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* * *

24. Juni
Angelo Secchi

Vor 200 Jahren, am 29. Juni 1818, wurde in Reggio der Astronom Angelo Secchi SJ geboren. 1850 wurde er Leiter der Sternwarte in Rom. “Berühmter Sonnenforscher, Mitbegründer der Astrophysik, wandte die damals (von Kirchhoff-Bunsen) entdeckte Spektralanalyse auch auf das Sternenlicht an und lieferte zum ersten Mal eine brauchbare Einteilung der Fixsterne in (4) Spektralklassen” (LThK, 1. Auflage). Am 26. Februar 1878 starb er in Rom. Ein Mondkrater, ein Mondgebirge, ein Asteroid und ein Komet sind nach ihm benannt.


23. Juni
Der Heilige der Landstraße

Von Alfred Betschart

Neunter Teil

Anhang

Der hl. Benedikt Joseph Labre war ein Mann des immerwährenden Gebetes. “Versunken in Betrachtung der unendlichen Größe und Schönheit Gottes, hatte die Welt mit all ihrer Pracht keinen Reiz für ihn. In ihm flammte keine andere Begierde, als stets an Gott zu denken, Ihn zu loben und zu preisen, sich mit Ihm innerlich zu unterhalten, in Ihm allein seine Freude zu finden, dergestalt, dass sein innerliches Gebet gleichsam ein beständiges Gebet war und deshalb er selbst im vollsten Sinne des Wortes ein Mann des Gebetes genannt werden kann” (P. Laurenz Hecht OSB). Deshalb sollen im Folgenden als Anhang sein Morgen- und sein Abendgebet publiziert werden. Diese beiden Gebete wurden nach seinem Tod unter seinen Papieren gefunden.

Das Morgengebet des Heiligen

Es ist ein ganz schlichtes, einfaches und vor allem ein selbstloses Gebet:

“O Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, mein liebenswürdiger Erlöser! Ich sage Dir Dank für die unendliche Liebe, welche Du nicht nur mir, sondern allen Menschen erwiesen hast.
Ich liebe Dich über alles und ich will Dich an diesem Tag und alle Augenblicke meines Lebens lieben. Ich bitte Dich mir beizustehen, um Deinen heiligen Willen zu erfüllen, und ich bitte Dich fortwährend für alle Unglücklichen und Sünder. Ich will Dich heute den ganzen Tag für sie bitten, damit Du sie erleuchten und ihnen die Gnade der Versöhnung erteilen wollest. Ich will auch noch die Ablässe gewinnen, welche ich erwerben kann, um die armen Seelen im Fegfeuer zu befreien. Ja, erbarme Dich der Ungläubigen und der Sünder. Gib mir, o mein Gott, Deine Liebe; präge meinem Herzen tief die Zeichen Deines bitteren Leidens ein. Ich liebe Dich, mein göttlicher Jesus, und ich schenke Dir mein Herz.
Heilige Jungfrau! Bewahre mich heute und alle Tage meines Lebens vor jeder Sünde, damit ich nicht die Liebe meines Gottes verliere, den ich täglich und alle Augenblicke meines Lebens zu lieben wünsche. Ich danke dir, heilige Jungfrau, im Namen aller Gläubigen für die große Liebe, welche du zu ihnen trägst; ich danke dir hierfür auch für alle Ungläubigen und Sünder; hilf ihnen, steh' ihnen bei, dass sie zu ihrem liebenswürdigen Gott zurückkehren. Sei heute und allezeit die Helferin aller! Amen.”

Das Abendgebet des Heiligen

Benedikt Joseph Labre schlief sehr wenig. Bevor er sich aber zum Schlafe niederlegte, machte er eine Gewissenserforschung und bat Gott demütig um Verzeihung für die Fehler, die er während des Tages begangen haben konnte. Seine Reue und seinen inneren Schmerz darüber drückte er mit folgenden Worten aus:

“O mein Gott! Du bist die höchste Güte. Deshalb reut es mich von Herzen, Dich beleidigt zu haben. Aus Liebe zu Dir, der Du mein höchstes Gut bist, fasse ich den festen Entschluss, den aufrichtigen Vorsatz, eher zu sterben als Dich jemals zu beleidigen.
Nun übergebe ich Dir, mein süßer Jesus, meine Seele und ich danke Dir, dass Du Dich heute meiner erbarmt hast. Ich will in dieser Nacht Dich immer und beständig lieben. Obgleich ich schlafe, übergebe ich meine Seele in Deine Hände. Ich empfehle Dir die armen Seelen im Fegfeuer. Hilf und erleuchte alle, die im Schatten des Todes leben, sowohl die Ungläubigen als die Sünder; ich bitte Dich sie. Ich sage Dir Dank alle Augenblicke, mein göttlicher Jesus, dass Du mir das Leben bewahrt hast, damit ich Dich immer lieben kann. Noch mehr: ich will von ganzem Herzen in Deiner heiligen Gnade ruhen. Wohin kann ich das Herz, das Du mir gegeben, besser hinlegen als in das Deinige? Ja, in Dein heiliges Herz, o mein süßester Jesus, lege ich mein Herz nieder: ja darin will ich wohnen und meine Ruhe nehmen.
Heilige Jungfrau! Ich danke dir für alle Wohltaten, die du mir erworben hast. Ich empfehle dir die Seelen im Fegfeuer. Obgleich ich schlafe, will ich dich lieben für die Ungläubigen und Sünder. Stehe ihnen bei, damit sie bei deinem göttlichen Sohne Gnade finden. Endlich empfehle ich dir meine Seele und übergebe sie in deine Hände. Unter deinem Schutze, o heilige Jungfrau, will ich nun schlafen.”

Wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


22. Juni
Generalkapitel der Petrusbruderschaft

Vom 3. bis 18. Juli tagt in Amerika das Generalkapitel der Priesterbruderschaft St. Petrus.
P. John Berg hat angeordnet, dass jedes Haus der Petrusbruderschaft vom 25. Juni bis 3. Juli eine Vorbereitungsnovene betet, die aus dem Veni Creator Spiritus samt Versikel und Oration besteht.
Ich möchte alle Freunde der Petrusbruderschaft einladen, sich der Novene anzuschließen.
Das Generalkapitel tritt alle sechs Jahre zusammen. Dieses Mal wird ein neuer Generaloberer gewählt, da P. John Berg nach zwölf Jahren Amtszeit nicht wiedergewählt werden kann.

Die Novene:

Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein,
besuch das Herz der Kinder dein,
erfüll uns all mit deiner Gnad,
die deine Macht erschaffen hat.

Der du der Tröster wirst genannt,
vom höchsten Gott ein Gnadenpfand,
du Lebensbrunn, Licht, Lieb und Glut,
der Seele Salbung, höchstes Gut.

O Schatz, der siebenfältig ziert,
o Finger Gottes, der uns führt,
Geschenk, vom Vater zugesagt,
du, der die Zungen reden macht.

Zünd an in uns dein Gnadenlicht,
gieß Lieb ins Herz, die ihm gebricht,
stärk unsres Leibs Gebrechlichkeit
mit deiner Kraft zu jeder Zeit.

Treib weit von uns des Feinds Gewalt,
in deinem Frieden uns erhalt,
dass wir, geführt von deinem Licht,
in Sünd und Leid verfallen nicht.

Gib, dass durch dich den Vater wir,
und auch den Sohn erkennen hier,
und dass als Geist von Beiden dich
wir allzeit glauben festiglich.

Gott Vater Lob auf höchstem Thron
und seinem auferstandnen Sohn;
dem Tröster auch sei Lob geweiht
jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.

Versikel:
Sende aus Deinen Geist, und alles wird neu geschaffen.
Und Du wirst das Angesicht der Erde erneuern.

Oration:
Lasset uns beten: Gott, Du hast die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes gelehrt. Gib, dass wir in diesem Geist verstehen, was recht ist, und allezeit uns seines Trostes erfreuen dürfen. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.


21. Juni
Schulen der Heiligung gründen

Am Ende seines Meisterwerks „After Virtue“ vergleicht der Philosoph Alasdair MacIntyre die Umstände, unter denen heute Menschen mit traditionellen Sichtweisen leben, mit jenen der Männer und Frauen im sogenannten „Finsteren Mittelalter“. Er stellt fest, dass es für sie damals – wie für uns heute – entscheidend war, überschaubare Gemeinschaften zu bilden, in denen die Umgangsformen sowie das intellektuelle und moralische Leben durch die dunkle Zeit – in der wir mitten drin sind – erhalten bleiben können. Und wenn diese Tradition der Tugenden während der jüngsten dunklen Zeiten durchgehalten werden konnte, sollten auch wir nicht die Hoffnung verlieren.
Diesmal erwarten uns die Barbaren jedoch nicht außerhalb der Mauern – sie regieren uns schon seit geraumer Zeit. Dass wir uns dessen so wenig bewusst sind, ist unser Dilemma. Wir warten nicht auf Godot, sondern auf einen neuen – zweifellos ganz anderen – hl. Benedikt.
Wenn ich MacIntyre richtig verstehe, so besteht eine der Möglichkeiten, wie wir in einer so tief gespaltenen Welt fruchtbar wirken könnten, darin, Pfarren, Seminare, Clubs, Universitäten und Familien ins Leben zu rufen, die wahre Schulen der Heiligung sind.

Aus einem Vortrag von Erzbischof Charles J. Chaput OFMCap vom 6. August 2014, auszugweise auf deutsch in der Zeitschrift Vision 2000 erschienen. Das Original im Crisis Magazine. Sein Vorschlag entspricht der Benedikt-Option.


20. Juni
Heinrich Roth

Vor 350 Jahren, am 20. Juni 1668, starb in Agra im Alter von 47 Jahren der aus Dillingen stammende Missionar Heinrich Roth SJ. Seit 1653 wirkte er in der Mogulmission. “Er beherrschte Urdu und Persisch, war der erste Deutsche, der Sanskrit vollkommen meisterte, und der erste Europäer, der eine Sanskritgrammatik schrieb” (LThK, 1. Auflage).


20. Juni
Das 69. Wunder

Vor fünf Jahren, am 20. Juni 2013, wurde das 69. Heilungswunder von Lourdes anerkannt. Es ist das bis dato vorletzte anerkannte Wunder. Das 68. Wunder wurde am 11. Oktober 2012, das 70. am 11. Februar 2018 anerkannt.


19. Juni
Jahresranking: Die Aufsteiger des Jahres: Die Top 30

Zweiter Teil

Welche von den 629 Seiten, die keine Neueinsteiger sind, haben 2017 im Ranking die größten Sprünge nach oben gemacht? Ich gebe die Top 30 in drei Schritten bekannt. Hier kommen die Plätze 11 bis 20. In der rechten Spalte ist die Anzahl der Plätze angegeben, um welche die jeweilige Seite im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist.

Platz Die Aufsteiger des Jahres 2017
Die Top 30
2. Teil: Die Plätze 11 bis 20
gestie-
gene Plätze
11

Wie sollen wir evangelisieren?

167
12

Über Amoris laetitia

156
13

Papst Franziskus und die Frage: Sind alle Menschen Kinder Gottes?

151
14

Hermann Rieke-Benninghaus: P. August Benninghaus SJ

142
15

Eduard Kamenicky: Was droben ist

138
16

Beiträge zur Familiensynode

136
17

Weinand: Jaime Balmes

135
18

Ratzinger: Eintreten in die marianische Geduld

134
18

Internationaler Theologenkongress "Das Konzil eröffnen"

131
20

Lugmayr: Der heilige Albert der Große als Reformer

128

Zu den Plätzen 21 bis 30


18. Juni
Was ist geistliche Stärke?

Eine Relecture von Hildegard von Bingen

Von Barbara Stühlmeyer

Hildegard von Bingen erscheint heute wie ein Leuchtturm aus einer fernen Zeit – eine machtvolle Prophetin und profunde Theologin, deren visionärer Weitblick durch die Tiefe ihrer Schau fest fundiert erscheint. Deshalb ist sie mehr als geeignet, Antworten zu geben, wenn man danach fragt, was geistliche Stärke sei.

Doch wenn man, wie Wibert von Gembloux, der Sekretär ihrer späten Jahre, bittet: „Lass mich deine Stimme hören“, erhält man überraschende Einblicke in ihre innere Befindlichkeit. „Der Evangelist Johannes war von Sanftmut und Demut erfüllt, deshalb erfuhr er viel über Gott“, schrieb sie ihm und fuhr fort: „Weshalb sollte ich mich nicht als armselig erfahren? … Ich zittere … immer vor Furcht, denn ich weiß mich nie sicher, ob ich etwas vermag. Doch ich strecke Gott meine Hände entgegen, um wie eine Feder, die ohne alle Schwerkraft im Winde treibt, von ihm getragen zu werden.“

Ihre Stärke, die eine genuin geistliche ist, weil Hildegard sich auf ihren Körper zeitlebens nicht verlassen konnte, immer wieder von Krankheiten geplagt wurde und fast ständig unter Schmerzen litt, wurzelt ganz und gar in Gott. Sie schildert dies in ihrem Brief an Wibert in ungewohnter Offenheit, als sie das Licht beschreibt, in dem sie ihre Schau empfängt. Für gewöhnlich ist dies der Schatten des lebendigen Lichtes.

„In demselben Licht“, so schreibt sie, „sehe ich nicht oft, aber zuweilen, ein anderes Licht, das mir als ,lebendiges Licht‘ bezeichnet wird. Wann und wie ich es sehe, vermag ich nicht zu sagen. Doch während ich es sehe, wird alle Traurigkeit und Not aus meiner Erinnerung genommen, so dass ich mich wie ein junges Mädchen fühle und nicht mehr wie eine ältere Frau.“

Dass Hildegard in ihrem Briefwechsel mit Wibert ihre Konstitution und ihr Angewiesensein auf die „umarmende Mutterliebe Gottes, die durch den Lebensquell des Wortes zu uns kam“ (Sicivias) besonders bewusst war, ist eine persönliche Geschichte. Hildegard hatte gerade Volmar verloren, den sie Symmysta, Mitmyste, Mitwissender der Geheimnisse Gottes nannte und der sie so viele Jahre begleitet und gestärkt hatte. Aber nun erfuhr sie schmerzlich, was Romano Guardini in seinen theologischen Gebeten in seinem Nachsinnen über den dreifaltigen Gott so auf den Punkt bringt: „Wenn ich nach der Vertrautheit der Gemeinschaft verlange, muss ich zum anderen Menschen gehen; und mag die Verbundenheit noch so tief und die Liebe noch so innig sein, wir bleiben doch immer getrennt. Du aber findest Dein ,Du‘ in Dir selbst.“ Zurückgeworfen auf sich und berührt durch Wiberts geordnete Liebe öffnete Hildegard sich erneut und entschlossen dem, der allein sie tragen konnte.

Dass geistliche Stärke etwas je neu zu Erbittendes, unverdient Empfangenes ist, schreibt Hildegard der Konstitution zu, die wir alle teilen. „Ich Fremdling, wo bin ich? Im Todesschatten. Und auf welchem Weg bin ich? Auf dem Weg des Irrtums. Und welchen Trost habe ich? Den Trost der Fremden. Ich aber sollte ein Zelt haben mit fünf Quadersteinen und dem Licht von Sonne und Sternen geschmückt.“ (Scivias) Die Aussage klingt desillusionierend, sie ist aber in Wahrheit realistisch. Hildegard hatte als Benediktinerin den drohenden Tod täglich vor Augen und ließ ihr Leben von der doppelten Perspektive der Endlichkeit und Ewigkeit ordnen.

Ihr war klar, dass wir auf dieser Erde nur Durchgangsgäste sind, und sie machte sich die Konstitution der Unsicherheit, die sie als Mensch im Allgemeinen und als chronisch kranke Frau im Besonderen prägte, zunutze, um sich ganz von dem tragen zu lassen, der die Dunkelheiten ihres Lebens erhellte.

Geistliche Stärke fand sie auch in der Gemeinschaft der Glaubenden, die von demselben Licht der Gnade erleuchtet ist. Den Zusammenhang zwischen persönlicher Gottesbeziehung und in der Kirche wirksam werdender aufbauender und stärkender Kraft verdeutlicht Hildegard in ihrer Sequenz zu Ehren des heiligen Eucharius. „Du bist sehr glücklich gewesen, als das Wort Gottes dich im Feuer der Taube unterwies, wo du wie das Morgenrot erleuchtet wurdest und so das Fundament der Kirche bautest.“ Wer Gott in sich Raum gibt, in dem kann, wie es im Hymnus zu Ehren des heiligen Matthias heißt, der Heilige Geist singen und spielen, weil er sich seiner Berufung, klingende Stimme im Chor der Engel zu werden, bewusst ist. Grundlage für dieses anfanghafte Mitschwingen im zehnten Chor ist die zarte, sich verletzlich machende Offenheit. Denn „wo es die Frage im Menschen nicht gibt, gibt es auch keine Antwort des Heiligen Geistes“ (Scivias).

Ein Weiteres ist wichtig: Wer die Grundhaltung der geistlichen Stärke in sich entfalten will, muss sich bewusst werden, dass keiner eine Insel ist. Hildegard bringt diesen Zusammenhang in ihrem Liber vitae meritorum zum Ausdruck. Dort sagt die Herzenshärte: „Ich habe nichts hervorgebracht und auch niemanden ins Dasein gesetzt. Warum sollte ich mich um etwas bemühen oder gar kümmern? So was werde ich schön bleiben lassen. Ich will mich für niemanden stärker einsetzen, als auch er mir nützlich sein kann. Gott, der da alles geschaffen, der soll auch schön dafür geradestehen und für sein All Sorge tragen! ... Was für ein Leben müsste ich führen, wenn ich auf alle Stimmen der Freude oder der Trauer antworten wollte! Ich weiß nur von meiner eigenen Existenz; möge auch jeder andere wissen, wer er ist!“

Die Barmherzigkeit korrigiert diese Fehlhaltung in ihrer Antwort, indem sie auf das world wide web, die untrennbare Verbundenheit alles Lebendigen verweist: „O du versteinertes Wesen, was behauptest du da? Die Kräuter bieten einander den Duft ihrer Blüten, ein Stein strahlt seinen Glanz auf die anderen, und jedwede Kreatur hat einen Urtrieb nach liebender Umarmung. ... Ich bin in Luft und Tau und in aller grünenden Frische ein überaus liebliches Heilkraut. Übervoll ist mein Herz, jedwedem Hilfe zu schenken. ... Den Gebrochenen helfe ich auf und führe sie zur Gesundung. Eine Salbe bin ich für jeden Schmerz.“ Das Spannende an Hildegards Ethikkonzept ist, dass es sich im Dialog entfaltet. Eingebettet in die Rahmenvision von einem Mann, Gott, der zwischen Himmel und Erde ausgespannt in sich selbst ruhend dasteht und seinen Blick in alle vier Himmelsrichtungen schweifen lässt, kommen 35 Paare von Fehlhaltungen und geistlichen Grundhaltungen, oder – um einen älteren Begriff zu verwenden – von Lastern und Tugenden zu Wort. Bemerkenswert ist: Die Fehlhaltungen, die die Seele verkrümmen, zeigen sich Hildegard in einprägsamen Bildern, die ihren Charakter treffend visualisieren.

Die geistlichen Grundhaltungen nimmt sie dagegen über das Hören wahr. „Das Ohr ist der Anfang der vernünftigen Seele“ und das horchende Wahrnehmen des Wortes wird in diesem Konzept gleichsam nebenbei eingeübt. Die Gruppierung der Paare ist keineswegs zufällig gewählt. Sie bildet vielmehr ein sinnstiftendes geistliches Netzwerk, innerhalb dessen Hildegard neben den geistlichen Grundhaltungen selbst auf weitere heilende Kräfte aus dem reichen Schatz der Kirche verweist, wie die sieben Gaben des Heiligen Geistes oder die acht Seligkeiten.

Auch die Aufeinanderfolge basiert auf den von der zur Zeit des Beginns der Niederschrift 60-jährigen Hildegard sensibel beobachteten „Rückenschäden der Seele“ bei denen, ganz ähnlich wie bei körperlichen Fehlhaltungen, einem Dominoeffekt gleich die eine auf die andere folgt. Die gute Nachricht, die sie im Verlauf ihres Werkes unermüdlich wiederholt, ist: Der Ausstieg aus der Spirale der seelischen Verkrümmung ist jederzeit möglich. Geistliche Stärke ist kein Manna, das vom Himmel fällt. Sie kann und muss bewusst trainiert werden.

Das Vorhandensein der geistlichen Grundhaltungen garantiert ein fein austariertes Gleichgewicht der Kräfte. Die Frage, wohin sich die Waage am Ende neigt, wird mitten im Herzen jedes Einzelnen entschieden. Er ist aufgerufen, Gott bis zu sich selbst entgegenzukommen und mithilfe der Kräfte, die Er ihm schenkt, bei sich zu wohnen und so aus der Mitte seines Wesens heraus zu einem Mitarbeiter an der Schöpfung zu werden. Mit dem Trainieren der geistlichen Stärke aber ist es so eine Sache. Denn der Begriff Tugend ist bei uns aus der Mode geraten. Er scheint entbehrlich, weil seine moralinsaure Substanz die Seele weder aufbaut noch nährt. Hildegard meint aber, wenn sie von dem spricht, was wir in der Vergangenheit mit Tugend übersetzt haben und wofür ich den Begriff geistliche Grundhaltung vorschlage, etwas höchst Lebendiges.

Das Wort, das sie verwendet, heißt virtus. Es bildet gemeinsam mit weiteren Worten desselben Wortstammes ein in seinem Kern von geistlicher Stärke kündenden Bedeutungsnetzwerk, dessen Synergieeffekte seine Wirkung verstärken und sie reiche Früchte tragen lassen. Virtus steht in Verbindung mit vir (Mann), virgo (Jungfrau) und viriditas (grünende Lebenskraft). Vor allem die viriditas macht deutlich: Bei den geistlichen Grundhaltungen geht es um sein seelisches Wachstumspotenzial. Der Mensch, der sich auf sie einlässt, blüht auf, entfaltet sich und wird nicht gedemütigt oder kleingemacht. Die Lebenskraft, die sich in den helfenden und heilenden geistlichen Grundhaltungen entfaltet, kommt von Gott, der die ganze Schöpfung trägt und lenkt. Sie hilft dem gut geschaffenen, unter den Belastungen des Lebens aber niedergebeugten und manchmal in seiner Seele verkrümmten Menschen, sich wieder aufzurichten und frei vor Gott zu stehen, dessen volles Werk er ist.

Hildegards Leitmotiv im Hinblick auf die geistliche Stärke ist, kurz zusammengefasst, dieses: Wir müssen uns bewusst sein, dass wir, ausgespannt zwischen Himmel und Erde, auf dieser Erde im Status der Pilgerschaft sind. Wir müssen uns mit aller Kraft darum bemühen, geistliche Stärke wie einen seelischen Muskel zu trainieren und systematisch aufzubauen.

Und wir müssen uns vollkommen dessen bewusst sein, dass dabei zugleich alles von Gottes Gnade durchleuchtet ist. Denn es gilt, was Hildegard im Liber Scivias sagt: „Keine Tugend besteht … aus eigener Lebenskraft, sondern sie ist nur ein leuchtendheller Schein, der von Gott her im Werk des Menschen aufstrahlt. Denn der Mensch wird durch die Tugenden vollendet, weil sie das Werk des in Gott wirkenden Menschen sind.“

Der Artikel erschien im Mai in der Tagespost und wird hier mit freundlicher Erlaubnis wiedergegeben.


17. Juni
Heinrich Stieglitz

Vor 150 Jahren, am 17. Juni 1868, wurde in Landshut der Katechet Heinrich Stieglitz geboren. 1900-1918 war er Prediger in München-Giesing. Als führendes Mitglied des Münchener Katechetenvereins entfaltete er “ein katechetisches Schrifttum von höchster Gediegenheit, Fülle und Mannigfaltigkeit. Seine Katechesen, zum Teil in fremde Sprachen übersetzt, zeichnen sich aus durch Klarheit des Aufbaues und große Anschaulichkeit, besitzen daher trotz Weiterentwicklung der Methode bleibenden Wert” (LThK, 1. Auflage). Am 3. März 1920 starb er als Stadtpfarrer von München-Thalkirchen.


17. Juni
Karl Maria Harrer

Vor fünf Jahren, am 17. Juni 2013, starb in Altötting im Alter von 86 Jahren Pfr. Karl Maria Harrer. Er war Gründungspfarrer der Pfarrei St. Bruder Klaus in München-Waldperlach, wo er von 1963 bis 1996 wirkte. Bekannt wurde er vor allem durch seine Schriftenreihen über die schönsten Mariengeschichten, die schönsten eucharistischen Wunder und Erlebnisse mit der Wundertätigen Medaille.


16. Juni
Die neueste Folge meines Podcasts


16. Juni
Das Zitat

"Durch jedes gute Werk, sei es auch noch so klein, das mit Liebe und aufrichtigem, schlichtem Gedanken Gott dargebracht wird, gewinnt man eine größere Ähnlichkeit und ewiges Leben in Gott."

Seliger Jan van Ruysbroek


15. Juni
Odoardo Focherini

Vor fünf Jahren, am 15. Juni 2013, wurde der Journalist Odoardo Focherini (1907-1944) seliggesprochen.


14. Juni
Mein letzter Brief

Heute vor 30 Jahren schrieb ich meinen letzten Brief an Erzbischof Marcel Lefebvre.


13. Juni
Ein Rückfall

In der MeinungsMacher-Kolumne der Tagespost ist heute mein Beitrag zum Streit um die Interkommunion erschienen.


13. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Den Podcast Amoris laetitia, ein Paradigmenwechsel? habe ich auf der Seite über Papst Franziskus, das Zitat von Regina Einig über die eingeschliffene Selbsttäuschung beim BDKJ auf der Dialogseite, und das Stefan Rehders über Experimente an Embryonen auf der Seite über Klone untergebracht.


12. Juni
Monatsranking Mai 2018

Der Aufsteiger des Monats ist Hasenhüttl. Er war wieder kurz in den Schlagzeilen wegen seiner Kritik an Kardinal Marx.

Platz Monatsranking Mai 2018
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 650 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

Spaemann: Wer hat wofür Verantwortung?

+ 1
3

In-vitro-Fertilisation

- 1
10

Der Streit um das Konzil

+ 1
20

Recktenwald: Der Gottesbeweis Anselms v. Canterbury

- 2
30

Die Zerstörung der Grabeskirche

- 14
40

Luis Martínez: Der Priester – ein Geheimnis der Liebe

+ 23
50

F. Prosinger: Wer schrieb das Johannesevangelium?

+ 14
60

Recktenwald: Der Fall Gotthold Hasenhüttl

+ 111
100

Über die Beichte

+ 30

Zum Ranking der Vormonate


11. Juni
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

3. Folge

5. “Meine Lust ist es, bei den Menschenkindern zu sein” (Spr 8,31). Das Herz des Menschen ist, so zu sagen, ein Paradies für Gott. Gott liebt dich, so liebe denn auch du deinen Gott. Es gewährt Ihm Freude, wenn Er bei dir sein kann; lasse es denn auch deine Freude sein, mit Ihm vereinigt zu leben und dein ganzes Leben hindurch bei dem zu bleiben, in dessen liebenswürdigster Gesellschaft du die selige Ewigkeit zuzubringen hoffst.

6. Gewöhne dich denn also, geliebte Seele, ganz allein und verborgen, vertraulich und voll Zuversicht mit Gott zu reden, gleichwie mit deinem teuersten und geliebtesten Freunde. Wie gesagt, es ist ein großer Irrtum, wenn man meint, zaghaft und wie ein ängstlicher Sklave, der furchtsam und zitternd seinem Herrn nahet, mit Gott umgehen zu müssen. Aber man würde sich noch mehr irren, wenn man meinte, der Umgang mit Gott sei bitter und langweilig: “Denn sein Umgang hat nichts Bitteres und seine Gesellschaft nichts Widriges” (Weish 7,16). Frage jene Seelen, die wahrhaft Gott lieben, und sie werden dir bekennen, daß sie in den Leiden des Lebens keinen größeren Trost finden als den liebevollen Umgang mit Gott.

7. Man verlangt nicht von dir, daß du unausgesetzt deinen Geist anstrengst, und deshalb deinen gewöhnlichen Beschäftigungen und der erlaubten Erholung entsagest, man will nichts anderes, als daß, ohne deine gewöhnlichen Beschäftigungen zu verlassen, du dich gegen Gott ebenso verhältst wie gegen jene, die du liebst und die dich lieben.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


10. Juni
Das Zitat

“Das Gebet der Kirche ehrt und verehrt das Herz Jesu, wie es seinen heiligsten Namen anruft. Die Kirche betet das menschgewordene Wort und sein Herz an, das sich aus Liebe zu den Menschen von unseren Sünden durchbohren ließ.”

Katechismus der Katholischen Kirche 2669

Über das Herz-Jesu-Fest


9. Juni
Jahresranking: Die Top 10 der Newcomer

2017 kamen auf auf kath-info 19 Seiten neu hinzu. Ich gebe die zehn meistgelesenen bekannt, und zwar in zwei Schritten. Vor drei Tagen habe ich die Plätze 6 bis 10 bekanntgegeben (siehe unten). Heute sind die Plätze 1 bis 5 dran. Die rechte Spalte gibt den Platz im Gesamtranking der insgesamt 648 Seiten an.

Platz Jahresranking 2017
Die Top 10 unter den 19 Newcomern
Die Plätze 1 bis 5
Platz im Gesamt-ranking
1

Robert Mäder: Abba, lieber Vater!

224
2

Recktenwald: Das Gewissen zwischen Vision u. Illusion

295
3

Durch den Rosenkranz gerettet

304
4

Livio Melina: Der Analphabetismus der Gefühle

320
5

Anna Diouf: Der Gesandte des großen Geistes

339

Zu den Newcomern des Jahres 2016


8. Juni
Personalpfarrei

Vor zehn Jahren, am 8. Juni 2008, begann mit einer feierlichen Eröffnungsmesse in Rom die der Petrusbruderschaft anvertraute Personalpfarrei des überlieferten Ritus. Pfarrkirche ist die 400 Jahre alte Kirche Santissima Trinità dei Pellegrini, die ursprünglich der vom hl. Philipp Neri gegründeten Erzbruderschaft der Pilger und Kranken der Allerheiligsten Dreifaltigkeit gehörte.


8. Juni
Johann Joachim Winckelmann

Vor 250 Jahren, am 8. Juni 1768, starb in Triest im Alter von 50 Jahren der aus Stendal stammende Archäologe Johann Joachim Winckelmann. Er wurde Opfer eines Meuchelmordes. 1754 konvertierte er zur katholischen Kirche. “Mit seinem Hauptwerk ‘Geschichte der Kunst des Altertums’ (Dresden 1764 ...) wurde er Begründer der archäologischen Kunstwissenschaft” (LThK, 1. Auflage). “Durch seine ‘Monumenti antichi inediti’ (Rom 1767), einer Beschreibung und Deutung antiker Denkmäler, wurde die archäologische Forschung zur wissenschaftlichen Disziplin” (LThK, 3. Auflage).


7. Juni
Komplette Abrüstung

Der kroatische Bischof von Split, Frane Franić schlug 1963 vor, im Schema über die Kirche dem neuen Titel peregrinans – „pilgernd“ – die traditionelle Bezeichnung militans – „streitend“ – hinzuzufügen. Der Vorschlag wurde abgelehnt, da er nicht mehr zeitgemäß sei. Die Kirche wollte sich der Welt nicht mehr im Bild des Kampfes oder der Auseinandersetzung präsentieren. Dialog, Frieden und Verständigung waren vielmehr angesagt. Diese Einstellung prägte auch die Liturgiereform. Überall, wo z.B. in den überlieferten Orationen vom Kampf die Rede war, vom Niederwerfen der Feinde und ähnlichem, sind diese Aussagen durch irenische Formulierungen ersetzt worden. Die nachkonziliare Liturgie hat im geistlich-doktrinären Kampf komplett abgerüstet.

Aus: Michael Fiedrowicz, „Ohne Kampf gibt es kein Christentum“ (Benedikt XVI.) Ecclesia militans - eine vergessene Metapher, in: Die neue Ordnung, Februar 2018, S. 21-33.

Von Professor Fiedrowicz ist auf kath-info erschienen: „Was überall, immer, von allen geglaubt wurde“. Überlegungen zum Jahr des Glaubens nach Vinzenz von Lérins.


6. Juni
Jahresranking: Die Top 10 der Newcomer

2017 kamen auf auf kath-info 19 Seiten neu hinzu. Ich gebe die zehn meistgelesenen bekannt, und zwar in zwei Schritten. Hier zunächst die Plätze 6 bis 10. Die rechte Spalte gibt den Platz im Gesamtranking der insgesamt 648 Seiten an.

Platz Jahresranking 2017
Die Top 10 unter den 19 Newcomern
Die Plätze 6 bis 10
Platz im Gesamt-ranking
6

Alfred Betschart: Der Heilige der Landstraße

345
7

Ulrich Nersinger: Die Kapuzinergruft der Via Veneto

384
8

R. Niedermeier: Türkenkriege und Volksfrömmigkeit

388
9

Trochu: Vianneys Kampf gg. die religiöse Unwissenheit

468
10

Benedikt Poetsch: Bordats Sündenregister

527

Zu den Newcomern des Jahres 2016


5. Juni
Entscheidung jetzt!

Meine Brüder und Schwestern, entscheiden wir uns, uns IHM zu zuwenden, jeden Tag!
Jetzt, in diesem Moment wollen wir uns entschließen, jeden Tag uns einige Minuten der Stille zu nehmen, um uns auf Gott auszurichten, um Ihm zu sagen: „ Herr, herrsche Du in mir! Dir gebe ich mein ganzes Leben!“
Liebe Pilger, ohne Stille gibt es kein Licht. Die Finsternis nährt sich von dem unablässigen Lärm dieser Welt, die uns daran hindern will, uns auf Gott auszurichten.
Nehmen wir die heutige Messliturgie zum Vorbild; sie führt uns zur Anbetung, zu einer kindlichen und liebevollen Ehrfurcht vor der Größe Gottes. Sie gipfelt in der Wandlung, wo wir alle gemeinsam auf den Altar ausgerichtet sind, unsere Blicke zur Heiligen Hostie erhoben, zum Kreuz, hier sind wir alle in Stille vereint in Kontemplation und Anbetung.

Aus der Predigt von Robert Kardinal Sarah am Pfingstmontag in der Abschlussmesse der dreitägigen Fußwallfahrt von Paris nach Chartres. Er feierte das Hochamt in der außerordentlichen Form des römischen Ritus.


4. Juni
Das Gastmahl des Herrn

Meine Predigt von gestern.


3. Juni
Nikolaus Mazza

Vor fünf Jahren, am 3. Juni 2013, wurde im Zuge des Seligsprechungsprozesses der heroische Tugendgrad des Ordensgründers Nikolaus Mazza (1790-1865) festgestellt. Ihm verdankte der hl. Daniel Comboni seine Berufung zum Afrikamissionar.


3. Juni
Giovanni Stefano Ferreri

Vor 450 Jahren, am 3. Juni 1568, wurde in Biella Giovanni Stefano Ferreri geboren. Er wurde 1599 Bischof von Vercelli und setzt sich u.a. erfolgreich für die Durchführung der Tridentinischen Konzilsbeschlüsse in Böhmen ein. Er starb 1611 in Vercelli.


2. Juni
Symbolik
oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

138. und letzte Folge

Indes haben wir hiermit doch nur eine Seite des lutherischen Glaubens dargestellt, die nämlich, vermöge welcher er rechtfertigt; es steht derselben aber noch eine andere zur Seite, welche die Liebe und die guten Werke aus sich hervorgehen läßt. Luther beschreibt dieselbe an manchen Orten ungefähr wie die Katholiken die göttliche Liebe des Wiedergebornen. Hierher gehören die Schriften des Reformators von der christlichen Freiheit und von den guten Werken, und wer kennt nicht die glänzende Beschreibung des Glaubens in Lu thers Vorrede zum Briefe Pauli an die Römer? “Der Glaube, sagt er, ist ein göttliches Werk in uns, das uns umändert, aus Gott wiedergebiert, den alten Adam ertötet, und uns ganz in andere Menschen, im Herzen, im Gemüte und in allen unsern Kräften gleichsam umbildet und uns den Heiligen Geist mitteilt. Dieser Glaube ist etwas Lebendiges, Wirksames, so daß es unmöglich ist, daß er nicht immer Gutes wirkt. Auch frägt der Glaube nicht erst, ob gute Werke zu tun seien, sondern bevor er sich danach erkundigt, hat er schon viele gute Werke verrichtet, und immer ist er beschäftigt im Wirken.” Hier ist im liebenswürdigsten Widerspruche mit dem Begriffe der lutherischen Rechtfertigung eine Erneuerung und eine Umwandlung des ganzen inneren Menschen gelehrt; der Glaube erscheint als die aus dem Vereine aller den inneren Menschen konstituierenden Kräfte hervorgegangene Blüthe, als eine Äußerung der Gesamttätigkeit derselben, und der Macht des Heilandes über Sünde und Tod ist ein kräftiges Zeugnis gegeben. Auch im Briefe an die Galater nennt er den Glauben “das rechtschaffene Herz, den grundguten Willen und den neugeschaffenen Verstand oder Vernunft”; auch hier will Luther sagen, der Glaube sei eine Wirkung aller geistigen Kräfte des Menschen zumal, wenn sie durch den göttlichen Geist gereinigt und verklärt seien.

[175] [175] Auslegung des Briefes an die Galater. I. Th. deutscher Ausg. von Wittenb. S. 143. Ähnliche Stellen sehr oft.

Zum bisher Erschienenen

Wir brechen hiermit die Veröffentlichung der Symbolik ab. Sie ist schon anderwärts im Internet zugänglich, z.B. hier.


1. Juni
Das Zitat

“In keiner anderen Handlung erscheint der Erlöser zärtlicher und liebevoller als in dieser, in der Er sich selbst entäußert und sich zur Speise macht, um tief in unser Inneres einzudringen und sich mit Herz und Leib Seiner Gläubigen zu vereinen.”

Der hl. Franz von Sales über die Eucharistie.


1. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Rezension von Bordats Sündenregister wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Die drei kritischen Anmerkungen von Kardinal Brandmüller, Richard A. Spinello und mir findet man ganz unten auf der einschlägigen Themenseite. Mein Podcast über das Gnadengeschenk unserer Zeit hat hier seinen Ort gefunden.


31. Mai
Theologischer Elfenbeinturm

“Dass Graf die Nennung meines Friseurs kritisiert, zeigt ein Problem von Theologen wie ihm. Sie haben es sich gemütlich im Elfenbeinturm eingerichtet, halten es für intellektuell anspruchsvoll, wenn sie niemand mehr versteht, und verachten jeden, der nicht erfolgloser ist als sie.”

Manfred Lütz im Interview mit Karsten Huhn, in: IdeaSpektrum vom 24. Mai 2018, S. 16, zum neue erschienenen Buch von Lütz Der Skandal der Skandale. Die geheime Geschichte des Christentums. Mit Graf ist der evangelische Theologieprofessor Friedrich Wilhelm Graf gemeint, der sich laut Huhn daran stieß, dass Lütz in seinen Dankesworten mit folgenden Worten auch seinen Barbier erwähnte: “Und wie üblich hat es mein Friseur kontrolliert, damit alles allgemeinverständlich, locker und lesbar bleibt.” Außerdem wirft Lütz in diesem Interview Graf vor, in seiner Rezension frei erfundene Zitate verwendet zu haben. “So etwas ist mir wirklich noch nie passiert.” Die FAZ habe als Reaktion dann die Rezension im Internet zurückgezogen und eine Richtigstellung veröffentlicht.


30. Mai
Die Vernunft retten

Heute ist in der Tagespost ein Artikel von mir erschienen. Es handelt sich um einen kleinen Auszug aus meinem Vortrag, den ich dieses Jahr auf der Osterakademie in Kevelaer unter dem Titel Wie mit dem Glauben auch die Vernunft gerettet wird gehalten habe.


30. Mai
Martin Noth

Vor 50 Jahren, am 30. Mai 1968, starb in Subeta, Israel, im Alter von 65 Jahren der aus Dresden stammende evangelische Alttestamentler Martin Noth. “Charakteristisch für Noth waren u.a. seine philologische Präzision, seine strikte Bindung an Gründe für und wider eine These, sein Sinn für das Historische in der biblischen Tradition (mit, aber anders als Alt), seine Synthesen zwischen Exegese und Landeskunde, und seine treffende theologische Einschätzung der großen Prophetie als weltgeschichtlich singulärer Erscheinung” (Horst Seebass im LThK, 3. Auflage).


28. Mai
Strong stuff

Rod Dreher hat meinen MeinungsMacher-Beitrag (siehe unten) auf seinem Blog in englischer Übersetzung veröffentlicht und kommentiert: “Strong, strong stuff! Thank you, Father Recktenwald.”


28. Mai
Wir feiern den Himmel

Mein Predigt von gestern zum Dreifaltigkeitsfest


27. Mai
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

63. Folge

§ 29. Zweite Art der realen Sendung: habitum et habens

Die Hineinbildung der göttlichen Personen und ihrer Ausgänge in die vernünftige Kreatur durch die Mitteilung der Gnade ist keine tote, sondern eine durchaus lebendige, eine geistig lebendige; sie besteht in den “habitus” und den Akten der übernatürlichen Erkenntnis und Liebe. Deshalb werden die göttlichen Personen gerade vermittelst der oben erklärten Sendung der vernünftigen Kreatur auch gegenwärtig als Gegenstand eines lebendigen, überaus innigen Besitzes und Genusses, und das ist die zweite Art von Sendung. Es ist diejenige, welche gewöhnlich von der scholastischen Theologie am meisten betont wird und welche in der Schrift wohl zunächst und vorzüglich gemeint ist, wenn sie sagt, daß der Heilige Geist insbesondere als die "arrha" unserer Erbschaft gegeben werde. Denn "geben" heißt doch zunächst, einem andern etwas zum Besitz überliefern; in Besitz gibt man aber nur etwas zum Gebrauche oder zum Genusse. Zum Gebrauche können uns die göttlichen Personen nicht gegeben werden, also zum Genusse, und der Genuß kann hier nur stattfinden durch Erkenntnis und Liebe [55]. Wie aber geschieht nun diese Sendung, daß ein reales, substantiales und hypostatisches Eintreten des Sohnes und des Heiligen Geistes in unsere Seele dabei gedacht werden muß?

Indem Gott uns huldvoll zu seinen Kindern annimmt und durch die Gnade der Kindschaft, die als Teilnahme an der göttlichen Natur etwas überaus Reales ist, in der realsten und innigsten Weise mit sich verbindet, schenkt er uns auch sich selbst, sein eigenes Wesen, zum Gegenstande unseres Genusses. Denn an keinem andern Objekte können sich die göttlichen Lebenskräfte, die in der Gnade der Kindschaft enthalten sind, sättigen; sie müssen dasselbe Objekt zu erfassen haben, welches das Leben Gottes selbst besitzt und um welches dasselbe zirkuliert. Dieses Objekt muß aber auch jenen Kräften nahegebracht, in ähnlicher Weise nahegebracht werden, wie es dem inneren Leben Gottes selbst unmittelbar, substantiell gegenwärtig ist. Und so muß das göttliche Wesen selbst, welches der Gegenstand unseres Genusses sein soll, jenen Kräften nicht bloß von ferne gezeigt werden, sondern wirklich in ihnen gegenwärtig sein, so zwar, daß es, wenn es nicht schon ohnehin überall gegenwärtig wäre, aus diesem Grunde und zu diesem Zwecke substantiell in die Kreatur hineingelegt werden müßte.

In Bezug auf den vollkommenen Genuß des göttlichen Wesens im jenseitigen Leben, in der seligen Anschauung, ist das bei den Theologen ausdrückliche Lehre. Nur durch eine überaus innige Gegenwart der Substanz Gottes in der Seele läßt sich die Anschauung derselben erklären. Aber auch der unvollkommene Genuß im diesseitigen Leben verlangt die wirkliche Gegenwart des zu genießenden Objektes, da er nur dem Grade, nicht dem Wesen nach von dem vollkommenen sich unterscheidet. Der Apostel deutet das deutlich an, indem er nicht bloß von einem "pignus" (Pfand), sondern von einer "arrha" (Angeld) unseres zukünftigen Besitzes spricht; die "arrha" ist nämlich schon ein Anteil des verheißenen Lohnes, und so muß hier die "arrha" zwar eine weniger vollkommene und innige, aber doch eine wahre und wirkliche und im Vergleich mit jeder andern außerhalb der Gnade liegenden überaus innige und singuläre Gegenwart der göttlichen Substanz in der Seele sein.

Diese Gegenwart des göttlichen Wesens in der Seele und die durch die Gnade vollzogene reale Verbindung der letzteren mit Gott, worauf jene beruht, bewirken, daß wir Gott genießen nicht als einen außer uns liegenden, uns nicht angehörenden Gegenstand, sondern als einen solchen, der wahrhaft und wirklichin uns und unser eigen ist; als solchen erfassen und umarmen wir ihn wirklich durch unsere Erkenntnis und Liebe.

Real und substantial ist also diese Einkehr Gottes in unsere Seele ohne Zweifel; aber ist sie auch eine hypostatische, derart nämlich, daß die einzelnen Personen, die ausgehenden namentlich, in ihrem hypostatischen Charakter, jede auf eine besondere Weise, der Seele gegenwärtig und gegeben werden? Denn darauf gerade kommt es an, wie wiederholt hervorgehoben wurde; sonst fehlte eben das wichtigste Moment der eigentlichen Sendung, das formell von ihrem ewigen Ausgange abhängige, an denselben sich anschließende besondere Auftreten der gesandten Personen. Wie kann man also hier dem Sohne und dem Heiligen Geiste eine von ihrem ewigen Ausgange, ihrem hypostatischen Charakter bedingte besondere Gegenwart anweisen?

Da Gott durch die Gnade überhaupt in seinem ganzen Wesen Gegenstand unseres Besitzes und Genusses wird, so kommen offenbar alle drei Personen zu uns und geben sich uns hin, insofern sie Eins sind mit dem Wesen und im Wesen unter sich. Aber es können doch immer die einzelnen Personen, auch insofern sie voneinander verschieden sind und namentlich insofern eine von der andern ausgeht, sich uns zum Besitze und Genusse darbieten, so zwar, daß die ausgehende von der produzierenden uns zum Besitze und Genusse dargeboten wird, aber eben darum auch in sich ihren Urheber uns zum Besitze und Genusse darstellt.

Anmerkungen:

[55] Vgl. S. Bonav., In I dist. 14, a. 2, q. I: “Respondeo dicendum, quod dare est ad aliquid habendum vel possidendum. Habere autem aliquid vel possidere est, quum aliquid est in facultate, habentis vel possidentis. Esse autem in facultate habentis et possidentis est esse praesto ad fruendum vel utendum. Perfecta autem possessio est, quum homo habet illud, quo possit uti et quo possit frui. Sed recte frui non est nisi Deo ....” Auf den Einwand, daß nur die geschaffene Gnade gegeben zu werden scheine, wenn es heiße, die göttlichen Personen würden uns geschenkt “secundum donum gratiae gratum facientis”, antwortet der heilige Thomas (I, q. 43, a. 3 ad I): “Per donum gratiae gratum facientis perficitur creatura rationalis ad hoc, quod libere non solum dono creato utatur, sed ut ipsa persona divina fruatur. Et ideo rnissio invisibilis fit secundum donum gratiae gratum facientis, et tamen ipsa persona divina datur.”

Wird fortgesetzt


26. Mai
Gefährliche Parallelgesellschaft?

Mein erster Beitrag im Tagespost-Blog MeinungsMacher. Zur dort erwähnten Benedikt-Option vergleiche den Text von Rod Dreher.


26. Mai
Gap Cologne

In Köln gibt es erstmals das Angebot eines katholisch geprägten Orientierungssemesters für frischgebackene Abiturienten mit einem Studium Generale, das seinen Schwerpunkt in Philosophie hat, ergänzt durch ausgewählte Themen aus den Disziplinen und Themenbereichen Katholische Theologie, Recht, Geschichte, Psychologie, Rhetorik, Politik, Wirtschaft und Literatur. Das Orientierungssemester beginnt am 8. Oktober 2018 und endet am 28. Februar 2019. Angeboten wird Gap.Cologne vom Kölner Lindenthal-Institut in Kooperation mit der Universität von Navarra. Am 1. und 2. Juni haben Interessenten die Möglichkeit, an einem Schnupperwochenende teilzunehmen.


25. Mai
Eine Chance für die Metaphysik

„Der Grundsatz ‚Gib einer Metaphysik eine ernsthafte und das heißt eine Chance über einen längeren Zeitraum, uns ihre welterschließende Kraft auch erfahren zu lassen‘ ist nicht dogmatisch, sondern letztlich klug und erfahrungsgesättigt.“

Der Philosoph Holm Tetens, ein ehemaliger Naturalist, der jetzt die Möglichkeit von Metaphysik verteidigt, in: Zur Erkenntnistheorie des religiöse Gottesglaubens, in: Information Philosophie 1/2018, S. 8-16, hier 14.


24. Mai
Sollen wir wirklich Kinder sein?

Die neueste Podcastfolge Kinder und Kritik: In ihr versuche ich zu erklären, was Jesus damit meint, wenn er uns die Einfalt der Kinder als Vorbild hinstellt, und wir meistens trotzdem nicht kritisch genug sind.


24. Mai
Jacques Bernard und die Rosen

Vor 100 Jahren, am 24. Mai 1918, wurde in Montréal, Kanada, Jacques Bernard geboren, der bereits am 16. Mai 1927 im Alter von nicht ganz neun Jahren wieder starb.
Bereits mit fünf Jahren empfing er zum ersten Mal die hl. Kommunion und zeigte ein tiefes Verständnis für die reale Gegenwart des Herrn in ihr und eine glühende Liebe zu Ihm. Er verehrte die kleine hl. Theresia von Lisieux und wollte ihr auf dem “kleinen Weg” zur Heiligkeit folgen. Er starb nach qualvoller Krankheit an einer Lungenentzündung.
Die hl. Theresia hatte zu ihren Lebzeiten versprochen, nach ihrem Tod Rosen regnen zu lassen. Über die letzten Tag Jacques’ lesen wir in dem Sammelband Gottes Kinder, Band 6 (hg. vom Freundeskreis Maria Goretti), über ihn: “In einer schrecklichen Nacht, in der das Fieber ihn verzehrte, sah man ihn plötzlich die Hände erheben. Seine Augenlider öffneten sich halb, seine Augen leuchteten auf, ein Lächeln kam auf seine Lippen und er rief: ‘Oh, die schönen Rosen, die sie mir bringt!’”


23. Mai
Freiheit und Unterwerfung

Von Jacques Philippe

Es bleibt eine unausgesprochene Frage von großer Bedeutung bestehen, welche alles durchzieht, was wir in diesem Buch gesagt haben: wie läßt sich die Freiheit des Menschen mit seiner Unterwerfung unter Gott in Einklang bringen? Wir haben häufig von der Notwendigkeit gesprochen, uns dem WillenGottes gegenüber gefügig zu zeigen und uns durch den Heiligen Geist führen zu lassen. Man könnte einwenden, daß der Mensch dann nichts anderes mehr wäre als eine Marionette in den Händen Gottes. Wo ist seine Verantwortung und seine Freiheit?

Diese Furcht ist unbegründet; sie ist sogar die gefährlichste Versuchung, durch die der Teufel versucht, den Menschen von Gott zu entfernen. Es muß aber im Gegenteil mit Nachdruck betont werden, daß der Mensch umso freier ist, je mehr er sich Gott unterwirft. Man kann sogar sagen, daß das einzige Mittel für den Menschen, seine Freiheit zu erlangen darin besteht, Gott gehorsam zu sein. Das ist schwierig zu verstehen, und es bleibt immer in etwa ein Geheimnis, aber wir wollen durch eine Reihe von Hinweisen zu erklären versuchen, warum es so ist.

1. Die Gefügigkeit gegenüber Gott macht aus dem Menschen keine Marionette. Sich durch die Gebote Gottes und die Einsprechungen des Heiligen Geistes leiten zu lassen, bedeutet nicht, sich automatisch, gleichsam “auf Knopfdruck” zu bewegen und selbst nichts mehr zu tun zu haben: Es ist hier vielmehr Raum für ein breites Spektrum von Freiheit, Verantwortung, Initiative usw.; aber dieses Spiel meiner Freiheit ist nicht chaotisch und nicht meinen oberflächlichen Antrieben unterworfen, es wird vielmehr von Gott so geleitet, wie es das Beste für mich ist. So kommt es zu einer Mitarbeit mit der göttlichen Gnade, zu einer Mitarbeit, die all meine menschlichen Fähigkeiten des Willens, des Verstandes, des Nachdenkens usw. nicht aufhebt, sondern sich ihrer bedient.

2. Gott ist unser Schöpfer, er ist es, der uns in jedem Augenblick als freie Wesen im Dasein erhält. Er ist die Ursache unserer Freiheit, und diese Freiheit bricht umso stärker hervor, je mehr wir uns in der Abhängigkeit von Gott befinden. Von einem Menschen abzuhängen, das kann eine Begrenzung sein, von Gott abzuhängen aber ist keine Begrenzung, denn es gibt keine Grenzen in Gott, welcher das unendlich Gute ist. Nur eine einzige Sache "verbietet" er uns, nämlich das, was uns daran hindert, frei zu sein und uns als Personen zu verwirklichen, die fähig sind, frei zu lieben und geliebt zu werden, und dabei ihr Glück zu finden in der Liebe. Die einzige Begrenzung, die Gott uns auferlegt, ist unsere Daseinsweise als Geschöpfe: Wir können nicht, ohne uns selbst unglücklich zu machen, aus unserem Leben etwas anderes machen als das, wozu wir geschaffen sind, nämlich die Liebe zu empfangen und zu geben.

3.Was ist es aber um die Freiheit? Nicht darin besteht sie, daß ich ungehemmt all meinen Launen folgen kann, sondern darin, das Beste, das Schönste und das Tiefste meiner selbst sich frei entfalten zu lassen, ohne von oberflächlicheren Dingen wie z.B. von Ängsten, egoistischen Anhänglichkeiten, Unaufrichtigkeit usw. erstickt zu werden. Wenn ich mich Gott unterwerfe, wird gerade diese Unterwerfung mich von der ganzen äußeren Schmutzschicht befreien, damit mein wahres Ich in Erscheinung treten kann.

Wenn ich mich dem Willen Gottes unterwerfe, wird dies ohne Zweifel in gewissen Bereichen meines Ichs auf Widerstand stoßen. Es ist jedoch gerade dieser negative Teil, der mich begrenzt und den ich nach und nach überwinden muß. Der Wille Gotte steht aber niemals in Widerspruch zu dem, was sich Gutes in mir findet: das Verlangen nach Wahrheit, Leben und Glück, nach der Fülle der Liebe usw. Die Unterwerfung unter Gott reinigt mein Inneres, erstickt aber niemals das, was das Beste in mir ist: nämlich die positiven Bestrebungen, von denen ich angetrieben werde; sie erweckt sie vielmehr, stärkt sie, leitet sie in die gute Richtung und befreit sie von den Hindernissen, die sich der Verwirklichung entgegenstellen.

4. Dies alles wird durch die Erfahrung bestätigt: Wer mit dem Herrn seinen Weg beschreitet und sich von ihm leiten läßt, wird ein immer stärkeres Bewußtsein der Freiheit erfahren, sein Herz fühlt sich nicht eingeengt, nicht erstickt, im Gegenteil, es weitet sich und vermag immer freier zu "atmen". Gott ist die unendliche Liebe, es gibt nichts Enges und Verkümmertes in ihm, sondern alles ist weit und frei. Die mit Gott vereinte Seele fühlt sich leicht und frei, sie spürt, daß sie nichts zu befürchten hat, daß sie von nichts unterdrückt wird, sondern daß ihr im Gegenteil alles unterworfen ist, weil alles ihr zum Guten dient, die angenehmen wie auch die unangenehmen Vorkommnisse, das Gute wie auch das Böse. Sie spürt, daß alles ihr gehört, da sie ein Kind Gottes ist, daß nichts sie begrenzen kann, da Gott ihr angehört. Durch nichts wird sie beherrscht, sie tut vielmehr immer das, was sie will, denn das, was sie will, ist die Liebe und zu lieben, das steht immer in ihrer Macht. Nichts vermag sie zu trennen von Gott, den sie liebt, sie weiß, daß sie auch dann glücklich wäre, wenn sie im Gefängnis schmachtete; denn keine Macht der Welt vermag ihr Gott zu entreißen.

5. Die wahre Lösung des Problems ist nicht philosophisch, sondern existentiell. Auf philosophischer Ebene könnten wir immer einen Widerspruch ausfindig machen zwischen unserer Freiheit und dem Willen Gottes. Alles hängt letzten Endes davon ab, wie wir selbst zu Gott stehen! Der Gegensatz zwischen unserer Freiheit und dem Willen Gottes löst sich vollkommen auf, wenn unsere Beziehung zu Gott eine Beziehung der Liebe wird, und eine andere Lösung gibt es nicht.

Diejenigen, die sich lieben, vereinigen ungezwungen und frei ihren beiderseitigen Willen, sie hängen voneinander ab, und je stärker ihre Gebundenheit und Abhängigkeit ist, um so glücklicher und freier sind sie. Der Heranwachsende fühlt sich unzufrieden, weil er von seinem Vater abhängt, denn diese Abhängigkeit empfindet er als etwas Bedrückendes, er würde lieber selbständig sein und von niemandem abhängen.

Das kleine Kind aber (und zu dem wir, dem Evangelium entsprechend, wieder werden sollen) leidet nicht darunter, in allen Dingen von seinen Eltern abzuhängen, im Gegenteil, denn dieses Band der Abhängigkeit ist gleichzeitig der Ort des Austausches der Liebe: denn da es alles von seinen Eltern erhält, ist es letzten Endes ihre Liebe, die es empfängt und entgegennimmt und auf die es antwortet, indem es auch liebt, und seine Ausdrucksform der Liebe ist die Freude des Empfangens und die Freude, das, was es empfängt, als Liebe zurückzugeben.

6. Dies besagt, daß die (scheinbaren) Widersprüche zwischen dem Willen Gottes und unserer Freiheit ihre Lösung finden, indem wir den Heiligen Geist um die Gnade bitten, Gott noch mehr zu lieben, und so löst das Problem sich ganz von selbst. Gott zu lieben, ist das Anspruchsvollste was es gibt (denn es erfordert eine vollständige Hingabe: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus allen deinen Kräften), gleichzeitig aber auch das, was den wenigsten Zwang ausübt: Gott zu lieben, ist nämlich kein Zwang, denn seine Herrlichkeit und Schönheit sind so groß, daß es ein unendliches Glück ist, ihn zu lieben, Gott ist das unendlich Gute, ihn zu lieben verengt das Herz nicht, sondern läßt es unendlich weit werden.

Wenn man sich aber von diesem Weg der Liebe entfernt, wenn die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen nichts weiter ist als eine Beziehung vom Schöpfer zum Geschöpf, vom Herrn zum Knecht usw., dann wird das Problem nicht zu lösen sein. Die Liebe allein ist es, die den Widerspruch aufheben kann, der zwischen den zwei Freiheiten besteht, und nur die Liebe ermöglicht es den beiden Freiheiten, sich frei zu vereinen.

Lieben, das heißt, frei seine Freiheit zu verlieren, aber dieser Verlust ist ein Gewinn, denn er gibt mir den anderen, und er gibt mich dem anderen. Gott lieben, das bedeutet, sich zu verlieren, um Gott zu finden und zu besitzen und letzten Endes sich selbst in IHM wiederzufinden. "Wer sein Leben retten will, wird es verlieren, wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es gewinnen" (Mt. 10, 39).

Der Text ist mit freundlicher Genehmigung des Verlags dem Buch von Jacques Philipp, In der Schule des Heiligen Geistes entnommen, Hauteville: Parvis-Verlag 1996. Es handelt sich um den dritten Anhang, S. 118-125.


22. Mai
Das Zitat

“Im Herzen Mariens baut der Vater das Reich Seiner Liebe auf; der einzige Sohn bereitet sich darin eine Wohnung; und der Heilige Geist, die Fülle der Liebe, hat darin seinen Tempel errichtet: Das Herz Mariens ist die Arche, in der sich die Geheimnisse Gottes verbergen.”

Heiliger Johannes Eudes


22. Mai
Maria Domenica Brun Barbantini

Vor 150 Jahren, am 22. Mai 1868, starb in Lucca im Alter von 79 Jahren die selige Maria Domenica Brun Barbantini. Sie gründete als Witwe die Kongregation der Dienerinnen der Armen des hl. Kamillus. Am 7. Mai 1995 wurde sie seliggesprochen.


21. Mai
Nur nicht ängstlich sein

Der Katholikentag vollzog eine mentale Generalprobe für eine Spaltung der Katholiken: Fragen nach Lehre und Tradition der Kirche wurden teilweise apodiktisch vom Tisch gewischt und mit Selbstgesprächen übertönt. Die Strategie, den kirchenpolitischen Gegner zu überfahren, war nicht frei von psychologischem Druck: Marginalisierung durch Diffamierung lautete die Losung. Es dürfe nicht ängstlich gefragt werden, was nicht gehe, ließ sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx vernehmen. Wer will schon als Zauderer und Blockierer dastehen?

Aus: Regina Einig, Generalprobe für eine Spaltung (über den Katholikentag, der vom 9. bis 13. Mai in Münster stattfand), in der Tagespost.


19. Mai
Jahresranking 2017: Die Top 100

Fünfter Teil: Die Plätze 1 bis 20

Wie letztes Jahr gebe ich die 100 auf kath-info meistgelesenen Seiten des vorangegangenen Jahres in mehreren Schritten bekannt. Dieses Jahr begann ich mit den letzten 20 der Top 100, heute sind die 100 vollständig. In der rechten Spalte ist zu sehen, um wie viele Plätze der jeweilige Beitrag im Vergleich zum Vorjahr gestiegen oder gefallen ist.

Platz Jahresranking 2017
Die Top 100 von 648 Seiten

Die Plätze 1-20

Verän-derung gegen-über dem Vorjahr
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+/- 0
3

In-Vitro-Fertilisation

+ 1
4

Spaemann: Wer hat wofür Verantwortung?

- 1
5

Bernward Deneke: Liebe, und dann tue was du willst

+/- 0
6

Beiträge zum Islam im Unterschied zum Christentum

+ 3
7

Glauben Christen und Muslime an denselben Gott?

- 1
8

Die Priesterbruderschaft St. Petrus

+/- 0
9

Über Handkommunion

+ 1
10

Katholische Kirche und Nationalsozialismus;
Geschichtsfälschung um den Löwen von Münster

+ 3
11

Der Streit um das Konzil

+ 3
12

Nebenwirkungen und Risiken der Pille

- 5
13

Raimund Klesse: Der Todeswunsch aus psychiatrischer Sicht

+ 6
14

Robert Spaemann

+ 3
15

Georg May: Falschlehrer der Kirche

- 3
16

Albert Lang: Der Primat Petri

+ 4
16

Das Hör-Erleben des ungeborenen Kindes

+/- 0
18

Recktenwald: Tolkiens christliche Botschaft

+ 4
19

Die Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem

+ 10
20

Bernward Deneke: Priesterkleidung

+ 10

Zu den Plätzen 21 bis 100


18. Mai
Gegen die theologische Zerstörung

“Von verschiedenen Seiten her umkreist sein [Josef Piepers] Denken die Frage, wie es dem modernen Menschen gelingen kann, sich der zivilisatorischen Surrogate einer uneingestandenen Herzenstraurigkeit zu entledigen, die ihn daran hindern, so groß zu sein, wie er in den Augen Gottes wirklich ist: als dessen Geschöpf dazu befähigt, den Spuren der Wahrheit zu folgen, die im geschaffenen Sein der Wirklichkeit seine Vernunft bewegt und in der Menschwerdung Gottes seine Liebe weckt. Philosophische Muße hat seither ihre tiefste Wurzel im religiösen Kult. Beides bedarf der Reinerhaltung, damit der gläubige Mitvollzug der kultischen Gottesverehrung innerlich möglich bleibt. Wo ihm dieser Zusammenhang verdeckt oder gar zerstört zu werden schien, vor allem durch die nachkonziliare Parole der Entsakralisierung, konnte Pieper auch gegenüber befreundeten Theologen und verantwortlichen Bischöfen deutliche Worte finden.”

Berthold Wald in seinem Artikel Das Hohelied der Liebe. Relecture eines Werks, das der deutsche Philosoph Josef Pieper fast vier Jahrzehnte lang vorbereitet hat, in: Vatican-Magazin Mai 2018, S. 24-28. Bei dem genannten Werk Piepers handelt es sich um sein Buch Über die Liebe.

Von Prof. Dr. Berthold Wald ist auf kath-info der Artikel Theologie des »als ob«. Das Dilemma nichtrealistischer Selbstdeutungen des christlichen Glaubens erschienen.


17. Mai
Mit Maria den Heiligen Geist erwarten

Meine Predigt vom Sonntag nach Christi Himmelfahrt mit einem Versuch zur Geschlechtertheologie: Maria ist das vollkommenste Geschöpf. Das vollkommenste Geschöpf konnte nur eine Frau sein. Aber als Gott Mensch wurde, wurde er ein Mann. Warum ist das so?


17. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Das schöne Zitat Regina Einigs über den Rosenkranz als Symbol für einen widerstandsfähigen Glauben findet sich beim Rosenkranzzeugnis Kerstin Müller-Siegesmunds. Die lichtvolle Bemerkung Kardinal Woelkis zum Reformationsjahr ist auf der einschlägigen Themenseite zu finden, wenn man ganz nach unten scrollt, ebenso die Bemerkung Matusseks. Das interessante Zeugnis Walter Schweidlers über seinen philosophischen Lehrer habe ich auf der Spaemann-Seite untergebracht, wie auch das Zitat Jens Biskys über die wirklichkeitserschließende Kraft konservativen Denkens
.


16. Mai
Vinzenz Pallotti

Vor 200 Jahren, am 16. Mai 1818, wurde in der römischen Lateranbasilika der hl. Vinzenz Pallotti (1795-1850) von Erzbischof Candidus Maria Frattini zum Priester geweiht.


16. Mai
Florida Cevoli

Vor 25 Jahren, am 16. Mai 1993, wurde die aus Pisa stammende Klarissin Florida Cevoli (1685- 1767) seliggesprochen. Sie war 40 Jahre lang Priorin des Klosters in Città di Castello (Region Umbrien, Provinz Perugia) als Nachfolgerin der hl. Veronica Giuliani (1660-1720), die schon ihre Novizenmeisterin gewesen war. “Sie gestand einmal: Sobald sie auch nur von Gott und seiner Liebe sprechen hörte, war es ihr manchmal, wie wenn in ihr Herz wie von einer Druckerpresse Bilder oder Figuren eingepresst würden. Tatsächlich fand man bei der medizinischen Untersuchung ihres Körpers nach ihrem Tod Vernarbungen, in denen der Name Marie und ein Kreuz mit drei Nägeln dargestellt war” (Ferdinand Holböck, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 4, S. 89).
Gleichzeitig mit ihr wurden auch Maria Louise Trichet (1684-1759), Colomba Gabriel (1858-1926) und Maurice Tornay (1910-1949) seliggesprochen. Der Schweizer Maurice Tornay trat bei den Augustiner-Chorherren am Großen St. Bernhard ein und kam 1936 als Missionar nach Hanoi, 1945 nach Tibet. Die Hauptstadt Tibets, Lhasa, ist der Sitz des Dalai-Lama. Die Lamas waren dem Christentum gegenüber äußerst feindselig eingestellt und schreckten auch vor Mordtaten nicht zurück. So wurde auch Tornay am 11. August 1949 umgebracht.


16. Mai
Maria Gaetana Agnesi

Vor 300 Jahren, am 16. Mai 1718, wurde in Mailand die hochbegabte Mathematikerin Maria Gaetana Agnesi geboren. Mit neun Jahren beherrschte sie schon aktiv das Latein, mit elf Jahren bereits sieben Sprachen, so dass die Poliglotta ambulante genannt wurde. Mit 21 Jahren wollte sie ins Kloster eintreten, aber sie gehorchte ihrem Vater, der sich dem Eintritt widersetzte. Stattdessen widmete sie sich mit solchem Erfolg der Mathematik und den Wissenschaften (wozu z.B. die Veröffentlichung der zweibändigen Instituzioni analitiche, Grundlagen der Analysis gehört, die auch ins Französische und Englische übersetzt wurden), dass Papst Benedikt XIV. sie 1748 zur Professorin der Universität Bologna ernannte. Sie trat diese Stelle aber nie an. Als sie 34 Jahre alt war, starb ihr Vater. Nun hatte sie freie Bahn, sich ganz den Werken der Nächstenliebe zu widmen. Sie studierte Katholische Theologie, trat in den Orden der italienischen Annunciaten oder blauen Schwestern ein und kümmerte sich vor allem um Obdachlose und alte Frauen. Sie starb am 4. August 1799.


15. Mai
Maria im Heilsplan Gottes

Was hat Maria mit Abraham zu tun? Die 18. Folge meines Podcasts.


15. Mai
Bernhard von Corleone

Vor 250 Jahren, am 15. Mai 1768, wurde Bernhard von Corleone OFMCap (1605-1667), genannt “der beste Haudegen Siziliens”, seliggesprochen. In seiner Jugend schlug er, von seinem hitzigen Temperament übermannt, in einem Duell seinem Gegner den Arm ab. Aus Bedürfnis nach Buße trat er mit 27 Jahren in den Orden der Kapuziner ein. Hier führte er ein Leben strengster Buße, lebte nur von Brot und Wasser und verbrachte oft ganze Nächte im Gebet vor dem Tabernakel. Im Sterben rief er aus: “Paradies! Paradies! Paradies! Oh, gesegnet sind die Übungen, selig die Nächte! Gesegnet sind die Bußen, die Opfer! Oh, der Segen des Fastens und die Übungen des Gehorsams! Wie großartig ist der Segen des Ordenslebens, wenn es gut gelebt wird!” Dann starb er mit den Worten: “Lasst uns gehen, lasst uns gehen!”


13. Mai
Über die Raumfahrt des Herzens

Meine Predigt von Christi Himmelfahrt


13. Mai
Bernardin Gantin

Vor zehn Jahren, am 13. Mai 2008, starb in Paris im Alter von 86 Jahren der aus Benin stammende Bernardin Kardinal Gantin. Er war der erste farbige Erzbischof und der erste farbige Kurienkardinal: 1960 ernannte ihn Johannes XXIII. zum Erzbischof von Cotonou, 1977 Paul VI. zum Kardinal. Von 1984 bis 2002 war er Präfekt der Kongregation für die Bischöfe


12. Mai
Unsere Schwäche im Guten

Eine Predigt zum morgigen Sonntag


12. Mai
Irena Sendler

Vor zehn Jahren, am 12. Mai 2008, starb in Warschau im Alter von 98 Jahren Irena Sendler. Sie hatte unter Lebensgefahr 2500 jüdische Kinder aus dem Warschauer Ghetto gerettet. Von den Nazis verhaftet, gab sie selbst unter Folter die Namen der geretteten Kinder nicht preis. 1965 wurde die Katholikin von Yad Vashem als "Gerechte unter den Völkern" geehrt. Schon ihr Vater hatte als Arzt und gläubiger Katholik unter Armut leidende Menschen, darunter auch Juden, kostenlos behandelt.


12. Mai
Anastasia Guadalupe García Zavala

Vor fünf Jahren, am 12. Mai 2013, wurde die mexikanische Ordensfrau Anastasia Guadalupe García Zavala (1878-1963) heiliggesprochen. Sie gründete 1901 die Kongregation der Dienerinnen der hl. Margareta Maria und der Armen (SSMMP).


11. Mai
Das Zitat

“Die tägliche geistliche Lesung ist eines der Hauptmittel, um im Guten zu verharren und darin Fortschritte zu machen. Du kannst nicht jeden Tag die Worte Deines Seelenführers hören, der Dich zum Guten anspornt; aber in einem guten Buch hast Du einen Freund, der täglich zu Dir spricht, der Dich täglich ermuntert, in Trübsal Dich tröstet, in Zweifeln Dir rät, Dich fortwährend belehrt.”

Hl. Alfons Maria von Liguori


10. Mai
Sich von der Welt rein bewahren?

Meine Predigt vom letzten Sonntag.


10. Mai
Wo die Neuevangelisierung beginnt

„Neuevangelisierung beginnt hier: am eucharistischen Herzen Gottes. In der Stille spricht er zu den Menschen, gibt Antworten auf unsere vielen Fragen und Anliegen. Gestärkt durch seine Gnade, die aus dem heiligen Messopfer und der Anbetung fließen, können wir hinaus zu den Menschen gehen, um auch ihnen zu verkünden, dass der Herr Jesus Christus Worte ewigen Lebens hat“, so Pater Fuisting.

Aus dem Tagespost-Artikel Neues Leben im alten Ritus, in dem Annalia Machuy die Niederlassung der Petrusbruderschaft in Saarlouis vorstellt.


8. Mai
Catherine Simon de Longpré

Vor 350 Jahren, am 8. Mai 1668, starb in Quebec im Alter von 36 Jahren die aus Frankreich stammende Augustinerin Catherine Simon de Longpré. Ihr Ordensname war Marie-Catherine vom hl. Augustinus. Am 23. April 1989 wurde sie seliggesprochen. Ihr Seelenführer war der große Kanadamissionar Paul Ragueneau SJ, den wir hier auf kath-info schon vorgestellt haben.


8. Mai
Wilhelm Chaminade

Vor 100 Jahren, am 8. Mai 1918, wurde der Seligsprechungsprozess des großen Marienverehrers Wilhelm Chaminade (1761-1850) eingeleitet. Zum Abschluss kam er schließlich mit der Seligsprechung am 3. September 2000.


7. Mai
Von Gott erkannt werden

Meine Predigt zum Sonntag vom Guten Hirten.


7. Mai
Prinz Kaspian

Vor zehn Jahren, am 7. Mai 2008, fand in New York die Weltpremiere des Kinofilms Prinz Kaspian von Narnia statt, des zweiten Teils der Verfilmung der Chroniken von Narnia des christlichen Autors C.S. Lewis.

Meine Infoseite über C. S. Lewis


6. Mai
Das Zitat

“Ja, so ist unsere himmlische Mutter immer, Tag und Nacht, für unser ewiges Heil besorgt, niemals vermag es eine menschliche Zunge auszusprechen. Oh, diese wunderbare Mutter! Wie hat sie doch durch und durch die volle Sanftmut, Güte und Liebe ihres allerheiligsten Sohnes nachgeahmt! So kann Maria gar nicht anders, als sich immer voll Liebe und Erbarmen zu uns herab zu neigen, so arm und sündhaft wir auch sind. - Lebt noch ein Fünkchen guten Willens und Vertrauens in einer noch so schwer belasteten Seele: So eile sie doch hin unter den Schutzmantel Mariens, in Mariens Mutterarme! Oh ja, sie wird bekehrt, sie wird gekräftigt, gereinigt und gerettet werden.”

Hl. Maria Bernarda Bütler


4. Mai
Maria Rosa Flesch

Vor zehn Jahren, am 4. Mai 2008, wurde in Trier Maria Rosa Flesch FBMVA (1826-1906) seliggesprochen. Sie gründete die Waldbreitbacher Franziskanerinnen, die 1863 vom Trierer Bischof approbiert wurden. Den Ruf zur Gründung dieser Kongregation hatte Margaretha - wie sie mit bürgerlichem Namen hieß - 1844 auf der Heilig-Rock-Wallfahrt zu Trier empfangen.


4. Mai
Notre-Dame-du-Laus

Vor zehn Jahren, am 4. Mai 2008, wurden die Erscheinungen von Notre-Dame-du-Laus aus dem Jahre 1664 von Bischof Jean-Michel di Falco von Gap und Embrun offiziell als übernatürlich anerkannt.


3. Mai
Agatha Phutta

Vor 100 Jahren, am 3. Mai 1918, wurde in Thailand im Alter von etwa 37 Jahren die selige Agatha Phutta getauft und gefirmt. Sie erlitt am 26. Dezember 1940 mit fünf weiteren Frauen das Martyrium und wurde zu Tode gemartert. Am 22. Oktober 1989 wurde sie seliggesprochen.


30. April
Brannte nicht unser Herz?

Mit vier Wochen Verspätung habe ich meine Osterpredigt veröffentlicht.


30. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Episode über den rettenden Rosenkranz, die P. Bernhard Gerstle erzählt, und die neueste Statistik über die Petrusbruderschaft findet sich jeweils auf der einschlägigen Seite. Meine Aufklärung über Aufklärer Entzauberung der Werte? wurde auf einer eigenen Seite untergebracht.


29. April
Sünde, Gerechtigkeit, Gericht

Predigt zum heutigen 4. Sonntag nach Ostern.


29. April
Das Zitat

"Alles Gute, was andere, durch uns veranlasst, tun, vermehrt den Glanz unserer Herrlichkeit im Himmel."

Hl. Don Bosco


16. April
Die Liebe in Zeiten der Gesetzesethik

Die neueste Folge meines Podcasts


16. April
Die berühmte kleine Weile

Meine Predigt zum nächsten Sonntag, dem 3. Sonntag nach Ostern.


15. April
Das Wichtigste

Das Wichtigste ist, daß ihr eine persönliche Beziehung zu Gott entwickelt. Diese Beziehung drückt sich im Gebet aus. Es liegt in Gottes eigenstem Wesen, daß er spricht, hört und antwortet. Tatsächlich ruft uns der hl. Paulus in Erinnerung: wir können und sollten »ohne Unterlaß« beten (1 Thess 5,17). Weit davon entfernt, uns in uns selbst zurückzuziehen oder uns den Höhen und Tiefen des Lebens zu entziehen, wenden wir uns durch das Gebet Gott und durch ihn einander zu, einschließlich den Ausgegrenzten und denen, die anderen Wegen als dem Weg Gottes folgen (vgl. Spe salvi, 33). Wie die Heiligen uns auf so lebendige Weise lehren, wird das Gebet so zu praktizierter Hoffnung. Christus war ihr ständiger Gefährte, mit dem sie auf jedem Schritt ihres Weges im Dienst an den anderen gesprochen haben.
Es gibt einen weiteren Aspekt des Gebets, den wir uns in Erinnerung rufen müssen: die Betrachtung in der Stille. Der hl. Johannes zum Beispiel sagt uns, daß wir, um die Offenbarung Gottes zu erfassen, erst hören und dann antworten müssen, indem wir das verkünden, was wir gehört und gesehen haben (vgl. 1 Joh 1,2-3; Konzilskonstitution Dei Verbum, 1). Haben wir vielleicht etwas von der Kunst des Hörens verlernt? Laßt ihr noch etwas Raum, um auf die Stimme Gottes zu hören, die euch aufruft, zur Güte zu gelangen? Freunde, fürchtet euch nicht vor der Stille oder der Ruhe, hört auf Gott, betet ihn in der Eucharistie an. Laßt zu, daß sein Wort euren Weg als ein Fortschreiten in der Heiligkeit formt.

Papst Benedikt XVI. vor zehn Jahren, am 19. April 2018, während seiner Amerikareise in seiner Ansprache an die Jugendlichen in New York.


15. April
Horst Mittenentzwei

Vor fünf Jahren, am 28. April 2013, starb im Alter von 81 Jahren der aus Halle stammende Pfarrer Horst Mittenentzwei. 1957 zum Priester geweiht, setzte er sich seit den 90er Jahren für den Wiederaufbau des Klosters Helfta ein. Mit Pfadfindern organisierte er seit 1995 in der Ruine von Helfta eucharistische Gebetsabende.


14. April
Eduard Kamenicky

Vor zehn Jahren, am 28. April 2008, starb im niederösterreichischen Sigmundsherberg Eduard Kamenicky. Von ihm sind einige Artikel auf kath-info veröffentlicht, z.B. Gold außer Kurs.


14. April
Susana Paz-Castillo Ramirez

Vor zehn Jahren, am 27. April 2008, wurde Susana Paz-Castillo Ramirez (1863-1940) seliggesprochen. Sie wurde in Venezuela geboren, gründete eine Kongregation zur Krankenpflege, erhielt zur Einkleidung den Namen Candelaria vom heiligen Joseph HCMC und leitete die Gemeinschaft 35 Jahre lang. Außerdem gründete sie dringend notwendige Krankenhäuser.


13. April
Horst Bürkle

Vor drei Jahren, am 24. April 2015, starb im Alter von 89 Jahren der Missionswissenschaftler Horst Bürkle. 1987 konvertierte er von der evangelischen zur katholischen Kirche. “Damit protestierte er gegen ‘geistliche Dürre und Verfremdungserscheinungen’ im deutschen Protestantismus. Bei den Katholiken habe er ein klareres Heilsverständnis vorgefunden, sagte er später” (IdeaSpektrum vom 6. Mai 2015, S. 24). Benedikt XVI. würdigte ihn in einem Grußwort zu seinem Begräbnis als einen großen Theologen, dem er sich sehr nahe gefühlt habe.


13. April
Nicolo Rusca

Vor fünf Jahren, am 21. April 2013, wurde der in Bedano bei Lugano geborene Nicolo Rusca (1563-1618) seliggesprochen. 1587 zum Priester geweiht, setzte er sich für die konziliaren Reformen ein, wurde von den reformierten Bündner Behörden in Thusis vor Gericht gestellt und zu Tode gefoltert. Am 19. Dezember 2011 wurde er vom Heiligen Stuhl als Märtyrer anerkannt. Durch seine Seligsprechung fühlten sich viele Protestanten beleidigt.


13. April
Joseph Maria von Jesus Cuartero Gascón

Vor 100 Jahren, am 21. April 1918, wurde der Spanier Joseph Maria von Jesus Cuartero Gascón geboren. Er trat in den Passionistenorden ein und erlitt 1936 während des Spanischen Bürgerkriegs ein qualvolles Martyrium. Am 1. Oktober 1989 wurde er mit 24 weiteren Passionisten-Märtyrer seliggesprochen.


12. April
Isa Vermehren

Vor 100 Jahren, am 21. April 1918, wurde Isa Vermehren geboren, die wir hier bereits vorgestellt haben.


12. April
Ludwig von Casoria

Vor 25 Jahren, am 18. April 1993, wurde der Neapolitaner Ludwig von Casoria (1814-1885) seliggesprochen. Seine Lebensaufgabe war die Befreiung von Kindersklaven.


12. April
Adam Schall

Vor 400 Jahren, am 17. April 1618, trat der Chinamissionar Adam Schall (1592-1666) seine Reise nach China an. Er war Wissenschaftler und brachte die westliche Astronomie nach Peking an den kaiserlichen Hof.


11. April
Francis Kardinal George

Vor drei Jahren, am 17. April 2015, starb in Chicago im Alter von 78 Jahren Francis Kardinal George, genannt der “amerikanische Ratzinger”. 1997 wurde er Erzbischof von Chicago.
Seine übernatürlich motivierte Loyalität zu Papst Franziskus hinderte ihn nicht daran, freimütig zu bekennen, dass er unter dessem Regierungsstil leide: “Er sendet so viele unterschiedliche Signale, das geht manchmal etwas wild durcheinander. Ich denke, er selbst ist nicht verwirrt, aber viele Leute verwirrt er mit dem, was er sagt, manchmal auch mich. Mir wäre es lieber, manches wäre etwas klarer, so dass ich ihn besser unterstützen kann.”
Im Original: “He sends out so many signals it gets a bit jumbled at times, I'm sure he's not confused, himself. It's confusing for a lot of people, including myself at times. For someone who appreciates clarity I would like to get a few things clear so I can cooperate.”


11. April
Elias Facchini

Vor 150 Jahren, im April 1868, kam der italienische Chinamissionar Elias Facchini (1839-1900) nach Tayuanfu. Er erlitt am 9. Juli 1900 zusammen mit dem hl. Theodor Balat das Martyrium und wurde 1946 selig-, 2000 heiliggesprochen.


10. April
Wird der Albtraum jemals enden?

In der Nacht vom 14. zum 15. April 2014 wurden in Chibok, Nigeria, 276 überwiegend christliche Schülerinnen von Mitgliedern der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram aus ihrer Schule entführt und verschleppt. Ihnen drohte die Zwangsverheiratung und der erzwungene Übertritt zum Islam. Etlichen Schülerinnen gelang es in der Folgezeit, ihren Entführern zu entkommen. Im Mai 2017 erlangten 82 Mädchen nach langen Verhandlungen ihre Freiheit wieder. Doch noch immer ist das Schicksal von etwa 100 Schülerinnen ungeklärt. Damit sie und die zahlreichen von Boko Haram verschleppten Frauen und Mädchen nicht dem Vergessen anheimfallen, hat die katholische englische Autorin Corinna Turner das Buch „Eines Tages“ geschrieben, worin sie die Geschehnisse um die Entführung in Romanform aus Sicht der betroffenen Mädchen beschreibt. Dabei hat sie den Schauplatz der Ereignisse nach Europa verlegt, um ihren Lesern die Vorgänge besser vor Augen zu führen. Das Buch erschien jetzt in deutscher Sprache. Der Erlös geht an KIRCHE IN NOT.

Corinna Turner: Eines Tages. Wird der Albtraum jemals enden? ISBN 978-3-930883-89-9, € 8,90


7. April
Albert Hauck

Vor 100 Jahren, am 7. April 1918, starb in Leipzig im Alter von 72 Jahren der evangelische Kirchenhistoriker Albert Hauck. Sein Hauptwerk ist die fünfbändige “Kirchengeschichte Deutschlands”, die bis zum Jahr 1437 geht, “ausgezeichnet durch umfassende Quellenforschung, tiefdringende Kritik, durchsichtige Darstellung und Kunst der Zusammenschau und Charakteristik, gegen das mittelalterliche Papsttum freilich sehr von seinem protestantischen Standpunkt beeinflußt” (LThK, 1. Auflage).


3. April
Der mündige Christ und die Kirche

Die neueste Folge meines Podcasts


3. April
Andreas Schönberger

Vor fünf Jahren, am 5. April 2013, starb im Saarland im Alter von 90 Jahren der im Kampf gegen die nachkonziliare Glaubenskrise sehr engagierte Dr. Andreas Schönberger. Vor allem betätigte er sich über viele Jahre als Übersetzer für den FELS und die Una-Voce-Korrespondenz und brachte auf diese Weise dem deutschen Leser die französischen Verhältnisse und Ereignisse näher.


3. April
Jacques Ozanam

Vor 300 Jahren, am 3. April 1718, starb in Paris im Alter von 77 Jahren der Mathematiker Jacques Ozanam. Er war ein Verwandter des seligen Frédéric Ozanam (1813-1853).


31. März
Die doppelte Auferstehung

Meine Predigt zur Osternacht.


16. März
Neu im Personenregister:
Gerard Manley Hopkins, Konrad I.

Themen

Engel
Englandreise
Entmytholog.
Entweltlichung
Erbsünde
Erlösung
Erneuerung
Evangelien
Evangelisierung
Evangelisierung II
Evangelium
Evolution
Exegese
Exerzitien
Exkommunikation
Falschlehrer
Familie
Familiensynode
Fasten
Fegefeuer
Fellay B.
Felix culpa
Flüchtlinge
Frau
Frauendiakonat
Freiheit u. Gnade
Fremde Sünden
Freundschaft
FSSP
FSSPX
Fundamentalismus
Gebet
Geburt Jesu
Gehsteigberatung
Geistbraus
geistliches Leben
Gender
Genderideologie
Gender Mainstr.
Generalkapitel 06
Geschlecht
Glaube
Glauben
Glaubensjahr
Glaubensregel
Glaubensschild
Glossen
Gnadenvorschuss
Goa
Gold
Gott
Gott II
Gottesbegegnung
Gottesknecht
Gotteskrise
Grabeskirche
Guadalupe

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