’s powerful message—and the bid to suppress it, erschienen am 11. April 2019 auf catholicculture.org


15. April
Moritz Aberle

Vor 200 Jahren, am 15. April 1819, wurde in Rottum bei Biberach der Exeget und Moraltheologe Moritz Aberle geboren. “Philologische und historische Bildung und Vertrautheit mit der protestantischen Bibelliteratur führten Aberle zu moderner Bibelkritik” (LThK, 2. Auflage). Er starb am 3. November 1875 in Tübingen, wo er seit 1850 gelehrt hatte.


14. April
Zur Einstimmung in die Karwoche


14. April
Das Zitat

Warum glauben so viele nicht an die göttlichen Wahrheiten? Etwa, weil sie ihnen nicht bewiesen sind? Nein, weil sie ihnen nicht gefallen.

Blaise Pascal


14. April
Zweckentfremdung

Es ist ein Skandal, dass katholische Bischöfe Plattformen finanzieren und so die Kirchensteuer zweckentfremden, die eindeutig Positionen vertreten, die mit der katholischen Glaubens- und Sittenlehre im Widerspruch stehen.

Kardinal Gerhard Müller im Interview mit kath.net


13. April
Jahresranking 2018: Die Top 100

Vierter Teil: Die Plätze 61 bis 80

Wie letztes Jahr gebe ich die 100 auf kath-info meistgelesenen Seiten des vorangegangenen Jahres in mehreren Schritten bekannt. In der rechten Spalte ist zu sehen, um wie viele Plätze der jeweilige Beitrag im Vergleich zum Vorjahr gestiegen oder gefallen ist.

Platz Jahresranking 2018
Die Top 100 von über 650 Seiten
Vierter Teil: Die Plätze 61 bis 80
Verän-derung gegen-über dem Vorjahr
61

Swinburne: Gibt es einen Gott?

+/- 0
62

Recktenwald: Moral ohne Gott?

- 11
63

Skandalöses im LThK

- 24
64

Recktenwald: Die Bedeutung des Engelsglaubens

- 10
65

Jakob Knab: Hans Scholls Quellen des Widerstands

+ 350
66

Pius XII. und die Juden

+ 11
67

Über Josef Pieper

- 17
68

Pastor: Michelangelo und die Sixtinische Kapelle

- 25
69

Miriam Schilling: Vergib mir Natascha. Eine Rezension

- 32
70

Das moralische Prinzip der doppelten Wirkung

- 13
71

Baumann: Wie die Engel im Himmel / Hl. Alfons: Die Seele im Himmel

+ 10
72

Prosinger: Was heißt glauben? Ein biblischer Streifzug

- 34
73

Christian Spaemann: Die gegenwärtige Psychotherapieszene und die Frage nach dem Sinn

+/- 0
74

Papst Pius XI.

+ 38
75

Damaskus: Das vergessene Massaker

- 12
76

Franz Prosinger: Über Duc in altum

+ 47
77

Josef Pieper: Was heißt philosophieren?

+ 3
78

Recktenwald: Maria im Heilsplan Gottes

- 10
79

Der Streit um die Evolution

- 8
80

Richard Wurmbrand: Gefoltert für Christus / Rahho / Trcka

+ 66

Zu den Plätzen 1 bis 60 und zum Jahresranking 2017


12. April
Bekämpfung von Glaubensinhalten

Oliver Maksan: Gibt es damit de facto nicht eine Art Schisma in der Schweiz? Da ist die Kirche des Bischofs und eine Körperschaft, die unter der Flagge der katholischen Kirche segelt, aber im Grunde tut, was sie will, weil sie das Geld hat.
Bischof Vitus Huonder: So ist es. Wir haben tatsächlich ein innerkirchliches Schisma der divergierenden Richtungen: Die Kirche tritt für den ganzen Glauben ein, die Körperschaften fühlen sich zwecks Erhalts ihrer Privilegien dem gesellschaftlichen Mainstream verpflichtet und bekämpfen Glaubensinhalte, die heute schlecht ankommen. Das ist der Interessenkonflikt.

Aus einem Interview der Tagespost mit Bischof Vitus Huonder von Chur


12. April
Bestürzende Entgleisung

“Erschreckende Unkenntnis” der Theologie Ratzingers wirft Prof. Dr. Christoph Ohly der evangelischen Theologin Ellen Ueberschär vor. Diese hatte in der Herder-Korrespondenz dem ehemaligen Leiter der Glaubenskongregation und späteren Papst eine “vormoderne, triumphalistische Theologie” unterstellt, mit der er eine hierarchische Kirchenstruktur vertrete, die “reformunfähig, inhuman und antiaufklärerisch” sei.
Ohly nennt es gegenüber der Tagespost bestürzend, dass eine “solch konfessionalistische Entgleisung in der heutigen Zeit noch möglich ist und von einer theologischen Fachzeitschrift und einem kirchlichen Internetportal verbreitet wird.” Mit dem Internetportal meint er katholisch.de, das seinem schlechten Ruf in diesen Tagen durch den Platz gerecht wird, den es intellektuell anspruchslosen Polemiken gegen den neuesten Brief des emeritierten Papstes einräumt.


11. April
Verblendung

Thomas Schüller, Professor für Kirchenrecht in Münster, twitterte, Mosebach sei „einer der übelsten reaktionären Brunnenvergifter“. Nur eines der übelsten Schimpfwörter aus dem Lexikon des Glaubenshasses war böse genug. Franziskus kann deshalb eine Reformation verheißen, weil er wie ein absoluter Monarch regiert. Die Schäbigkeit von Mosebachs Kritikern beweist ihre Verblendung: Sie sind fixiert auf den Mann in Weiß.

Aus Patrick Bahners’ Kommentar Fixiert auf den Mann in Weiß zur Kritik an Martin Mosebach und dessem Vergleich von Papst-Auftritten mit totalitären Diktaturen, in der FAZ, 10. April 2019.


11. April
Jean Duval

Vor 350 Jahren, am 11. April 1669, starb in Paris im Alter von etwa 72 Jahren der Karmelit Jean Duval, Ordensname Bernhard von der hl. Theresia OCD. Er wurde 1638 von Papst Urban VIII. zum ersten Bischof von Bagdad ernannt.


10. April
Begriffsverwirrung und Verrat

Die ganze Begriffsverwirrung in der Theologie der letzten Jahrzehnte, der Verrat am Bekenntnis zu Jesus, dem Christus, und an der Verbindlichkeit Seiner Weisungen, die Relativierung der Gültigkeit einer ungeschichtlichen und deswegen unwandelbaren Wahrheit, die Loslösung von der darin liegenden nichtautonomen Moral und nicht zuletzt die Auflösung und soziologisierende Profanierung der tradierten liturgischen Form, die der lebendigen Wahrheit kultische und damit prägende Gegenwart verlieh, mit anderen Worten die Schmähung des Heiligen im Denken, Handeln und Beten ist der tiefste Grund, weshalb das verborgene Teuflische, das gegenwärtig an den Tag kommt, so mächtig werden konnte. Wo Gottes Wahrheit nicht mehr heilig ist und als solche geglaubt wird, ist das Unheilige im Handeln kein Tabu mehr. Allein larmoyante Bußbekundungen werden nichts nutzen, um wieder eine “heilige Kirche” zu sein und zwar eine objektive und eine subjektive. So wie es die ersten Christen waren. Stark und im Widerstand gegen den Verfall des damals ebenso hedonistischen Zeitalters. Im Widerstand! Und nicht in der Integration der “Lebenswirklichkeit” der dekadenten römischen Gesellschaft in das eigene Glaubensbekenntnis!

Aus: Guido Rodheudt, Die Beichte des Kardinals. Kirche zwischen Petrus und Satan, in: Vatican-Magazin, April 2019, S. 27-34.


10. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt über unsere Schwäche im Guten habe ich in die dritte Erlösungsseite eingebettet. Meinen Aufsatz über die Facetten der Liebe ist auf einer eigenen Seite untergebracht. Die Übersicht über die Ernennungen und Wahlen des letzten Generalkapitels ebenso wie die neueste Statistik finden sich auf der Petrusbruderschaftsseite.


9. April
Das Zitat

Darum richtet euren Geist auf das Leiden unseres Herrn Jesus Christus, der, von Liebe zu uns entzündet, vom Himmel kam, uns zu erlösen. Er trug für uns jede Pein der Seele und des Leibes und wich keinem Urteil aus. Er gab uns das Beispiel vollendeter Geduld und Liebe. Wir müssen im Unglück geduldig sein.

Hl. Franz von Paola


8. April
Die geschändete Barmherzigkeit

Von P. Engelbert Recktenwald

Im zweiten Korintherbrief spricht der hl. Paulus vom Schatz, den wir in irdenen Gefäßen tragen. Mit dem Schatz meint er das “Licht der Erkenntnis der Gottherrlichkeit im Antlitz Jesu Christi” (4,6), also die liebende Verbundenheit mit dem Herrn durch den Glauben, worin die Erlösung besteht. Das irdene Gefäß ist unser Leib, der ständigen Gefahren ausgesetzt ist. Wir können den Ausdruck aber auch auf unser Herz beziehen. Die Eigenschaft “irden” weist auf die Zerbrechlichkeit hin. Unser Herz ist Versuchungen ausgesetzt. Unser Schatz ist nie ganz außer Gefahr. “Wer steht, sehe zu, dass er nicht falle”, schreibt Paulus deshalb im ersten Korintherbrief (10,12). Wir haben den göttlichen Schatz nicht ein für allemal in sicherem Besitz. Vielmehr besteht die furchtbare Möglichkeit, ihn wieder zu verlieren. Deshalb mahnt Paulus: “Wirkt euer Heil mit Furcht und Zittern” (Phil 2, 12). Das ist nur eine besonders drastische Ausdrucksweise für jene Wachsamkeit, zu der uns der Herr selber im Evangelium viele Male aufruft. Von dieser Wachsamkeit hängt unser Heil ab. Denken wir etwa an das Gleichnis von den Knechten, die der Herr bei seiner Heimkehr vom Hochzeitsmahl wachend und mit brennenden Lampen in den Händen vorfinden will. Den Knecht aber, den er nicht wachend, sondern schmausend und zechend antrifft, wird er - horribile dictu - “in Stücke hauen und ihm seinen Platz bei den Untreuen anweisen” (Lk 12, 46). Und vom hl. Petrus stammt das bekannte Wort: “Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlingen könne” (1 Petr. 5,8).

Es gibt nun eine Weise, über die bedingungslose Liebe Gottes zu sprechen, die alle diese Ermahnungen überflüssig macht. In einem gewissen Sinne ist diese Liebe tatsächlich bedingungslos: Gott verfolgt aufgrund seines Heilswillens selbst den schlimmsten Sünder mit seiner Gnade und bietet ihm die Vergebung an. Aber die Vergebung selber ist nicht bedingungslos, sondern an die Bedingung der Reue und Umkehr geknüpft, die sich beim Katholiken im Empfang des Bußsakramentes zeigen muss. Die Liebe Gottes bedeutet also keine bedingungslose Heilszusage. Es ist falsch ...
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7. April
Völkermord

Vor 25 Jahren, am 7. April 1994, begann in Ruanda der Völkermord an den Tutsi. Ein authentisches und bewegendes Zeugnis des Verzeihens aus der Sicht einer Überlebenden liefert das Buch Aschenblüte.


7. April
Josaphata Hordashevska

Vor 100 Jahren, am 7. April 1919, starb im Alter von 49 Jahren die selige Josaphata Hordashevska. Die Ukrainerin gründete die Kongregation der Dienerinnen der unbefleckten Jungfrau Maria, deren Motto lautete: “Geh dorthin, wo die Not am größten ist, und erziehe die Herzen der Menschen.” Am 27. Juni 2001 wurde sie seliggesprochen.


6. April
Wer ist Jesus?

Morgen ist der erste Passionssonntag. Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Wer von euch kann mich einer Sünde beschuldigen? Und Zu wem machst du dich selbst?


6. April
Erik M. Mørstad

Vor fünf Jahren, am 7. April 2014, starb in Norwegen im Alter von 83 Jahren der Theologe Prof. Dr. Erik M. Mørstad. Seine exegetische und theologische Forschung führte 1974 den Lutheraner in die katholische Kirche. Über seine Biographie urteilte Leo Kardinal Scheffczyk: “Den Weg zur katholischen Kirche habe ich wie eine Erleuchtung gelesen. Diese packende Biographie ist eine Wissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts.” Sein Sohn wurde katholischer Priester.


6. April
Stanley Jaki

Vor zehn Jahren, am 7. April 2009, starb in Madrid der Physiker und Wissenschaftsphilosoph P. Stanley Jaki OSB. Er wurde am 17. August 1924 im ungarischen Györ geboren, empfing 1948 die Priesterweihe und ging 1950 nach Amerika, wo er u.a. beim Nobelpreisträger Victor F. Hess studierte und promovierte und an verschiedenen Universitäten lehrte. Er schrieb Bücher über die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Glaube, über Chesterton, Newman und Pierre Duhem. 1987 erhielt er den hochdotierten Templeton-Preis.


6. April
Claude de la Colombière

Vor 350 Jahren, am 6. April 1669, wurde der hl. Claude de la Colombière SJ (1641-1682) in Paris zum Priester geweiht. Er war der Seelenführer der hl. Margareta Maria Alacoque (1647-1690).


5. April
Realismus trotz Metaphysikabstinenz?

In der Tagespost vom 4. April 2019 habe ich eine Kritik von Julian Nida-Rümelins philosophischer Streitschrift Unaufgeregter Realismus veröffentlicht.


5. April
Unbequeme Lebensrechtler

Die von Walter Ramm gegründete und bis heute geleitete Aktion Leben e. V. wird dieses Jahr 40 Jahre alt. Das PUR-Magazin hat aus diesem Anlass eine sechsseitige Reportage über sie veröffentlicht (Ausgabe April 2019).
Ein trauriges Kapitel aus dieser vierzigjährigen Geschichte ist der Konflikt mit der Kirche in Deutschland, als diese sich durch die Ausstellung des Beratungsscheins (von Erzbischof Dyba als Tötungslizenz bezeichnet) in die staatliche Abtreibungsregelung einbinden ließ.
Walter Ramm: “Die Kirche hatte in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts den Anspruch: ‘Wir werden uns niemals mit dem § 218 StGB abfinden’, ließ sich aber dann in das Abtreibungsprozedere durch das Ausstellen der Beratungsscheine einbinden. Das hat, wie der heilige Papst Johannes Paul II. es ausdrückte, ‘die Wahrheit verdunkelt’. Man kann nicht einerseits sagen, wir werden uns damit nicht abfinden und andererseits mitwirken. Diesen Tatbestand mussten wir damals öffentlich anprangern, auch auf die Gefahr hin, von kirchlichen Funktionären als ‘Fundamentalisten’ beschimpft zu werden.”

Vergleiche zum Thema auch die wichtigen Beiträge im Lebensschutzhandbuch


4. April
Joseph Schubert

Vor 50 Jahren, am 4. April 1969, starb in München im Alter von 78 Jahren der in Bukarest geborene Geheimbischof Joseph Schubert. 1950 wurde er zum Bischof geweiht. Wegen der Christenverfolgung durch das kommunistische rumänische Regime geschah dies im Geheimen. 1951 wurde er in einem Schauprozess zu lebenslänglicher Haft verurteilt. 1964 wurde er aus der Haft entlassen und in ein Frauenkloster verbannt, ohne seine priesterlichen Funktionen ausüben zu dürfen. 1969 erwirkte der Vatikan seine Ausreiseerlaubnis. Keine drei Monate später starb Joseph Schubert an den Spätfolgen seiner Folterungen. Hieronymus Menges, sein ehemaliger Generalvikar, berichtet aus seinen letzten, leidensvollen Tagen: “Als ich jedoch einmal sagte: ‘Papst Johannes XXIII. wird ein Wunder erwirken!’ wehrte er heftig ab: ‘Sei mir von dem guten Papst Johannes ruhig! In seiner grenzenlosen Güte, ja Naivität, tat er viel Gutes, untergrub jedoch ungewollt die Stellung der katholischen Kirche in den Ostblockstaaten, da er bei den Kommunisten den gleichen guten Willen voraussetzte, der ihn selbst beseelte.”


4. April
Franciso Marto

Vor 100 Jahren, am 4. April 1919, starb in Fatima im Alter von 10 Jahren der hl. Franciso Marto, eines der drei Seherkinder von Fatima.


3. April
Die Glaubensprobe

Meine Predigt vom letzten Sonntag


3. April
François de Montmorency-Laval

Vor fünf Jahren, am 3. April 2014, wurde François de Montmorency-Laval, der erste Bischof Kanadas, heiliggesprochen. Ebenfalls heiliggesprochen wurden Jose de Anchieta SJ (1534-1597), Gründer der Stadt Sao Paulo, sowie Maria Guyart (1599-1672), die “Mutter der Kirche Kanadas” (Johannes Paul II.).


3. April
Missale Romanum

Vor 50 Jahren, am 3. April 1969, damals der Gründonnerstag, promulgierte Papst Paul VI. mit der Apostolischen Konstitution Missale Romanum, deren Bestimmungen am 30. November 1969 in Kraft treten sollten, das neue Messbuch. In dieser Konstitution gibt der Papst seiner Hoffnung Ausdruck, “daß das neue Buch von den Gläubigen als eine Hilfe zur gegenseitigen Bezeugung und Stärkung der Einheit angenommen werde. Durch seine Verwendung soll in der Mannigfaltigkeit vieler Sprachen aus den Herzen aller ein und dasselbe Gebet, das Gott wohlgefälliger ist als Weihrauch, zum himmlischen Vater durch unseren Hohenpriester Jesus Christus im Heiligen Geiste emporsteigen.”
In der Praxis kam es allerdings auch zu Zuständen, die dies als frommen Wunsch erscheinen ließen. Von Anfang an war die Liturgiereform umstritten, und die Kritik kam nicht aus Kreisen, die eine andere Kirche wollten, sondern aus solchen, denen der Glaube und die Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten ein Anliegen war, wie es z.B. dieses Interview belegt.


2. April
Der missbrauchte Kant

Mein neuester Podcast: Der katholische Theologe Magnus Striet polemisiert gegen die katholische Naturrechtslehre, wie sie etwa in der Enzyklika Veritatis splendor vorgelegt wird. Dabei beruft er sich auf Kants Autonomiekonzept. Ein genauerer Blick zeigt, dass Kant von Striet weiter entfernt ist als von der katholischen Auffassung des natürlichen Sittengesetzes.


2. April
Cipitria Barriola

Vor 150 Jahren, am 2. April 1869, empfing die heilige Cipitria Barriola (1845-1912) von Gott ein visionäres Wort mit der Aufgabe, eine religiöse Frauengemeinschaft zu gründen, die sich der katholischen Schulerziehung widmen sollte. So gründete sie 1871 in Salamanca die Kongregation der Töchter Jesu, die im Geiste des hl. Ignatius von Loyola wirken sollte. Ein besonderer Zug ihrer Frömmigkeit war das Gottvertrauen: “Je größer meine Armseligkeit ist, umso mehr vertraue ich auf die göttliche Barmherzigkeit.” 1996 wurde sie selig-, 2010 heiliggesprochen.


31. März
Ursachenvertuschung

Jetzt aber nehmen auch kirchliche Kreise die Missbrauchskrise zum Anlass, sich gegen Moral und Institution zu wenden. Ganze Bischofskonferenzen beschließen einen “synodalen Weg”, an dessen Ende sich u.a. die “Neubewertung der Sexualität (inklusiv Homosexualität), die Aufhebung des priesterlichen Pflichtzölibats und die Zulassung von Frauen zum Weiheamt abzeichnen. Statt einer an die Wurzeln des Problems gehenden Erneuerung, die vor allem in einer unverfälschten und zugleich gewinnenden Verkündigung von Glaube und Sittlichkeit sowie in einer radikalen Lebensreform des Klerus bestehen müsste, will man offensichtlich weiterhin die tatsächlichen Ursachen vertuschen und zugleich die traditionelle Gestalt der Kirche auflösen. Ein Meisterstück des Verwirrers!

Aus: P. Bernward Deneke FSSP, Missbrauch, Moral und Männercliquen, in: Schweizerisches Katholisches Sonntagsblatt, Ausgabe vom 31. März 2019

Zum Thema


30. März
Freude, Freiheit, Brotvermehrung

Morgen ist der vierte Fastensonntag, der Sonntag Laetare. Dazu kann ich gleich drei Predigten anbieten: Welche Freiheit hat uns Christus geschenkt?, Der Tröstung Überfülle und Das Wunder der Brotvermehrung.


30. März
Theologischer Sommerkurs

Das Priesterseminar St. Petrus in Wigratzbad bietet vom 14. bis 20. Juli 2019 einen theologischen Sommerkurs für Priester und Studenten an.


30. März
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt über jenen Grundsatz im Jakobusbrief, der mit Sicherheit niemals von einem Katholikentag als Motto übernommen werden wird (sich rein bewahren von dieser Welt), ist auf der Seite mit dem tiefschürfenden Aufsatz Kamenickys über das Heilige eingebettet. Das schöne Zitat Lorenz Jägers über die Schönheit des Dogmas finden Sie auf der Dogmenseite, die Bemerkung Regina Einigs über den falschen Gewissensbegriff deutscher Bischöfe auf der Humane-vitae-Seite.


29. März
Nachhilfeunterricht aus Amerika

Aus Amerika kommt Nachhilfeunterricht in kirchlicher Morallehre. Aus einem offenen Brief von George Weigel an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx, den kath.net übersetzt hat.

Laut einem Bericht der „Catholic News Agency“ haben Sie vorgeschlagen, dass „die personale Bedeutung der Sexualität bislang keine hinreichende Beachtung von der Kirche erhalten hat“. Wirklich? Wurde des hl. Johannes Pauls II. Theologie des Leibes nicht ins Deutsche übersetzt? Oder wurde es etwa übersetzt, ist aber zu lang und zu schwierig, um von den deutschsprachigen Katholiken richtig aufgenommen zu werden? Gestatten Sie mir dann, auf die Seiten 347–358 von „Zeuge der Hoffnung“ (erschienen bei Ferdinand Schoeningh, 2002), die deutsche Übersetzung von „Witness to Hope“, dem ersten Band meiner Biographie von Johannes Paul II., aufmerksam zu machen. Dort finden Sie und Ihre Kollegen eine Zusammenfassung der Theologie des Leibes, einschließlich einer reichhaltigen personalen Erklärung der kirchlichen Ethik der menschlichen Liebe und ihrem biblisch verwurzelten Verständnis des Zölibats für das Reich Gottes.

Das Original erschien in First Things.


29. März
Vergifteter Boden

Spätestens seit dem Essener Katholikentag und der Königsteiner und Mariatroster Erklärung war klar, dass die Mehrheit der selbstbewussten Bischöfe nördlich der Alpen bedenkenlos bereit war, sich über päpstliche Weisungen hinwegzusetzen und den Vertretern der Los-von-Rom-Theologie institutionellen Rückhalt in theologischen Fakultäten, Katholischen Akademien und Laiengremien zu bieten. Vor dem Hintergrund einseitiger Interpretationen der Liturgischen Bewegung und konzilsberauschter liturgischer Kreativität fiel die Liturgiereform auf bereits vergifteten Boden und entfaltet bis heute eine gefährliche Eigendynamik. Individualität und Mentalität bestimmen die Anwendung des Missale Romanum nicht selten stärker als die Texte selbst. Diese Haltung – und nicht das Missale als solches – ist heute der eigentliche Brandbeschleuniger der Glaubenskrise.

Aus: Regina Einig, Drama mit Ansage, Leitartikel der Tagespost vom 28. März 2019


28. März
Von diesem Augenblick an

Du wartest auf Gott? Gott wartet auf dich! Meine Predigt zum dritten Fastensonntag.


27. März
Das Zitat

Das Mittel, das ich gebrauche, mich in der Demut und Sanftmut zu üben, ist kein anderes als das Kreuz. Dies ist mein Buch. Nur ein Blick auf das Kreuz lehrt mich in jeder Gelegenheit, wie ich mich zu verhalten habe. Da lerne ich Geduld und Demut, Sanftmut, und jedes Kreuz mit Geduld ertragen. Ja es wird mir süß und leicht...

Hl. Konrad von Parzham


26. März
Islamophobe Häresie

“Ich schmunzele über christliche Theologen, die das Geheimnis der Jungfräulichkeit Mariens in Zweifel ziehen. Sie vergessen, dass sie außer den Christen noch eine Milliarde Muslime davon überzeugen müssen.” Das sagt der französische Großmufti Sheib Bencheikh. Die Tagespost (Ausgabe vom 21. März 2019) berichtet darüber in der Rezension eines Artikels von Annie Laurent in Sedes Sapientiae, Nr. 146, der über die wachsende Marienverehrung und Konversionswelle unter Muslimen berichtet. So wurde zum Beispiel 1985 in einem libanesischen Marienheiligtum ein muslimischer Junge geheilt. Seitdem verzeichnet dieser Wallfahrtsort in Béchouate “einen regelrechten Boom muslimischer Pilger.”
Vielleicht könnten einige katholische Theologen vermehrt den interreligiösen Dialog mit diesen Muslimen pflegen, um wieder neu die Marieverehrung zu erlernen.


26. März
Schluss mit dem Gender-Unfug

Auf die Petition Stop Gendersprache habe ich bereits aufmerksam gemacht. Sie hat seit dem 4. März über 32.000 Unterschriften gesammelt. Am 6. März startete der Verein Deutsche Sprache die Petition Schluss mit dem Gender-Unfug. Ihr haben sich seitdem fast 59.000 Menschen angeschlossen.


26. März
Mein Podcast 2018

Welche der 25 Folgen meines Podcasts wurden im Jahr 2018 am häufigsten gehört? Die vier häufigsten habe ich schon erwähnt (siehe unter dem Datum vom 11. Januar und 12. Februar). Auf Platz 5 bis 7 liegen: Edmund Husserl, Begründer der Phänemonologie (1754 mal gehört), Die Liebe als Quelle der Moralität (1614), Amoris laetitia: ein Paradigmenwechsel? (1469).


25. März
Leider

“Der Papst sagte zwar in seiner Grundsatzrede [auf dem römischen Kinderschutzgipfel am 24. Februar 2019] viel Richtiges und Notwendiges. Da ließ er es nicht an Klarheit fehlen. Aber leider hat er auch in das ‘Woanders-auch-Horn’ geblasen. Dass es in Sportvereinen, in der evangelischen Kirche, in Kitas und Schulen, vor allem in den Familien, die gleichen Verbrechen gibt, ist richtig. Es zeigt, dass Missbrauch nicht nur ein Problem der katholischen Kirche ist. Es ist ein gesamtgesellschaftliches. Aber wenn überführte Täter auf Mittäter verweisen, relativiert dies immer die eigene Schuld.”

Aus dem Editorial von Bernhard Müller im PUR-Magazin, März 2019.


25. März
Kongregation der Töchter der Barmherzigkeit des hl. Franz

Vor 100 Jahren, am 25. März 1919, gründete die selige Maria Petkovic (1892-1966) die Kongregation der Töchter der Barmherzigkeit des hl. Franz. Sie trug den Ordensnamen Maria vom gekreuzigten Jesus CFM, gründete 46 Niederlassungen und wurde 2003 als erste Kroatin seliggesprochen.


24. März
Arnaud Beltrame

Vor einem Jahr, am 24. März 2018, starb im Alter von 44 Jahren der französische Polizist Arnaud Beltrame. Der gläubige Katholik hatte sich am Tag zuvor bei einer islamistischen Geiselnahme in Trèbes freiwillig gegen eine Geisel austauschen lassen. Ihm wurde die Kehle durchgeschnitten. Er starb im Krankenhaus, nachdem er noch von einem katholischen Priester die Sterbesakramente empfangen hatte.


24. März
Gender Mainstreaming (51)

Die postmoderne Philosophie hat sich verabschiedet von Empirie und Fakten. Gender-Mainstreaming schließlich meint, dass es ein biologisches Geschlecht gar nicht gäbe und letztlich alles eine Frage von Machtverhältnissen und Diskurs sei. Geschlechter gäbe es viele, und jeder könne sich völlig losgelöst von der Biologie eines aussuchen. Nach der derzeitigen Gender-Ideologie soll es über 60 Geschlechtsidentitäten beziehungsweise soziale Konstrukte geben. Ich fragte mal einen Ordinarius für Psychopharmakologie, was für ein Zeug man eigentlich nehme müsste, um auf so etwas zu kommen. Er grübelt heute noch… Inzwischen gibt es mindestens 173 Gender-Professuren in den geisteswissenschaftlichen Bereichen an deutschen Unis und Fachhochschulen, die nahezu ausschließlich mit Frauen besetzt sind. Die davon ausgehenden Diskussionen sind häufig datenfrei und von blinden Flecken geprägt.

Aus: Burkhard Voß, Der Terror der Geschwätzwissenschaften, in: Cicero, online vom 21. März 2019. Dr. med. Burkhard Voß ist Neurologe und Psychiater.

Weitere Infos zum Thema


23. März
Jesus und die Dämonen

Morgen ist der dritte Fastensonntag. Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Die Austreibung des stummen Teufels und Demut vertreibt den Teufel.


23. März
Francesco di Paola Kardinal Cassetta

Vor 100 Jahren, am 23. März 1919, starb in Rom im Alter von 77 Jahren Francesco di Paola Kardinal Cassetta. Der hl. Papst Pius X. ernannte ihn zum Präfekten der Studienkongregation und zum Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche. Seine Berufung zum Priestertum verdankte er dem hl. Vinzenz Pallotti (1795-1850).


23. März
Alvaro del Portillo

Vor 25 Jahren, am 23. März 1994, starb in Rom im Alter von 80 Jahren der selige Alvaro del Portillo. Der gebürtige Madrilene wurde 1975 Nachfolger des hl. Josemaria Escríva in der Leitung des Opus Dei. Am 27. September 2014 wurde er seliggesprochen.


23. März
Abschaffung der Sünde

Die ganzen schrecklichen Missbräuche haben ihre Ursache doch auch darin, dass man sich eben nicht an die Sexualmoral der Kirche gehalten hat! Dazu kommt auch noch, dass man Sünde und Schuld über Jahre in der Kirche für unmöglich gehalten hat. Ja, der Begriff „Sünde“ wurde immer mehr von Theologen und Kirchenvertretern aus dem Vokabular gestrichen! Bevor wir also jetzt die Sexualmoral ändern, sollte man nicht wieder klarer über Sünde und Schuld predigen? Liegt nicht hierin die Aufgabe der Hirte?

Aus einem offenen Brief von Thomas Bauer an den DBK-Vorsitzenden Kardinal Marx.


22. März
Der falsche Weg

Der Weg aus der Missbrauchskrise heraus ist die Formung eines Klerus, der ein geistliches Leben führt, nach Heiligkeit strebt, enthaltsam lebt, durch seine eigene Lebensführung auf Jesus Christus verweist und sich geduldig und liebevoll um die ihm Anvertrauten kümmert. Warum sagt das keiner, wenn die deutschen Bischöfe tagen? Warum nutzt man die Missbrauchskrise, um eine innerkirchliche Agenda zu betreiben, die seit der Würzburger Synode als unerledigte Aufgabe in den Schubladen der Gremien und vieler theologischer Lehrstühle liegt? Der synodale Prozess trägt ideologische Züge. Das kann ihm nur schaden. Und wird für Ärger sorgen.

Aus: Guido Horst, Der synodale Prozess riecht nach Ärger, in: Tagespost vom 21. März 2019


22. März
Diskriminierung

Prof. Dr. Thomas Schirrmacher hat die Bundeszentrale für politische Bildung kritisiert. Die von ihr herausgegebene, 114 Seiten starke Broschüre “Sexualitäten, Geschlechter und Identitäten” diskriminiere Heterosexuelle. “Weder Heterosexualität noch die heterosexuelle Ehe kommen in einer positiven Beschreibung vor, sie kommen nur als Angeklagte vor.”


21. März
Geburtstag

Heute vor 13 Jahren, am 21. März 2006, ging dieses Portal online.


21. März
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer eigenen Seite wurden die Infos und Verweise zur Causa Viganò gesammelt. Meine Predigt Von Gott erkannt werden habe ich auf der Priesterseite eingebettet. Den benediktoptionsförmigen Vorschlag von Bischof Chaput habe ich auf der Frustrationsseite untergebracht.


20. März
Der Verwalter des eucharistischen Brotes

Meine Predigt zum Fest hl. Joseph.


20. März
Werft die Netze aus!

Unter dem Titel “Werft die Netze aus” ruft das Zentrum für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz für den Weltgebetstag vom 11. bis 12. Mai zu einem 24-Stunden-Gebet für geistliche Berufungen auf. Auf einer eigenen Website kann man die eigene Gebetszeit eintragen und sich so der Gebetskette anschließen. Eine unterstützenswerte Initiative!


19. März
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

6. Folge

13. Mache es nicht wie die meisten Menschen, fliehe niemals die süße Gegenwart Deines Gottes, rede mit Ihm, sooft du kannst, denn Er wird deshalb nie ungeduldig und ungehalten, gleich den Herren dieser Welt; wenn du Ihn wahrhaft liebst, so wirst du Ihm auch jedesmal etwas mitzuteilen haben. Erzähle Ihm alles, was dich und deine Angelegenheiten betrifft, gleich als ob du einen guten Freund vor dir hättest. Du mußt nicht meinen, Gott gleiche einem mächtigen Fürsten, der nur mit vornehmen Leuten umgehen will, und der nur über wichtige Angelegenheiten reden mag. Gott läßt Sich gerne zu uns herab, Er freut Sich, wenn wir Ihm unsere kleinsten und unbedeutendsten Angelegenheiten mitteilen. Er liebt dich so sehr und trägt so große Sorge um dich, daß es scheint, Er habe an nichts anderes als an dich allein zu denken. Er ist so sorgfältig auf deinen Vorteil bedacht, daß es scheint, als ob Seine Vorsehung Ihm nur dazu diene, dir beizustehen, Seine Allmacht, dir zu helfen, Seine Barmherzigkeit und Güte, Mitleid mit dir zu tragen, dir Gutes zu tun, und durch Seine zarte Liebe dein Vertrauen, deine Liebe zu gewinnen. So öffne du Ihm denn auch ganz freimütig dein Inneres und bitte Ihn, Er wolle dich also leiten, daß du immer aufs vollkommenste Seinen heiligen Willen erfülltest, und daß alle deine Wünsche und Pläne nichts anderes bezwecken als Sein Wohlgefallen: “Bitte Gott, daß er deine Wege leite, und daß alle deine Anschläge in ihm verbleiben” (Tob 4,20).

14. Wende nicht ein, daß es unnötig sein würde, Gott deine Bedürfnisse mitzuteilen, da Er sie besser kenne als wir selbst. Er kennt sie, aber Er handelt gegen uns, als ob Er nichts wisse von all dem, was wir Ihm verschweigen, und um was wir bei Ihm keine Hilfe suchen. Unser Heiland wußte, daß Lazarus gestorben war, aber Er gab dies erst zu erkennen, nachdem Magdalena es Ihm gesagt hatte, worauf Er sie alsbald mit dem Versprechen tröstete, daß ihr Bruder auferstehen werde.

15. Auch mußt du, wenn eine Krankheit, eine Versuchung oder Verfolgung über dich kommt, alsbald zum Gebete deine Zuflucht nehmen, damit der Herr dir beistehe. Es genügt, wenn du Ihm zurufst: Blicke auf mich, o Gott, denn ich werde geplagt. Er wird dich alsdann gewiß trösten oder dir wenigstens Kraft geben, geduldig dein Leiden zu ertragen, was dir oft nützlicher sein wird, als wenn Er dich ganz davon befreite. Sage Ihm, welche Gedanken dich peinigen, was du fürchtest, warum du traurig bist, sprich zu Ihm: O mein Gott! Auf Dich setze ich alle meine Hoffnung, ich opfere Dir dies Leiden auf, ich ergebe mich ganz in Deinen heiligen Willen, habe Mitleid mit mir, befreie mich von der Last, die mich niederdrückt, oder gib mir wenigstens Kraft, sie zu tragen. Das Versprechen, das Er im Evangelium gegeben hat, alle Leidenden zu trösten und ihnen, sooft sie zu Ihm ihre Zuflucht nehmen, beistehen zu wollen, wird Er alsdann erfüllen: “Kommt zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken” (Mt 12,18).

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


18. März
Was Gott von uns will

Meine Predigt von gestern.


18. März
Gertrude Elizabeth Anscombe

Vor 100 Jahren, am 18. März 1919, wurde im irischen Limerick Gertrude Elizabeth Anscombe geboren, eine der bedeutendsten Philosophinnen des 20. Jahrhunderts. Sie war eine Schülerin Wittgensteins und konvertierte als Oxforder Studentin zum katholischen Glauben. 1941 heiratete sie den berühmten Philosophen und Logiker Peter Geach, der drei Jahre zuvor ebenfalls konvertiert war. Beide waren befreundet mit dem Philosophen Robert Spaemann. Die Lehre der Enzyklika Humanae vitae verteidigte sie gegen Kritiker. Ihr berühmtestes Buch heißt Intention (Absicht). Am 5. Januar 2001 starb sie in Cambridge.


16. März
Die Reinigung des Herzens

Meine Predigt zum zweiten Fastensonntag.


16. März
Alice von Hildebrand

Über Alice von Hildebrand, die Witwe des Philosophen Dietrich von Hildebrand, die diese Woche 96 Jahre alt geworden ist, wurde eine eigene Website eingerichtet.


8. März
Joseph Geyser

Vor 150 Jahren, am 16. März 1869, wurde in Erkelenz der Philosoph Joseph Geyser geboren. Eine Würdigung von ihm als Psychologe aus der Feder von Max Ettlinger findet sich hier auf kath-info.


8. März
Jean Le Vacher

Vor 400 Jahren, am 15. März 1619, wurde in Ecouen der Märtyrer Jean Le Vacher CM geboren. 1643 trat er bei den Lazaristen ein, wurde 1647 zum Priester geweiht und wurde vom hl. Vinzenz von Paul als Missionar nach Tunis geschickt. Dort wurde er Missionsoberer und von 1657 bis 1659 französischer Konsul. 1668 kam er nach Algier. “Unter unsäglichen Mühen und trotz bitterer Armut und mehrfacher Ausweisung erleichterte er 36 Jahre lang das Los der Sklaven, kaufte viele frei und gewann manche für den katholischen Glauben” (LThK, 2. Auflage). Am 28. Juli 1683 erlitt er in Algier das Martyrium, indem er vor die Mündung einer Kanone gebunden wurde. Sein Seligsprechungsprozess ist eingeleitet.


8. März
Friedrich Heinrich Jacobi

Vor 200 Jahren, am 10. März 1819, starb in München im Alter von 76 Jahren der Philosoph Friedrich Heinrich Jacobi. Ihn zitiert Robert Spaemann in seinem Buch über Fénelon: “Christus selbst stößt am Kreuz den erschütternden Ruf aus: ‘Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen!’ Verscheidet aber mit den Worten: ‘Vater, in Deine Hände befehl ich meinen Geist!’ So der Mächtigste unter den Reinen, der Reinste unter den Mächtigen. Dieser Kampf und Sieg ist Christentum. Zu diesem Christentum bekennet sich der Verfasser dieser Schrift und schließet mit diesem Bekenntnis sein Werk” (zitiert in: Spaemann, Reflexion und Spontaneität, Studien über Fénelon, Stuttgart, 21990, S. 286.


6. März
Petition gegen die Gendersprache

Seit wenigen Tagen kann man eine Petition "Stop Gendersprache" gegen die Bevormundung durch amtliche Sprachregelungen im Sinne des Gender Mainstreamings unterschreiben.


6. März
Predigten

Vor drei Jahren, am 6. März 2016, begann ich mit der Veröffentlichung meiner Predigten auf Soundcloud. Man kann sich dort ohne Risiko registrieren und ohne Verpflichtung, eigene Dateien hochzuladen.


6. März
Das Zitat

Das Sakrament der Buße ist einer der größten Schätze durch die Demut, die mir ihr einhergeht, indem sie unsere Armseligkeiten offenbar macht. Und, ach, wie kostbar ist vor Gott unsere Demütigung! Ein Akt der Demut ist mehr wert als die Ausübung der auffälligsten Tugenden. Die Demut ist Wahrheit, sie versetzt uns in unseren wahrheitsgemäßen Zustand; denn in der Tat, was sind wir denn vor Gott?

Hl. Francesca Saverio Cabrini


5. März
Zwischen Evolutionskritik und Atheismus

Ein Blick auf die Philosophie Thomas Nagels

Von P. Engelbert Recktenwald

Sechste und letzte Folge

Durch die Offenbarung bleibt Gott nicht im Nagelschen Sinne der Ort eines bloß stellvertretenden Verständnisses. Gott lässt uns an seinem Verständnis teilhaben. Diese Teilhabe ist uns in dem Maße möglich, als wir uns von demselben Geist erfüllen und leiten lassen, den wir auch von Gott aussagen müssen und der nach dem Wort des hl. Paulus “alles ergründet” und deshalb dem Geistesmenschen ein Urteil über alles erlaubt (1 Kor. 2, 10.15). Genau dies scheint es zu sein, was C.S. Lewis selber erfahren hat.

Wir sehen hier, dass es sich um ein ganz anderes Konzept von Intelligibilität handelt als bei Nagel. Dieser band sie an die Notwendigkeit von Naturprozessen. Freie Personalität ist in diesem Konzept ein Störfaktor. Nagel will die Welt durchschauen, wie man eine komplizierte Maschine durchschaut. Selbst die Begriffe des Geistes und der Vernunft löst er von dem der Personalität und integriert sie in die Ordnung eines sich entwickelnden Universums.

Wenn Gott existiert, kann Intelligibilität ihr Paradigma nur in der interpersonalen Beziehung finden. Ich durchschaue keine Maschine, sondern verstehe eine Person. Die Ermöglichung des Verständnisses hängt aber von der Freiheit dieser Person ab. Auch die philosophische Gotteserkenntnis geht auf ein freies Handeln Gottes zurück, nämlich auf seine Offenbarung in der Schöpfung. Die Vernunftgemäßheit des Universums ist Ausdruck einer absoluten Vernunft und in ihrer komplexen, die Wissenschaft über Jahrhunderte beschäftigenden Tiefenstruktur Offenbarung einer unendlichen Weisheit. In anderer Weise ist die sittliche Erfahrung eine Offenbarung Gottes. Sie ist ein Abglanz seiner unendlichen Wertfülle. Die Kantsche Ethik zeigt uns übrigens, wie eine rein philosophische Begründung der Ethik es bis zur Achtung vor dem Gesetz schafft, für eine Liebe aber, die darüberhinaus geht, keinen Platz mehr lässt, es sei denn, es handelt sich um die pathologische Liebe, die aber, weil Neigung, keinen moralischen Wert besitzt. Wie Anselm reduziert Kant das Moralische auf das Pflichtgemäße. Die Möglichkeit moralischen Handelns aus freier Huld und Liebe jenseits aller Pflicht scheint erst durch die Menschwerdung Gottes, die den erhabensten Fall solchen Handelns darstellt, plausibel werden zu können. Anselm nahm solches Handeln in den Bereich der Gerechtigkeit zurück, Kant verstieß es aus der Ethik. Die Offenbarung Gottes im Gewissen reicht bis zum Begriff der Gerechtigkeit und des Guten als des sittlich Gebotenen. Um zu erkennen, dass Gott darüberhinaus überfließende Liebe ist, bedarf es einer weiteren Offenbarung.

Doch auch die Offenbarung im Gewissen ist insofern frei, als Gott frei ist, Vernunftwesen zu erschaffen. Wenn er sie aber erschafft, ist die Spur, die er ipso facto von sich selbst in der Vernunft hinterlässt, unvermeidlich. Unvermeidlich ist auch, dass alle Erkenntnis an diesem interpersonalen Charakter partizipiert, insofern auch die Erkenntnis der Welt ihren höchsten Grad in der Erkenntnis der Welt als Schöpfung und somit als Ausdruck und Ausfluß göttlicher Vollkommenheit erreicht. Umgekehrt setzt diese Unvermeidlichkeit der göttlichen Freiheit zwar eine äußerste Grenze, insofern Gott nicht Vernunftwesen erschaffen und sich gleichzeitig vollkommen verbergen kann, aber erstens ist der göttliche Schöpfungsratschluss frei und zweitens bleibt innerhalb der genannten Grenze ein für menschliches Erkennen unauslotbarer Raum göttlicher Freiheit und damit dem Menschen nicht antizipierbarer Offenbarungsmöglichkeiten.

Die Intelligibilität interpersonaler Beziehung ist bestimmt von der Freiheit der Person, sich zu offenbaren und damit Nähe zuzulassen. Meine geliebte Frau, die mir vertraut ist, verstehe ich in einem ganz anderen Maße als irgend eine fremde Person. Es ist eine Intelligibilität, die kein Verfügungs- oder Herrschaftswissen konstituiert, mit dessen Hilfe ich mir den Erkenntnisgegenstand unterwerfen kann, sondern im Gegenteil ein Verständnis, das meine eigene Unterwerfung unter die Ansprüche des Erkannten verlangt und deshalb meine eigene Freiheit ganz anders zum Engagement herausfordert als im Falle der wissenschaftlichen Forschung. Außerhalb der im engen Sinne interpersonalen Beziehung findet sich diese Art von Erkenntnis am ehesten noch in der Werterkenntnis. Das Wesen der Werte erschließt sich mir in dem Maße, wie ich ihre Geltung anerkenne. Ihre Erkenntnis ist von diesem Akt der freien Anerkennung nicht zu trennen.

Dass Gott die Liebe ist, kann ich nur im “Glauben” genannten Eingehen auf seine Offenbarung erkennen. Philosophische Erkenntnis dringt vor - nur, aber immerhin - bis zu einer absoluten Vernunft, die aber auf irgendeine Weise Personalität und Wertfülle umfassen muss. Diese Vernunft ist Quelle einer Intelligibilität, die mir in der von Nagel so hervorragend beschriebenen Ordnung des Universums entgegenleuchtet. Diese Ordnung ist geronnene, aber sich ihrer selbst gerade nicht bewußte Vernünftigkeit. Es scheint in meinen Augen viel vernünftiger, anzunehmen, dass die Intelligibilität des Universums sich einer unendlichen Vernunft verdankt, als umgekehrt die Vernunft einem Universum, das vernunftgeprägt ist, bevor es Vernunft gibt.

Schluss

Wenn wir die von Lewis gebrauchte Metapher von der Sonne und ihrem Licht auf unser Thema anwenden, können wir sagen, dass die Intelligibilität des Universums ihre Quelle in Gott hat, so wie das Licht seine Quelle in der Sonne hat. Das bedeutet keine Verbannung der Intelligibilität aus der Welt, sondern ihre Sicherung. Indem Nagel die Intelligibilität ausschließlich in die Welt verlegt, unterwirft er sie dem Schattenspiel von Kontingenz und Werden. Was ihm bleibt, ist die vage Hoffnung, eines Tages den uns noch unbekannten, Materie und Geist umfassenden Grundbaustoff zu entdecken, der er uns dann erlauben soll, besser zu verstehen, was wir jetzt schon verstehen. Mit anderen Worten: das Unbekannte soll das Bekannte erklären, das Komplexe das Einfache, das Protopsychische das Geistige. Die theistische Konzeption geht den umgekehrten Weg vom Licht zur Quelle, vom Farbenspiel der Schöpfung zum subsistierenden, von aller Brechung und Verschattung gereinigten Licht, von der Intelligibilität zur absoluten Vernunft.

Zum bisher Erschienenen


4. März
Einsame Stimme im Schweigen

Wie niemand sonst wirkte Pius XII. an der Rettung der Juden vor den Schergen der Nationalsozialisten in Rom mit. Wiederholt wies die "New York Times" auf seine bedächtig gewählten, aber unmissverständlichen Worte hin: “Die Stimme von Pius XII. ist eine einsame Stimme im Schweigen und in der Dunkelheit, welche Europa an dieser Weihnacht umfangen hält. Er ist so ziemlich der einzige Regierende auf dem europäischen Kontinent, der es überhaupt wagt, seine Stimme zu erheben. […] Indem er eine 'wirklich neue Ordnung' forderte, stellte sich der Papst dem Hitlerismus in die Quere. Er ließ keinen Zweifel daran, dass die Ziele der Nazis mit seiner Auffassung vom Frieden Christi unvereinbar sind.”

Aus: Thorsten Paprotny, "Pastor Angelicus" – Zum 80. Jahrestag des Pontifikatsbeginns von Pius XII., vom 2. März 2019 auf CNA Deutsch.


3. März
Angelica von Jesus

Vor 100 Jahren, am 3. März 1919, starb in Pontoise, dem ältesten noch existierenden Karmelkloster in Frankreich, im Alter von 26 Jahren die Pianistin und Mystikerin Angelica von Jesus OCD, mit bürgerlichem Namen Yvonne Bisiaux. Seit ihrem elften Lebensjahr erfreute sie sich des inneren Gebetes: “Ich fühlte Gottes Gegenwart so deutlich, dass mir jeder Zweifel hierüber unmöglich war” (LThK, 1. Auflage). Mit 21 Jahren trat sie in den Karmel ein, wo sie in erfahrbarer Nähe mit Jesus lebte, so dass es für sie, wie sie sagte, kein Leben aus dem Glauben mehr gebe, weil die Schleier zerrissen seien.


3. März
Groteske Instrumentalisierung

Regina Einig: Manche Bischöfe und Laien erhoffen sich von Strukturreformen die Lösung der Probleme. Auf ihrer Agenda stehen: Änderungen beim Zölibat, die Einführung der Frauenweihe, Änderungen der Lehre zur Homosexualität. Wie bewerten Sie diese Forderungen?

Michael Schaffrath: Ich finde das ziemlich ärgerlich, dass das schwere Verbrechen des Kindesmissbrauchs von manchen nun dazu benutzt wird, wieder Strukturveränderungen wie die Abschaffung des Zölibats oder die Einführung der Frauenweihe zu fordern. Hier einen Zusammenhang zu konstruieren, ist in meinen Augen grotesk. Für mich sind das alles populistische Forderungen, die den missbrauchten Opfern überhaupt nicht helfen.

Aus dem Interview Populistische Forderungen von der Tagespost mit dem Medienwissenschaftler Michael Schaffrath, Ausgabe vom 28. Februar 2019, S. 11


2. März
Ein Blinder als Vorbild

Morgen feiern wir nach dem alten Kalender den Sonntag Quinquagesima. Es ist der einzige Sonntag, zu dem auf Soundcloud bereits drei Predigten von mir existieren: Seht, wir ziehen hinauf nach Jerusalem (die älteste meiner Predigten auf soundcloud), Nach Jerusalem dem Leiden entgegen und Der Blinde, unser Vorbild.


2. März
Frauen im Stich gelassen

Als “Post-Abortion-Syndrom” sind die seelischen Traumata nach einer Abtreibung weltweit bereits in zahlreichen Studien erfasst und bestätigt worden. Die Abtreibungslobby in Deutschland ignoriert das konsequent. Mehr noch: Sie behauptet genau das Gegenteil. Sonst müsste sie ja eingestehen, dass Abtreibung nicht, wie propagiert, eine Lösung darstellt - sondern für viele Frauen eine lebenslange Belastung. Was ist das nur für ein armseliger “Feminismus”, der lieber zehntausend Frauen im Stich lässt, als seine Kultur des Todes in Frage zu stellen?

Aus: Birgit Kelle, Endlich eine Studie zu den Folgen, aus: Neue Bildpost vom 23./24. Februar 2019, S. 8

Zum Post-Abortion-Syndrom


28. Februar
Mein neuester Podcast


27. Februar
Kein Platz für die Sünde!

Brief an die Gläubigen über den anhaltenden sexuellen Missbrauch in der Kirche

Von Bischof Robert C. Morlino

Mit Datum vom 18. August 2018 hat Bischof Robert C. Morlino von Madison, USA, einen Brief an die Gläubigen seiner Diözese geschrieben, der in deutscher Übersetzung in Theologisches erschien (Sept/Okt 2018, Spalten 389-396), übersetzt von Pfr. Karl-Heinz Böckelmann, Sundern. Herausgeber Prof. Dr. Manfred Hauke nennt ihn eine hervorragende Stellungnahme zu den bekannt gewordenen Skandale um sexuellen Missbrauch und dessen Vertuschung. Allgemeine Schuldbekenntnisse und empörtes Händeringen reichten nicht mehr aus. Die Analyse Morlinos und seine konkreten Anweisungen unterscheiden sich wohltuend von mancher frommen Phrase unerleuchteten Reformeifers, wie sie hier und da aus Deutschland zu vernehmen ist. Wir danken Prof. Hauke für die Erlaubnis zur Veröffentlichung. Die Überschrift Kein Platz für die Sünde stammt von kath.info. Das Original Bishop Robert C. Morlino's letter to the faithful regarding the ongoing sexual abuse crisis in the Church wurde am 23. August 2018 auf der Website der Diözese veröffentlicht.

Liebe Brüder und Schwestern in Christus der Diözese Madison,

Die letzten Wochen haben eine Menge Skandal, berechtigten Ärger und einen Ruf nach Antworten und Aktionen von vielen treuen Katholiken hier in den USA und Übersee gebracht, gerichtet auf die Hierarchie der Kirche in Bezug auf sexuelle Sünden von Bischöfen, Priestern und sogar Kardinälen. Noch mehr Wut richtet sich zu Recht auf diejenigen, die mitschuldig daran gewesen sind, einige dieser schweren Sünden nicht ans Licht gebracht zu haben.

Ich für meinen Teil - und ich weiß, ich bin nicht allein - bin es leid. Ich bin es leid, dass Menschen verletzt werden, ernsthaft verletzt! Ich bin müde von der Verschleierung der Wahrheit. Ich bin der Sünde müde. Und als jemand, der versucht hat - trotz meiner vielen Unvollkommenheiten - mein Leben für Christus und seine Kirche niederzulegen, habe ich genug von der regelmäßigen Verletzung der heiligen Pflichten durch diejenigen, die vom Herrn mit großer Verantwortung für die Fürsorge seines Volkes betraut sind.

Die Geschichten, die in Bezug auf einige Priester, Ordensleute und jetzt sogar jene an den höchsten Stellen der Führung ans Licht gebracht und in grausamen Details gezeigt werden, sind ekelerregend. Sogar eine dieser Geschichten zu hören ist buchstäblich genug, um jemanden krank zu machen. Aber meine eigene Krankheit an den Geschichten wird schnell relativiert, wenn ich mich daran erinnere, dass viele Individuen sie jahrelang durchlebt haben. Für sie sind das keine Geschichten, sie sind tatsächlich Wirklichkeiten. Zu ihnen wende ich mich und sage wieder, es tut mir leid, was Sie erlitten haben und was Sie weiterhin in Ihrem Verstand und in Ihrem Herzen leiden.

Wenn Sie das noch nicht getan haben, bitte ich Sie, alsbald, auch wenn es schwer ist, Hilfe zu suchen, um mit der Heilung zu beginnen. Auch wenn Sie von einem Priester unserer Diözese verletzt wurden, ermutige ich Sie, sich zu melden, einen Bericht an die Strafverfolgungsbehörden und an unseren Hilfskoordinator für das Opfer zu richten, damit wir...
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25. Februar
Peter Friedhofen

Vor 200 Jahren, am 25. Februar 1819, wurde in Weitersburg Peter Friedhofen geboren. Er gründete 1849 die Kongregation der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf, starb am 21. Dezember 1860 in Koblenz und wurde am 23. Juni 1985 seliggesprochen.


24. Februar
In den dritten Himmel entrückt

Meine Predigt von heute


24. Februar
Joseph Höffner

Vor 50 Jahren, am 24. Februar 1969, wurde Joseph Höffner (1906-1987) Erzbischof von Köln. 1976 wurde er Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.


23. Februar
Das Gleichnis gegen Drückeberger

Morgen feiern wir nach dem alten Kalender den Sonntag Sexagesima, den zweiten Sonntag der Vorfastenzeit. Über das Evangelium kann ich zwei Predigten anbieten: Das Gleichnis vom Sämann und Die Wirksamkeit des Wortes Gottes.


23. Februar
Glaubensabfall

Schön, dass Kardinal Tagle aus Manila eingangs [auf dem Kinderschutz-Gipfel im Vatikan] über den „Geruch der Schafe“ spricht. Aber wie wäre es mal mit dem „Geruch der Heiligkeit“? Die Missbrauchsskandale der vergangenen Jahrzehnte sind Symptome eines gewaltigen Glaubensabfalls und einer sittlichen Verwahrlosung, die benannt werden müssen.

Aus: Guido Horst, Die Kirche ist kein säkularer Verein, in der Tagespost vom 21. Februar, S. 11


23. Februar
Bewegung für Papst und Kirche

Vor 50 Jahren, am 23. Februar 1969, gründete der Philosoph Walter Hoeres zusammen mit Pfarrer Hans Milch und dem Mannheimer Oberstudienrat Fritz Feuling die Bewegung für Papst und Kirche e. V. als Antwort auf die Glaubenskrise.


22. Februar
Alarmierend

Die Studie „Zwischen Spirit und Stress“ von Jacobs unter anderem über die „Seelsorgenden in den deutschen Diözesen“ kommt zu dem Ergebnis, dass es einen deutlich nachweisbaren Zusammenhang zwischen Lebenszufriedenheit und geistlichem Leben gibt. Wie sollte es auch anders sein? Wenn es im Priestersein um Hingabe mit Leib und Seele geht, dann geht es doch um eine lebendige Beziehung, die im Alltag gepflegt werden will. Verflüchtigt sich die lebendige Beziehung mit Gott, so wird auch das tragende Fundament für den Zölibat brüchig. Alarmierend ist in diesem Zusammenhang die Feststellung, dass etwa die Hälfte der Priester nur einmal im Jahr oder weniger zur Beichte geht.

Aus: Weihbischof Dominik Schwaderlapp, Provokation im Namen des Herrn, in der Tagespost vom 21. Februar 2019, S. 9.


22. Februar
Sachkundige Warnung

Die sehr sachkundige Warnung, die Erzbischof Vigano ihm [Papst Franziskus] gegeben hat, besonders über das Ausmaß der Katastrophe in den Vereinigten Staaten, wird paradoxerweise durch das Buch von Frédéric Martel gestützt. Das Gipfeltreffen in Rom zum Thema Missbrauch soll eine entscheidende Bewusstwerdung herbeiführen. Aber das Gebet der Gläubigen auf der ganzen Welt muss dabei helfen, aus dem Sumpf herauszukommen, wie es in der Geschichte schon öfter geschehen ist.

Aus France Catholique, zitiert in der Tagespost vom 21. Februar, S. 8


21. Februar
Das Zitat

Die Gesalbten des Herrn sind ein heiliges Geschlecht, auserwählt von Ewigkeit zu Verwaltern Seiner Schätze in der heiligen Kirche, zu Spendern Seiner heiligen, geheimnisvollen Sakramente. Und deshalb muss ihr Wandel rein und heilig sein. Sie sind als Menschen vielen und großen Gefahren ausgesetzt. Doch mögen sie ernst bedenken, dass sie aus reiner Barmherzigkeit des Dreieinigen Gottes in einem Meer von Gnaden schwimmen. Rein und keusch seien ihre leiblichen Augen, abgewendet von den Eitelkeiten der argen Welt und ihrem Getriebe.

Worte, die die hl. Maria Bernarda Bütler von ihrem Schutzengel hörte


21. Februar
Cölestin Steiglehner

Vor 200 Jahren, am 21. Februar 1819, starb in Regensburg im Alter von 80 Jahren der Astronom und Meteorologe Cölestin Steiglehner OSB. 1766 wurde er Professor für Mathematik und Physik, 1781 Professor an der Universität Ingolstadt, 1790 Mitglied der bayerischen Akademie der Wissenschaften, 1791 Fürstabt. Er war der letzte Fürstabt von St. Emmeram.


20. Februar
Pseudo-Demut

„Der Mensch traut sich seine eigene wahre Größe nicht zu, er will ,realistischer‘ sein“, schrieb Ratzinger in dem Büchlein „Auf Christus schauen“. „Die metaphysische Trägheit“, so Ratzinger weiter, „wäre demnach identisch mit jener Pseudo-Demut, die heute so häufig geworden ist: Der Mensch will nicht glauben, dass Gott sich mit ihm beschäftigt, ihn kennt, ihn liebt, ihn ansieht, ihm nahe ist.“ Nicht, dass die Bischöfe das nicht glauben. Aber sie sprechen nicht mehr davon. Stattdessen liest man jeden Tag, was sie abschaffen oder „realistischerweise“ ändern wollen. Oder dass man eben von der Welt das Denken lernen muss (Kardinal Reinhard Marx). Das ist dann das Ende jener christlichen Hochgemutheit, die am Anfang jeder Neuevangelisierung stehen muss, will man die Menschen für Glaube, Hoffnung und Liebe begeistern.

Aus: Guido Horst, Wenn Hirten an der Kirche leiden, Tagespost vom 14. Februar 2019


19. Februar
Missbrauch ist Missbrauch

Wo Kardinal Schönborn recht hat. Mein Beitrag zu einem bedrückenden Thema.


19. Februar
Dank fürs Glaubensmanifest

In Frankreich haben sechs kirchliche Gemeinschaften, darunter die Petrusbruderschaft, Kardinal Müller öffentlich für sein Glaubensmanifest gedankt.


19. Februar
Lokomotive auf Talfahrt

SPIEGEL: Franziskus ist in Deutschland sehr beliebt. Mit seinem Vorgänger Benedikt XVI. wurde dagegen hart ins Gericht gegangen. Hat Sie das geschmerzt?
Kardinal Müller: Das sagt viel über den traurigen Geisteszustand in unserer Heimat aus. Deutschland war einmal in Fragen der Theologie führend. Und dass es derzeit ausgerechnet Deutsche sind, die sich bei dieser völligen Talfahrt an die Spitze des Zuges setzen und die Lokomotive für die Weltkirche spielen wollen, für eine Weltkirche unter deutscher Führung, ist mehr als kurios.

Aus dem Interview des Spiegels mit Gerhard Kardinal Müller, Ausgabe vom 16. Februar 2019, S. 50.


19. Februar
Franz Lucas

Vor 400 Jahren, am 19. Februar 1619, starb in Saint Omer im Alter von 89 Jahren der Exeget Franz Lucas. Er war ein Schüler des Arias Montanus, schuf die erste brauchbare Bibelkonkordanz und machte sich durch seine textkritischen Arbeiten zur Vulgata verdient.


18. Februar
Odoardo Focherini

Vor 50 Jahren, am 18. Februar 1969, wurde der selige Odoardo Focherini (1907-1944), der über hundert Juden das Leben rettete, von der Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechter unter den Völkern" ausgezeichnet.


17. Februar
Das vergessene Christenleid

Ich habe im Pressearchiv aller wichtigen deutschen Zeitungen und Zeitschriften nach Artikeln gesucht, in denen das Wort “Christenverfolgung” vorkommt. Und zwar in den letzten beiden Jahren. Ich fand 60 Artikel. Auf das Leiden der verfolgten Rohingya machten dagegen 350 Artikel aufmerksam. Und über tausend Artikel widmeten sich den Anfeindungen, denen Flüchtlinge aus mehrheitlich muslimischen Ländern in Deutschland ausgesetzt waren. Ich will deren Nöte nicht kleinreden, auch sie verdienen unsere Anteilnahme. Aber bei einem Verhältnis von fast 20:1 gegenüber Berichten über das Leid von mehr als zweihundert Millionen Christen muss man von einem eklatanten Missverhältnis reden.

Aus: Markus Spieker, Die Welt wird unruhiger - vor allem für Christen, in: ideaSpektrum vom 13. Februar 2019, S. 19. Es handelt sich um einen Auszug aus Spiekers Buch Übermorgenland. Eine Weltvorhersage, Fontis 2019


14. Februar
Ungerechte Barmherzigkeit?

Am Sonntag feiern wir nach dem alten Kalender den Sonntag Septuagesima, den ersten Sonntag der Vorfastenzeit. Das Evangelium von den Arbeitern der elften Stunde, die denselben Lohn erhalten wie jene, die die Mühe und Hitze des Tages getragen haben, bereitet manchem Bibelleser Schwierigkeiten, weil ein solches Lohnsystem unserem spontanen Gerechtigkeitsgefühl zu widersprechen scheint. Wie sollen wir also dieses Gleichnis verstehen? Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Die Arbeiter der elften Stunde und Der Wettkampf aus Gnade.


14. Februar
Kyrillos

Vor 1150 Jahren, am 14. Februar 869, starb in Rom im Alter von etwa 42 Jahren der hl. Kyrillos. Geboren in Thessalonike, wurde er ab 862 zusammen mit dem hl. Methodius zum Apostel der Slawen.


12. Februar
Mein Podcast 2018

Welche der 25 Folgen meines Podcasts wurden im Jahr 2018 am häufigsten gehört? Die zwei häufigsten habe ich schon erwähnt (siehe unter dem Datum vom 11. Januar). Auf Platz 3 liegt Wurzeln (2115 mal gehört), auf Platz 4 Der mündige Christ und die Kirche (1929).


12. Februar
Konstantin Rösch

Vor 150 Jahren, am 12. Februar 1869, wurde in Eisenhart, Allgäu, der Exeget Konstantin Rösch OFMCap geboren. Von 1895 bis 1941 dozierte er an der Ordenshochschule der Kapuziner in Münster in Westfalen. Dort starb er am 23. Februar 1944. Seine Übersetzung des Neuen Testaments fand weite Verbreitung.


11. Februar
Die kostbare Perle in Indien

Christoph von Schmids "Josaphat"

Eine CD-Besprechung von Petra Kehl

Der Geistliche und Lehrer Christoph von Schmid hatte viel Geschick darin, katechetisches Wissen in spannende Erzählungen für Jung und Alt zu packen.

In die exotische Welt des fernen Indien der Vergangenheit führt die Erzählung „Josaphat“. Schmid greift hier einen Stoff auf, der einer Parabel ähnelt, und erweitert ihn um eine Christenlehre. König Abenner lässt seinen Sohn Josaphat abseits der Welt aufwachsen, in einem eigens für den Prinzen bestimmten Palast, der von einer hohen Mauer umgeben ist. Auf diese Weise will der König dem Sohn den Anblick von Leid und Tod ersparen, denn er möchte, dass Josaphat glücklich ist. Keiner seiner Lehrer und Diener darf mit ihm über diese Themen sprechen. Doch eines Tages findet Josaphat die Zugbrücke heruntergelassen und verlässt heimlich den Palast. Kurz darauf begegnet er einem Greis, der zu ihm vom Sterben spricht. Völlig verwirrt kehrt der Jüngling zurück und stellte seinen vertrautesten Lehrer zur Rede. Dieser muss ihm bestätigen, dass alle Menschen dem Tod unterworfen sind, ja dass alle Menschen von Krankheiten befallen werden können. Da der Prinz nun schon mal die Außenwelt gesehen hat und um die Vergänglichkeit des Menschen weiß, lässt ihm König Abenner von da an mehr Freiheit. In Begleitung eines Leibjägers erkundet nun Josaphat die nähere und fernere Umgebung. Auf diesen Ausflügen entdeckt er so manches, was ihn in Erstaunen versetzt: Er begegnet Lahmen, Blinden und Tauben, aber auch Herzlosen und Trinkern; er entdeckt, dass es neben körperlichen Mängeln und Krankheiten auch solche charakterlicher Art gibt, selbst in seiner engsten Umgebung, ja sogar in sich selbst. Da verfällt der Prinz in große Traurigkeit, von der ihn niemand zu befreien vermag, bis ein reisender Kaufmann kommt, der ihm eine kostbare Perle verkaufen will. Dieser reisende Kaufmann ist Christ und Eremit, der einst als Hofbeamter an König Abenners Hof in höchstem Ansehen stand, doch wegen seines christlichen Glaubens vom Hof verwiesen wurde. Er hatte von dem Kummer des Prinzen gehört und brachte ihm nun eine besondere Perle, nämlich die kostbare Perle, mit der schon Jesus im Gleichnis vom reichen Kaufmann die Wahrheit des Glaubens verglichen hat. Der Jüngling lauscht gebannt seinem Unterricht und lässt sich schließlich taufen. Doch damit ruft er die heidnischen Priester auf den Plan. Sie haben ohnehin bei König Abenner das Christentum schon schlecht gemacht. So befiehlt der Herrscher, der fremde Kaufmann sei festzunehmen. Doch der Eremit entkommt. Abenner ist mit dem Glaubenswechsel des Sohnes nicht einverstanden. Aber gegen den einzigen Sohn will er nicht vorgehen. So trifft Abenner mit Josaphat ein Abkommen: Der Sohn erhält einen Teil des Reiches zur Verwaltung und darf dort auch den christlichen Glauben fördern. Doch nur, wenn er sich bewährt und Erfolg hat, wird er das gesamte Reich erben. Josaphat errichtet daraufhin einen christlichen Musterstaat.

Christoph von Schmid hat in diese Erzählung sehr viel hineingepackt: Neben die Katechese tritt eine Art Fürstenspiegel. Hierin zeigt Schmid, dass der vollkommene christliche Staat auch in weltlicher Hinsicht erfolgreich ist und nicht nur das ewige Heil der Menschen, sondern auch ihr irdisches Glück begründet. Der Text wurde in dieser Einspielung behutsam modernisiert und viele Längen herausgekürzt.

Im gleichen Album befinden sich noch weitere Erzählungen von Christoph von Schmid – Das alte Raubschloss und eine Auswahl aus seinen lehrreichen Geschichten für Kinder, die verschiedenen Lebensweisheiten illustrieren.

Christoph von Schmid, Die schönsten Geschichten 3
Josaphat – Das alte Raubschloss – Lehrreiche Geschichten
mp3-CD, ca. 3 h Spielzeit, 14,90 €
Sprecher: Jürgen Bittrich und Hede Beck


10. Februar
Glaubensmanifest

Das Glaubensmanifest von Kardinal Müller, das so viel Staub aufwirbelt, trägt das Datum des heutigen Tages. Hier kann man es sich als PDF-Dokument herunterladen.


10. Februar
Was wir von der Präfation lernen können

Meine Predigt von heute.


9. Februar
Wie mit dieser Plage umgehen?

Morgen feiern wir nach dem alten Kalender den 5. Sonntag nach Erscheinung. Im Evangelium mahnt uns der Herr, das Unkraut wachsen zu lassen. Wie meint er das? Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Das Unkraut wachsen lassen! und Vom Fluch des Unkrautsammelns.


9. Februar
Noch ein Missbrauch

Auf einen Missbrauch eigener Art, nämlich den Missbrauch des Bischofsamtes, hat Gerhard Kardinal Müller in einem Artikel für die Tagespost aufmerksam gemacht: Es sein “ein Missbrauch des Bischofsamtes, die rechtmäßigen, das heißt in Schrift und Tradition begründeten Weisungen des Papstes und der zuständigen Kardinalskongregationen, die in seinem Auftrag und als Vertreter der römischen Kirche der universalen Kirche dienen, beiseite zu schieben. Bischof zu sein heißt nicht, machen zu können, was man gerade selbst für richtig hält, oder seine Mitarbeiter besonders im sensiblen Feld der Priesterausbildung machen zu lassen, was gerade im Mainstream liegt, um sich von kirchenfeindlichen Medien schmeicheln zu lassen.”

Zum Thema: Johannes Paul II. über die Verantwortung des Bischofs


8. Februar
Kirchenpolitik mit der Brechstange

Wie man das Trauma der Missbrauchs-Studie derzeit nutzt, um eine ganz andere innerkirchliche Agenda zu betreiben.

Von Guido Horst

Ein Theologe, der das Publizieren von Büchern eingestellt hat, ein Ruhestandsphilosoph, der mit seiner Frau per Unterschrift dem Sankt Georgener Kollegen zu Hilfe kommt, ein Stadtdekan, ein Jesuit und Schulrektor, eine Politikerin der Grünen, die sich an der Lebensrechtsbewegung abarbeitet, eine Funktionärin des Zentralkomitees der Katholiken und eine Caritas-Direktorin: Das Listchen derer, die den Offenen Brief an Kardinal Reinhard Marx vom vergangenen Wochenende unterzeichnet haben, liest sich wie der Volkssturm, den die Alt-68er in der Kirche nochmals aufbieten, um im Geiste der alten „Kirche von unten“-Bewegung gegen das Katholische anzurennen. Es ist völlig unverständlich, warum sich die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ mit dieser Aktion blamiert hat. Das waren noch Zeiten, als das angesehene Blatt die „Kölner Erklärung“ veröffentlichte, die 1989 von mehr als 220 Theologen unterzeichnet wurde. Was da jetzt als „Aufstand von prominenten Katholiken“ durch die Medien geisterte, sieht eher wie das Mosern eines kleinen Clübchens aus. Was hat das in einem intelligenten Blatt zu suchen?

Dennoch: Wer böswillig ist, könnte vermuten, dass sich Kardinal Marx diesen Brief bestellt hat. Denn er passt in den Kurs, den das halboffiziöse Nachrichtenportal der Bischofskonferenz, „katholisch.de“, seit Wochen steuert. Die Brechstange, mit der die Sakramentenpraxis, die Weihetheologie, die Sexualmoral und die Verfasstheit der Kirche ausgehebelt werden sollen, ist die Missbrauchs-Studie. „Es muss alles anders werden“, ist der Schlachtruf, mit dem man dabei zu Werke gehen will. Ohne den Gleichklang und den Gleichschritt mit der Weltkirche oder gar Rom zu suchen, plädiert man für einen deutschen Sonderweg: Beauftragung oder gar Weihe von Diakoninnen, Abschaffung des Pflichtzölibats, priesterlose Gottesdienste, die auch von Frauen geleitet werden können, Tolerierung von homosexuellen Partnerschaften und einen „Neuanfang“ der katholischen Sexualmoral. Das Böse liege eben in der DNA der Kirche, darum müsse man diese DNA jetzt ändern. Seitdem Papst Franziskus sich entschieden hat, den deutschen Kommunionstreit eben nicht zu entscheiden, scheint für viele deutsche Bischöfe der Moment gekommen zu sein, das als Freibrief für alle möglichen nationalkirchlichen Partikularlösungen zu sehen. Auf dem Missbrauchs-Gipfel Ende Februar im Vatikan soll Kardinal Marx diese Positionen in Rom vertreten – mal sehen, ob er das tut – und viele warten schon ungeduldig auf die Amazonas-Synode: Denn egal, was diese an Vorschlägen produziert, es wird den deutschen DNA-Klempnern dazu dienen, am Zölibat zu rütteln und nach den „viri probati“ zu rufen – damit sich so etwas wie der Missbrauch Schutzbefohlener nicht mehr wiederholt. Das entbehrt zwar jeder Logik, hat aber Methode.

Das Szenario, vor dessen Hintergrund sich dieses ideologische Tauziehen abspielt, ist tatsächlich bedrohlich. Der Kirche laufen die Leute weg, die Austrittszahlen schnellen nach oben, das Priesterbild hat Dellen bekommen, religiöse Berufungen verlieren an Attraktivität, das Glaubenswissen zerbröselt und wird der beliebigen Definition durch den Einzelnen überlassen. Gewisse Lebensabschnitte darf die Kirche noch begleiten, aber bitte ohne etwas zu fordern oder zu lehren. Es läge auf der Hand, was in diesen Zeiten des Verfalls zu tun wäre: Katechese und Unterweisung im Glauben, Stärkung des sakramentalen Lebens, Initiative der Neuevangeliserung und Bildung von geistlichen Zentren, die auf eine glaubenslos gewordene Umgebung ausstrahlen. Für diakonisches Wirken gäbe es Aufgaben genug: In einer Gesellschaft, in der sich viele nach Gemeinschaft, nach geistiger Orientierung und materieller Begleitung sehnen, hätte die Kirche ein weites Betätigungsfeld. Stattdessen haben die Ideologen das Wort. Es fehlen die wahren Hirten.

Dieser Artikel erschien in der Tagespost von gestern, hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung. Die wöchentlich erscheinende Tagespost ist in meinen Augen ein unentbehrlicher Leuchtturm und Informationslieferant für kirchliche Themen. Sehr zu empfehlen.


7. Februar
Joseph-Désiré Varin d’Ainville

Vor 250 Jahren, am 7. Februar 1769, wurde in Besançon Joseph-Désiré Varin d’Ainville geboren. Er trat der Gesellschaft des heiligsten Herzens Jesu bei, wurde 1796 Priester und ein Jahr später Superior der Gesellschaft. Als 1814 die Gesellschaf Jesu wieder errichtet wurde, trat er ihr bei und “trug zur Beseitigung der religiösen Schäden der Französischen Revolution viel bei durch Volksmission, Katechese und Weckung apostolischer Berufe” (LThK, 1. Auflage). Er unterstützte die hl. Magdalena Sophie Barat, die selige Julie Billiart, Jeanne-Claude Jacoulet und Marie Madeleine de Bengy in der Gründung ihrer jeweiligen Kongregationen. Am 19. April 1850 starb er in Paris.


7. Februar
Marguerite Parigot

Vor 400 Jahren, am 7. Februar 1619, wurde in Beaune die Mystikerin Marguerite Parigot geboren. Sie trat in den Karmel von Beaune ein und wurde die Begründerin der Verehrung der Kindheit Jesu, die sich im ganzen Karmel ausbreitete. Ihr Ordensname war Margareta vom heiligsten Sakrament. Sie starb am 26. Mai 1648. Am 10. Dezember 1905 stellte Papst Pius X. ihren heroischen Tugendgrad fest.


6. Februar
Vorkonziliare Eindeutigkeit

Auf katholisch.de sang kürzlich mal wieder eine Standpunkt-Kommentatorin das Loblied auf die Mehrdeutigkeit in Sachen Glauben und bestätigte ungewollt die Aussage Kardinal Ratzingers vom 18. April 2005: “Einen klaren Glauben nach dem Credo der Kirche zu haben, wird oft als Fundamentalismus abgestempelt.” So auch unsere Kommentatorin: Eindeutigkeit führe zu Fundamentalismus. Die Kirche solle sich nicht an absolute Wahrheiten binden, sondern an wahrscheinliche Deutungen. Tatsächlich ist das ja die oft praktizierte Wirklichkeit in Deutschlands Kirche: Um dazu zu gehören, kommt es nicht so sehr darauf an, woran du glaubst. Da begnügen wir uns mit einer vagen Vieldeutigkeit. Nur in einem Punkt gehts eindeutig zu: bei der Kirchensteuer. Dieses Kriterium ist eindeutig, da gibts nur ein striktes Entweder-Oder.
Wenns um den Glauben geht, feiert Deutschlands Kirche die postmoderne Vieldeutigkeit, wenns ums Geld geht, kehrt sie zur vorkonziliaren Eindeutigkeit zurück. Genau mein Humor!


6. Februar
Colin Lindsay

Vor 200 Jahren, am 6. Februar 1819, wurde in Muncaster Castle der Anglikaner Colin Lindsay, der Gründer der Manchester Church Society, geboren. Er konvertierte und wurde am 28. November 1868 vom seligen John Henry Newman in die katholische Kirche aufgenommen. Am 28. Januar 1892 starb er in London.


4. Februar
Kritischer Verstand

Mein neuester Podcast


4. Februar
Ein Manöver

Das Manöver, die Missbrauchsproblematik als Verstärker für das Gebrüll nach Reform und Veränderung zu nehmen, ist offensichtlich und schäbig. Diese Forderungen zielen auf eine andere Kirche, die nicht mehr die Kirche Christi ist. Es ist eine "Kirche," die den weltlichen Begierden des Menschen nach dem Mund redet und die Sünde und den sündigen Menschen und nicht mehr Jesus Christus zum Maß aller Dinge macht.

Aus: René Udwari, Aufritt der Hilfstruppen. Ein Kommentar zum "Offenen Brief" an Kardinal Marx, CNA vom 3. Februar 2019


3. Februar
Das Zitat

Das Pferd macht den Mist im Stall, und obgleich der Mist einen Unflat und Stank an sich hat, so zieht dasselbe Pferd doch den Mist mit großer Mühe auf das Feld, und daraus wächst sodann schöner Weizen und der edle, süße Wein, der niemals wüchse, wäre der Mist nicht da. Also trage deinen Mist – das sind deine Gebrechen, die du nicht abtun, ablegen noch überwinden kannst – mit Mühe und mit Fleiß auf den Acker des liebreichen Willens Gottes in rechter Gelassenheit deiner selbst. Es wächst ohne allen Zweifel in einer demütigen Gelassenheit köstliche, wohlschmeckende Frucht daraus.

Johannes Tauler


2. Februar
Seenot

Morgen feiern wir nach dem alten Kalender den 4. Sonntag nach Erscheinung. Im Evangelium rettet uns der Herr aus der Seenot und ruft uns zu: “Warum seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen?” Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Jesus rettet und Der Sturm auf dem See.


2. Februar
Barmherzigkeit als getarnter Pessimismus

Ross Douthat hält für problematisch, dass die Überzeugung, dass es Umstände gibt, unter denen Jesu Weisung dem Menschen nicht abverlangt werden könne, auf einem pessimistischen Menschenbild und einer noch pessimistischeren Gottesvorstellung beruhe. Zudem sei in den Evangelien Barmherzigkeit und Vergebung immer mit Reue und Umkehr verbunden. Unter den Aussagen Jesu gebe es kein Äquivalent für „Geh in Frieden, denn deine Situation ist komplex“; immer gelte: „Geh, und sündige nicht wieder.“

Aus: Raphaela Schmid, Abschied von der Sünderkirche, in: FAZ April 2018

Zum Thema Barmherzigkeit


1. Februar
Zur Analyse des Subjektsbegriffs

Von Bronislaw Wladislaus Switalski

2. Folge

Quaerens... quid mihi praesto esset
integre de mutabilibus judicanti et dicenti
„hoc ita esse debet, illud non ita",...
inveneram incommutabilem et veram veritatis aeternitatem
supra mentem meam commutabilem.
S. Aug. Conf. VII 17

I. Erkenntnissubjekt und Ich-Bewußtsein

„Subjekt" im logischen Sinne ist der Gegenstand der Urteilsaussage. So angewendet bezeichnet dieses Wort jeden Gegenstand der Erkenntnis, die ja stets in Urteilen sich vollzieht. Wenn wir indes hier von einem „Erkenntnissubjekt" sprechen, so meinen wir damit nicht jeden beliebigen durch einen Erkenntnisakt bestimmbaren Gegenstand; wir verwenden vielmehr das Wort in einem einzigartigen Sinne, in dem es niemals auf das Erkannte, sondern auf den Erkennenden, nicht auf das Beurteilte, sondern auf den jeweils Urteilenden Anwendung findet. Erkenntnisakte werden nun im wesentlichen innerhalb eines Bewußtseins vollzogen; „Erkenntnissubjekt" in dem soeben angedeuteten Sinne kann somit nur ein mit Bewußtsein ausgestattetes Wesen sein. So führt uns das „Erkenntnissubjekt" auf die allgemeinere Bezeichnung „Bewußtseinssubjekt".

Die Bedeutung des Wortes „Subjekt" war ursprünglich nicht auf den Bereich der Bewußtseinswesen eingeengt; „Subjectum" heißt wörtlich das „zu Grunde Gelegte"; es kann deshalb dem Wortsinne nach mit dem metaphysischen Terminus „Substantia" (= Seinsgrundlage) gleichwertig gebraucht werden. Die Verwendung von „subjective" im Mittelalter für die reale, unabhängige Daseinsform, für das also, was wir heute allgemein als „objektiv" bezeichnen, ist nur aus einem solchen Sprachgebrauche erklärlich. Erst die Forderung Descartes', das letzte Fundament aller Gewißheit im Einzelbewußtsein zu suchen, hat die Wandlung des Wortsinnes angebahnt, die zu dem heute allgemein üblichen Sprachgebrauch führte. „Subjektivität” bedeutet fortan die Fähigkeit, die von der Wirklichkeit herrührenden Strahlen in sich auf eine andern unmittelbar nicht mitteilbare Weise zu sammeln und auf Grund der so gewonnenen Erfahrungen individuell-selbständig auf die Reize der Umgebung zu reagieren. Einem jeden von uns ist nur ein Subjekt, nämlich er selbst, unmittelbar gegenwärtig, da die Eigentümlichkeit, Brennpunkt der Erlebnisse und individueller Betätigungsgrund zu sein, jeder nur an sich selbst konstatieren kann.

Wir haben das „Bewußtseinssubjekt" als die allgemeinere Bezeichnung vom „Erkenntnissubjekt" unterschieden. Diese Unterscheidung wird gerechtfertigt durch eine Vergleichung der Begriffe „Bewußtsein" und „Erkennen". „Bewußtsein" bedeutet nun allerdings wörtlich ein „Wissen um etwas", also ein „Erkennen"; aber gleichwohl muß das „Erkennen" als eine von vielen Bewußtseinsfunktionen von diesem genau unterschieden werden. Wenn nämlich auch die Form des „Habens von Bewußtseinsinhalten", die „Bewußtheit", als Wissen gedeutet werden kann, so verstehen wir doch dem psychologischen Sprachgebrauch zufolge unter „Bewußtsein" den Inbegriff alles dessen, was in jener Form gegenwärtig ist. Und dazu gehört sehr Verschiedenartiges: Vom Erleben (Empfinden, Fühlen und Streben) zum Vorstellen (Sich-Erinnern und Phantasieren) bis zum Denken (Erkennen), Wollen und künstlerischen Gestalten! — Von den einfachen Erlebnissen unterscheidet sich nun das Erkennen durch die Selbständigkeit, die in der erkenntnismäßigen Aufnahme der Inhalte sich stets kundgibt; von den übrigen, durch Selbständigkeit ausgezeichneten Bewußtseinsfunktionen aber (dem Wollen und künstlerischen Gestalten) durch die Gebundenheit an ein fest bestimmtes Ziel: Ist doch das Erkennen ein sachlich bedingtes Ordnen und Erfassen der betrachteten Gegenstände! Als „Erkenntnissubjekte" haben wir uns frei zu machen von allen individuellen Beschränkungen und alles auszuschalten, was den Erkenntnisgehalt verfälschen konnte. Nur auf diesem Wege können wir unsere Erkenntnis zum Range der Allgemeingiltigkeit erheben! Das ideale Erkenntnissubjekt wäre somit der zwar selbständige, aber durchaus unparteiische Betrachter der Gegenstände, vergleichbar dem räumlich unausgedehnten Mittelpunkte des Kreises, in den alle Radien einmünden, ohne ihre Eigenart zu verlieren und ohne ihn selbst räumlich zu erweitern.

wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


31. Januar
Meine Predigten 2018

An dritter Stelle der im Jahr 2018 meist gehörten Predigten meiner 85 Predigten auf Soundcloud steht die Predigt zum Passionssonntag: "Wer von euch kann mich einer Sünde beschuldigen?", an vierter Stelle die Predigt zu Septuagesima Der Wettkampf aus Gnade. Die eine wurde 220 mal, die andere 210 mal gehört.


31. Januar
Kirche neu erfinden?

Kirche neu erfinden? Seit Jahrzehnten erfinden Theologen den Glauben neu. Da ist es doch nur logisch, wenn nun Bischöfe die Kirche neu erfinden wollen. Oder nicht?


30. Januar
Der Fall Zanchetta

Auch im Fall des argentinischen Bischofs Gustavo Zanchetta, dessen Rücktritt als Ordinarius von Orán Papst Franziskus im August 2017 angenommen, ihm aber dann einen Posten als Assessor in der Vatikanischen Güterverwaltung APSA verschafft hatte, muss sich der Vatikan noch erklären. So hat der frühere Generalvikar von Bischof Zanchetta, Juan Jose Manzano, jetzt der „Washington Post“ zufolge erklärt, dass er 2015 persönlich den Vatikan über digitale Nacktselfies seines Vorgesetzten und dessen unangemessenes Verhalten gegenüber Seminaristen informiert habe. Manzano erläuterte außerdem, dass Papst Franziskus in seiner Zeit als Kardinal in Buenos Aires der Beichtvater von Zanchetta gewesen sei und ihn als seinen geistlichen Sohn behandelt habe. Noch Anfang Januar hatte der kommissarische Vatikansprecher Alessandro Gisotti erklärt, die Anklagen des sexuellen Missbrauchs gegen Zanchetta hätten den Vatikan erst im Oktober vergangenen Jahres erreicht.

Aus: Guido Horst, Eine Schere tut sich auf. Skepsis vor dem Missbrauchs-Gipfel: Der Vatikan zwischen Anspruch und Wirklichkeit, in der Tagespost vom 24. Januar 2019


29. Januar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Das Zitat aus dem leidenschaftlichen Appell von Robert Kardinal Sarah zum Gebet (Entscheidung jetzt!) finden Sie auf der Meditationsseite von P. Deneke. Meine Predigt über Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist auf der Seite über die Letzten Dinge eingebettet. Mein Beitrag Moderne Theologie? über den Rückfall auf vorkonziliares Niveau ist auf einer eigenen Seite untergebracht.


29. Januar
Liberius von Jesus

Vor 300 Jahren, am 29. Januar 1719, starb in Rom im Alter von fast 73 Jahren der aus Bellinzago stammende Theologe Liberius von Jesus OCD (mit bürgerlichem Namen Stephano de Milli). Er war ein exzellenter Kenner der Kontroverstheologie, ein vorbildlicher Ordensmann und wurde von Papst Innozenz XII. zum Präfekten des Propagandakollegs berufen.


27. Januar
Die letzte Chance vor der hl. Kommunion

Meine Predigt von heute


27. Januar
Das Zitat

Nicht siegen, sondern heilen! Wie oft wird ein Herz, das keine Macht und kein Verstand hat besiegen können, durch Güte und Wohlwollen gewonnen.

Hl. Ambrosius


26. Januar
Die Heilung des Aussätzigen

Eine Predigt zum morgigen 3. Sonntag nach Erscheinung


25. Januar
Johannes Adalbert Balicki

Vor 150 Jahren, am 25. Januar 1869, wurde im polnischen Staromieście (heute Rzeszów) Johannes Adalbert Balicki geboren. 1892 zum Priester geweiht, wurde er ein eifriger Seelsorger, begnadeter Beichtvater, überzeugender Prediger, Apostel der Nächstenliebe und beliebter Theologieprofessor. “Als solcher war er davon überzeugt, dass die Dogmatik nicht nur die Wissenschaft ist, die sich mit Gott befasst, sondern auch jene, welche die Wege zu ihm aufzeigt. Seine Vorlesungen waren daher gut vorbereitet, absolut verständlich, echte Meditationen über die Geheimnisse Gottes und hatten einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das moralische Verhalten der Studenten” (Andreas Resch). Er starb am 15. März 1948 und wurde am 18. August 2002 seliggesprochen.


25. Januar
Es ist etwas geschehen

Uwe Postl, Rezitator, Regisseur und auch Autor bei kath-info, hat einen eigenen Soundcloud-Kanal eröffnet, der z.B. die Gelegenheit bietet, Gedanken Chestertons über das Weihnachtsfest zu genießen.


23. Januar
Papstausstellung

Vor zehn Jahren, am 23. Januar 2009, wurde im Berliner Schloss Charlottenburg die Ausstellung über Papst Pius XII. eröffnet. Sie wurde vom Päpstlichen Komitee für Geschichtswissenschaften unter ihrem Präsidenten Prof. Dr. Walter Brandmüller veranstaltet. Da sie geeignet war, die von Rolf Hochhuth geschürten Vorurteile gegen Papst Pius XII. zu erschüttern, war sie einigen Medien ein Dorn im Auge. Auf einen Artikel von Philipp Gessler in der TAZ antwortete Michael Hesemann auf kath-info.


22. Januar
Gottes Barmherzigkeit

Vor 15 Jahren, am 22. Januar 2004, ging meine kleine Infoseite über die Barmherzigkeit Gottes online.


20 Januar
Age quod agis

Meine Predigt von heute


20. Januar
Das Zitat

Nicht nur der lichte Tag, auch die Nacht hat ihre Wunder. Es gibt Blumen, die nur in der Wildnis gedeihen, Sterne, die nur am Horizont der Wüste erscheinen. Es gibt Erfahrungen der göttlichen Liebe, die uns nur in der äußersten Verlassenheit, ja am Rande der Verzweiflung, geschenkt werden.

Gertrud von Le Fort


19. Januar
Das Geheimnis der Verwandlung

Zum morgigen 2. Sonntag nach Erscheinung kann ich zwei Predigten anbieten: Die Hochzeit zu Kana und die Verwandlung von Wasser in Wein.


19. Januar
Leo Allatius

Vor 350 Jahren, am 19. Januar 1669, starb in Rom im Alter von 82 Jahren der Theologe und Literarhistoriker Leo Allatius. Im Auftrag Gregors XV. überführte er die bedeutende Heidelberger Bibliothek nach Rom. Zur Ermöglichung einer Union der orientalischen und abendländischen Kirche suchte er mit großer Gewissenhaftigkeit und Gelehrsamkeit die wesentliche Übereinstimmung im Glauben nachzuweisen. Seine “vielfach bahnbrechenden literargeschichtlichen Werke erweisen sich noch heute als wahre Fundgrube für die Forschung” (LThK, 1. Auflage).


18. Januar
Adolf Schurr

Vor einem Jahr, am 18. Januar 2018, starb in Regensburg im Alter von fast 88 Jahren der Philosoph Adolf Schurr. Er stammt aus der Schule von Reinhard Lauth und schrieb ein Buch über Anselm Die Begründung der Philosophie durch Anselm von Canterbury, das ich natürlich in meiner Arbeit über Anselm berücksichtigte. Dort rechnete ich Schurr zu den drei Anselm-Interpreten, die meiner Interpretation am nächsten kommen. Im Nachruf der Regensburger Universität heißt es über Schurr: “Anselms Wahrheitsbegriff, aber auch die Inspiration durch den ontologischen Gottesbeweis blieben für Adolf Schurr maßgebliche Anknüpfungspunkte. In Schurrs Augen musste sich das philosophische Denken als ein uneingeschränkt universales Denken artikulieren und konnte dabei die Frage nach seinem ultimativen Gründen im Absoluten niemals aussparen. Für Schurr bildeten Erkenntnis-, Seins- und Gottesfrage daher eine untrennbare Einheit. Jeder Art von philosophischer Strömung, die sich anheischig machte, diesen Zusammenhang zu zerbrechen, begegnete Adolf Schurr mit großer Skepsis, aber auch mit feinsinnigem Spott.”


17. Januar
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

66. Folge

Vollkommen wird natürlich diese Sendung der göttlichen Personen in unsere Seele erst dann sein, wenn auch der Genuß derselben vollkommen sein wird, wenn nämlich die göttlichen Personen wirklich, so wie sie sind, uns in ihrer realen Gegenwart unmittelbar erscheinen; denn dann verkosten wir vollkommen den Heiligen Geist in seiner ganzen Süßigkeit, dann schauen wir wahrhaft das ewige Wort und in ihm den Vater von Angesicht zu Angesicht. Hier auf Erden sind uns die Personen nur im Dunkel des Glaubens gegenwärtig; nur durch den Glauben zeigt sich uns der übrigens in der realsten Weise gegenwärtige Heilige Geist als das in uns wohnende Pfand der göttlichen Liebe zu uns, durch dessen geheimnisvolle' Nähe sich unsere Liebe zu Gott entzündet, an dessen Besitz sich dieselbe labt und erfreut. Nur im Glauben erkennen wir ferner den uns gegenwärtigen Sohn als das Ebenbild des Vaters. So bestimmt und sicher nun auch diese Glaubenserkenntnis ist, obgleich man ferner mit dem Apostel sagen darf, daß Christus durch den Glauben in unsern Herzen wohnt: so kann sie doch im Vergleich mit der wirklichen Anschauung kaum ein Besitz und Genuß ihres Gegenstandes genannt werden, und so finden wir auch selten Andeutungen in der Heiligen Schrift, daß der Sohn in der Rücksicht, in der wir an dieser Stelle die Sendung auffassen, auf Erden in uns gesandt werde. Um so öfter und entschiedener wird dagegen die Sendung des Heiligen Geistes betont. Denn obgleich auch das Pfand der Liebe nur dann vollkommen besessen und genossen wird, wenn man es vollkommen erkennt, so ist doch bei ihm die vollkommene Erkenntnis nicht so wesentlich. Die Liebe kann ihren Gegenstand umfangen und sich an seinem Besitze freuen, auch dann, wenn sie ihn nicht sieht, wenn sie nur weiß, daß er da ist. Und so können wir schon hienieden das in unsere Herzen niedergelegte Pfand der göttlichen Liebe zu uns mit unserer Liebe umfangen und uns an ihm erfreuen. Ja gerade der diesseitige Besitz und Genuß dieses Pfandes der göttlichen Liebe ist uns zugleich die Bürgschaft für den Vollbesitz und Vollgenuß des Heiligen Geistes mit dem Sohne und dem Vater, den die in ihm verpfändete göttliche Liebe uns in der Ewigkeit schenken will; und der Heilige Geist selbst, als der von uns jetzt liebend umfangene, ist nach dem Apostel der arrabon [griech.: Unterpfand] seiner selbst und der beiden andern Personen, insofern sie in der Ewigkeit gänzlich uns angehören sollen [61]. In diesem Sinne nennt der Apostel. den uns geschenkten Heiligen Geist den, "Geist der Verheißung, der das Unterpfand unserer Erbschaft ist" (Eph 1, 14).

§ 30. Besondere Eigentümlichkeiten der zweiten Art von Sendung beim Heiligen Geiste. Ihr Verhältnis zur Heiligung und Adoption der Kreatur sowie zur Einheit derselben mit Gott

In Bezug auf den Heiligen Geist insbesondere, der uns ohnehin hienieden ganz vorzüglich gesandt wird, spricht aber die Heilige Schrift und sprechen ebenso die heiligen Väter noch von einer der erklärten scheinbar gegenübergesetzten, aber im Grunde wesentlich mit derselben verwachsenen Art und Bedeutung seiner Gegenwart in unsern Herzen. Der Heilige Geist wird nämlich nach der Heiligen Schrift [62] auch in uns gesandt als in seinen ihm angehörigen, ihm geweihten Tempel, um also nicht bloß uns anzugehören, sondern um uns selbst uu besitzen als sein Eigentum. Ist diese Art seiner Sendung auch eine reale, substantiale und hypostatische?

Real und substantial ist diese seine Gegenwart jedenfalls, denn in der Gnade sind wir in ihm, wie er mit uns ist, in realer Weise, durch ein reales Band verbunden - die Angehörigkeit, der Besitz ist wesentlich ein wechselseitiger -, und wenn der Heilige Geist durch die Gnade mit seiner göttlichen Substanz in uns wohnt als der Gegenstand unseres Besitzes, wohnt er auch auf dieselbe Weise in uns als der Eigentümer unserer Seele und unseres ganzen Wesens. Dieser Besitz unserer Seele ist ihm aber eben deshalb, in gewisser Beziehung wenigstens, offenbar mit den beiden andern Personen gemeinschaftlich; denn wir sind Tempel Gottes schlechthin, nicht bloß des Heiligen Geistes allein. Daß der Besitz dem Heiligen Geiste appropriiert, angeeignet werde, hat gar keine Schwierigkeit, ist vielmehr sehr natürlich; denn wenn er die Umarmung des Vaters und des Sohnes ist, in welcher beide gegenseitig sich nicht nur hingeben, sondern auch auffangen, was ist dann natürlicher, als daß Vater und Sohn im Heiligen Geiste wie an die Kreatur sich hingebend so auch die Hingabe der Kreatur aufnehmend, die Kreatur selbst in Besitz nehmend vorgestellt werden?

Anmerkungen:

[61] August., Serm. 13 de verbis Apostoli, sagt vom Heiligen Geiste: “Qualis res est, si pignus tale est? Nec pignus sed arrha dicendus est. Pignus enim quando ponitur, quum fuerit res ipsa reddita, pignus aufertur. Arrha autem de ipsa re datur, quae danda promittitur, ut, res quando redditur, impleatur quod datum est, non mutetur.”

[62] “Nescitis, quia templum Dei estis, et Spiritus Dei habitat in vobis?” (1 Kor 3, 16). - “An nescitis, quoniam membra vestra templum sunt Spiritus sancti, qui in vobis est, quem habetis a Deo, et non estis vestri?” (1 Kor 6, 19).

Wird fortgesetzt


15. Januar
Mein Podcast 2018

Von den 25 Folgen meines Podcasts wurde im Jahr 2018 am seltensten die Episode Fata Morgana angehört, nämlich nur 63 mal. An der zweiter Stelle mit 67 Anhörungen folgt Das Gewissen zwischen Vision und Illusion.


15. Januar
Nicht konservativ, sondern kritisch

Die Philosophie “darf aber auch nicht - wie zum Beispiel in einer bürgerlich orientierten Philosophie - den gerade geltenden Vorstellungen, Vorlieben, Gesetzen oder Ordnungen untergeordnet werden, sondern hat diese kritisch zu prüfen. Insofern ist Spaemann viel radikaler und weit weniger konservativ als Habermas. Wer ihn einfach nur ‘konservativ’ nennt (wie in diesen Tagen oft zu lesen ist), tut ihm Unrecht. Denn er ruft die Möglichkeit eines Denkens in Erinnerung, das jenseits des modernen Gegensatzes von links oder rechts, progressiv oder konservativ liegt.”

Aus: Holger Zaborowski, Ein zeitgenössischer Sokrates. Von der Unbürgerlichkeit der Philosophie. Zum Tod von Robert Spaemann, in: Vatican-Magazin, Januar 2019, S. 14 f.


14. Januar
Walter Hoeres

Vor drei Jahren, am 14. Januar 2016, starb im Alter von 87 Jahren der Philosoph Walter Hoeres. Hoeres gab viele Jahre Vorlesungen im Priesterseminar der Petrusbruderschaft in Wigratzbad. Neben seiner umfangreichen philosophischen Publikationstätigkeit engagierte er sich auch leidenschaftlich im kirchlichen Bereich, z.B. durch die Gründung der Bewegung für Papst und Kirche im Jahre 1969. Auf kath-info ist von ihm sein Text über Adorno oder der zweideutige Fortschritt erschienen. Bei Theodor Adorno wurde er 1951 mit einer Arbeit über Husserls Phänomenologie promoviert.


12. Januar
Gut oder böse?

Eine Predigt von mir zum morgigen Fest der heiligen Familie.


12. Januar
Die Identität der Kirche

Jesus hat die katholische Kirche begründet, es ist seine Kirche. Und die ist zurzeit in großer Unordnung. Die Kirche hatte immer Probleme, von Anfang an. Aber wie Stevie Wonder bei der Beerdigung von Aretha Franklin gesagt hat: „Only Love will save us.“ (engl. „Nur die Liebe wird uns retten“, Anm. d. Red.) Nur die Liebe macht die Kirche zu dem, was sie eigentlich sein soll. Denn sie gießt Liebe aus. Das ist ihre Mission, ihre Identität, ihre Realität. Jesus hat die Kirche gegründet und Jesus ist Gott und Gott ist Liebe.

Der Franziskaner Stan Fortuna im Interview mit der Tagespost, Ausgabe vom 10. Januar 2019.


11. Januar
Mein Podcast 2018

Von den 25 Folgen meines Podcasts wurde im Jahr 2018 am häufigsten angehört die Episode Facetten der Liebe, nämlich 2743 mal. An der zweiter Stelle mit 2288 Anhörungen folgt Die geschändete Barmherzigkeit.


11. Januar
Franz Xaver Seelos

Vor 200 Jahren, am 11. Januar 1819, wurde in Füssen der selige Franz Xaver Seelos geboren. Er trat in die Kongregation der Redemptoristen ein und wurde 1844 in den USA zum Priester geweiht. Er wirkte u.a. als Kaplan des hl. Johannes Neumann und später vor allem als ungemein erfolgreicher Prediger von Volksmissionen. Am 5. Oktober 1867 starb er in New Orleans, am 9. April 2000 wurde er seliggesprochen.


10. Januar
Das Argumentationspotenzial der Langeweile

Von P. Engelbert Recktenwald

Manchmal hört man die Meinung, eine Welt mit lauter guten Menschen müsste, wenn es sie gäbe, eine langweilige Welt sein. Das Gute wird als langweilig, das Böse als spannend und interessant hingestellt. So hörte ich es beispielsweise wieder kürzlich in der an sich sympathischen Sendereihe “Das philosophische Radio” des WDR5: Auf die entsprechende Frage meinte der als Studiogast eingeladene Philosoph, dass wir uns doch einig seien, nicht in einer solchen Welt leben zu wollen, nämlich in einer Welt, in der alle Menschen die Gebote Gottes halten, in einem “Reich der Tugend”, das Kant als Ideal vorschwebte, in dem die Menschen autonom, aus innerer Überzeugung, das Gute tun. Das ist, wie der Interviewpartner in seiner Frage formulierte, eine Welt “ohne Brüche, ohne die moralischen Risse.” Mit anderen Worten: Erst durch “die moralischen Risse” wird eine Welt interessant und lebenswert.

Davon mag man überzeugt sein, solange man selber von diesen Rissen nicht betroffen ist, also nicht selber Opfer von Betrug, Vergewaltigung oder anderen Verbrechen wird, in denen Menschen das Gute eben nicht tun, sondern das Böse wählen. Angesichts der Opfer des Unrechts läuft es auf Zynismus hinaus, eine Welt des Guten als langweilig hinzustellen, weil in ihr das Unrecht fehlt.

Dennoch verdient jene Äußerung eine tiefere Erwägung, denn sie stammt ja nicht von Menschen, die das Böse verherrlichen wollen. Würde man dieselben mit der eben gezogenen Konsequenz konfrontieren, wiesen sie sie weit von sich: So hätten sie das nicht gemeint. Die Opfer von Unrecht zu verhöhnen, davon seien sie weit entfernt.

Gibt es also ein Körnchen Wahrheit, einen legitimen Sinn hinter dieser Tendenz, eine Welt des Guten, ein Reich der Tugend als langweilig zu empfinden?

Der hl. Thomas von Aquin schreibt, dass es gewisse Güter nur geben kann, wenn es auch gewisse Übel gibt. Und er hat Recht. Heldenhafte Standhaftigkeit kann es nur geben, wenn es auch Verfolgung gibt. Vergebung und Versöhnung kann es nur geben, wenn es auch Streit, Verletzung und Ungerechtigkeiten gibt. Sofort erkennen wir nun den wahren Kern, das legitime Anliegen hinter jener Tendenz: Jeder Mensch, der großherzig nach dem Guten strebt, liebt die sittliche Bewährung. Freundschaft zeigt sich in der Not, Liebe im Opfer und im Verzeihen, Treue in der Versuchung. Das Heldentum des Martyriums kann es nur geben, wenn es auch grausame Verfolgung gibt. Erst im geistlichen Kampf wird die Tugend kostbar. Das Gute, das uns in den Schoß fällt, das uns nichts kostet, entbehrt dieser besonderen Kostbarkeit. Der großherzig nach dem Guten Strebende will als Sieger aus Kämpfen und Versuchungen hervorgehen. Er will seine Liebe zu Gott oder zum geliebten Menschen unter Beweis stellen, indem er Widerstände überwindet. Diese Widerstände gegen das Gute, an denen das Gute wächst, sind jene moralischen Risse, die legitimerweise auf eine bestimmte Weise befürwortet werden können: nicht in sich, denn das Böse darf niemals in sich gewollt werden, sondern in ihrer Rolle und Funktion zur Ermöglichung einer Art von moralischer Güte, die sonst nicht verwirklicht werden könnte. Kurz: Es gibt moralische Güter, die nur in der sittlichen Bewährung angesichts des Bösen möglich sind.

Unversehens haben wir aber damit die Wahrheit einer bestimmten Strategie der Theodizee anerkannt. Thomas von Aquin bringt den geschilderten Gedanken im Rahmen seiner Frage, warum Gott das Böse zulässt. Die Antwort haben wir gerade gehört. Damit wendet sich das Argument der Langeweile gegen die Gottesankläger. Um den Ansprüchen derer, die die Eingangsmeinung teilen, zu genügen, ist Gott geradezu verpflichtet, das Böse zuzulassen: damit es ihnen in der Welt nicht langweilig wird. Muss sich zum Schluss Gott gar noch dafür rechtfertigen, dass es den Himmel gibt, in dem alle moralischen Risse fehlen?

Dieser Artikel erschien im Juni 2017 in der Tagespost.

Sie können ihn auch hören.


9. Januar
Gelungenes Debüt

Eine Rezension von Uwe Postl

Andreas Wollbold, Felapton oder Das letzte Glück, Freiburg/München: Verlag Karl Alber 2018

Logic is not necessarily an instrument for finding truth;
on the contrary, truth is necessarily an instrument for using logic —
for using it, that is, for the discovery of further truth...
Briefly, you can only find truth with logic
if you have already found truth without it.
G. K. Chesterton

Fünf leblos aufgefundene Jünglinge. „Das Lächeln ruhte auf ihnen, unvergänglich gemacht durch den Tod“. Eine Photographie bannt den Nachhall ihres allerletzten Glückes im zeitlichen Wortsinne. Unfall, Mord oder gar ritueller Freitod - was führte zum plötzlichen Ableben der jungen Männer? Robert Schönherr, Gründer und Spiritus Rektor der kleinen klösterlichen Gemeinschaft, der die fünf mysteriös Verstorbenen angehörten, ist spurlos verschwunden. Hat er mit dem Unglück zu tun? Diese Fragen entfachen Jagdfieber. Stilles Faszinosum letzter Dinge und geschäftige, mitunter rastlose Betriebsamkeit, sind von Anfang an Antipoden in Andreas Wollbolds Debütroman.

Reporter der Yellow Press erheischen schrille Schlagzeilen um finsteres Treiben im Dunstkreis der Kirche; unengagiert routiniert der Kommissar; er ermittelt kontrastierend in Grauzonen der Sachverhalte, fragt anfangs jedoch vergebens gegen ordensschwesterliche Schweigegelübde an; Jens Deschwitz, Photograph des rätselhaft anrührenden Leichenbildes schnüffelt nach Hintergründen im akademischen Milieu und wird dort der Studentin Julia Obersieder ansichtig; das kann nicht folgenlos bleiben, denn marmorne Treppen dulden selbst in einem Institut für logische Grundlagenforschung nichts Flüchtiges; sogleich finden die beiden zusammen, sich wie beiläufig auserkoren wähnend, fortan die Guten im Plot zu sein. Ein Hauch von Abenteuer und Detektivfilm beflügelt die eher melancholisch beschwerte junge Frau sowie den ernüchtert vierschrötigen Jens. Gelegentlich gelingt es den beiden beinahe, im anderen erotisches Knistern zu entfachen. Ihre Recherchen dagegen werden konkret und kommen anderen in die Quere, das odd couple gerät selbst in Visiere. Nicht nur den akademischen Karrieristen Frederik Brescher stört die Wahrheit, verdankt er doch seinen Ruhm einem zwar echten aber verschwiegenen alten Schotten; unter anderem dem kam der nun allseits gesuchte ehemalige Exzellenzlogiker Schönherr auf die Schliche; der setzt sich nun ins Ausland ab, man bleibt ihm auf den Fersen, wenige in guten, andere in sehr schlechten Absichten. Weitere klandestine Player gesellen sich auf das Spielfeld. Viele Rechnungen scheinen offen, zügig entwickelt sich ein weitverzweigter Plot; wer ihm ganz folgen möchte, dem sei kontinuierliche Lektüre empfohlen. Doch weglegen wird man „Felapton“ ohnehin kaum lange, weiß der Autor doch den Spannungsbogen der Handlung über die 400 Seiten hoch zu halten auf einen dramatischen Showdown hin. Das Genre mäandert dabei bitte recht frei zwischen Krimi, Thriller und Roadmovie.

Die einzelnen Kapitel indes lassen dem Detail Raum und der Betrachtung Muße. Die Grundperspektive führt den Leser nahe an die je agierenden Personen heran, weist ihm aber einen Platz ein paar Tische im Café oder Sitzreihen in Bus oder Kino oder Kirchenbänke und Wegbiegungen weiter an, gebührender Abstand wird gewährt. In etlichen der Episoden, eingehegt von moritatenhaften Überschriften, erweist sich Wollbold als Könner des Atmosphärischen, visuelle Stringenz läßt im Auge des Betrachters Filmszenen entstehen. Und plastisch konkret werden...
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8. Januar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Das Zitat aus dem Plädoyer des ehemaligen Naturalisten Holm Tetens für Eine Chance für die Metaphysik findet sich bei Peter Wusts Rückkehr der Philosophie zum Objekt. Meine Osterpredigt Brannte nicht unser Herz? ist auf der Emmaus-Seite, mein Podcast über das Verhältnis von biblischem Kindesideal und Kritik auf der entsprechenden Textseite eingebettet.


8. Januar
Richard John Neuhaus

Vor zehn Jahren, am 8. Januar 2009, starb in New York im Alter von 72 Jahren der amerikanische Priester, Konvertit und Publizist Richard John Neuhaus. Er war Gründer der Zeitschrift First Things.


7. Januar
Meine Predigten 2018

2018 war von 85 Predigten, die ich auf Soundcloud veröffentlicht habe, die Predigt zum Fest der heiligen Familie Ist der Mensch gut oder böse? die meistgehörte: 526 mal wurde sie angehört. An zweiter Stelle folgt mit 230 Anhörungen die Predigt zum 19. Sonntag nach Pfingsten Gebt dem Teufel nicht Raum! Die meisten Likes, nämlich neun, bekam die Predigt zum 20. Sonntag nach Pfingsten Maria: nicht Vorzimmerdame, sondern unser Coach.


7. Januar
Katharina von Cardona

Vor 500 Jahren wurde in Neapel Katharina von Cardona geboren. Sie stammte aus dem königlichen Geschlecht von Aragón, übte aber am spanischen Hof strengste Buße. 1562 zog sie sich in die Einsamkeit zurück, zunächst in Andalusien, dann in Guadalajara. Sie besaß die Charismen der Krankenheilung und der Prophezeiung. Von der hl. Theresa von Avila wurde sie sehr geschätzt. Am 11. Mai 1577 starb sie in Pastrana.


6. Januar
Das Zitat

Wenn sich das Christentum in unserer Zeit vor allem durch die 'Kunst des Gebetes' auszeichnen soll, wie könnte man dann nicht ein erneuertes Verlangen spüren, lange im geistlichen Zwiegespräch, in stiller Anbetung, in einer Haltung der Liebe bei Christus zu verweilen, der im Allerheiligsten gegenwärtig ist? Wie oft, meine lieben Brüder und Schwestern, habe ich diese Erfahrung gemacht, und daraus Kraft, Trost und Stärkung geschöpft!

Hl. Johannes-Paul II., Enzyklika "Ecclesia de Eucharistia" vom 17. April 2003, Nr. 25.


6. Januar
Georges Salleron

Vor einem Jahr, am 7. Januar 2018, starb im Alter von 75 Jahren P. Georges Salleron FSSP, ein Sohn des Schriftstellers und Mitbegründers der Zeitschrift Itinéraires Louis Salleron (1905-1992). 1965 trat Georges Salleron in den Karmel ein, schloss sich aber 1970, im Gründungsjahr, der Priesterbruderschaft St. Pius X. an. 1972 empfing er von Erzbischof Marcel Lefebvre die Priesterweihe und wurde in der Diözese La Réunion inkardiniert. Damals war die Piusbruderschaft noch anerkannt, hatte aber kein Inkardinationsrecht. 1976, nach der Suspension des Erzbischofs und nach dessen öffentlicher hl. Messe und Predigt in Lille am 4. August 1976, die viel Aufmerksamkeit erregte wegen des entschlossenen Widerstands des Erzbischofs gegen die ihn verhängten Maßnahmen, verließ Salleron die Piusbruderschaft und wirkte als Priester in der Nähe von Le Mans. 1989 schloss er sich der im Jahr zuvor gegründeten Priesterpruderschaft St. Petrus an. Im Internationalen Priesterseminar St. Petrus in Wigratzbad gab er regelmäßig Vorlesungen in Theologie und Philosophie.


5. Januar
Brandmüller: Leidenschaft für die Wahrheit

Kardinal Walter Brandmüller wird heute 90 Jahre alt. Dr. Thorsten Paprotny würdigt ihn auf CNA u.a. als Intellektuellen und wortmächtigen Zeugen, der sich auch mit Jürgen Habermas auseinandergesetzt habe: “Mit Ingo Langner führte Kardinal Walter Brandmüller 2010 ein Gespräch über den Atheismus, in dem er auf den Frankfurter Philosophen zu sprechen kommt: ‘Denkende Ungläubige wie Jürgen Habermas haben inzwischen erkannt, dass Religion eine menschliche Grundkonstante ist und absolut nichts mit mangelnder Aufklärung zu tun hat.’ Ebenso anerkennt er dessen ‘gewisse Skepsis gegenüber einer allzu selbstsicheren – also unaufgeklärten – Aufklärung’. Brandmüller aber kritisiert Habermas’ Ausweichen vor der Wahrheitsfrage. Interessanterweise korrespondiert dies mit dem jüngst vorgelegten Beitrag Recktenwalds, der präzise ‘Das Dilemma der nachmetaphysischen Vernunft’ vorstellt”, nämlich in der Zeitschrift "Theologie und Philosophie" (3/2018).


2. Januar
Die Liebe auf Englisch

Meinen Artikel über die Liebe als Schlüssel zur Erkenntnis gibt es jetzt auch in englischer Übersetzung:

Amongst those who take their convictions seriously, a person’s picture of God inevitably forms his picture of man and his own spirituality. For the ancient Greeks, wisdom was the highest ideal. According to Aristotle, God was the “thinking of thinking” and the perfection of man consisted in the “theoria”, the vision of truth. In Islam it is power which takes... weiterlesen


2. Januar
Totalausfall

Paul VI. versuchte mit seiner Enzyklika "Humanae Vitae", veröffentlicht im schicksalshaften Jahr 1968, noch einen Pflock einzuschlagen, um das Schiff der Kirche daran festzubinden. Nach ihm setzte Johannes Paul II. alles daran, mit einer Fülle von Lehrschreiben und der tiefschürfenden Theologie des Leibes die Schönheit von Sexualität, Ehe und Familie im Plan Gottes aufleuchten zu lassen – aber vergeblich. Der Glanz der Wahrheit hatte keine Macht mehr, die Strukturen der Sünde in der Kirche aufzubrechen. Sie hatten sich bereits so festgesetzt, dass sie die Transmission der päpstlichen Lehre bis hinein in die theologischen Fakultäten, Priesterseminare, Religionsunterricht und Gemeinden systematisch verhindern konnten. Verkündigung der kirchlichen Lehre über Sexualität – ein Totalausfall seit den siebziger Jahren.

Aus einem Auszug aus dem Buch von Gabriele Kuby Missbrauch - Euer Herz lasse sich nicht verwirren, veröffentlicht in der Tagespost vom 6. Dezember 2018. Das Buch erschien mit einem Vorwort von Kardinal Gerhard Ludwig Müller im fe-medien-Verlag.


31. Dezember
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt über die berühmte kleine Weile vom 3. Sonntag nach Ostern habe ich auf der Heiligkeitsseite eingebettet, den Podcast über die Liebesethik auf der Seite mit seinem Text. Die Katholikentagskritik von Regina Einig Nur nicht ängstlich sein finden Sie auf der Seite zu den gesammelten Katholikentagsbeobachtungen.


31. Dezember
Nicolas-Sylvestre Bergier

Vor 300 Jahren, am 31. Dezember 1718, wurde in Darney (zwischen Straßburg und Dijon) der Theologe Nicolas-Sylvestre Bergier geboren. Er war einer der bedeutendsten Apologeten des 18. Jahrhunderts. Er verteidigte den Glauben gegen Voltaire, Holbach u.a. “Obschon an wissenschaftlicher Kraft und Bedeutung seinen Gegnern überlegen, vermochte er doch deren zerstörendem Einfluß wegen der damaligen revolutionären Zeitströmung nicht ausgiebig entgegenzuwirken” (LThK, 1. Auflage). Sein Hauptwerk, das auch ins Deutsche übersetzt wurde, ist der zwölfbändige Traité historique et dogmatique de la vraie religion. Bergier starb am 9. April 1790 in Verailles.


30. Dezember
Du bist der Mittelpunkt seiner Liebe

Meine Predigt von heute


30. Dezember
Michel Menot

Vor 500 Jahren, am 30. Dezember 1518, starb in Chartres im Alter von etwa 78 Jahren der Prediger Michel Menot OFMConv. Seine Predigten waren “volkstümlich packend, derb, anschaulich mit vielen treffenden französischen und lateinischen Sprichwörtern durchsetzt im damaligen Zeitgeschmack; sie wurden später einseitig und überstreng kritisiert, während seine Zeitgenossen ihn ‘os aureum’ nannten” (LThK, 1. Auflage).


29. Dezember
Tiefstes Schweigen hielt alles umfangen

Eine Predigt zum Sonntag in der Weihnachtsoktav.

Themen

Engel
Englandreise
Entmytholog.
Entweltlichung
Erbsünde
Erlösung
Erneuerung
Evangelien
Evangelisierung
Evangelisierung II
Evangelium
Evolution
Exegese
Exerzitien
Exkommunikation
Falschlehrer
Familie
Familiensynode
Fasten
Fegefeuer
Fellay B.
Felix culpa
Flüchtlinge
Frau
Frauendiakonat
Freiheit
Freiheit u. Gnade
Fremde Sünden
Freundschaft
FSSP
FSSP II
FSSPX
Fundamentalismus
Gebet
Geburt Jesu
Gehsteigberatung
Geistbraus
geistliches Leben
Gender
Genderideologie
Gender Mainstr.
Generalkapitel 06
Geschlecht
Glaube
Glauben
Glaubensjahr
Glaubensregel
Glaubensschild
Glossen
Gnadenstuhl
Gnadenvorschuss
Goa
Gold
Gott
Gott II
Gottesbegegnung
Gottesknecht
Gotteskrise
Grabeskirche
Guadalupe

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