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Ekklesiologie
Embryo
Emmaus

* * *

20. September
Boykott von Pro-Abortion-Companies

Studenten der Pro-Life-Bewegung in Amerika rufen zu einem Boykott von Firmen auf, die Abtreibung fördern.


20. September
Worum geht es?

In den letzten Wochen haben uns (...) Statistiken über die steigende Zahl von Kirchenaustritten nachdenklich gemacht und viele haben sich schockiert gezeigt über die mittelfristig drohenden rückläufigen Einnahmen. Was aber viel besorgniserregender ist als die Kirchenaustritte, das ist die rückläufige Praxis des sonntäglichen Gottesdienstbesuches (...) Es geht doch nicht in erster Linie ums Geld, sondern um den Glauben und um das Heil. Es geht nicht um den Erhalt einer Institution, sondern um das ewige Leben, für das Christus sein Leben hingegeben hat (...).
Wenn sich in der Kirche in Deutschland jetzt ein so genannter “Synodaler Prozess” formiert, so gibt es doch eigentlich nur ein Thema, das es lohnt gemeinsam bedacht zu werden (...): Wie kann der Glaube gestärkt werden? (...) Die von manchen geforderten Änderungen in der Praxis und Struktur der Kirche laufen darauf hinaus, dass sich die katholische Kirche ganz der evangelischen Kirche angleicht: Liberalisierung der Sexualmoral, Anerkennung homosexueller Partnerschaften, Synodalisierung der Kirchenleitung (im Sinne der “Demokratisierung”), Öffnung aller Ämter für Frauen und Funktionalisierung des geistlichen Amtes usw. Aber zeigt nicht der Blick auf die aus der Reformation hervorgegangenen Gemeinschaften, dass dies alles in keiner Weise zu einer Verlebendigung des kirchlichen Lebens (...) führt?

Aus der Predigt von Bischof Rudolf Voderholzer zur Messfeier am Hochfest Mariä Himmelfahrt in Rohr am 15. August 2019.


19. September
Die Absteiger des Jahres 2018

Dritter Teil

Die Aufsteiger des Jahres 2018 unter den kath-info-Artikeln habe ich schon bekanntgegeben. Es gibt auch das Umgekehrte. Welche Artikel haben die meisten Leser verloren? Das sagt natürlich nichts über die Qualität des Artikels aus, denn dieses Ranking ist kein Wertungsranking. Da die meisten Leser über Suchmaschinen auf kath-info kommen, sagt es lediglich etwas darüber aus, nach welchen Themen und Namen weniger gesucht wird und damit auch darüber, welche Regionen von kath-info mehr oder weniger unentdecktes Land sind, das zu entdecken sich aber trotzdem lohnen kann. Ich gebe die Top 30 unter den Absteigern wieder in drei Schritten bekannt. In der rechten Spalte wird die Anzahl der Plätze angegeben, um die die Seite im Vergleich zum Vorjahr gefallen ist.

Platz Die Absteiger des Jahres 2018
Die Top 30, Dritter Teil
gefallene Plätze
22

Volker Kapp: Sprache ist etwas Inkarnatorisches

134
23

Engelbert Recktenwald: Das Kreuz

126
23

Prosinger: Das soziale Königtum Jesu Christi und die Herrschaft des Kreuzes

126
25

Josef Bordat: Zu Benedikts Bacon-Kritik

123
25

Recktenwald: Über Toleranz

123
27

Johannes Jörgensen. Von "Luzifer" zu Franziskus

122
28

Sabatina James, Nur die Wahrheit macht uns frei

121
28

Die Gründung von San Ignacio Guazu

121
30

Anton Huonder: Pierre Joseph Marie Chaumonot SJ

120

Zu den Top20


18. September
Abenteuerliche Theologie

Von P. Engelbert Recktenwald

In einer polemischen Antwort auf Kardinal Gerhard Ludwig Müller macht sich der katholische Sozialethiker Gerhard Kruip Gedanken darüber, ob die Kirche in moralischen Fragen dazulernen kann. Er bringt zwar auch echte Argumente, etwa den Hinweis auf die Lehrentwicklung beim Thema Religionsfreiheit. Aber aus seiner Kernargumentation möchte ich ein Detail herausgreifen, das entlarvend ist und das einen ratlos fragen lässt: Hat es Theologie nötig, auf solche Methoden zurückzugreifen?

Um zu beweisen, dass jetzt schon die Kirche dazugelernt hat, stellt Kruip “Amoris Laetitia” dem Katechismus der Katholischen Kirche gegenüber. In AL heißt es, dass “die erotische Dimension der Liebe keineswegs als ein geduldetes Übel oder als eine Last” zu verstehen sei, sondern als ein “Geschenk Gottes”. Dem stellt er KKK Nr. 2352 entgegen, wonach der Genuss der geschlechtlichen Lust als “ungeordnet” und damit “unkeusch” angesehen wird, “wenn sie um ihrer selbst willen angestrebt” wird. Schaut man nach, dann entdeckt man, dass Kruip eine zweite Bedingung unterschlägt, die dort angegeben wird: “und [wenn die Geschlechtslust] dabei von ihrer inneren Hinordnung auf Weitergabe des Lebens und auf liebende Vereinigung losgelöst wird.” Es geht in diesem Abschnitt um die Definition der Unkeuschheit. Es geht also nicht, wie Kruip suggeriert, um eine Bewertung der erotischen Dimension der Liebe als solcher, sondern um die moralische Forderung, die Sexualität in eine von Gottes Ordnung vorgesehene Beziehung zu integrieren. Das ist es, was hier der sexuellen Lust um ihrer selbst willen entgegengestellt wird.

Die erotische Liebe als “Geschenk Gottes”: Ist das also etwas, das die Kirche erst unter Papst Franziskus hinzugelernt hat? Im KKK lesen wir ein Zitat von Pius XII., in dem er genau dasselbe behauptet: Wenn die Gatten die sexuelle Lust “anstreben und sie genießen”, nehmen sie das an, “was der Schöpfer ihnen zugedacht hat” (KKK 2362).

Fazit: Kruip manipuliert die Texte, um dort, wo völlige Übereinstimmung besteht, einen Gegensatz zu konstruieren und so den Anschein zu erwecken, dass die Kirche bereits jetzt auf dem besten Wege sei, ihre Lehre zu ändern, um die Homosexualität neu zu bewerten. Denn tatsächlich geht es ja bei dem, was Kruip ein Dazulernen nennt, um eine grundlegende Zurückweisung alles dessen, was die Kirche seit zwei Jahrtausenden über die Keuschheit und über die Sünden der Unkeuschheit wie praktizierte Homosexualität, Masturbation, künstliche Empfängnisverhütung, vorehelichen Geschlechtsverkehr geglaubt und gelehrt hat.

Zu solcher Manipulation gehört dann z.B. auch dieser Satz: “Nimmt man außerdem ernst, dass die Sexualität eben nicht nur die Funktion der Fortpflanzung hat, sondern ‘zwischenmenschliche Sprache’, ‘Ausdruck der Liebe’ ist, in der sich Menschen ‘in Ehrfurcht’ begegnen (AL 151), dann muss man doch auch darüber nachdenken, ob das nicht auch unter gleichgeschlechtlichen, sich liebenden Partnern möglich sein sollte.”

Dass die Sexualität nur die Funktion der Fortpflanzung habe, ist wiederum ein Strohmann-Argument, und die Rede von der Sexualität als “zwischenmenschlicher Sprache” und “Ausdruck der Liebe” ist gerade ein Grundzug der Theologie des Leibes des hl. Johannes Pauls II., die die bisherige Lehre nicht umgestürzt, sondern vertieft hat. Vielleicht sollten Theologen erst einmal dieser Theologie des Leibes lernend nach-denken, bevor sie auf fragwürdigen Bahnen manipulierend vor-denken.

An dieser Stelle also wieder dieselbe Taktik: Es wird ein Gegensatz konstruiert, der nicht da ist. Das ist dann die Ausgangsbasis, um zum großen Schlag auszuholen: Jene, die an der Lehre der Kirche festhalten, sehen sich dem Vorwurf Kruips ausgesetzt “Lernprozesse verhindern [zu] wollen und sich damit gegen den ‘Sensus fidelium’, gegen Papst Franziskus und letztlich gegen den Auftrag Jesu” zu stellen. In dieser Optik verwandelt sich Glaubenstreue in Ungehorsam und Widerstand gegen den Auftrag Jesu. Gehts noch abenteuerlicher?

Ist das also das theologische Niveau, aufgrund dessen das römische Lehramt der deutschen Universitätstheologie nach Meinung einiger Theologen folgen soll? Dann tut es um der wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit willen besser daran, es nicht zu tun.

Dieser Artikel erschien zuerst auf CNA Deutsch.


17. September
Eine Kuh ist kein Pferd

Für den Kölner Weihbischof Ansgar Puff ist das jüngste Schreiben [des Hl. Stuhls an Kardinal Marx] ein Anlass, sich mit der Kritik auseinanderzusetzen. Er hätte ohnehin dem Reformprojekt gerne einen anderen Namen gegeben, denn „eine Kuh bleibt schließlich eine Kuh, auch wenn einige Menschen beschließen, wir nennen dieses Tier jetzt einfach mal Pferd“. So bleibe „ein Partikularkonzil auch ein Partikularkonzil, auch wenn Bischöfe beschlossen haben, wir nennen das jetzt einfach mal ,Synodaler Weg‘“, argumentiert Puff in seinem täglichen Impuls bei DOMRADIO.DE.

Aus einer Meldung von Vatican News über einen Beitrag von Weihbischof Ansgar Puff im Kölner Domradio.


16. September
Übernatürliche Konfliktlösung

Meine Predigt von gestern.


16. September
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Mein Artikel Das Argumentationspotenzial der Langeweile wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Die Predigt über den Sturm auf dem See wurde in die Südseeseite eingebettet. Die treffende Bemerkung Christoph von Ritters über eine notwendige Willkommenskultur für die ungeborenen Kinder findet sich auf Seite über das Hör-Erleben des ungeborenen Kindes.


15. September
Unentwegt debattierend

Nebenbei bemerkt: Wie einladend, wie evangelisierend ist eine unentwegt debattierende Regionalkirche? Man kann in diesen Tagen nicht genug daran erinnern: Es ist die Berufung jedes Katholiken, des Klerikers wie des Weltchristen, für den Glauben der Kirche einzustehen, der Kirche des Herrn treu zu sein und die Perlen des Glaubens zu schützen und zu hüten. Wir sind zur Heiligkeit berufen – und nicht zur Verkündigung irgendwelcher Privatmeinungen. Wir sind nicht dazu berufen, die Kirche nach unseren Wünschen zu gestalten oder wegen nationaler Befindlichkeiten zu reformieren, sondern uns von der Kirche gestalten zu lassen.

Aus Thorsten Paprotny, Römische Post tut einfach gut


15. September
Kirchenpolitischer Missbrauch

Klerikale Macht weg, Frauenpriestertum, Abschaffung des Zölibat, wie auch immer geartete Anerkennung homosexueller Beziehungen und Anpassung der Sexualmoral. Das alles wie immer mit der einen oder anderen leichten Variante. Unterm Strich geht es um die partielle Dekonstruktion verbindlicher katholischer Lehre. Alles das wird postuliert in einer Form, die an Frechheit und Dreistigkeit kaum zu überbieten ist. Auslöser ist natürlich für alles der sexuelle Missbrauch durch Kleriker und damit der erneute, diesmal kirchenpolitische Missbrauch der Opfer.

Aus: Peter Winnemöller, Täglich grüßt das synodale Murmeltier.

Weitere Stimmen zum synodalen Weg.


14. September
Unterstellungen der übelsten Art

Daniel Deckers beklagt sich heute in einem FAZ-Kommentar darüber, dass Papst Franziskus die deutschen Bischöfe zurückpfeift, die sich anschickten, auf dem Synodalen Weg weltkirchliche Themen am deutschen Wesen genesen zu lassen. Einen päpstlichen Hinterhalt nennt er das. Dabei zieht er eine Parallele zu Johannes Paul II., der 1998 die Deutsche Bischofskonferenz zum Ausstieg aus der Schwangerenkonfliktberatung anwies. Damals hätten interessierte Kreise mit Falschinformationen über die Kirche in Deutschland und "Unterstellungen der übelsten Art" gearbeitet. In Wirklichkeit geschah der Ausstieg aufgrund von gewichtigen Argumenten, die u.a. von Robert Spaemann ausführlich in der FAZ vorgetragen worden waren. Hier ist es nun Daniel Deckers selber, der mit Unterstellungen arbeitet und zudem seine eigene Zeitung in übles Zwielicht stellt.


14. September
Von Greta lernen

Synodaler Weg? Greta machts besser. Mein neuester Podcast.


14. September
Sorglos wie die Vögel des Himmels

Eine Predigt zum 14. Sonntag nach Pfingsten.


13. September
Spaemann-Reihe in der Tagespost

Die Tagespost hat mit mir als Autor eine neue Credo-Reihe zum Thema “Denken und glauben mit Spaemann” begonnen. Die erste Folge erschien gestern (S. 16). Leider hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen und den letzten Satz verstümmelt. Vollständig lautet er: “Wir wollen uns in zwangloser, unsystematischer Folge von den Einsichten, die wir in seinen Werken finden, für unser Denken und Glauben inspirieren lassen.”


13. September
Christkönigstreffen

Am letzten Oktoberwochenende spricht Torsten Hartung auf dem Christkönigstreffen der CKJ in der Eifel über seinen Weg “Vom Mörder zum Menschenretter”.


13. September
Synodaler Weg: Statt Bekehrung Änderung der Sexualmoral

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterovic, ermahnte die Bischöfe [auf der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Lingen im März 2019] in seinem Grußwort: “Die Skandale des Missbrauchs von Minderjährigen sind eine Herausforderung auch für die Theologie, vor allem für die Moraltheologie. Sie sollte zum Beispiel vertieft die zehn Gebote reflektieren und sich dabei der Beziehung von Freiheit und Verantwortung der menschlichen Person bewusst bleiben, die von Gott gerufen ist, auf dem Weg zur Heiligkeit immer weiter voranzuschreiten, denn dieses Ideal soll jeder Christ anstreben und erreichen. Es ist also nötig, immer wieder zu bekräftigen, dass alle Christen zur Heiligkeit berufen sind, wie das Zweite Vatikanische Konzil daran erinnert, dass die Kirche heilig ist, jedoch aus Sündern besteht, die zur Bekehrung und Heiligkeit gerufen sind (vgl. LG, Kap. V).” Demgegenüber klingt die Zielsetzung die Kardinal Marx im Abschlussbericht vorlegt, irritierend und beunruhigend: “Die Sexualmoral der Kirche hat entscheidende Erkenntnisse aus Theologie und Humanwissenschaften noch nicht rezipiert...”

Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel in ihrem Editorial zur Juni-Ausgabe von Kirche heute.


12. September
Nicht unsere Kirche

Die Kirche ist nicht unsere Kirche, sondern Seine Kirche, die Kirche Gottes. Der Knecht muß Rechenschaft ablegen, wie er mit dem Gut umgegangen ist, das ihm anvertraut wurde. Wir binden die Menschen nicht an uns; wir suchen nicht Macht, Einfluß, Ansehen für uns selber. Wir führen die Menschen zu Jesus Christus und so zum lebendigen Gott. Damit führen wir sie in die Wahrheit und in die Freiheit, die aus der Wahrheit kommt.

Papst Benedikt XVI. in seiner Predigt heute vor zehn Jahren, am 12. September 2009, während der Weihe von fünf Bischöfen im Petersdom.


12. September
Es gibt nirgends ein Frauenpriestertum

Der oft vorgebrachte Einwand, was bei den bibeltreuen Protestanten möglich sei, nämlich das Priestertum der Frau, das müsse doch auch in der katholischen und orthodoxen Christenheit möglich sein, beruht auf schlichter Unkenntnis. Es gibt nirgendwo in der Christenheit ein Priestertum der Frau; auch bei den Protestanten nicht; denn Protestanten kennen überhaupt kein Christus gegenüber der Gemeinde repräsentierendes Priestertum; bei den Protestanten gibt es kein Sakrament des Ordo. Für Martin Luther ist bekanntlich jede Frau und jeder Mann, der, aus der Taufe gekrochen ist, bereits Papst, Bischof und Priester.

Der Theologe Karl-Heinz Menke im Interview mit dem Domradio am 11. September 2019.


10. September
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

68. Folge

1. Beginnen wir mit der Heiligkeit. Wenn viele Väter dem Sinne nach und manche gelehrte Theologen, wie Petavius, Lessius, Thomassin, ausdrücklich behaupten, der Heilige Geist sei in gewissem Sinne die “causa formalis” der Heiligkeit in den Kreaturen, so wird damit die uns als Beschaffenheit inhärierende Heiligkeit nicht ausgeschlossen; auch wird nicht behauptet, daß der Heilige Geist mit dieser Beschaffenheit identisch sei; vielmehr wird ausdrücklich das Gegenteil gelehrt. Die Heiligkeit als reale Beschaffenheit unserer Seele ist die übernatürliche Reinheit und Güte, durch die sie ein Abbild von der Heiligkeit der göttlichen Natur wird. Für die Eingießung dieser Heiligkeit wird der Heilige Geist teils durch Aneignung, teils durch Proprietät als die wirkende und Ideal-Ursache bezeichnet. Diese Beschaffenheit ist zugleich eine Disposition für die Aufnahme des Heiligen Geistes als unseres überaus heiligen Gastes, und die Seele heißt daher ihretwegen auch in der Weise heilig, wie wir eine Kirche heilig nennen, wenn sie durch heiligen Schmuck und den Segen des Bischofs für die Feier und die Aufnahme des heiligen Sakramentes vorbereitet ist: Wie aber die so schon heilige Kirche durch die Einkehr des Allerheiligsten abermals geheiligt. wird, so wird auch die durch den Gnadenschmuck schon heilige Seele abermals geheiligt durch die Einwohnung des Heiligen Geistes, durch den Heiligen Geist selbst, mit dem sie verbunden ist, dem sie angehört und der sich ihr geschenkt hat. So sagen ja auch die Theologen, daß die Menschheit Christi formell nicht nur heilig sei durch die ihr inhärierende Beschaffenheit der Heiligkeit, sondern auch durch die ungeschaffene Heiligkeit des Logos, dem sie angehört. Obgleich nun in unserem Falle die besagte Einwohnung des Heiligen Geistes in der Wirklichkeit mit der heiligmachenden Gnade selbst gegeben ist, so läßt sie sich doch davon unterscheiden, und so dürfen und müssen wir hier die Heiligkeit der Weihe von der Heiligkeit der Beschaffenheit als einen ganz besondern Vorzug unterscheiden. Auf ähnliche Weise müssen wir die erstere von der letzteren unterscheiden, wie wir in Gott Vater und Sohn anders heilig nennen durch die ihnen inhärierende Heiligkeit, welche sie dem Heiligen Geiste geben, und anders durch den Heiligen Geist selbst, den sie als von ihnen ausgehende Heiligkeit besitzen. Wie der Heilige Geist aus der Heiligkeit des Vaters und Sohnes ausgeht, aber eben dadurch auch ihnen eigen bleibt: so geht er in die uns geschenkte Heiligkeit durch seine Einwohnung mit hinein, wird auch uns eigen, nicht als inhärierende Beschaffenheit, sondern als innewohnende Person.

Diese Heiligkeit der Weihe findet, wie schon angedeutet, ebensowohl dadurch statt, daß der Heilige Geist als Besitztum und Schatz, als dadurch, daß er als Gast und Eigentümer in unsere Seele sich niederläßt. Denn das Gefäß, das einen heiligen, kostbaren Schatz bewahrt, wird dadurch nicht minder heilig als das Haus, in welches ein heiliger, erhabener Gast einkehrt, um es in Besitz. zu nehmen. -

2. Auf ähnliche Weise, wie der Heilige Geist, hypostatisch als Gabe und Besitzer in uns wohnend, uns heiligt, macht er uns auch zu Kindern, zu Adoptivkindern Gottes. Er tut dies zwar schon dadurch, daß er als Kanal die übernatürliche Gnade und Liebe in unsere Herzen ausgießt und so gleichsam in unserer Seele sein göttliches Leben fortführt; sagt doch der Apostel: “Die vom Geiste Gottes getrieben (beseelt) werden, die sind Kinder Gottes” (Röm 8, 14). Ja gewöhnlich denken wir bei der Kindschaft zunächst nur so viel, daß der Mensch der Beschaffenheit und Gesinnung seiner Seele nach Gott auf übernatürliche Weise gleichförmig werde und so Abbild der göttlichen Natur und des göttlichen Lebens in sich trage.

Daß die der Seele inhärierende Gnade und Liebe hinreiche, den Menschen zum Adoptivkinde Gottes zu machen, kann niemand mit Fug und Recht leugnen. Wohl aber darf und muß man sagen, daß. die Gnade und Liebe nicht bloß insofern, als sie die Seele Gott gleichförmig machen, sondern auch dadurch, daß sie den eigenen Geist Gottes zum Eigentum und innersten Besitztum der Seele machen, die Würde der Kinder Gottes konstituieren. Der Besitz und die Einwohnung des Heiligen Geistes gibt eben dieser Würde ihren höchsten Glanz und Wert. Denn gerade dadurch werden wir dem natürlichen Sohne Gottes am meisten ähnlich, daß wir nicht bloß ihm gleichförmig sind, sondern auch denselben Geist persönlich in uns besitzen, den er besitzt; ebenso erscheint unsere Verbindung mit dem himmlischen Vater darin am glänzendsten, daß er seinen eigenen Geist in uns niedergelegt hat. Daher nennt der Apostel den Heiligen Geist den “Geist der Adoption zur Kindschaft, in dem wir rufen: Abba, Vater” (Röm 8, 16), d. h. den Geist, wodurch sowohl unsere Adoption bewirkt, als auch das durch sie hervorgerufene Verhältnis der Kindschaft konstituiert oder vielmehr besiegelt wird. Denn an einer andern Stelle sagt derselbe Apostel: “Weil ihr Kinder seid (und vollkommene Kinder sein sollt), sandte Gott (um diese Würde und dieses Verhältnis zu krönen und zu besiegeln) den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der da ruft: Abba, Vater” (Gal 4,4). Die Einwohnung des Heiligen Geistes besiegelt nämlich in uns auf ähnliche Weise das Verhältnis der Adoptivkindschaft, wie der Ausgang desselben von Vater und Sohn das Verhältnis der natürlichen Sohnschaft krönt und vollendet. Die Einwohnung selbst nennt der Apostel daher auch geradezu eine Besiegelung durch den Heiligen Geist: “Ihr seid besiegelt mit dem Heiligen Geiste der Verheißung, der das Pfand unserer Erbschaft ist” [63].

Anmerkungen:

[63] Eph 1, 13.14. Unter dem Siegel des Heiligen Geistes kann man auch den Abdruck desselben in unserer Seele, die “caritas” und die “gratia”, verstehen, wovon früher die Rede war; in ganz besonderer Weise ist dies ferner der sakramentale Charakter, der uns als zur Gnade berufene Glieder Christi kennzeichnet und auszeichnet. An dieser Stelle scheint aber der Apostel den Heiligen Geist selbst in seiner Verbindung mit der begnadeten Seele als Siegel zu betrachten, da er nicht sagt, daß wir vom Heiligen Geiste oder durch den Heiligen Geist, sondern mit ihm besiegelt seien, und überdies seine Aussage darauf stützt, daß der Heilige Geist in seiner Person das Pfand (die “arrha”) unserer Erbschaft sei

Wird fortgesetzt


9. September
Bill Hayden

Vor einem Jahr, am 9. September 2018, ließ sich im Alter von 85 Jahren der australische Politiker und prominente Atheist Bill Hayden in der katholischen Marienkirche in Ipswich bei Brisbane von Father Peter Dillon taufen und in die katholische Kirche aufnehmen.


6. September
Personalpfarrei

Vor einem Jahr, am 8. September 2018 wurde eine neue Personalpfarrei für die Petrusbruderschaft errichtet: die Pfarrei hl. John Fisher in Reading, Großbritannien, durch Bischof Eagan von Portsmouth. Es ist die vierte Personalpfarrei der Petrusbruderschaft in Europa.


6. September
Joseph König

Vor 200 Jahren, am 7. September 1819, wurde in Hausen, Hegau, der Exeget und Historiker Joseph König geboren. Er lehrte seit 1854 in Freiburg im Breisgau, veröffentlichte eine Theologie der Psalmen und forschte zur Geschichte von Stadt und Erzdiözese Freiburg. In Freiburg starb er am 22. Juni 1900.


6. September
Markus Stefan Körösi, Melchior Grodziecki, Stefan Pongracz

Vor 400 Jahren, am 7. und 8. September 1619, starben im slowakischen Kaschau die drei Märtyrer Markus Stefan Körösi, Melchior Grodziecki SJ und Stefan Pongracz SJ. Körösi war Kroate, Grodziecki Pole, Pongracz Ungar. Alle drei waren Priester. Sie fielen in die Hände von Calvinisten und sollten ihrem katholischen Glauben abschwören. Weil sie dazu nicht bereit waren, wurden sie so sehr gefoltert, dass sie an den Folgen der Folter starben. 1905 wurden sie selig-, 1995 heiliggesprochen.


5. September
Revolte aus dem Establishment

Es ist ein Zeichen der Krise der Kirche, dass die Strukturen nicht nur keinen Widerstand gegen die Revolte mehr leisten, sondern selber Bestandteil der Revolte werden. Wer sich, wie es Pfarrer Heck aus Frost getan hat, der Revolte widersetzt, muss mit Sanktionen aus den Strukturen heraus rechnen.

Aus: Peter Winnemöller, Die Kirche sturmreif schießen, kath.net vom 2. September.


5. September
Edmund Bonner

Vor 450 Jahren, am 5. September 1569, starb in London im Alter von ca. 70 Jahren Edmund Bonner, der letzte katholische Bischof von London. Als Diplomat Heinrichs VIII. (König von England 1509-1547) förderte er zunächst dessen schismatische Politik. 1539 wurde er Bischof von London. “Als Bonner gegen die Änderungen der Lehre und Liturgie unter Eduard VI. (1547-1553) auftrat, wurde er seines Amtes enthoben und eingekerkert. Von Maria I. 1553 wieder in sein Amt eingeführt, nahm er eine führende Stellung in der katholischen Restauration und beim Vorgehen gegen die Protestanten ein. Unter Elisabeth I. 1559 erneut seines Bischofssitzes beraubt, starb er im Kerker von Marshalsea. Der Beiname bloody wurde ihm ungerechterweise zuteil. Freimütig, oft rauh und arrogant, war er jedoch von Natur nicht grausam. In Reue über seine schismatische Betätigung trug er seine letzten Jahre im Kerker mit Würde” (H. O. Evennett im LThK, 2. Auflage). Über die blutige Katholikenverfolgung informiert ausführlich das große Werk von Joseph Spillmann.


4. September
Dina Bélanger

Vor 90 Jahren, am 4. September 1929, starb die selige Dina Bélanger. Sie war eine Mystikerin, der Gott Visionen über das Priestertum und den Himmel schenkte.


4. September
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Predigt Hingabe statt Abgabe ist auf der Seite mit dem Brief an den Freund, der nicht mehr an die Liebe glaubt eingebettet, jene über die Liebe, die nicht blind macht, auf der Seite über das apostolische Herz. Die treffende Bemerkung von Bischof Voderholzer über den Zölibat (Noch nie so wichtig!) habe ich dem Aufsatz Die Krise des priesterlichen Zölibats im Licht der Geschichte von P. Gabriel Baumann hinzugefügt.


4. September
Wolfhart Pannenberg

Vor fünf Jahren, am 4. September 2014, starb in München im Alter von nicht ganz 86 Jahren der evangelische Theologe Wolfhart Pannenberg. 1997 gab er das ihm verliehene Bundesverdienstkreuz Erster Klasse zurück aus Protest gegen die Verleihung dieses Ordens an die evangelischen Theologen Herta Leistner und Eduard Stapel, die für Gleichberechtigung homosexueller Lebensgemeinschaften in Kirche und Gesellschaft kämpften.


3. September
Monatsranking August 2019

Platz Monatsranking August 2019
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 660 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Zitatensammlung

+/- 0
2

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+ 1
3

Raimund Klesse: Der Todeswunsch aus psychiatrischer Sicht

+ 2
10

Der Streit um das Konzil

+ 2
20

Renate Krüger: Die „Hymnen an die Kirche“ Gertruds von le Fort

+ 91
30

Über Handkommunion

- 8
40

Urs Keusch: Kein Strom für schlechtes Reden!

- 23
50

C. S. Lewis und Narnia

+ 12
60

Andreas Wollbold: Die Auferstehung der Toten

- 16
100

Eduard Kamenicky: Hebe den Stein auf ...

- 20

Zum Ranking der Vormonate


2. September
Christkönigsjugend

Vor 30 Jahren, am 2. September 1989, wurde in Wigratzbad die CKJ gegründet.


2. September
Michel Le Tellier

Vor 300 Jahren, am 2. September 1719, starb in La Flèche im Alter von 75 Jahren der Theologe Michel Le Tellier SJ. Er dozierte in Paris Philosophie und Exegese, bekämpfte die Jansenisten, war Provinzial der Pariser Jesuitenprovinz, Mitbegründer der wissenschaftlichen Monatszeitschrift Mémoires de Trevoux und war Beichtvater des Sonnenkönigs. Sein Werk, in dem er die von den Jesuiten betriebene Akkomodation in der Chinamission verteidigte, kam auf den Index.


1. September
Berufen in die Herrlichkeit

Meine Predigt von heute.


31. August
Der barmherzige Samariter

Zum morgigen zwölften Sonntag nach Pfingsten kann ich zwei Predigten anbieten, beide über das Gleichnis vom barmherzigen Samariter: Predigt 1 und Predigt 2.


31. August
Das Zitat

Die geistliche Freude ist der Grundzug einer Seele, die sich Gott völlig hingeschenkt hat. Es ist der Glanz der Liebe, es ist die Blüte der Barmherzigkeit, es ist das Verzücktsein dessen, der liebt, in Dem, der geliebt wird. Es ist etwas ganz Himmlisches, das aus dem Herzen Gottes in das Herz des Menschen einfließt und des Menschen Herz zum Herzen Gottes emporträgt. Die Freude gibt der Seele etwas Leichtes und Beflügeltes. Sie hebt sie über die Erde hinaus, über Prüfungen und Leiden und lässt sie ganz in Gott schweben.

Maria von Jesus Mercier, Gründerin des Karmels von Paray-le-Monial (1853-1917)


30. August
Genderideologie: Welches Netzwerk?

Helmut Kentler operierte in einem pädosexuellen Netzwerk, das bis zur Odenwaldschule, zu pro familia und zum Kinderschutzbund reichte. Er versuchte unter anderem die Forderung nach Abschaffung der Strafrechtsparagrafen 174 (sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen) und 176 (sexueller Missbrauch von Kindern) in der Politik durchzusetzen. In Berlin hat er mit finanzieller Unterstützung des Senats obdachlose männliche Jugendliche gezielt in die Obhut verurteilter pädophiler Männer geschickt, von denen sie dann missbraucht wurden. Kentlers unheilvolles Wirken wird inzwischen in Studien zur pädophilen Verstrickung der Grünen Partei und der Berliner Senatsverwaltung wissenschaftlich aufgearbeitet. Die von ihm konzipierte Sexualpädagogik ist allerdings weiter im Einsatz.
Kentlers Meisterschüler heißt Uwe Sielert. Die beiden waren eng befreundet. Sielert ist Mitbegründer des heute führenden Instituts für Sexualpädagogik Dortmund und arbeitete von 1989 bis 1992 bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) in Köln. Er beruft sich noch heute ganz offiziell auf Kentlers emanzipatorische Sexualpädagogik. Sielert nennt in seinen Aufsätzen als wünschenswerte Ziele sexualpädagogischer Arbeit ein aktives Eintreten für die „Vielfalt der sexuellen Orientierung“, das heißt für andere als heterosexuelle Orientierungen, sowie die völlige Dekonstruktion, das heißt die Totalvermeidung einer eindeutigen Geschlechtsidentitätszuordnung. Heterosexualität, Kernfamilie und Generativität (...) will Sielert „entnaturalisieren“. Er behauptet, wenn Pädagogik den Schülern auf irgendeine Weise nahelege, heterosexuell und in Kernfamilien mit leiblichen Kindern zu leben, könne dies eventuell deren Möglichkeit zur selbstbestimmten Lebensführung einschränken.

Aus einem Vortrag (dem Redemanuskript) von Hedwig von Beverfoerde auf der „Vierten Vollversammlung der wahren Schwarmintelligenz“ am 24. August 2019 in Berlin.
Wie verhält sich die katholische Kirche in Deutschland dazu? Statt über diese Ideologie aufzuklären, beteiligt sie sich an deren Leugnung (so etwa durch Regina Heyder) oder Verharmlosung und fällt sogar den Aufklärern in den Rücken, indem sie Kritik an der Genderideologie als Zeichen von Rechtspopulismus brandmarkt (so in der vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz herausgegebenen Broschüre Dem Populismus widerstehen, Arbeitshilfe zum kirchlichen Umgang mit rechtspopulistischen Tendenzen, cf mein Hinweis darauf schon an dieser Stelle).


29. August
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Predigt über den Fluch des Unkrautsammelns habe ich in die Unkrautseite, die über unseren Coach in die Schwesterseite eingebettet. Die beiden treffenden Zitate von Joachim Schroedel und Stan Fortuna über die Kirche finden wir bei Rademacher.


29. August
Rose Philippine Duchesne

Vor 250 Jahren, am 29. August 1769, wurde in Grenoble die hl. Rose Philippine Duchesne RSCJ geboren. 1804 trat sie in die Gesellschaft vom Heiligsten Herzen Jesu ein, die vier Jahre zuvor von der hl. Sophie Barat (1779-1865) gegründet worden war (und zu der im 20. Jahrhundert Isa Vermehren gehörte). 1817 wurde sie in die USA gesandt, wo sie mehrere Niederlassungen gründete und ab 1840 als Missionarin bei den Indianern in Sugar Creek wirkte. Sie starb 18. November 1852 in St. Charles, Missouri. 1940 wurde sie selig-, 1988 heiliggesprochen.


26. August
Für Österreich beten

In Österreich haben gläubige Katholiken eine unterstützenswerte Initiative zum Gebet für Politiker gestartet. Jeder kann mitmachen und sich auf dieser Website zur Teilnahme anmelden.


26. August
Das Viganozeugnis

Vor einem Jahr, am 26. August 2018, veröffentlichte Erzbischof Carlo Maria Viganò sein erschütterndes Zeugnis. Das Interesse an der Aufklärung der darin aufgeworfenen Fragen hielt sich seitens einschlägiger Theologenkreise in Grenzen, während umgekehrt deren Kritik an der Kritik des emeritierten Papstes an den 68er kaum eine Grenze kannte. Es scheint Theologen zu geben, deren Aufklärungsinteresse in Sachen kirchlicher Missbrauchsskandale in dem Maße wächst, wie sich diese zur Instrumentalisierung ihrer Reformagenda missbrauchen lassen.


25. August
Die Heilung des Taubstummen

Meine Predigt von heute.


24. August
Die Ungerechtigkeit Gottes

Zum morgigen elften Sonntag nach Pfingsten kann ich zwei Predigten anbieten: Das Zeugnis, an dem alle Versuche der Entmythologisierung scheitern, und Er hat alles wohl gemacht.


24. August
Zeuge des Evangeliums

Der Bischof hat die Lehre der Kirche zu vertreten. Er stellt diese nicht zur Disposition. Ja, von einem Bischof erwarten wir noch immer – auch und gerade heute –, dass er nicht seine Privatideen verkündet oder geschmeidig sich gängigen Meinungen anpasst, sondern Zeuge des Evangeliums und Nachfolger der Apostel ist.

Aus: Thorsten Paprotny, Der "Synodale Weg" – eine Chance für die Neuevangelisierung?

Schon Pius XI. hatte im erwähnten Rundschreiben Non abbiamo dem Begriff der Gewissensfreiheit eine positive Bedeutung gegeben. Für sie kämpfe die Kirche den guten Kampf. Zwar ist hier der Gedanke, dass die Gewissensfreiheit dem einzelnen Menschen unabhängig von seiner Religionszugehörigkeit zukommt, noch nicht ausgesprochen, aber bereits sechs Jahre später rief derselbe Papst in Divini Redemptoris


22. August
Das größte Geschenk

Der Film Das größte Geschenk feiert am 18. Oktober in München im Rio Filmpalast seine Deutschlandpremiere. Regisseur Juan Manuel Cotelo wird anwesend sein und für Gespräche zur Verfügung stehen, ebenso am 20. Oktober in Köln, wo der Film im Cineplex gezeigt werden wird.


22. August
Strukturen der Sünde

Erlebt die Kirche vielleicht gerade eine historische Transformation? Eine Dynamik der neuen Zusammengehörigkeit und Glaubenstreue – wider einer Pastoral der nationalen Sonderwege und Kompromisse? Im Zeitalter der Globalisierung muss sich kein Katholik mehr mit lokalen Hirtenworten zufrieden geben, wenn deren katholische Substanz auf Miniaturgröße geschrumpft ist. Dort, wo die „Strukturen der Sünde“ ein nationales kirchliches System so prägen, dass eine authentische katholische Verkündigung und Binnenkultur nahezu verunmöglicht wird, darf der individuelle Gläubige die Hirten, an denen er sich persönlich orientieren möchte, in Übereinstimmung mit seinem Gewissen frei wählen.

Stefan Meetschen im Leitartikel der Tagespost von heute.


21. August
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Predigt Gebt dem Teufel nicht Raum ist in die Unterscheidungsseite eingebettet worden. Die Kurzvorstellung von Georg Mays Buch 300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie findet sich auf der Rezensionsseite zu Sheeds Theologie für Anfänger. Den bemerkenswerten Tweet des australischen Weihbischofs Richard Umbers über die Zukunftsfähigkeit des überlieferten Ritus ist auf die einschlägige Themenseite verschoben worden (ganz unten).


21. August
Solidaritätstag für verfolgte Christen

Am Sonntag, den 15. September, veranstaltet Kirche in Not in Augsburg wieder den jährlichen Solidaritätstag für verfolgte Christen. Er beginnt um 15 Uhr im Haus St. Ulrich.


19. August
Walter Thirring

Vor fünf Jahren, am 19. August 2014, starb in seiner Geburtsstadt Wien im Alter von 87 Jahren der Naturwissenschaftler Walter Thirring. Er war einer der großen Physiker, die noch Albert Einstein persönlich kannten. Er arbeitete u.a. mit Erwin Schrödinger, Werner Heisenberg und Wolfgang Pauli zusammen und verfasste unter vielen anderen bahnbrechenden Arbeiten das Standardwerk Lehrbuch der Mathematischen Physik I-IV (1977–1980), über das geurteilt wurde: “Die Informationsdichte und die Fülle tiefer Einsichten in diesem Werk ist atemberaubend. Sie wird noch für viele Generationen ein Goldstandard der mathematischen Physik bleiben” (Jakob Yngvason im Nachruf der Universität Wien).
Im Buch Kosmische Impressionen: Gottes Spuren in den Naturgesetzen geht er Grenzfragen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften nach und sieht - ähnlich wie Francis S. Collins und Richard Swinburne - in der Feinabstimmung des Kosmos ein starkes Indiz für die Existenz Gottes. Von Thirring war Kardinal Schönborn inspiriert, als er am 7. Juli 2005 in der New York Times die atheistische Konzeption der Evolutionstheorie kritisierte und dadurch weltweit heftige Polemik seitens aggressiver Atheisten und philosophisch ungebildeter Naturwissenschaftler provozierte.


17. August
Der sichere Lottogewinn

Eine Predigt zum morgigen 10. Sonntag nach Pfingsten.


17. August
Das Zitat

Wer den Frieden erwirbt und in seinem Herzen bewahrt, um den herum werden Tausende Rettung finden und zum Heil gelangen.

Seraphim von Sarow


5. August
Morlinobrief

Vor einem Jahr, am 18. August 2018, veröffentlichte Bischof Robert C. Morlino von Madison seinen Brief an die Gläubigen über den anhaltenden sexuellen Missbrauch in der Kirche. Die Aufrichtigkeit, mit der er dieses Krebsgeschwür in der Kirche wahrnimmt, und der Mut, mit dem er die nötigen praktischen Konsequenzen daraus zieht, könnten als Vorbild für den synodalen Weg in Deutschland dienen - wenn man nur wollte.


5. August
Benedikt ist besser informiert

Wenn Wolf, Striet und andere Vertreter der Theologen-Zunft keinerlei Zusammenhang zwischen gesellschaftlich-kulturellen Entwicklungen und der Zunahme sexuellen Missbrauchs in und außerhalb der Kirche sehen können oder wollen, dann offenbaren sie genau jene fahrlässige Ignoranz und ideologische Verbohrtheit, die sie ihrem Gegenüber meinen vorwerfen zu müssen. Man muss Benedikts Ausführungen gewiss nicht in allen Einschätzungen teilen, eines aber wird man festhalten dürfen: Im Blick auf die genannten Zahlen, Daten und Fakten erweist sich der 92-jährige Benedikt erheblich besser informiert als seine besserwisserischen Kritiker.

Aus: Dominikus Kraschl, „Binsenwahrheit: Es hat zu allen Zeiten sexuelle Übergriffe gegeben“

Weitere Infos zum Thema


5. August
Savina Petrilli

Vor 150 Jahren, am 15. August 1869, legte die selige Savina Petrilli (1851-1923) in Siena in der von ihr gegründete Kongregation der Schwestern der Amen von der hl. Caterina von Siena ihre Ordensprofess ab. Als sie starb, hatte sich die Kongregation bereits über drei Kontinente ausgebreitet mit 500 Schwestern in 52 Häusern. Ordensziel ist das Apostolat an der verwahrlosten Jugend und den Kranken. Am 24. April 1988 wurde Savina Petrilli seliggesprochen.


4. August
Reinhard Lauth

Vor 100 Jahren, am 11. August 1919, wurde im rheinländischen Oberhausen der Philosoph Reinhard Lauth geboren. Seit 1954 lehrte er in München. Kirchenpolitisch war er Traditionalist, philosophisch Anhänger und international anerkannter Experte und Herausgeber der Werke Fichtes (eine anregende, für manche auch anstößige Kombination). Seine Vorlesungen über Transzendentalphilosophie hinterließen bei seinen Hörern einen tiefen Eindruck. Zu seinen Studenten gehörten die späteren Patres Franz Schmidberger, Klaus Wodsack, Michael Wildfeuer und Franz Prosinger. Auch Jörg Splett wurde von ihm inspiriert: “Reinhard Lauth verdanke ich die Ergänzung der ‘Evidenz’ durch die ‘Sazienz’ (vom mittellateinischen ‘sacire’ = Ergreifen, noch in ‘saisir’ erhalten): dem Aktiv wie Passiv voranzustellen ist das Medium des Sich-ergreifen-Lassens.” Am 23. August 2007 starb er in München.


4. August
Eustáquio van Lieshout

Vor 100 Jahren, am 10. August 1919, wurde in Ginneken (Bavel) der selige Eustáquio van Lieshout (1890-1943) zum Priester geweiht. Der mit der Gabe der Heilungen begnadete Niederländer kam 1925 nach Brasilien, wo er ungezählte Menschen bekehrte. Am 15. Juni 2006 wurde er seliggesprochen.


4. August
Manuel Medina Olmos

Vor 150 Jahren, am 9. August 1869, wurde im spanischen Lanteira der Märtyrer Manuel Medina Olmos geboren. 1891 zum Priester geweiht, wurde er 1928 zum Bischof von Guadix ernannt. Seine besondere Sorge galt den Armen. Zusammen mit Bischof Diego Ventaja Milan von Almeria wurde er im Spanischen Bürgerkrieg am 5. August 1936 gefangengenommen und am 30. August in der Schlucht El Chisme nahe Vícar bei Almería ermordet. Bei Bischöfe wurden am 10. Oktober 1993 zusammen mit sieben Schulbrüdern, die ebenfalls der Märtyrertod erlitten, seliggesprochen.


3. August
Der ungerechte Verwalter

Eine Predigt zum morgigen achten Sonntag nach Pfingsten.


3. August
Albert Werminghoff

Vor 150 Jahren, am 3. August 1869, wurde in Wiesbaden der Historiker Albert Werminghoff geboren. Er lehrte als Professor in Königsberg und Halle. “Seine zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten bekunden seine große Gelehrsamkeit wie seinen unermüdlichen Fleiß und sind voller Anregungen. Sein bedeutendstes Quellenwerk sind die beiden Bände der karolingischen Konzilien in den Monumenta Germaniae (1904/08); sein bisher unerreichtes darstellendes Werk ist seine Verfassungs-Geschichte der deutschen Kirche im Mittelalter (1905, 21913)” (LTthK, 1. Auflage, 1938). Werminghoff starb am 2. Februar 1923 in Halle.


1. August
NkF

Die Neue katholische Frauenbewegung, die am 14. Juni in Ingolstadt gegründet wurde, hat seit kurzem eine eigene Internetpräsenz.


1. August
Mark Gabriel

Vor 25 Jahren, im August 1994, fand Mark Gabriel zum Glauben an Christus. Er war ursprünglich Muslim, Professor an der Kairoer Al-Azhar-Universität, die eine große Autorität im sunnitischen Islam genießt. Am 17. Dezember 1991 wurde er von seinem Posten abgesetzt, weil er nicht mehr an den Koran glauben konnte. Kurz darauf wurde er von der Geheimpolizei entführt und gefoltert. 1994 verließ er Ägypten. Er ist Verfasser des Buches Islam und Terrorismus, in dem er den religiösen Wurzeln des islamistischen Terrors nachgeht.


31. Juli
Die Zahlen bestätigen Benedikt

Die Erhebungen der Klasnic-Kommission, die in Österreich die kirchlichen Missbrauchstaten aufgearbeitet hat, bestätigt die Ursachenanalyse von Papst Benedikt: “Betreffend den Zeitraum der Vorfälle (jeweils Beginn) kann eine eindeutige Konzentration auf den 1960er und 1970er Jahren ausgemacht werden” (Zwischenbericht von 2012, S. 31). Darauf macht Dr. Christian Behrendt in einem Leserbrief an die Tagespost vom 27. Juni 2019 aufmerksam. Nach dem Stand der Aufarbeitung von 2019 begannen gerade einmal 14 % der Missbrauchsfälle vor 1960 (ab 1940), während in den 60er und 70er Jahren, also in dem Zeitraum, in dem der Geist der 68er wirksam war (in Österreich seit 1962), 67,9 % der Missbrauchsfälle begannen.

Das Gleiche gilt die Entwicklung in den USA. Der Jay Report von 2011 The Causes and Context of Sexual Abuse of Minors by Catholic Priests in the United States, der die Jahre von 1950 bis 2010 erfasst, bestätigt ebenfalls Benedikts Analyse, wenn es dort heißt: „Während der hier beobachteten Periode wuchs die jährliche Angabe von Fällen sexuellen Vergehens durch Priester fortwährend bis zur Kulmination in den späten 1970ern bis zu den frühen 1980ern” (Paul Josef Cordes, Ein Alarmruf, Tagespost vom 25. Juli 2019).

Damit ist sowohl die Kritik von Kardinal Schönborn wie auch die einschlägige Polemik von Magnus Striet gegen den emeritierten Papst erledigt.


31. Juli
Das Zitat

Es gibt nichts Unnützeres als einen Christen, der sich nicht bemüht, andere Menschen zu retten. Sage nicht: Es ist mir unmöglich, andere zu beeinflussen. Wenn du wirklich Christ bist, sollte es unmöglich sein, dass nichts geschieht.

Hl. Johannes Chrysostomus


30. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Predigt Ist Gott geizig? wurde in die Barmherzigkeitsseite eingebettet. Mein Artikel Wenn der Inhalt stört findet sich auf derselben Seite wie mein Artikel Demagogische Mission. Die deprimierende Beobachtung George Weigels über die damnatio memoriae Johannes Pauls II. auf der Jugendsynode habe ich auf der Seite zur Familiensynode untergebracht.


30. Juli
Christobal Magallánes

Vor 150 Jahren, am 30. Juli 1869, wurde in San Rafael, Totatiche, Mexiko, der Priester Christobal Magallánes geboren. Er war ein Förderer der sozialen Erneuerung Mexikos, Gründer landwirtschaftlicher Schulen und Lehrwerkstätten und ein Presseapostel (Ferdinand Holböck, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 4, S. 46). In der mexikanischen Katholikenverfolgung wurde er am 25. Mai 1927 erschossen. Zusammen mit 24 weiteren mexikanischen Märtyrern wurde er am 22. November 1992 seliggesprochen.


29. Juli
Die Kunst, es nicht gewesen zu sein

Von Lorenz Jäger

Autsch, das tat weh, was der emeritierte Papst da geäußert hatte. Unter den Ursachen der Missbrauchstragödie in der Kirche machte er nämlich auch eine wesentliche namhaft, die im Zuge der großen Kulturrevolution, die wir kurz mit der Jahreszahl 1968 verbinden, von außen in die Kirche eingedrungen sei: „Zu der Physiognomie der 68er Revolution gehörte, ...
weiterlesen


28. Juli
Früchte der Heiligkeit...

...und was Viktor E. Frankl damit zu tun hat.
Meine Predigt von heute.


28. Juli
Pierre Parisot

Vor 250 Jahren, am 28. Juli 1769, starb in Commercy im Alter von 66 Jahren der Kapuziner Pierre Parisot OFMCap. Kirchenpolitisch spielte er eine traurige Rolle: In der Mission in Pondichéry “geriet er wegen Jurisdiktions- und Ritenfragen in Streit mit den Jesuiten, die er dann bis zum Tod leidenschaftlich bekämpfte.” Von 1760 bis 1763 war er in Lissabon ein Gehilfe Pombals, der die Jesuiten auf eine Weise bekämpfte, dass sogar Voltaire das ungerechte Vorgehen des Freimaurers Pombal als entsetzliche Bosheit verurteilte (cf. das Schicksal Malagridas SJ).


27. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Für den Gnadenstuhl wurde eine eigene Seite eingerichtet. Die Predigt über die Warnung des Herrn vor der ängstlichen Sorge wurde in die Vorsehungsseite eingebettet. Die Absage Annemarie Piepers an eine biologistische Erklärung der Moral wurde dem Schwarte-Artikel über die Biologie als Leitwissenschaft der Zukunft hinzugefügt (ganz unten).


27. Juli
Zanobi Acciajuoli

Vor 500 Jahren, am 27. Juli 1519, starb in Rom im Alter von 58 Jahren der Dominikaner Zanobi Acciajuoli OP. In Florenz geboren, entdeckte er durch Savonarola seine Berufung und trat 1495 ins Kloster San Marco ein. Von Leo X. (1513-1521) “wurde er 1518 zum Vorsteher der vatikanischen Bibliothek und des Archivs in der Engelsburg ernannt, das er neu ordnete und inventarisierte” (LThK, 1. Auflage).


26. Juli
Das eingepflanzte Wort der Wahrheit

In der renommierten Reihe Stuttgarter Bibelstudien ist jetzt als Band 243 ein Buch zur Struktur und zum Grundgedanken des Jakobusbriefs erschienen mit dem Titel Das eingepflanzte Wort der Wahrheit.
Autor ist Franz Prosinger, einer der dreizehn Gründer der Priesterbruderschaft St. Petrus.

Franz Prosinger
Das eingepflanzte Wort der Wahrheit. Struktur und Grundgedanke des Jakobusbriefes.
Katholisches Bibelwerk, 24. Juli 2019
kartoniert, 288 Seiten


26. Juli
Mit Stil und Analysekraft

Nachdem der von Philipp Liehs geführte Renovamen-Verlag bereits im vergangenen Jahr mit der Veröffentlichung von Bellocs “Der Sklavenstaat” einen beachtlichen Griff in die Schatzkiste der katholischen Klassiker gemacht hat, setzt sich dies mit “Die großen Häresien” fort. Man kann die Lektüre des Buches sehr empfehlen, weil Hilaire Bellocs Stil und Analysekraft nichts an Aktualität verloren hat. Es ist ein Buch, das geradezu wie für unsere Zeit geschrieben zu sein scheint, da auch in der Kirche keineswegs mehr sicher ist, wer noch katholisch ist und was Katholisch sein überhaupt bedeutet.

Aus: Stefan Meetschen, Wie ein katholischer Donner. Hilaire Bellocs “Die großen Häresien” sind erstmals auf Deutsch erschienen, in der Tagespost von gestern.


24. Juli
Steinbruchmentalität

Wer von Erneuerung spricht und faktisch Spaltungen befördert, hegt oft die besten säkularen Absichten. Aber nur Einer durfte und konnte von sich begründet sagen: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Wer sich aus den Worten Jesu eine postmoderne Lebensphilosophie bastelt und dieser einen objektiven Geltungsanspruch zuschreibt, dem hätte der kluge protestantische Theologe Martin Hengel gesagt, dass die Bibel nicht als Steinbruch für Ideologien tauge.

Aus Thorsten Paprotny, Häresie – jetzt oder nie?


24. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Für die theologischen Nebel von Avalon wurde eine eigene Seite eingerichtet. Meine Predigt über den Wert der Dankbarkeit wurde in die Werteseite eingebettet. Die treffende, schon aphorismustaugliche Bemerkung Menkes über bastelnde Theologen findet sich auf der Seite über Pseudotheologie (ganz unten).


23. Juli
Der missbrauchte Kant

Warum Kants Autonomie bei Ratzinger besser aufgehoben ist als bei Magnus Striet

Von P. Engelbert Recktenwald

Der katholische Theologieprofessor Magnus Striet beruft sich für seine Forderung nach grundlegenden Änderungen der kirchlichen Morallehre auf die Kantische Idee der Autonomie. Zu seinen Forderungen gehört z.B. die Anerkennung homosexueller Partnerschaften. Für Striet ist Autonomie das Signum der Moderne. Er versteht darunter “individuelle Selbstbestimmung”. Ihre einzige Grenze findet dieselbe an der individuellen Selbstbestimmung des Mitmenschen. Mit anderen Worten: Solange ich anderen Menschen nicht in die Quere komme, kann ich tun und lassen, was ich will. Als Kronzeuge für diese Auffassung beansprucht Striet den großen Philosophen Immanuel Kant. Dieser ist sein Leib- und Magenphilosoph.

Dabei unterschlägt Striet einen wesentlichen Aspekt der Autonomie, wie Kant sie versteht. Kant betrachtet Autonomie in erster Linie als die Emanzipation von der Bestimmung des Wollens und Handelns durch sinnliche Antriebe. Autonom ist für Kant der Mensch gerade dann, wenn... weiterlesen.


22. Juli
Adam Schall von Bell

Vor 400 Jahren, am 22. Juli 1619, kam der Kölner Johann Adam Schall von Bell SJ (1591-1666) in China an. Er wurde zu einem der berühmtesten China-Missionare. Am Hof des Kaisers wirkte er als Astronom. 1644 wurde er von Kaiser Shunzhi zum Direktor des kaiserlichen astronomischen Instituts ernannt.


22. Juli
Laurentius von Brindisi

Vor 400 Jahren, am 22. Juli 1619, starb in Lissabon im Alter von genau 60 Jahren der hl. Laurentius von Brindisi.


20. Juli
Das andere Wunder

Eine Predigt zum morgigen 6. Sonntag nach Pfingsten.


20. Juli
Wachkoma-Patient kirchliche Bürokratie?

“Der amerikanische Publizist George Weigel kritisiert die deutsche Kirchensteuer. Im Gespräch mit der Tagespost erklärt der Leitende Wissenschaftler des Ethics and Public Policy Center in Washington, man solle ernsthaft darüber nachdenken, die Kirchensteuer abzuschaffen. ‘Deren Hauptfunktion scheint zu sein, eine riesige kirchliche Bürokratie am Leben zu erhalten, der es an Leidenschaft und missionarischer Energie fehlt.’ Darüber hinaus diene die Kirchensteuer zu häufig dem Zweck, einen ‘Katholizismus-Light’ zu fördern."

Das meldete die Tagespost Anfang des Monats. Wenn wir auf der einen Seite eine aufgeblähte kirchliche Bürokratie, auf der anderen Seite einen Mangel an Glaubensleben feststellen müssen, haben wir es dann vielleicht mit einem institutionellen Wachkoma-Patienten zu tun, bei dem das Abstellen der künstlichen Lebenserhaltungsmaßnahmen, wie es die staatlich eingetriebene Kirchensteuer ist, moralisch erlaubt wäre? Vielleicht muss die Bürokratie sterben, damit der Glaube lebt?


19. Juli
Podcast

Vor zwei Jahren, am 19. Juli 2017, ging mein Podcast online. Bis jetzt sind 31 Episoden erschienen.


19. Juli
Pavel Dzidzov

Vor 100 Jahren, am 19. Juli 1919, wurde in Plowdiw, der zweitgrößten Stadt Bulgariens, der Theologe Pavel Dzidzov geboren. Am 4. Juli 1952 wurde er im Rahmen der kommunistischen Christenverfolgung verhaftet, nach einem Schauprozess am 3. Oktober desselben Jahres zum Tode verurteilt und am 11. November in Sofia erschossen. Am 23. April 2002 wurde er vom Heiligen Stuhl als Märtyrer anerkannt, am 26. Mai 2002 seliggesprochen.


18. Juli
Das Geheimnis des Erfolgs

Meine Predigt vom 4. Sonntag nach Pfingsten.


18. Juli
Benedikt hat recht

Die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG) hat Benedikt XVI. gegen die Kritik katholischer Theologen verteidigt. Am 11. April 2019 hatte der emeritierte Papst eine Analyse zum Thema „Die Kirche und der Skandal des sexuellen Missbrauchs“ veröffentlicht. Darin machte er u.a. den „Zusammenbruch der katholischen Moraltheologie“ angesichts der zunehmenden Gottlosigkeit in Kirche und Gesellschaft seit den 1960er Jahren für die Missbrauchskrise verantwortlich. Pfarrer Werner Neuer, der Vorsitzende der Theologischen Kommission der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, hält dieses Schreiben für einen Aufruf zur inneren Erneuerung der Kirche, dem man nur weite Verbreitung in allen christlichen Kirchen wünschen könne. So schreibt er in der Zeitschrift Diakrisis.


17. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Mein Aufsatz über die Philosophie Thomas Nagels Zwischen Evolutionskritik und Atheismus ist nun vollständig auf der für ihn eingerichteten Seite veröffentlicht. Meine Predigt Wo alle Entmythologisierungsversuche scheitern ist in die Auferstehungsseite, die Podcast-Episode Genderideologie und Wissenschaftsfeindlichkeit in die Genderseite eingebettet.


17. Juli
Römische Aufklärungsverweigerung?

Die neuerlichen Anklagen des ehemaligen Vatikandiplomaten Carlo Maria Viganò gegen Papst und Vatikan sind präzise. In jeder staatlichen Verwaltung würden sie ausreichen, um Ermittlungen einzuleiten. Würde der Ex-Nuntius einfach lügen, könnte der Vatikan dementieren und – auch in dessen Abwesenheit – disziplinarische Schritte gegen ihn einleiten. Das tut der Vatikan aber nicht. Die Medienverantwortlichen schweigen.

Aus: Guido Horst, Das Gesetz des Schweigens, in der Tagespost vom 11. Juli 2019


16. Juli
Wilhelm Nyssen

Vor 25 Jahren, am 16. Juli 1994, starb in Köln Prof. Wilhelm Nyssen, Hochschulseelsorger in Köln und großer Kenner der byzantinischen Liturgie. Er war ein Freund der Priesterbruderschaft St. Petrus.


16. Juli
Servi Jesu et Mariae

Vor 25 Jahren, am 16. Juli 1994, wurde die Kongregation der Diener Jesu und Mariens (Servi Jesu et Mariae, SJM) vom Heiligen Stuhl zu einer Kongregation päpstlichen Rechts errichtet. Am 30. Mai 1988 war sie von P. Andreas Hönisch gegründet worden. Ihre Mitglieder feiern die hl. Messe in der ordentlichen wie außerordentlichen Form des römischen Ritus. Der Gemeinschaft gehören zur Zeit ca. 30 Priester an. Unter dem Menüpunkt “Aktuelle Aufgaben” finden Sie auf der Website der Gemeinschaft den Stand vom November 2013.


16. Juli
Junipero Serra

Vor 250 Jahren, am 16. Juli 1769, gründete der hl. Junipero Serra (1713-1784) San Diego, die älteste Stadt Kaliforniens. Es war die erste von 21 Missionsstationen, die der gebürtige Mallorquiner oder seine franziskanischen Mitgründer gründeten und aus denen Städte wurden, darunter San Francisco, das 1776 gegründet wurde.


15. Juli
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

7. Folge

16. Gott wird nicht unwillig, wenn du in deinen Leiden Trost bei deinen Freunden suchst, aber Er will, daß du hauptsächlich zu Ihm deine Zuflucht nehmest. Hast du dies unterlassen, so mußt du wenigstens, nachdem du bei den Geschöpfen Hilfe gesucht und keinen Trost gefunden hast, dich zu deinem Schöpfer wenden und Ihm sagen: Herr, die Menschen haben nur Worte, sie können mich nicht trösten, ich entsage jetzt ihren Tröstungen, Du allein bist meine Hoffnung, meine Liebe. Tröste mich, o mein Gott! Gib, daß mein Trost darin bestehe, jetzt zu tun, was Dir am meisten gefällt, ich bin bereit, dies Leiden mein ganzes Leben hindurch zu erdulden, ich will es die ganze Ewigkeit ertragen, wenn es Dir also gefällt, stehe Du mir nur bei.

17. Fürchte nicht, daß du Gott mißfallest, wenn du manchmal dich zärtlich bei Ihm beklagst und Ihm sagst: Herr, warum bist Du so fern von mir? Du weißt, mein Gott, daß ich nichts anderes als Deine Liebe begehre, komme mir aus Liebe zu Hilfe, verlasse mich nicht! Dauert dein Leiden zu lange, ist deine Angst allzu groß, so mußt du dich dem betrübten und sterbenden Jesus am Kreuze vereinigen, und um Barmherzigkeit flehen und ausrufen: “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” (Mt 27,46). Deine Leiden müssen dir dazu dienen, dich immer mehr vor Gott zu verdemütigen, wenn du bedenkest, daß, wer Gott beleidigt hat, keinen Trost verdient, und um dein Vertrauen zu vermehren, da du weißt, daß Gott uns alle Leiden für unser Bestes schickt oder daß Er sie deshalb zuläßt: “Alles wirkt ihnen zum Guten” (Röm 8,28). Wenn du aber von Mißtrauen und Angst gepeinigt wirst, so rufe voll Zuversicht aus: “Der Herr ist mein Licht und mein Heil, wen sollte ich fürchten?” (Ps 26). Du mußt meinen Verstand erleuchten. Du mußt mich retten, auf Dich vertraue ich: “Auf Dich, Herr, hoffe ich, lasse mich nimmermehr zuschanden werden” (Ps 30,1). Du mußt dich mit dem Gedanken beruhigen, daß niemand, der auf Gott sein Vertrauen gesetzt hat, verlorengegangen ist: “Keiner, der auf den Herrn gehofft hat, ist zuschanden geworden” (Sir 2,10). Bedenke, daß Gott dich mehr liebt, als du selbst dich lieben kannst, was fürchtest du denn also? Tröste dich mit den Worten Davids: “Der Herr sorgt für mich” (Ps 39,18). Herr, ich übergebe mich ganz Dir, ich will nur daran denken, wie ich Dich lieben, wie ich Dir wohlgefallen kann; siehe, ich bin bereit zu tun, was Du von mir verlangst. Du wünschest nicht nur, daß es mir wohlergehe, nein, Du selbst trägst Sorge für mein Bestes, mögest Du selbst die Mittel für mein Heil ausfindig machen. Ich verlasse mich auf Dich, ich will mich stets auf Dich verlassen, denn Du willst, daß ich immer alle meine Hoffnung auf Dich allein setze: “Ich schlafe in Frieden und ruhte, denn Du, Herr, hast mich vollkommen festgestellt in der Hoffnung” (Ps 4,9).

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


14. Juli
Das Zitat

Gott spricht zum Menschen: Richte deine Augen allein auf meinen Sohn, denn in ihm habe ich dir alles gesagt und geoffenbart, und du wirst in ihm noch viel mehr finden, als du erbittest und ersehnst; er ist meine ganze Rede und Antwort, er ist meine ganze Vision und Offenbarung.

Hl. Johannes vom Kreuz


14. Juli
Franz Xaver Heiner

Vor 100 Jahren, am 14. Juli 1919, starb in Buldern, Kreis Coesfeld, im Alter von 69 Jahren der Kanonist Franz Xaver Heiner. Er stammte aus Atteln bei Paderborn und lehrte seit 1889 in Freiburg im Breisgau. Von 1897 bis 1912 war er Herausgeber des “Archivs für Katholisches Kirchenrecht.”


13. Juli
Heiligkeit und Gerechtigkeit

Zum morgigen fünften Sonntag nach Pfingsten kann ich zwei Predigten anbieten: Wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener ist als die der Pharisäer und Haltet Christus heilig in euren Herzen.


13. Juli
Schweigen statt Untersuchung?

Auch auf die neuerlichen Anklagen des Ex-Nuntius Carlo Maria Viganò nicht zu antworten, dürfte für den Vatikan immer schwieriger werden. Die Enthüllungen betreffen Spitzenleute der Kurie – den amtierenden Kardinal und seinen Substituten im vatikanischen Staatssekretariat – und natürlich den Papst selber, der schon nach den ersten Anschuldigen Viganòs im August vergangenen Jahres keine gründliche Untersuchung und deren Veröffentlichung anordnete, sondern sich für das Schweigen entschied. Und die Journalisten aufforderte, sich selber ein Urteil über die detaillierten Vorwürfe des untergetauchten ehemaligen Nuntius zu bilden. Das haben inzwischen die Medien getan. Viele kamen zu dem Ergebnis, wie etwa die „Washington Post“, dass Viganò – auch wenn er als ehemaliger Diplomat nicht so handeln dürfte, wie er es jetzt tut – dennoch glaubwürdig ist. Stattdessen ist es keinem Medium gelungen, auch nur eine der Anschuldigungen des Ex-Nuntius in sich zusammenbrechen zu lassen.

Aus: Guido Horst, Viganò-Anschuldigungen gegen Franziskus, in: Die Tagespost vom 4. Juli 2019.


12. Juli
Von Greta lernen

Ein Beitrag von mir für den Cathwalk.


11. Juli
Therapien ohne Gottes Heilswort

Die Vorschläge zur Problembewältigung versammeln die üblichen Stereotypen: systemische Gründe, klerikale Macht, vormoderne Ordnung der Kirche, sexuelle Tabus. Man solle endlich vorgehen gegen den Klerikalismus, den Zölibat und die Männerbünde, um einzutreten für die Herabstufung des Weiheamtes, und für die „Ehe“ – nicht nur für Priester, sondern „für alle“. Den Grund für die gegenwärtige Krise in systemischen Missstände festzumachen, ist leider so geschichtsblind wie naiv. Doch wirklich unverzeihlich ist, dass bei den veröffentlichten Therapie-Vorschlägen Gottes Heilswort nicht einmal erwähnt wird. Obwohl doch die kirchlichen Hirten in dem feierlichen Augenblick ihrer sakramentalen Weihe versprochen hatten, „das Glaubensgut rein und unverkürzt zu bewahren, wie es von den Aposteln überliefert und in der Kirche immer und überall bewahrt wurde“.

Aus: Paul Josef Kardinal Cordes, Ein Alarmruf, in: Die Tagespost von heute. Es geht um die Missbrauchsanalysen, die einerseits die Reformkräfte (oder sollte man eher sagen: die Abbruchskräfte?), andererseits der emeritierte Papst Benedikt vorgelegt haben.


10. Juli
Der Einzige

Vor elf Jahren [1999] warf ein Merkur-Doppelheft die Frage auf: „Wer ist Gott?“ Von den eingeladenen protestantischen und katholischen Theologen gab eigentlich keiner eine klare Antwort. Der einzige, der die Frage ohne Wenn und Aber affirmativ beantwortete und über die konkrete Existenz Gottes Aussagen machte, war der katholische Philosoph Robert Spaemann.

Aus: Karl Heinz Bohrer, Welche Macht hat die Philosophie heute noch?, in: Marcel van Ackeren, Theo Kobusch, Jörn Müller (Hg.), Warum noch Philosophie? Historische, systematische und gesellschaftliche Positionen, Berlin 2011.


7. Juli
Striet vs. Benedikt

Von Franz Prosinger

Der Wunsch, ja das Gebetsanliegen, es möchte ein Bischof auf dem Missbrauchsgipfel im Februar in Rom eine Bilanz ziehen zu 50 Jahren „Befreiung der Sexualität“ und die diesbezügliche Position der „Kirche“, ging nun doch noch in Erfüllung. Mit dem Papa emeritus Benedikt XVI. nahm dazu jemand Stellung, der den gesellschaftlichen und kirchlichen Umbruch an vorderster Front erlebt und durchlitten hat: als Theologieprofessor in Bonn, Münster, Tübingen und ... weiterlesen


6. Juli
Woher kommt die Bedrohung?

Gendertheorie: Ist Papst Franziskus rechtspopulistisch?

Zitat:
“Für die Kirche besteht der größte Skandal in der Einführung des Gender-Mainstreams in die Lehrpläne von Schulen und in die Erziehungskonzepte von Kindergärten und Kinderkrippen.
Papst Franziskus sieht darin eine Bedrohung der Menschheit, der die Kirche mit allen Mitteln entgegentreten müsse. Wie ein roter Faden zieht sich die Ablehnung der Gender-Theorie durch sein ganzes Pontifikat. Auch das neue Dokument trägt eindeutig seine Handschrift, die besonders deutlich zutage tritt, wenn er auf Pressekonferenzen oder anderen Begegnungen frei auf Fragen antwortet. So spricht er von 'Gemeinheit' und 'Boshaftigkeit', wenn der Versuch unternommen wird, Kindern ... weiterlesen


6. Juli
Ignaz Knoblecher

Vor 200 Jahren, am 6. Juli 1819, wurde in St. Canzian Ignaz Knoblecher geboren, der Begründer der Mission in Zentralafrika.


4. Juli
Kardinal Cordes kritisiert Kardinal Marx

Kardinal Marx hat eine “offene Diskussion” über den Zölibat angeregt. In ihr soll herausgefunden werden - nein: nicht, welche Kostbarkeit er trotz aller Ablehnung birgt, sondern ob er überhaupt zum Zeugnis des Priesters gehören muss; ob nicht Änderungen in der Lebensform der Geweihten fällig sind. Der Vorsitzende nahm für seinen Vorschlag die Missbrauchskrise zum Anlass. So erweckt er den Eindruck, zwischen Pädophilie und dem Zölibat gäbe es einen Kausalnexus. Das jedoch ist pure Spekulation. Die beachtenswerte Kritik des “MHG-Forschungsprojekts” durch Dr. Manfred Lütz (September 2018), die den Bischöfen vorliegt, hat herausgestellt: jede pädophile Konditionierung durch den Zölibat bleibt aufgrund des Zahlenmaterials unbewiesen. Sucht der Kardinal demnach in dem fatalen Kirchenskandal einen Anlass für die Herabstufung des Zölibats? Er wäre ungeeignet. Bezeichnend ist ferner die Ankündigung, mit wem in der Problematik zusammengearbeitet werden soll. E ssind nicht die geistlichen Neuaufbrüche der Kirche, obwohl sie eine Vielzahl zölibatär lebender Priester geschenkt haben und schenken. Nein, der Kardinal wählt das ZdK, dessen Präsident Thomas Sternberg bekanntlich schon seit langer Zeit fordert, der müsse “gelockert werden”. Die Beteuerung des Vorsitzenden, der Zölibat solle nicht abgeschafft werden, kann lediglich eine Schutzbehauptung sein. Denn wird das ganze Manöver nicht initiiert, um ihn zu unterlaufen?

Aus: Paul Josef Kardinal Cordes, Amt und Charisma, in der in heutiger Zeit für jeden gläubigen Katholiken unentbehrlichen Wochenzeitung Die Tagespost, Ausgabe vom 18. April 2019.


3. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Rezension Postls über Wollbolds Felapton findet sich auf einer eigens eingerichteten Seite. Auf welche Frage das Gleichnis vom barmherzigen Samariter die katholische statt die lutherische Antwort gibt, erkläre ich in der Predigt, die ich auf dieser Seite eingebettet habe. Zwei Kurzbeiträge über Amoris Laetitia (Applaus von der falschen Seite und Nachgiebigkeit statt Barmherzigkeit) habe ich auf der einschlägigen Seite über Amoris Laetitia untergebracht.


3. Juli
Das Zitat

Gott ist ja in uns, die ganze Allerheiligste Dreifaltigkeit. Wenn wir es nur verstehen, uns im Innern eine wohlverschlossene Zelle zu bauen, und uns so oft wie nur möglich dahin zurückziehen, dann kann uns an keinem Ort der Welt etwas fehlen.

Hl. Edith Stein


2. Juli
Ein Besuch in New Rochelle

In Kirche heute (Juli 2019) berichtet P. Daniel Eichhorn FSSP unter dem Titel Das Erbe eines großen Denkers von seinem Besuch bei Alice von Hildebrand, der 96jährigen Witwe des 1977 verstorbenen großen Philosophen Dietrich von Hildebrand. Er schildert dessen Denk- und Lebensweg vom liberalen Elternhaus, über sein Studium bei Husserl, seine Konversion zum katholischen Glauben, seiner Begründung des Naturrechts durch die Wertphilosophie, seinen Widerstand gegen den Nationalsozialismus bis hin zum Philosophieren in Fordham jenseits eines zur Schulphilosophie erstarrten Thomismus. Alice von Hildebrand war selber Philosophin, hatte es aber als Frau schwer, eine Lehrstelle zu bekommen. Dazu schreibt Eichhorn: “Die Erfahrung der unverschuldeten Arbeitslosigkeit konnte die junge Akademikerin indes nicht brechen, sondern trug zu einer vertieften Reflexion über die unverletzliche Würde der Frau bei. Ihr Einsatz für Würde und Rechte von Frauen erfolgte in klarer Abgrenzung zu jener Form des Feminismus, für die der Name Simone de Beauvoir steht. Sartres Partnerin habe einen Hass auf ihren weiblichen Körper bekannt - eine offensichtlich untaugliche Grundlage, um Werte wie Weiblichkeit und Mütterlichkeit zu erkennen und zu begründen.” Dann weist er auf ihr bedeutendes Werk The Privilege of Being a Women hin.


2. Juli
Martin Hengel

Vor zehn Jahren, am 2. Juli 2009, starb in Tübingen im Alter von 82 Jahren der Theologe Martin Hengel.


1. Juli
Schockenhoffs Frühling

Von P. Engelbert Recktenwald

Am 13. März 2019 hielt der Freiburger Moraltheologe Eberhard Schockenhoff vor der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Lingen einen Vortrag, in dem er für eine Kurskorrektur der kirchlichen Sexualethik plädiert, um die menschliche Sexualität „aus den normativen Fesseln der traditionellen Sexualmoral zu befreien.” Und da heißt es plötzlich an einer Stelle, wo es um das Ziel der „inhaltlichen Revisionsarbeiten am Gebäude der kirchlichen Sexualmoral” geht, „damit der erhoffte Frühling tatsächlich kommen kann.” Da haben wir es, das magische Wort: „Frühling”! Dieser Frühling wird also bis jetzt verhindert, und zwar durch die Kirche und ihrem Festhalten an ihrer Lehre. Aber merkwürdig: Gleichzeitig wird seit Jahren immer wieder beteuert, dass sich die Lehre der Kirche längst von der Lebenswirklichkeit des Menschen entfernt habe. Das heißt mit anderen Worten: In der Lebenswirklichkeit ist der sexuelle Frühling schon längst bei den Menschen angekommen.

Dann schauen wir uns doch einmal diese Lebenswirklichkeit an, die sich Herr Schockenhoff als „Frühling” vorstellt: Die Scheidungsrate in Deutschland ist zwischen 1960 und 2000 von knapp elf Prozent auf fast 52 Prozent gestiegen, die Pornoindustrie macht weltweit mehr Gewinn als Microsoft, Google, Apple, Amazon und Ebay zusammen, Pornosucht, sexuelle Verwahrlosung, emotionale Bindungsunfähigkeit nehmen zu. Sozialarbeiter können ein Lied davon singen. “Das Bild unserer Jugendlichen von Sexualität ist total geprägt von Pornografie”, wird eine Sozialarbeiterin in einem Stern-Artikel über sexuelle Verwahrlosung zitiert. Ist das also die Lebenswirklichkeit, an die manche Bischöfe und Theologen die Kirche anpassen wollen? Und weil Johannes Paul II. oft vor der “selbstbezogenen Fixierung auf eigenen Lustgewinn” warnte, muss er sich von Schockenhoff den Vorwurf gefallen lassen, den “Triebcharakter des Eros nicht vorbehaltlos” (!) positiv zu würdigen.

Ironischerweise sieht Schockenhoff ausgerechnet in der Missbrauchskrise einen Anlass, “über die Gründe nachzudenken, die eine Revision zentraler Aussagen dieser Lehre geboten erscheinen lassen.” Kam es also zu den Missbrauchsverbrechen, weil die Täter den Triebcharakter ihres Eros nicht vorbehaltlos genug gewürdigt haben? Wurden sie durch die Fesseln der kirchlichen Lehre daran gehindert? Was soll diese Logik? Vielleicht kommt ein Theologe ja sogar auf die Idee, den priesterlichen Zölibat, der inzwischen für alles herhalten muss, auch noch für den Erfolg der Pornoindustrie verantwortlich zu machen.

Als 2010 die erste Welle der Missbrauchsskandale Deutschlands Kirche erschütterte, fand Kardinal Lehmann den Mut, auf die dunkle Seite, die der Eros eben auch hat und die in den Missbrauchsverbrechen sichtbar wurde, aufmerksam zu machen: “Die menschliche Sexualität ist nicht so unschuldig romantisch, wie man dies - gegenüber allen Verteufelungen des Geschlechtlichen - oft meinte. Sie kann als Gesamttrieb des Menschen zu wunderbaren Höhen führen, die das irdische Glück des Menschen bilden können, weist aber auch abgründige Tiefen auf, die eine letzte Pervertierung des Menschlichen zeigen” (FAZ vom 1. April 2010). Schockenhoff dagegen fällt nichts anderes ein, als den sexuellen Frühling zu beschwören, der durch die kirchlichen Normen noch hinter Schloss und Riegel gehalten wird.

Offensichtlich dichter an der Lebenswirklichkeit dran sind Frauen wie Michaela von Heereman (Hausfrau, Mutter und Theologin!), die kürzlich geschrieben hat: “Aber die heutige sexuelle Freiheit verantwortet ihrerseits viel Unglück, etwa die stetige Zunahme von Bindungsunfähigkeit, Scheidungen, Pornografiesucht und Abtreibungen.” Und ganz im Sinne der Theologie des Leibes fügt sie hinzu: “Glück dagegen liegt in der Bejahung der drei großen Sinngehalte menschlicher Sexualität: Liebe, Lust und Leben (Fruchtbarkeit). Sie gehören zumindest grundsätzlich zusammen. Diese Botschaft schulden wir den jungen Leuten auf ihrer Suche nach dem Glück” (Neue Bildpost vom 18./19. Mai). Wie weltfremd muss man eigentlich sein, um nicht zu sehen, wie sehr die gegenwärtige Gesellschaft die Weisheit der kirchlichen Lehre nötig hat?

Dieser Text erschien zuerst am 30. Mai 2019 in MeinungsMacherBlog der Tagespost.


30. Juni
Die unterschätzte Macht

Eine Predigt zum Fest des Kostbaren Blutes, das im Alten Kalender am 1. Juli gefeiert wird (1. Klasse).


30. Juni
Wigant Wirt

Vor 500 Jahren, am 30. Juni 1519, starb in Steyr im Alter von etwa 50 Jahren der Theologe Wigant Wirt OP. In Frankfurt am Main, seiner Geburtsstadt, trat in den Dominikanerorden ein. Von 1505-1512 war er Prior in Stuttgart. Wie fast alle Dominikaner war er aufgrund seines Thomismus ein Gegner der Lehre von unbefleckten Empfängnis Mariens. Nur tat er sich in der Bekämpfung dieser Lehre und der Franziskanerobservanten (die dem seligen Duns Scotus folgten) so hervor, dass er 1512 in Rom verurteilt wurde, woraufhin er 1513 in Heidelberg widerrief.


29. Juni
Gabriel Baumann

Vor 40 Jahren, am 29. Juni 1979, wurde P. Gabriel Baumann FSSP, einer der Gründer der Petrusbruderschaft und Autor bei kath-info, zum Priester geweiht.


29. Juni
Firmin Gbagoua

Vor einem Jahr, am 29. Juni 2018, wurde in der Zentralafrikanischen Republik der katholische Priester Firmin Gbagoua, Generalvikar der Diözese Bambari, getötet. Gbagoua war im letzten Jahr bereits der vierte katholische zentralafrikanische Priester, auf den ein Attentat ausgeübt wurde. Seit Jahren wird das Land durch islamistische Gewalt erschüttert. “Die gezielte Agression der muslimischen Rebellengruppe Seleka und ihrer zum Teil ausländischen Kämpfer, vor allem gegen Christen und christliche Einrichtungen, habe eine andere Qualität als die rein ethnischen Rivalitäten, die früher für Konflikte gesorgt hätten, so Beobachter vor Ort,” berichtete CNA.


28. Juni
Kinsey, Kentler, Sielert

Der WDR, der Kinseys jüngsten Geburtstag ohne eine einzige kritische Bemerkung feiert, zieht zur Rechtfertigung den Kieler Sexualpädagogen Uwe Sielert heran. Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet Sielert die fragwürdigen Forschungen des Amerikaners verteidigt. Sielert ist nämlich nicht nur einer der wichtigsten deutschsprachigen Vertreter der übergriffigen und schamverletzenden „Sexualpädagogik der Vielfalt“, sondern auch ein Schüler des Psychologen Helmut Kentlers. In „sexualwissenschaftlichen“ Modellversuchen gab Kentler obdachlose minderjährige Jungs in die Obhut von bekannten Pädophilen und erwirkte als Gerichtsgutachter zahlreiche Freisprüche für pädophile Missbrauchstäter.

Aus Die Wurzeln der „Sexualpädagogik der Vielfalt“, einem kritischen Beitrag der Demo für alle über Alfred Kinsey.


28. Juni
Mein neuester Podcast


28. Juni
Heimerad

Vor 1000 Jahren, am 28. Juni 1019, starb auf dem Hasunger Berg der hl. Heimerad. Er wurde in Meßkirch geboren, unternahm Pilgerfahrten bis nach Palästina, wurde Einsiedler in der Nähe von Kassel und dort “zum Hüter des Christentums im erst seit kurzem christianisierten fränkisch-sächsischen Grenzland.” “Vom Volk als ‘hl. Narr’ verehrt; bekannt mit der hl. Kaiserin Kunigunde, Bischof Meinwerk von Paderborn und Erbischof Aribo von Mainz. Dieser errichtete nach Heimerads Tod über seinem Grab Kirche und Kanonikerstift Hasungen” (LThK, 2. Auflage).


25. Juni
Wer ist frauenfreundlich?

In den Kirchen meinen manche, Lebensrechtler seien radikal oder frauenfeindlich. Beides ist nicht wahr. Es sind vor allem Lebensrechtler, die sich um Frauen kümmern, die abgetrieben haben, auch wenn dies aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nur selten offenbar wird. Auf dem diesjährigen Marsch für das Leben hat ein Paar hierzu ein sehr bewegendes Zeugnis abgegeben. Da hatten viele Zuhörer - ich auch - Tränen in den Augen.

Stefan Rehder im Interview mit Cornelia Kaminski, “Herzen und Hirne bilden”, Tagespost vom 2. Dezember 2017.


25. Juni
Kevin Scallon

Vor einem Jahr, am 25. Juni 2018, starb in Palm Harbor, Florida, im Alter von 83 Jahren der irische Priester Kevin Scallon CM, Autor des Buches Ich will selbst kommen!, aus dem wir auf kath-info ein Kapitel veröffentlicht haben.


24. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Für meinen Artikel Gefährliche Parallelgesellschaft? wurde eine eigene Seite eingerichtet. Meine Predigt über Gottes Ungerechtigkeit gegen sich selbst wurde auf dieser Seite eingebettet. Die Zitate von Bernhard Müller (Ausreden) und Gerhard Kardinal Müller (Noch ein Missbrauch) über den Zustand des Episkopats finden sich auf der einschlägigen Seite.


22. Juni
Julie Billiart

Vor 50 Jahren, am 22. Juni 1969, wurde die Mystikerin Julie Billiart SND (1751-1816) heiliggesprochen. Sie gründete die Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau von Namur. 1906 wurde sie seliggesprochen.


22. Juni
Merkwürdig, was uns alles wichtiger ist

Eine Predigt zum morgigen zweiten Sonntag nach Pfingsten.


21. Juni
Antonia Mesina

Vor 100 Jahren, am 21. Juni 1919, wurde auf Sardinien Antonia Mesina geboren. Sie starb am 17. Mai 1935 als Märtyrerin der Reinheit, als sie sich gegen eine Vergewaltigung zur Wehr setzte. Am 4. Oktober 1987 wurde sie seliggesprochen.


20. Juni
Totalitäre Durchsetzungsmethoden

Im Jahr 2018 wurde ich zu einer öffentlichen Diskussion mit einer Vertreterin der Gender-Studies an der Technischen Universität Wien eingeladen. Fünf Gender-Professorinnen hatten die Einladung abgelehnt, schließlich fand sich eine Vertreterin auf untergeordneter Ebene. Als ich an der Reihe war, mein Statement abzugeben, schrillten die Feuersirenen – normalerweise das Signal, das Gebäude sofort zu evakuieren. Ein Dialog mit der Dame wurde durch ständige lautstarke Unterbrechungen aus dem Publikum verhindert – für mich ein déjà-vu-Erlebnis von 1968. Da die Gender-Ideologie mit der wissenschaftlichen Wahrheitssuche von Biologie, Medizin und Gehirnforschung gebrochen hat, vielmehr die wissenschaftlichen Institutionen für ihre revolutionäre Agenda missbraucht, müssen die Aktivisten sich der Manipulation und zunehmend totalitärer Durchsetzungsmethoden bedienen.

Aus: Gabriele Kuby, Dialog mit Ideologen? auf kath.net am 18. Juni 2019.


19. Juni
Wovon sollen wir reden?

Erzbischof Buchberger brachte seine engagiert plaudernden Mitbrüder damals zum Verstummen, als er kurz und bestimmt sagte, wovon auf dem Konzil die Rede sein sollte: „Von Gott!“ Wenn wir, hier und heute, nicht zu Gott aufbrechen und uns Ihm zuwenden, dann können wir uns auch alles andere gleich sparen: jeden Diskurs, jeden Dialog, jeden synodalen Weg.

Aus: Thorsten Paprotny, Die Frage nach Gott, kath.net vom 18. Juni


19. Juni
Ablenkungsmanöver

Es gibt immer nur die Schuld des Einzelnen. Ein Bischof, der sich nicht zu seiner persönlichen Schuld bekennt, sondern stattdessen ein kollektives Schuldbekenntnis der Kirche proklamiert, bedient sich des Sündenbockmechanismus. Er schiebt die Schuld von sich weg auf die Kirche insgesamt. Aber nicht deren Zölibatsgesetz oder deren Sexualmoral oder deren Machtstrukturen, sondern der einzelne Missbrauchstäter oder der einzelne Bischof, der auffällig gewordene Priester gewähren ließ, ist schuldig. Wie Minister regelmäßig die politische Verantwortung für Taten übernehmen, die unter ihrer Letztverantwortung geschehen sind, so müssen dies analog auch Bischöfe tun; und zwar durch Rücktritt. Es geht um die Schuld Einzelner, nicht um die Schuld eines Systems oder Kollektivs (...) Die von den deutschen Bischöfen in Lingen beschlossenen Gesprächsforen sind zumindest als Reaktion auf den Missbrauchsskandal ein einziges Ablenkungsmanöver. Statt die Schuldigen namentlich zu benennen und deren je singuläre Biographie zu durchleuchten, wird dem in der Gesellschaft gängigen Vorurteil Rechnung getragen, die Täter seien Epiphänomene von hierarchischen Strukturen, der zölibatären Lebensform oder der kirchlichen Sexualmoral. Nein, der Missbrauch gehört nicht zur DNA der katholischen Kirche...

Aus einem Leserbrief des Theologen Prof. Dr. Karl-Heinz Menke an die Tagespost, veröffentlicht am 13. Juni 2019


18. Juni
Zur Analyse des Subjektsbegriffs

Von Bronislaw Wladislaus Switalski

3. Folge

Diese erkenntnistheoretische Fiktion, die eben als solche im Bereich der Empirie nie völlig realisierbar ist, dient nun als Norm für die Beurteilung der Erkenntnisleistung der empirischen Subjekte. Diese in der Erfahrung allein vorfindlichen Subjekte, wir selbst, sind nämlich — vermöge der Eigenart unseres Bewußtseinslebens — nicht ausschließlich, nicht einmal in erster Linie derartig „reine" Erkenntniswesen: Wie alle Bewußtseinsinhalte mehr oder minder gefühlsbetont sind, uns also tiefinnerlich in Mitleidenschaft ziehen, so sind auch alle auf diese Erlebnisse reagierenden Bewußstseinsäußerungen ursprünglich und vornehmlich von unserem Interesse diktiert, es sind praktische Stellungnahmen dem „Fremden" gegenüber. Wir sind also vor allem praktisch-orientierte Wesen; und wenn der mit so großem Enthusiasmus seinerzeit begrüßte Pragmatismus nichts weiter bezweckte, als einer extrem-theoretischen und darum durchaus wirklichkeitsfremden Ausdeutung des Seelenlebens entgegenzutreten, so wäre gegen ihn nichts einzuwenden.

Die Praxis hat es mit äußerst komplizierten, in ihrer raschen Veränderlichkeit sofort Antwort erheischenden Verhältnissen zu tun. Das Bewußtseinssubjekt als Praktiker hat somit keine Muße aus dem Strome der Ereignisse emporzutauchen, um in unparteiischer Ruhe sie zu betrachten. Es fühlt sich selbst in Wirkung und Gegenwirkung verstrickt und vermag so zur Würdigung seiner einzigartigen Einheitlichkeit nicht vorzudringen. Auf dieser Stufe verharrt das Bewußtsein der Tiere. Wir wenden deshalb auf sie die Bezeichnung “Subjekt” nicht gern an, weil dieser Ehrentitel nach unserem Gefühle nur den Bewußtseinswesen zukommt, die im Vollbewußtsein ihrer Subjektivität zu wahrhaft selbständigem Handeln sich durchzuringen vermögen. In uns selbst nehmen wir nun diese Fähigkeit wahr. Wir bleiben nicht ständig auf der Stufe der reinen Praxis. Wir stellen uns allmählich immer bestimmter dem von uns Erlebten gegenüber. Wir machen es zu unserem “Gegenstande” im wahrsten Sinne des Wortes, indem wir es aus dem Strome des unmittelbaren Erlebens herauslösen, um es “für sich” zu betrachten. Diese Fähigkeit zur Vergegenständlichung, die uns als das Grundmerkmal unserer geistigen Würde erscheint, lockert zunächst die Bande der praktischen Bedürfnisse, um uns im Verlaufe unserer geistigen Entwicklung immer vollständiger von ihnen zu befreien. So werden wir aus rein praktisch interessierten Subjekten immer mehr zu unparteiischen Beschauern, zu Theoretikern. Wir nähern uns damit dem Ideale des “reinen Erkenntnissubjekts”, wenn wir es auch nie völlig erreichen.

Daraus ergibt sich für uns als Erkenntnissubjekte die Forderung, unsere Selbständigkeit derart auszubilden, daß sie gegebenenfalls im stande ist, rein das Erkenntnisziel zu verfolgen und dabei alles Unsachliche, affektiv und praktisch Bestimmende zu eliminieren. Das Bewußtseinssubjekt muß sich somit zum Erkenntnissubjekt emporentwickeln, da es nicht in jedem seiner Stadien in gleicher Weise befähigt ist als Begründer allgemeingiltiger Erkenntnisbeziehungen zu fungieren. Wenn aber dieser notwendigen Entwicklung die richtigen Wege gewiesen werden sollen, so müssen wir uns zunächst noch genauer über die unmittelbar vorfindliche Eigenart des Bewußtseinssubjekts orientieren.

Unmittelbar tritt uns das Bewußtseinssubjekt in der “Ich”-Form gegenüber. Die Bestimmung des Subjekts hebt deshalb zweckmäßig mit der Analyse des Ich-Bewußtseins an. Was wir mit “Ich” meinen, scheint uns nun freilich auf den ersten Blick einer Analyse weder fähig noch bedürftig zu sein. Glaubte doch schon Descartes mit seinem berühmt gewordenen Grundsatz: “Cogito, ergo sum”, also mit dem Hinweis auf das Ich-Erlebnis endlich eine solide Basis für alle Gewißheitsbegründung gefunden zu haben! Wenn wir nun aber bedenken, wie weit ernste Denker in ihren Ansichten über die Bedeutung des “Ich-Begriffs” von einander abweichen, ja wie man es sogar versucht hat, das Ich-Erlebnis als Illusion aus der Reihe des unmittelbar Gegebenen zu streichen, dann dürfte man wohl kaum mehr von einer Selbstverständlichkeit und durchsichtigen Klarheit des Ich-Erlebnisses sprechen wollen! Fragen wir uns nun zunächst, was bezeichnen wir mit dem “Ich-Begriff”? Durch die “Ich-Bezeichnung” wird das Gemeinte unfraglich nach zwei Seiten hin abgegrenzt: Dem “Ich” steht einerseits die ihm fremde, von ihm unabhängige Wirklichkeit gegenüber, und anderseits wird das “Ich” seinen Inhalten gegenübergestellt. Das Ich ist somit jedenfalls ein Beziehungsbegriff, aber eben als solcher braucht es nicht immer auf einen und denselben Gegenstand Anwendung zu finden. Das “Ich” ist vielmehr der “Eins” in der Zahlenreihe vergleichbar: Was mit diesen Beziehungsbegriffen gemeint ist, hängt eben jeweils von dem Ansatz und von der Beziehungsrichtung ab, in der sie gebraucht werden. “Ich” meine zwar mit diesem Worte nur “mich”; jeder andere aber, der dieses Wort sinnvoll gebraucht, meint eben “sich” damit.

wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


17. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht: Mein Artikel Zeit, 'danke' zu sagen, die gesammelten Reaktionen auf Spaemanns Tod und der beeindruckende Hirtenbrief von Bischof Morlino über den anhaltenden sexuellen Missbrauch in der Kirche, ein Hirtenbrief, von dem manche Bischöfe in Deutschland lernen könnten.


16. Juni
Gott über uns - Gott mit uns - Gott in uns

Meine Predigt von heute


16. Juni
Josef Scharbert

Vor 100 Jahren, am 16. Juni 1919, wurde im Sudetenland der Exeget Josef Scharbert geboren. Von 1958 bis 1984 war er Professor für alttestamentliche Exegese, zunächst in Freising, dann in München. Hier starb er am 21. April 1998.


15. Juni
Wir feiern den Himmel

Eine Predigt zum Dreifaltigkeitsfest.


15. Juni
St. Lantpertus

Vor einem Jahr, am 15. Juni 2018, wurde das Haus St. Lantpertus, die Niederlassung der Priesterbruderschaft St. Petrus in München, kanonisch errichtet.


13. Juni
Das Zitat

Die Sünde, selbst die Sünde, mein Sohn, wird zu einer Stufe, die uns Gott näher bringt, die uns erhebt, die uns noch sicherer zu Ihm führt, wenn auf diese Sünde der tiefe Schmerz darüber folgt, sie begangen zu haben, wenn wir uns ehrlich vornehmen, sie nicht zu wiederholen, wenn wir fühlen, wie schlecht wir gegen Gottes Barmherzigkeit gehandelt haben; wenn es ihr gelingt, die härtesten Fasern unseres Herzens zu zerreißen und aus ihnen Tränen der Reue und der Liebe fließen zu lassen.

Hl. Pater Pio


13. Juni
Castor

Vor 1600 Jahren war der hl. Castor Bischof von Apt, wie aus einem Brief von Papst Bonifatius I. vom 13. Juni 419 hervorgeht. Er war der erste Bischof dieser Stadt, die ca. 50 km östlich von Avignon liegt. Er veranlasste Johannes Cassianus zur Abfassung des Werkes “De institutis coenobiorum”.


12. Juni
Komm in fünf Jahren wieder!

Erzählen wir engagiert, dass die wahre Befreiung zur Lebensfreundlichkeit erst dann erreicht wird, wenn die katholische Morallehre neu erfunden ist – regional angepasst an die vermeintliche Lebenswelt und Lebenswirklichkeit? Sagen wir dem Suchenden: “Lieber Freund, du möchtest glauben? Das ist leider ein ungünstiger Zeitpunkt. Wir sind so beschäftigt – wir reformieren gerade die Kirche. Unsere neukatholische Kirche wird dir bestimmt gefallen. Sogar einige Bischöfe machen mit, ist das nicht schön? Hier vor Ort wird alles sympathischer und netter. Vielleicht kommst du in 5 Jahren wieder, dann haben wir unsere Pläne umgesetzt.”

Aus: Thorsten Paprotny, Sie sind gern katholisch? - Erzählen Sie davon!, in CNA von heute.


9. Juni
Die Seele der Kirche

Meine Pfingstpredigt von heute


7. Juni
In kirchliche Strukturen eingedrungen

Baier: Hätte nicht gerade die Kirche der heutigen Gesellschaft etwas zur Sexualität zu sagen, etwa die Theologie des Leibes von Papst Johannes Paul II.?

Bonelli: Ja, denn Papst Johannes Paul II. hat immer die personale Dimension der Liebe zwischen Mann und Frau hervorgehoben. Leider sind Irrtümer wie die “Sexualpädagogik der Vielfalt” von Helmut Kentler tief in kirchliche Strukturen eingedrungen. Ich kann da nur warnen: Frühsexualisierung ist das Muster des Pädophilen. Dennoch sind viele sexualpädagogischen Ansätze auf die Frühsexualisierung aus - auch innerhalb der Kirche...

Aus dem Interview von Stephan Baier mit dem Psychiater Raphael Bonelli, dem Gründer des Instituts für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie, in der Tagespost von gestern. Während der Psychiater vor der Frühsexualisierung warnt und die Theologie des Leibes empfiehlt, gehen Theologen des synodalen Weges den umgekehrten Weg.

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