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* * *

23. September
Die unentdeckten Seiten von kath-info (3)

An dritter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten steht die englischsprachige Seite über die Ermordung von P. Kenneth Walker FSSP.


23. September
Pio von Pietrelcina

Vor 50 Jahren, am 23. September 1968, starb in San Giovanni Rotondo im Alter von 81 Jahren Pater Pio von Pietrelcina OFMCap. 1999 wurde er selig-, 2002 heiliggesprochen.


22. September
18. Sonntag nach Pfingsten

Zum morgigen 18. Sonntag nach Pfingsten kann ich gleich zwei Predigten anbieten: Die Gicht der Seele und Lenkendes Erbarmen.


22. September
Augustinus Palacios del Río

Vor 100 Jahren, am 22. September 1918, legte der selige Augustinus Palacios del Río OAR (1901-1936), ein Märtyrer im Spanischen Bürgerkrieg, seine Profess bei den Augustiner-Rekollekten ab.


22. September
Hans Scholl

Vor 100 Jahren, am 22. September 1918, wurde in Ingersheim an der Jagst Hans Scholl, führendes Mitglied der Weißen Rose, geboren.


22. September
Alain de Solminihac

Vor 400 Jahren, am 22. September 1618, wurde der selige Alain de Solminihac (1593-1659) zum Priester geweiht.


21. September
Abschied vom Relativismus

Der Aufsatz von Dr. Johannes Hartl Abschied vom Relativismus, der am 5. August auf kath-info erschien, ist gestern auch in der Tagespost veröffentlicht worden.


21. September
Das Zitat

Würden wir uns in allen Widerwärtigkeiten gelassen dem Willen Gottes anvertrauen, wären wir auf dem Weg zur Heiligkeit und wären die glücklichsten Menschen auf Erden.

Hl. Alfons Maria von Liguori


20. September
Ist Gott geizig?

Meine Predigt zum 15. Sonntag nach Pfingsten


20. September
Johannes Schasching

Vor fünf Jahren, am 20. September 2013, starb in Wien im Alter von 96 Jahren der Sozialethiker Johannes Schasching SJ geboren. Er unterrichtete an der Gregoriana, war Konsultor des Päpstlichen Rates Iustitia et Pax und zählte neben Oswald von Nell-Breuning und Johannes Messner zu den Nestoren der katholischen Soziallehre im deutschsprachigen Raum.


19. September
Korrupte Zustände

Der Herausgeber der amerikanischen Monatszeitschrift First things R. R. Reno hat kurz vor Veröffentlichung des Vigano-Zeugnisses einen bemerkenswerten Artikel geschrieben (Catholicism after 2018), der nun in der Oktoberausgabe erschienen ist. Er bestätigt darin die Existenz homosexueller Seilschaften in der Kirche und hält deshalb das Zeugnis Viganos für glaubwürdig. Hier zwei Ausschnitte. Ich empfehle die Lektüre des ganzen Artikels.
"
Since the revelations about McCarrick, a number of younger men have recounted hair-raising stories about their experiences in corrupt seminaries, events that took place after 2002 and public outrage about clerical sexual abuse. Whether or not things have gotten better—and, again, I think they have—the past shapes the present. It wasn’t long ago that homosexual sex wasn’t just tolerated among clergy; it was protected. And it still is in some quarters, as McCarrick’s career indicates. Were it not for revelations about sex with a minor and abuse of power, he would have remained a much-feted ecclesiastical eminence. He was part of a much larger quasi secret about gay clergy that implicates even the best of men, undermining them in the way that unaddressed, openly tolerated corruption destroys the morale of any unit.
(...)
We are moving toward an anti--establishment ecclesiastical culture, one in which the bishops have a less important role. Their canonical authority will remain intact. They are and will always be the governing authority in their dioceses. But they will lose their moral and spiritual authority. They already have."


19. September
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Der Bericht über das Vorgehen von Pro Familia (Pro Familie und die Folgen) findet sich auf der Pro-Familia-Seite, die Kritik Dietrich von Hildebrands an Teilhard de Chardin auf der Seite über Pseudotheologie. Dort wurden auch die einschlägigen Zitate Mosebachs und Berthold Walds untergebracht. Meine Predigt über die Frage, ob der Himmel ein reines Gnadengeschenk oder der Lohn für unsere guten Werke sei, ist nun eingebettet auf der Seite mit dem schönen Aufsatz Peter Lipperts über Freiheit und Gnade.


18. September
Das Dilemma der nachmetaphysischen Vernunft

Soeben ist in der Vierteljahreszeitschrift Theologie und Philosophie mein Aufsatz Das Dilemma der nachmetaphysischen Vernunft. Ein instruktiver Blick auf die Philosophie von Jürgen Habermas erschienen.


18. September
PTWF

Vor zehn Jahren, am 18. September 2008, traf Papst Benedikt XVI. die jüdische Pave the Way Foundation (PTWF), die sich für eine Rehabilitierung Papst Pius’ XII. einsetzt. Ihr Präsident Gary Krupp bekannte: “Meine Frau und ich wuchsen auf und hassten diesen Mann. Wir dachten, er sei Hitlers Papst gewesen. Dann aber entdeckten wir Dinge, die dem völlig entgegenstanden. Mir erscheint es daher als eine jüdische Pflicht, die Leistungen dieses Mannes anzuerkennen, der - mehr als alle anderen Staatschefs zusammen - Juden das Leben rettete. Ob er es still tat oder nicht - die Hauptsache ist, er tat es.’”


18. September
Willibrord Verkade

Vor 150 Jahren, am 18. September 1868, wurde in Zaandam der Maler Willibrord Verkade geboren. Durch die Entdeckung der hl. Messe und die Lektüre des Katechismus und von Heiligenbiographien fand er zum Glauben und ließ sich 1892 katholisch taufen. 1894 trat er in Beuron ein und wurde Benediktiner. Er starb am 19. Juli 1946. Seine Autobiographie Unruhe zu Gott fand weite Verbreitung.


18. September
Seattle

Vor zehn Jahren, am 18. September 2008, wurde in Seattle die Personalpfarrei der Priesterbruderschaft St. Petrus errichtet. Sie ist den nordamerikanischen Märtyrern (hl. Jean de Brébeuf & Co.) geweiht.


17. September
Die unentdeckten Seiten von kath-info (1 und 2)

Welche Seiten rangieren im Jahresranking 2017 an unterster Stelle, sind also am seltensten aufgerufen worden? Diese unentdeckten Perlen möchte ich hier nach und nach vorstellen. Es werden dabei nur jene Seiten berücksichtigt, die schon zu Beginn des Jahres 2017 existierten. Von diesen 629 Seiten wurden am seltensten aufgerufen der Bericht über Claude François Poullart des Places und der Bericht über den Irak.


17. September
Die FAZ über das päpstliche Schweigen

Soll auf jahrzehntelang beschwiegene sexuelle Gewalt nun wirklich wieder das Schweigen die offizielle Antwort sein? Welch eine Verhöhnung der Opfer! Die Fragen, welche sich aus dem elfseitigen, mit Anschuldigungen gegen die vatikanische Chefetage gespickten Pamphlet des emeritierten Vatikandiplomaten Carlo Viganò ergeben, verdienen allemal “schlüssige Antworten”, wie Daniel Kardinal DiNardo, der Vorsitzende der amerikanischen Bischofskonferenz, mitteilte.

Aus: Christian Geyer, Und sagte kein einziges Wort, FAZ vom 5. September 2018


16. September
Welche Einheit?

Ist Kirche die Gemeinschaft der Glaubenden und die der Kirchensteuerzahler? Meine Predigt von heute.


16. September
Monatsranking August 2018

Platz Monatsranking August 2018
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 650 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+ 2
3

Zitatensammlung

+ 4
10

Das Hör-Erleben des ungeborenen Kindes

+ 1
20

G. K. Chesterton

+ 1
30

Über Karl Rahner

+ 33
40

Hurnau: Die Schule der Exorzisten

- 2
50

Robert Spaemann

- 13
60

Goa

+ 194
100

Bernward Deneke: Die Botschaft des Bauern von Ars

+ 32

Zum Ranking der Vormonate


15. September
Günter Rohrmoser

Vor zehn Jahren, am 15. September 2008, starb in Stuttgart der Philosoph Günter Rohrmoser, der wie Spaemann aus der Ritter-Schule stammte. Mit seinem Werk Das Elend der kritischen Theorie war er einer der prominentesten Kritiker der Frankfurter Schule. In seinem Buch Der Ernstfall (1994) forderte er eine christliche Aufklärung.


15. September
Josef Kentenich

Vor 50 Jahren, am 15. September 1968, starb in Schönstatt im Alter von 82 Jahren Josef Kentenich, der Gründer der Schönstattbewegung.


15. September
Isaac Habert

Vor 350 Jahren, am 15. September 1668, starb in Pont-de-Salars bei Rodez der Theologe Isaac Habert. Er war einer der wichtigsten theologischen Gegner des Jansenismus. 1645 wurde er Bischof von Vabres.


15. September
Josef-Benedikt Dusmet

Vor 200 Jahren, am 15. September 1818, wurde in Palermo Josef-Benedikt Dusmet geboren. Er trat in den Benediktinerorden ein, wurde Prior in Neapel, Abt von Caltanissetta, Abt von Catranea, 1876 Erzbischof von Catanea, 1889 Kardinal. Er starb am 4. April 1894. Dusmet war ein großer “Apostel der Nächstenliebe, besonders gegenüber Cholerakranken und bei Ätnaausbrüchen” (LThK, 1. Auflage). Am 25. September 1988 wurde er seliggesprochen.


2. September
Petitionen

Im Netz gibt es gleich zwei Petitionen zur Viganosache: Die eine Petition ist eine Solidaritätsadresse und Gebetszusicherung an Vigano, die andere eine Bitte an den Papst um Aufklärung.


2. September
Beunruhigend

Dass es Beobachter der kirchlichen Szene gibt, für die Viganos Bombe nicht überraschend kam, muss zutiefst beunruhigen. Tobias Klein berichtet darüber in seinem Blog. Dagegen wirken Zulehners Ablenkungsmanöver erbärmlich. Hier helfen nur radikale Aufklärung und Transparenz, aber keine Erklärungen. Ein Zitat aus dem Blogbeitrag:
"
Wenn ich mich in dieser Angelegenheit leidlich gut informiert fühle, dann verdanke ich das in erster Linie dem Blog meines Freundes Rod Dreher. Rod berichtet schon seit Ende Juni regelmäßig und ausführlich über den Fall McCarrick -- und daneben auch immer wieder über andere Fälle von systematisch vertuschtem Missbrauch, von "homosexuellen Subkulturen" in Priesterseminaren und dergleichen mehr."


1. September
Dominikus Iturrate Zubero

Vor 100 Jahren, am 14. September 1918, legte der aus dem Baskenland stammende Dominikus Iturrate Zubero (1901-1927) in Bien-Aparecida, Diözese Santander, im Trinitarierorden seine Ordensprofess ab. Am 30. Oktober 1983 wurde er seliggesprochen. In seiner Ansprache zur Seligsprechung erinnerte Papst Johannes Paul II. an die Haltung, mit der der Selige das hl. Messopfer darbrachte: “Als Priester hatte er eine klare Vorstellung von seiner Identität als ‘Vermittler zwischen Gott und den Menschen’ und als ‘Vertreter des Ewigen Hohenpriesters Jesus Christus’. Das ließ ihn jede Eucharistiefeier als einen Akt des Selbstopfers verbunden mit dem allerhöchsten Opfer Jesu Christi zugunsten der Menschen erleben.”


1. September
Dignitas Personae

Vor zehn Jahren, am 8. September 2008, veröffentlichte die Glaubenskongregation die Instruktion Dignitas Personae über einige Fragen der Bioethik. Unter anderem geht sie auf die In-Vitro-Fertilisation ein.


1. September
Maria Venegas de La Torre

Vor 150 Jahren, am 8. September 1868, wurde in Mexiko Maria Venegas de La Torre geboren. Sie trat in die Kongregation der Dienerinnen des Herzens Jesu ein und widmete ihr ganzes Leben dem Dienst an den Kranken und Armen. Am 30. Juli 1959 starb sie in Guadalajara und wurde am 22. November 1992 selig-, am 21. Mai 2000 heiliggesprochen.


31. August
Gerard Manley Hopkins

Vor 150 Jahren, am 7. September 1868, trat der Schriftsteller Gerard Manley Hopkins (1844-1889) in den Jesuitenorden ein.


31. August
Nicolo Rusca

Vor 400 Jahren, am 4. September 1618, starb als Martyrer der selige Nicola Rusca. 1563 in Bedano bei Lugano geboren, wurde er 1587 zum Priester geweiht. Er setzte sich für die konziliaren Reformen ein. Von den reformierten Bündner Behörden wurde er in Thusis vor Gericht gestellt und zu Tode gefoltert. Am 19. Dezember 2011 wurde er vom Heiligen Stuhl als Märtyrer anerkannt, am 21. April 2013 seliggesprochen. Durch seine Seligsprechung fühlten sich viele Protestanten beleidigt.


30. August
Die mediale Hölle

Wäre Viganos Brief gegen Benedikt XVI. gerichtet gewesen: Die Pforten der medialen Hölle hätten sich geöffnet.

Oliver Maksan in seinem Leitartikel Pontifikat in der Krise, Tagespost von heute.

Wäre dieser Skandal während der Regierungszeit von Benedikt XVI. derart hochgekocht, wären wir als katholische Kirche über Wochen hinaus nicht mehr aus den Schlagzeilen herausgekommen.

Petra Lorleberg heute auf kath.net


30. August
Die Abstürze des Jahres 2017

Dritter Teil

Die Aufsteiger des Jahres 2017 unter den kath-info-Artikeln habe ich schon bekanntgegeben. Es gibt natürlich auch das Umgekehrte. Welche Artikel haben die meisten Leser verloren? Das sagt natürlich nichts über die Qualität des Artikels aus, denn dieses Ranking ist kein Wertungsranking. Da die meisten Leser über Suchmaschinen auf kath-info kommen, sagt es lediglich etwas darüber aus, nach welchen Themen und Namen weniger gesucht wird und damit auch darüber, welche Regionen von kath-info mehr oder weniger unentdecktes Land sind. Ich gebe die Top 30 unter den Absteigern wieder in drei Schritten bekannt. In der rechten Spalte wird die Anzahl der Plätze angegeben, um die die Seite im Vergleich zum Vorjahr gefallen ist.

Platz Die Absteiger des Jahres 2017
Die Top 30
Dritter Teil: Die Plätze 1 bis 10
gefal-lene Plätze
1

Der Grundlegung der Wissenschaft im Mittelalter

416
2

Verschollen in der Südsee

291
3

Inverted Truth

218
4

Bernhard Gerstle: Gedanken zum Jahr des Glaubens

217
5

Urs Keusch: Eine Jungfrau namens Barmherzigkeit

216
6

Jean-Théophane Vénard, Shahbaz Bhatti , Petrus To Rot

211
7

Franz Joseph Rudigier, Ignatius Choukrallah Maloyan

200
8

Bordoni: Die dreifache Größe der göttlichen Barmherzigkeit

192
9

Hermann Döring, Prosper Delpech, Joseph Tieffentaller

183
10

Recktenwald: Der Spiegel

182

Zum ersten und zweiten Teil


29. August
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Was Barbara Stühlmeyer über die Ramms Logik der Liebe sagt, verrate ich auf unserer Medienseite. Pfarrer Martens Klage, wie christliche Flüchtlinge durch das BAMF ihren Verfolgern ausgeliefert werden, findet sich auf der einschlägigen Themenseite, meine Predigt Werden wir den Herrn begleiten? auf der Fastenseite.


29. August
Viganò auf deutsch

Die Tagespost hat nun eine deutsche Übersetzung des Zeugnisses veröffentlicht.


28. August
Pressemanöver

Der Erzbischof von Phoenix fordert die vollständige Aufklärung der Vorwürfe, die Erzbischof Vigano erhoben hat. Er kenne diesen seit 39 Jahren als integre Persönlichkeit.
Nun könnte man meinen, dass die Presse ein ebensolches Interesse hat. Schaut man sich die Süddeutsche Zeitung an, bekommt man Zweifel. Dort weiß man es besser: “Intrige gegen den Papst”, lautet der Titel eines Artikels, der darauf abzielt, Vigano als unglaubwürdig hinzustellen. Kein Interesse an Aufklärung. Die Opfer sind vergessen. Es geht nicht um diese, sondern um die Konservativen in der Kirche. Zu denen gehört Vigano. Also wird ihm gerade daraus, dass er die Vertuschung anprangert, ein Strick gedreht. Man stelle sich vor, solche Aussagen wie die von Vigano seien zur Zeit Benedikts veröffentlicht worden. Gar nicht auszudenken, wie sehr sich gerade die Süddeutsche Zeitung darauf gestürzt hätte. So jedenfalls untergräbt die SZ ein weiteres Mal ihre Glaubwürdigkeit.


28. August
Das Zitat

Siehst du den Nächsten Unrecht oder Verfolgung leiden, so bemühe dich in herzlicher Liebe, ihm bei den Großen und Mächtigen der Erde Recht zu verschaffen. Siehst du den Nächsten sündigen, so bitte Gott, dass er sich seiner erbarme.

Hl. Birgitta von Schweden


28. August
Das Blutbad von Kandhamal

Vor zehn Jahren, am 28. und 29. August 2008 kam es in Indien zur schlimmsten Gewaltwelle von Hindu-Aktivisten gegen Christen. In der Region Kandhamel im Bundesstaat Odisha wurden über 100 Christen getötet, 400 Dörfer, 5600 Häuser und 395 Kirchen niedergebrannt. 56.000 Christen mussten fliehen und konnten bis heute nicht in ihre Heimat zurückkehren. Die Mehrzahl der Opfer wartet heute noch auf juristische Aufarbeitung und Wiedergutmachung.


27. August
Lasst die Kinder zu mir kommen

Die Priesterbruderschaft St. Petrus bietet ein neues Vorbereitungsheft für die Erstkommunion an. Das 60seitige Büchlein Lasst die Kinder zu mir kommen von P. Michael Ramm kann kostenlos bestellt werden.


26. August
Kampagnenjournalismus bei der dpa

Die dpa schweigt sich bis jetzt (Sonntag Abend) über die Bombe, die Erzbischof Carlo Maria Viganò mit seiner Dokumentation und seiner Rücktrittsforderung an Papst Franziskus gelegt hat, aus. Als vor acht Jahren “Wir sind Kirche” Papst Benedikt XVI. wegen seines angeblichen Schweigens zum Missbrauchsskandal kritisierte, brachte die dpa diese Kritik fast im Stundentakt.


26. August
Franz Xaver Schweyer

Vor 150 Jahren, am 26. August 1868, wurde in Oberzell Franz Xaver Schweyer geboren.
Als Mitglied der Bayerischen Volkspartei wurde er 1921 bayerischer Innenminister und “Hitlers frühester Widersacher”.
Sein Antrag im März 1922, Hitler auszuweisen, scheiterte am Widerstand das SPD-Parteiführers.
Der gläubige Katholik verurteilte kompromisslos die Ideologie und den Antisemitismus Hitlers.
Die Folge war, dass er 1933 nach der Machtübernahme der Nazis sofort verhaftet wurde. Am 10. November 1935 starb er an den Folgen der Haft.


25. August
Seid nicht ängstlich besorgt

Eine Predigt zum morgigen 14. Sonntag nach Pfingsten


24. August
Franz Nekes

Vor 150 Jahren, am 24. August 1868, wurde der aus Huttrop bei Essen stammende Kirchenmusiker und Komponist Franz Nekes (1844-1914) zum Priester geweiht. Von 1891 bis 1912 war er Domkapellmeister in Aachen. Als Komponist bewegte er “sich als Meister des strengen Satzes in der engsten Gefolgschaft Palestrinas” (LThK, 1. Auflage). Er empfing die Weihe im Kölner Dom durch den berühmten Erzbischof Paulus Melchers, und zwar damals, in der dunklen vorkonziliaren Zeit, mit 40 weiteren Männern. Dieses Jahr waren es drei.


23. August
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

64. Folge

So kommt also der Heilige Geist in unsere Seele und wird in ihr gegenwärtig formell als das, was er in seiner Person ist, der Erguß und das Pfand der Liebe des Vaters und Sohnes und somit auch als der Erguß und das Pfand der väterlichen Liebe, womit der Vater uns als seine Adoptivkinder in seinem eingeborenen Sohn liebt, als die Blume der Süßigkeit und Lieblichkeit Gottes, mit einem Worte als das "osculum" des Vaters und des Sohnes, das wir im Innersten unserer Seele empfangen. Und indem wir den solchergestalt in uns gegenwärtigen Heiligen Geist in dieser seiner Eigenschaft erkennen und lieben und durch die Liebe über seinen Besitz uns freuen, erwidern wir den Kuß Gottes und verkosten seine unaussprechliche Süßigkeit [56]; so umfangen wir ferner in ihm und durch ihn den Sohn und den Vater, die ihn uns als das Pfand ihrer Liebe und Seligkeit gesandt; an ihm und durch ihn erhebt sich unser Gedanke und unsere Liebe zum Genusse derjenigen Personen, von denen er ausgegangen.

Schon bei der vorigen Art der Sendung hatten wir den Heiligen Geist als das "donum Dei" erkannt, welches uns nach dem Worte des Heilandes gegeben wird als Quelle eines lebendigen, zum ewigen Leben sprudelnden Wassers (Jo 4, 10; vgl. 4, 14); denn das ist der Heilige Geist insbesondere, als der Vollerguß des innern göttlichen Lebens, der uns sein Leben mitteilt. Hier aber ist er "donum", insofern er uns als besonderes Objekt unseres übernatürlichen Lebens geschenkt wird. Dort ist er "donum" als Kanal der übernatürlichen Gnade und Liebe, wodurch wir der göttlichen Natur teilhaft und Adoptivkinder Gottes werden; hier, insofern Gott seine väterliche Liebe selbst, dieselbe Liebe, womit er seinen eingeborenen Sohn liebt, uns nicht nur zuwendet und fruchtbar in uns sein läßt, sondern auch dieselbe in dem Pfande, worin sie kulminiert, in uns niederlegt. In beiden Beziehungen, besonders aber in der letzteren, ist der Heilige Geist das "donum hypostaticum", als welches die Theologen, wie wir früher gesehen, ihn betrachten, wenn sie den Namen "donum" (oder vielmehr die "donabilitas") als ein "proprium" des Heiligen Geistes hervorheben.

Häufig denkt man sich bei der Bezeichnung des Heiligen Geistes als "donum hypostaticum" bloß so viel, daß durch ihn das Ideal und Motiv uns eine von ihm selbst verschiedene Gabe zugewandt werde, insofern nämlich, wie wir das selbst früher erklärt haben, der Heilige Geist als Urbild des uns mitgeteilten Ausflusses der göttlichen Liebe (der "caritas creata") und als Motiv der Mitteilung der übernatürlichen Gnade, welche die "caritas creata" in sich begreift, gedacht werden muß [57]. Im ersten Falle involviert, wie gezeigt wurde, die Schenkung des Urbildes in seinem Nachbilde eine wirkliche, wesentliche und hypostatische Einwohnung; im zweiten Falle liegt das noch nicht auf der Hand; denn wenn ich aus Liebe jemanden eine Gabe mitteile, dann teile ich ihm in der Gabe zwar auch meine Liebe mit, aber doch nicht so, daß ich diese Liebe, wie die Gabe, in ihn wirklich hineinlege. Bei der väterlichen Liebe, die uns Gott zuwendet, ist das anders. Wir besitzen diese Liebe nicht bloß in dem allgemeinen Sinne, wie wir sagen, daß jeder, der geliebt wird, die Liebe des andern besitze. Wir besitzen sie in ihrem substantiellen Wesen und in ihrem hypostatischen Ausfluß substantiell in uns. Wir besitzen sie als solche, die nicht bloß andere Gaben, sondern sich selbst als eine besondere Gabe uns zuwendet und in uns hineinlegt. Dieselbe Liebe, womit der ewige Vater seinen Sohn liebt, ist in ihrem innern Wesen und mit ihrem innern Ergusse wie im Sohne selbst so auch in uns als unser Eigentum und ruht auf uns! "Damit die Liebe, womit du mich geliebt hast", sagt der Sohn zum Vater, "in ihnen sei" [58]; und der Apostelfürst lehrt in diesem Sinne, daß der Geist Gottes auf uns ruhe. Der Geist Gottes ruht nämlich auf uns, insofern die väterliche Liebe Gottes, deren Erguß er ist, in uns wohnt [59].

Anmerkungen:

[56] Ambros., De Isaac et an. c. 3: "Per osculum adhaeret anima Deo, per quod sibi transfunditur Spiritus osculantis; sicut etiarn ii, qui se osculantur, non sunt labiorum praelibatione contenti, sed spiritum suum sibi invicem videntur infundere. Illa (anirna) osculum poposcit: Deus se ei totus infudit." Vgl. S. Bernard., In Cant. serm. VIII, n. 2: "osculari ab osculo ... non est aliud, nisi infundi Spiritu sancto".

[57] Letzteres haben wir in § 24 gesehen. Manche Theologen scheinen die Eigenschaft des Heiligen Geistes als "donum" geradezu darauf zu beschränken, daß er die ratio dandi, der Grund, warum uns Gott die Gaben zuwendet, sei. Auch das ist er eigentlich nur in Bezug auf die übernatürlichen Gaben. Aber damit allein ist überhaupt keine Sendung, geschweige denn eine reale, substantiale und hypostatische, ausgesprochen.

[58] Jo 17,26: "Ut dilectio, qua dilexisti me, in ipsis sit, et ego in ipsis." - 1 Petr 4,14: "Si exprobramini in nomine Christi, beati eritis, quoniam quod est honoris, gloriae et virtutis Dei, et qui est eius Spiritus, super vos requiescit."

[59] Vgl. Lud. de Ponte, Expositio moralis et mystica in Cant. Cant. 75; ein Werk überreich an den tiefsten und zartesten theologischen Ideen, unstreitig eines der besten, die je über das Hohelied und die erhabenen Geheimnisse der mystischen Theologie geschrieben worden. Obgleich leider weit weniger bekannt als die berühmten Betrachtungen desselben Verfassers, scheint es uns dieselben an Gehalt und Schönheit noch weit zu übertreffen. Die ganze Innigkeit und Tiefe, verbunden mit der klarsten, gediegensten und reichsten theologischen Erkenntnis, wie sie die Blütezeit der spanischen Theologie, welche mit der Blüte der gesamten Literatur in Spanien zusammenfiel, auszeichnet, findet sich hier vereint.

Wird fortgesetzt


22. August
Das Zitat

"Wenn ihr den Herrn anblickt und der Herr euch ansieht, dann berührt eure Seele Gott, dann trinkt sie aus den Quellen Gottes, dann erwärmt sie sich und erfüllt sich mit Liebe. Christus ist der Herd der Liebe. Man kann Ihn nicht ansehen, ohne brennend zu werden. ‘Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer’ (Hebr. 12, 29)."

Maria von Jesus Mercier, Gründerin des Karmels von Paray-le-Monial (1853-1917)


21. August
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Rezension von Tapfer und Treu wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Die Beoachtung Winnemöllers über den störenden Charakter des Missionsbegriffs findet man auf der einschlägigen Seite, meine Predigt über das Gleichnis gegen Drückeberger auf der Seite über den Gnadenvorschuss.


21. August
Jean de la Valette

Vor 450 Jahren, am 21. August 1568, starb in Birgu, Malta, im Alter von 74 Jahren Jean de la Valette. Seit 1557 Großmeister des Johanniterordens, besteht seine bedeutendste Tat im Sieg über die Osmanen, als diese am 18. Mai 1565 mit einer riesigen Übermacht von 40.000 Mann die Belagerung Maltas begannen. Drei Monate lang widerstanden ihnen die Malteser unter Führung Valettes. “Als die Mauer bei der St.-Michaels-Bastion teilweise einstürzte und Angreifer in Scharen eindrangen, soll der damals schon über 70-jährige Valette persönlich den Gegenangriff geführt haben. Die Ritter und Verbündeten des Ordens waren durch diese Tat so motiviert und die angreifenden Türken gleichermaßen geschockt und entmutigt, dass der Angriff erfolgreich abgewehrt und die Bresche wieder geschlossen werden konnte” (Wikipedia). 1566 gründete Valette die nach ihm benannte Hauptstadt Maltas.

19. August
Warum Dankbarkeit so wertvoll ist

Meine Predigt von heute


19. August
Neu im Personenregister:
Herbert Schnädelbach, Albertus Magnus


18. August
David Okelo und Gildo Irwa

Vor 100 Jahren, am 18. August 1918, starben in Uganda als Märtyrer David Okelo und Gildo Irwa. David wurde 16, Gildo 12 Jahre alt. Sie waren zwei Jahre zuvor von Comboni-Missionaren getauft worden und arbeiteten als Katechisten. Am 20. Oktober 2002 wurden sie seliggesprochen.


18. August
Thomas de Creuilly

Vor 300 Jahren, am 18. August 1718, starb in Cayenne im Alter von 67 Jahren der aus der Diözese Bayeux stammende Missionar Thomas de Creuilly SJ. 1672 trat er in die Gesellschaft Jesu ein, wurde 1680 Professor der Rhetorik in Arras und kam 1685 nach Französisch-Guayana, wo er sich der Kolonisten- und Eingeborenenseelsorge widmete. Er “erlernte die Sprache der Eingeborenen und schrieb Lettres édifiantes über das Indianische” (LThK, 1. Auflage).


17. August
Norma McCorvey

Vor 20 Jahren, am 17. August 1998 wurde Norma McCorvey (1947-2017) in Dallas von P. Frank Pavone und P. Edward Robinson OP in die katholische Kirche aufgenommen. Sie war berühmt geworden durch das von ihr als Klägerin ausgelöste Urteil “Roe v. Wade”, mit dem 1973 der Oberste Gerichtshof der USA die Abtreibung legalisierte. 1995 änderte sie ihre Einstellung, wurde zu einer Lebensrechtlerin, empfing von Evangelikalen die Taufe und konvertierte 1998 zur katholischen Kirche.


17. August
Christian Philippe Chanut

Vor fünf Jahren, am 17. August 2013, starb in Boutigny-sur-Essonne im Alter von 65 Jahren der Historiker Christian Philippe Chanut. Er studierte in Saint-Sulpice und wurde 1979 zum Priester geweiht. Viele Jahre lehrte er Kirchengeschichte, Patristik und Homiletik im Priesterseminar der Petrusbruderschaft in Wigratzbad. Nach der Promulgation des Motu proprio Summorum Pontificum im Jahre 2007 wurde er in der Diözese Évry-Corbeil-Essonnes zum Verantwortlichen für dessen Umsetzung ernannt.


16. August
Die Geisterdebatte

Von Ulrich Filler

Die deutschen Bischöfe haben mit ihrer nun veröffentlichten pastoralen Handreichung „Mit Christus gehen – Der Einheit auf der Spur. Konfessionsverbindende Ehen und gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie“ vom 20. Februar 2018 eine Geisterdebatte, eine Gespensterdiskussion losgetreten. Gespenstisch mutet zunächst einmal die Auswahl der Zielgruppe an. Während in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten beispielsweise die Frage nach der Möglichkeit des Kommunionempfangs für wiederverheiratet Geschiedene immer wieder diskutiert wurde oder auch die Forderung, alle evangelische Christen zum Tisch des Herrn einzuladen, im Raum steht, war die Frage nach den evangelischen Partnern in einer konfessionsverschiedenen Ehe bislang überhaupt kein Thema. Die deutschen Bischöfe befürchten, dass sogar die Ehe gefährdet sein kann, weil der evangelische Partner nicht zur Kommunion gehen darf. Der Eindruck drängt sich auf, dass unsere Bischöfe sich hier ein künstliches Problem ausgedacht und zugleich eine Lösung gefunden haben, die keiner wirklich möchte.

Gespenstisch ist weiterhin der Umgang der Hirten der Kirche miteinander: Die Bischofskonferenz vermag es nicht, ein theologisch und dogmatisch so sauberes Papier zu erstellen, dass es alle mittragen können? Und als sieben Bischöfe die Kurie und den Papst um Hilfe und Klärung baten – was war das Ergebnis? Ein Brief der nichts abschließend klärte und die verschiedene Äußerungen des Heiligen Vaters widersprüchlich stehen ließ, der einmal darum bittet, von einer Veröffentlichung abzusehen und ein anderes mal andeutet, die restriktive Handreichung würde die Möglichkeiten, die das Kirchenrecht bietet, gar nicht voll ausschöpfen? Was denn nun? Und was war mit dem verständlichen Wunsch des Papstes, die Bischöfe mögen doch bitte eine einmütige Regelung finden? Offensichtlich hat man sich darum nicht bemüht – das Ergebnis: Chaos. Gespenstisch.

Geisterhaft auch die durch die pastorale Handreichung oder Orientierungshilfe angebotene Lösung. Denn eines steht fest: Ganz egal, ob ich dafür bin, dass evangelische Christen in der katholischen Messe die Kommunion empfangen dürfen oder nicht – die pastorale Handreichung kommt ungefähr zwanzig Jahre zu spät. Ein aus der Zeit gefallenes Dokument, das die Zielgruppe ungefähr so interessiert wie die Beschlüsse der Kölner Diözesan-Synode von 1954. Denn die Realität in unseren Pfarrgemeinden ist längst eine andere. Die heutige Praxis des Kommunionempfangs folgt dem Kriterium: Jeder macht, was er will. Die Kommunion empfängt jeder, der möchte: Katholische Christen, die seit der Erstkommunion nicht mehr gebeichtet haben; wiederverheiratet Geschiedene, die manchmal auch als Kommunionhelfer eingesetzt werden; evangelische Christen, die manchmal auch als Katecheten bei der Erstkommunionvorbereitung engagiert sind. Nicht wenige katholische Pfarrer begrüßen diese Entwicklung und laden evangelische Christen zum Empfang der Eucharistie ein oder konzelebrieren gleich mit evangelischen Pfarrern. Bereits im Jahr 2003 forderten 108 Pfarrer der „Arbeitsgemeinschaft Rottenburg (AGR)“ aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart in einem offenen Brief, dass Einladungen an ökumenisch engagierte evangelische Christen zur katholischen Kommunion erlaubt sein müßten. Seit Jahrzehnten hat sich diese Praxis des Kommunionempfangs nach dem Motto „Jeder macht, was er will“ in unseren Pfarreien etabliert – obwohl sie dem geltenden Kirchenrecht schlicht und einfach widerspricht. Can 844 § 4 legt ganz eindeutig fest: Katholische Spender spenden erlaubt die Sakramente der Buße, Krankensalbung und Eucharistie nur dann an evangelische Christen, wenn folgende Bedingungen gleichzeitig (!) eintreten: 1. wenn Todesgefahr besteht oder eine andere schwere Notlage dazu drängt (ob eine solche schwere Notlage eintritt, entscheidet der Diözesanbischof bzw. die Bischofskonferenz), 2. wenn sie einen Spender der eigenen Gemeinschaft nicht aufsuchen können, 3. wenn sie von sich aus darum bitten, 4. wenn sie bezüglich des Sakraments den katholischen Glauben bekunden und 5. wenn sie in rechter Weise disponiert sind. Selbst wenn die Sehnsucht des evangelischen Partners nach der Kommunion in einer konfessionsverschiedenen Ehe eine „schwere Notlage“ darstellen sollte, reicht das alleine noch nicht aus. Es müßte zudem die Situation eintreten, dass kein evangelischer Pfarrer erreichbar ist und dass der evangelische Christ den katholischen Glauben bekennt und beichtet. Und diese Situation ist hier und heute höchstens in einem theoretischen Szenario denkbar. Übrigens weist die pastorale Handreichung in Nr. 14 und 15 auf genau diesen Sachverhalt hin und zitiert das ökumenische Direktorium, das darauf besteht, dass genau diese Normen bezüglich der Zulassung eines nichtkatholischen Christen zur eucharistischen Gemeinschaft zu beachten sind. Die Handreichung widerspricht sich selbst! Der heilige Papst Johannes Paul II. hat in seiner Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ aus dem Jahr 2003 die theologische Grundlage aufgezeigt und erklärt, dass der Empfang der Eucharistie die innere und äußere Einheit voraussetzt. Übrigens hat auch ein Mann wie Joachim Kardinal Meisner diese katholische Überzeugung selbstverständlich öffentlich vertreten, als in seinem Bistum im Jahr 2004 entsprechende Unterschriftenlisten kursierten. Er zeigte sich damals „bestürzt über den Rückgang katholischen Glaubenswissens“ – man fragt sich, wie er heute über seine Mitbrüder im Bischofsamt urteilen würde. Doch auch er hat es – von solchen Ausnahmen abgesehen – wie alle anderen deutschen Bischöfe seit Jahrzehnten versäumt, der verheerenden pastoralen Praxis, die sich in allen Pfarreien immer mehr ausbreitet, etwas entgegenzusetzen. Angefangen bei den katholischen Fakultäten, in denen zukünftige Religionslehrer und Priester ausgebildet werden bis hin zur öffentlichen Praxis vor Ort. Wo sind die Hirtenbriefe zum Thema? Wo finden katholische Pfarrer eine theologische Weiterbildung, wo eine Handreichung mit Argumenten für das Gespräch mit Betroffenen, wo fand eine diözesanweite Katechese-Aktion zum Thema statt? Welche Medien oder sozialen Netzwerke hat die finanzstarke deutsche Kirche eingesetzt, um dieses Thema in die katholische Öffentlichkeit zu bringen? Katholische Pfarrer waren auf sich alleine gestellt, ihre Bischöfe: ein Totalausfall. Doch bislang hatte man im jetzigen Pfarrsystem noch einige Spielräume. Natürlich ist es immer ein Drahtseilakt, aber es gab die Möglichkeit, klug, angemessen und menschlich in den Dialog zu treten und die katholische Position zu erklären, ohne Skandale zu verursachen. Zu versuchen, den Normen Rechnung zu tragen und den Menschen die Größe und Schönheit des katholischen Glaubens aufzuzeigen. Denn es geht doch nicht darum, kleinliche Gesetze um ihrer selbst willen durchzusetzen, sondern um die Wahrheit und Schönheit und Würde und Größe der Eucharistie, dem lebendigen Herzen der Kirche. Es geht darum, die Menschen einzuladen zu erkennen, das alles zusammenhängt: Die Sakramente, die Kirche, das Priestertum, das Meßopfer – in der Eucharistie bündelt sich der ganze katholische Glaube.

Die jetzt veröffentlichte pastorale Handreichung ist in verschiedener Hinsicht kontraproduktiv. Einmal ist sie realitätsfern. Welche evangelische Christen, die bereits jetzt unsere „eucharistische Gastfreundschaft“ genießen, wollen sich in einem wie auch immer gearteten Gespräch mit einem katholischen Seelsorger rechtfertigen? Und warum eigentlich gilt das nur für evangelische Ehepartner? Seien wir doch mal ehrlich – warum hat kein Bischof die Courage und sagt: „Der Heilige Vater ermutigt uns, voranzugehen. In diesem Geist lade ich alle Getauften ein, ihr Gewissen zu prüfen und sich in unseren Gottesdiensten am Tisch des Herrn stärken zu lassen. Denn Jesus ist für alle Menschen gekommen und er will jedem sein Heil schenken, jeden aufrichten, er liebt jeden. Haben Sie keine Angst! Kommen Sie zum eucharistischen Herrn – er fragt nicht nach der Konfession!“ Das wäre mal ein zwar falscher, aber immerhin mutiger Schritt. Und der große Beifall der Öffentlichkeit wäre garantiert. Dieses ganze Pastoralgeschwurbel und sich Hin- und Herwinden: Wenn ich ein Ehejubiläum feiere, darf ich im Würzburger Dom als evangelischer Ehepartner in der Kilianswoche die Kommunion aus der Hand des Bischofs empfangen, sonst aber nicht? Das ist doch absurd!

Und wenn der Bamberger Erzbischof die Handreichung für sein Bistum noch einmal verschärft und ganz ernsthaft evangelischen Christen zumutet, sich zu allen sieben Sakramenten zu bekennen, das Glaubensbekenntnis zu bejahen und um die Einzigartigkeit der Eucharistie zu wissen – warum um Himmels willen ist er dann nicht konsequent und sagt: Tja, dann kannst du eigentlich auch gleich katholisch werden? Übrigens muss an dieser Stelle die Frage erlaubt sein: Warum bitte spricht die ganze Handreichung nicht ein einziges Mal von dieser Möglichkeit? Das wäre doch die erste richtige und logische Maßnahme! Aber hier zeigt sich die Verlogenheit des ganzen Systems: Offiziell verlangt die Handreichung, dass evangelische Christen irgendwie schon den katholischen Glauben an die Eucharistie bekennen sollen – de facto aber ist es genau umgekehrt: Katholiken wie Protestanten glauben inzwischen mehrheitlich, dass zwischen Abendmahl und Eucharistie kein großer Unterschied mehr besteht. Noch niemals hat mir ein evangelischer Christ ernsthaft erklären können, an Realpräsenz und Messopfer zu glauben ohne auch das Verlangen zu haben, katholisch zu werden. Nebenbei gesagt ist die Handreichung auch ein Schlag in das Gesicht derer, die oft unter großen Schwierigkeiten und Opfern um der Eucharistie willen katholisch geworden sind. Nicht, dass der falsche Eindruck entsteht: der Autor dieser Zeilen ist von der Ökumene begeistert und überzeugt und arbeitet in seiner Pfarrei gut und gerne in vielen Projekten mit seinen evangelischen Schwestern und Brüdern zusammen. Doch wahre Ökumene kann nur gedeihen, wo man nicht nur das Gemeinsame feiert, sondern auch wahrhaftig und ehrlich respektiert, was uns noch trennt, mag es auch schmerzhaft sein.

Zum anderen ist die „pastorale Handreichung“ fragwürdig, weil sie dem Pfarrer vor Ort, der bislang versuchte, im derzeitigen System katholische Seelsorge zu betreiben, die Argumente aus der Hand schlägt. Er wird sabotiert. Bislang konnte er immer noch auf die eigentlich geltenden Normen hinweisen, jetzt werden ebendiese Normen von denen, „die Sorge tragen für den rechten, katholischen und apostolischen Glauben“ (1. Hochgebet) ausgehöhlt und letztlich abgeschafft.

Und schließlich treffen die Konsequenzen auch die Bischöfe und den Papst selbst. Denn nun ist der Damm gebrochen – immer mehr Bistümer setzen die Handreichung um. Doch was soll ein Bischof (oder ein Papst) tun, der nicht von dieser Entwicklung überzeugt ist? Er hat keinen Handlungsspielraum mehr. Jetzt fällt diesen Bischöfen ihr jahrzehntelanges Versäumnis auf die eigenen Füße. Seit Jahren wissen sie um die Praxis in ihren Gemeinden, seit Jahren kümmern sie sich nicht darum (bischöflicher O-Ton: „Sie haben doch eine gute Praxis vor Ort gefunden!“), seit Jahren lassen sie ihre katholischen Pfarrer, die sich an Glaube und Recht halten, im Regen stehen – und jetzt erwischt es sie auch. Wenn in Hamburg, Bamberg, Paderborn, Würzburg, Magdeburg und Erfurt evangelische Ehepartner offiziell zur Kommunion eingeladen werden, wird es einem anderen Bischof sehr schwer fallen zu begründen, warum das in seinem Bistum nicht möglich sein soll. Lange Zeit hat die alte Taktik funktioniert: Offiziell ist es verboten, vor Ort machen die Leute was sie wollen, naja, wir rühren nicht dran und solange es keine Skandale gibt und die Kirchensteuern sprudeln, ist doch alles recht. Wenn jetzt aber ein katholischer Bischof anfangen möchte, die bislang geltenden katholischen Normen einzufordern, steht er vor ziemlichen Schwierigkeiten. Bereits vor der Veröffentlichung hätte es eines behutsamen, langen Prozesses bedurft, in Klerus und Volk eines Bistums das katholische Glaubenswissen über den Empfang der Eucharistie wieder lebendig werden zu lassen. Es hätte Jahre gebraucht, die missbräuchliche Praxis abzustellen und durch Verkündigung, Katechese, Predigt, Weiterbildung und ähnliche Maßnahmen den katholischen Normen wieder zur Geltung zu verhelfen. Doch nun haben sich die Bischöfe selbst eine Tür zugeschlagen, indem sie ohne Not das erlauben und fördern, was katholischem Glauben, katholischer Theologie und katholischem Kirchenrecht widerspricht. Gespenstisch. Zum ersten Mal seit langer Zeit sprechen die deutschen Bischöfe nicht mit einer Sprache, zum ersten Mal scheint die Einheit des Episkopats gefährdet, und das, wo es um einen zentralen Punkt unseres Glaubens geht. Nie hatten die Hirten der Kirche das Gebet ihrer Schafe so nötig wie heute.

Dieser Artikel erschien in der empfehlenswerten Monatszeitschrift PUR-Magazin, Ausgabe August/September 2018, S. 12-16. Abdruck mit freundlicher Genehmigung.


15. August
Stanislaus Kostka

Vor 450 Jahren, am 15. August 1568, starb in Rom im Alter von 17 Jahren der hl. Stanislaus Kostka SJ. Der hl. Franz Borgia nahm ihn am 28. Oktober 1567 auf Empfehlung des hl. Petrus Canisius ins Noviziat der Jesuiten auf. Stanislaus wurde 1670 selig- und 1726 heiliggesprochen. Er ist der Patron Polens und der studierenden Jugend.


15. August
Joseph Benedikt Dusmet

Vor 200 Jahren, am 15. August 1818, wurde in Palermo der Theologe Joseph Benedikt Dusmet OSB geboren. 1855 wurde der Abt von Caltanissetta, 1867 Erzbischof von Catanea, 1889 Kardinal. “Ein demütig-frommer Ordensmann”, ein “Apostel der Nächstenliebe, besonders gegenüber Cholerakranken und bei Ätnaausbrüchen” (LthK, 1. Auflage). Er starb am 4. April 1894 und wurde am 25. September 1988 seliggesprochen.


15. August
Nigeria

Vor zehn Jahren, am 15. August 2008, errichtete in Umuaka Bischof Augustin Tochukwu Ukwuoma von Orlu, Nigeria, eine Personalpfarrei des überlieferten Ritus. Die Pfarrei ist der Priesterbruderschaft St. Petrus anvertraut.


15. August
Julien Green

Vor 20 Jahren, am 13. August 1998, starb in Paris im Alter von 97 Jahren der Schriftsteller Julien Green.


13. August
Ausreden

Seit Jahren ignoriert die Kirchenführung in Deutschland die Glaubenskrise, die sich nicht nur an Austrittszahlen und dem Rückgang des Gottesdienstbesuchs zeigt. Wir kennen die Ausreden seit Jahrzehnten. Austrittsbewegungen, erklärte schon vor 25 Jahren der Münchner Kardinal Wetter beschwichtigend, seien kein spezifisch kirchliches Phänomen, sondern durchzögen die gesamte Gesellschaft. “Wir lassen uns keine Krise aufschwätzen” lautet seither der Tenor.

Bernhard Müller im Editorial der jüngsten Ausgabe des PUR-Magazins vom August/September 2018.


12. August
Die katholische Antwort

Meine Predigt von heute: Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter als katholische Antwort auf die Frage des Gesetzeslehrers, was er tun müsse, um das ewige Leben zu erlangen.


12. August
Ignaz Rieder

Vor 100 Jahren, am 12. August 1918, wurde Ignaz Rieder (1858-1934) vom Domkapitel zum Fürsterzbischof von Salzburg gewählt.


11. August
Als Harry Potter noch undenkbar war

Zum 250. Geburtstag des Jugendschriftstellers Christoph von Schmid

Von Petra Kehl

„Wohl niemand hat die über alle Welttheile verbreiteten, in sechs Sprachen übertragenen und von der jetzt regierenden Königin von Schweden eigenhändig ins Schwedische übersetzten gemüthreichen Erzählungen des Freundes und Lieblings aller Kinder ohne die lebhafteste Freude gelesen, Tausende werden sich noch gerne der seligen Stunden erinnern, welche ihnen in ihrer Jugendzeit, der fröhlichsten des Lebens, jene lieblichen, phantasiereichen Erzählungen geschaffen haben und nirgends werden die edlen Früchte verborgen geblieben sein, welche der so in die Kinderherzen gestreute Same gebracht hat, und stets bringen wird.“

So heißt es in einer Schrift, mit deren Hilfe die weltliche und geistliche Obrigkeit des Königreichs Bayern und des Bistums Augsburg Geld sammelte, um anlässlich des ersten Jahrestages seines Todes dem Volksdichter Christoph von Schmid ein Denkmal zu errichten.

Seitdem sind mehr als 150 Jahre vergangen. Die Geschichten Schmids sind nicht nur in sechs, sondern inzwischen 24 Sprachen übersetzt worden und haben in allen Ständen und Generationen begeisterte Leser gefunden, darunter so namhafte Persönlichkeiten wie die Dichter Adalbert Stifter und Friedrich Rückert, den Philosophen Schelling, die Könige Ludwig I. und Maximilian von Bayern sowie Papst Paul VI.

Geboren wurde der geistliche Bestsellerautor am 15. August 1768 in der Reichsstadt Dinkelsbühl. Dort wuchs er auf und besuchte dann das Gymnasium in Dillingen. Ein weiteres Studium des begabten jungen Mannes schien anfangs unmöglich, weil die Mutter nach dem frühen Tod des Vaters acht weitere Kinder allein großziehen musste und daher nicht das nötige Geld aufbringen konnte. Doch dann bekam Christoph Schmid, wie er damals noch hieß, eine einträgliche Stelle als Hauslehrer, die es ihm ermöglichte, in Dillingen Philosophie zu studieren, bis er 1787 ins Klerikalseminar eintreten konnte.

In dieser Zeit sammelte er bereits seine ersten pädagogischen Erfahrungen, die ihm später, als er in Thannhausen „wegen des Mangels an Schulgehülfen“ als Kaplan und Schulinspektor selbst Unterricht halten musste, gute Dienste leisteten. Außerdem griff er bei seiner neuen Tätigkeit auf seine eigenen Kindheitserfahrungen zurück, besonders auf das pädagogische Vorbild des eigenen Vaters. Johann Friedrich Schmid hatte sich stets sehr intensiv mit seinen Kindern beschäftigt. Speziell seine Art der Glaubensunterweisung hat seinen Sohn Christoph bis ins hohe Alter geprägt. Er berichtete darüber in seinen autobiografischen Aufzeichnungen: „(Vater) wußte uns so lehrreich als angenehm zu unterhalten – vorzüglich mit Erzählungen, unter denen mir die biblischen Geschichten die liebsten waren und bis zu dieser Stunde unvergeßlich blieben. Er trug sie mit besonderer Vorliebe, mit Innigkeit und Andacht vor. Die Freundlichkeit Gottes, der mit den ersten Menschen wie ein Vater mit seinen Kindern umging, war mir mehr zu Herzen gegangen, als die gelehrten Begriffe, die in der Folge meine Religionslehrer mir, in hohen, für Kinder nicht geeigneten Worten beizubringen suchten. Durch die einfachen biblischen Erzählungen gewann ich Gott, den Vater im Himmel, lieb und empfand kindliche Ehrfurcht gegen Ihn.“

An diese Erfahrung knüpfte nun Christoph von Schmid an. Er versuchte, die Kinder mit einfachen, kindgerechten Worten und Geschichten, die er selbst verfasste, zur Gottesliebe zu führen und in den Grundlagen der Religion zu unterrichten. Bei den Kindern kam diese neue Lehrmethode gut an.

Um 1810 veröffentlichte Schmid dann seine erste Geschichte im Druck. Es handelte sich um eine Bearbeitung der seit dem 15. Jahrhundert im Volk verbreiteten und überaus beliebten rheinischen Legende von der Pfalzgräfin Genovefa, die unschuldig des Ehebruchs angeklagt, von ihrem jähzornigen Ehemann zum Tode verurteilt, von ihren mitleidigen Henkern mit ihrem Kind jedoch verschont und in die Wildnis gebracht wird. Schmid verstand es meisterhaft, die Handlung dramatisch aufzubauen und gleichzeitig einen Kurzkatechismus für die Kleinsten einzufügen, der die Spannung nicht zerstörte, sondern noch erhöhte. „Genovefa“ wurde ein großer Erfolg, ebenso die wenig später veröffentlichte Erzählung „Rosa von Tannenburg“ und mehr als hundert weitere längere und kürzere Geschichten, die er in den folgenden Jahren schrieb.

Den Grund für seinen Erfolg erklärte Schmid folgendermaßen: „Ich ging zu den Kindern selbst in die Schule und lernte von ihnen. Als ich Schule zu halten anfing, fehlte es an brauchbaren Kinderschriften. Ich kam daher auf den Gedanken, selbst kleine für Kinder passende Erzählungen abzufassen, um ihnen die Lehren der Religion dadurch anschaulicher zu machen. Gewöhnlich erzählte ich diese Geschichten den Kindern, oder las sie ihnen vor und hieß sie dann dieselben aus dem Gedächtnisse nachschreiben. Aus ihren Aufschreibungen, die ich fleißig durchging, ersah ich, was die Kinder am meisten darin angesprochen und was nicht.“

Zu Schmids Erfolg trug nicht weniger seine Art bei, die Themen darzustellen, dass nämlich „die in den Erzählungen zutage tretende Weltanschauung ganz dem Weltbild entspricht, das in einem Kinderkopf sich malt. Dass das Gute siegt, nicht nur innerlich, seelisch, sondern auch sehr sichtbar äußerlich, und dass das Böse ebenso bestraft wird, entspricht ganz der kindlichen Vorstellung von der göttlichen Wirksamkeit. Gewiss, eine Zeitlang mag wohl das Böse triumphieren und der Gute Unglück erleiden, je schwerer, desto verdienstvoller – aber am Ende müssen sich doch alle Dinge zum besten kehren.“ (Hermann Köster, Geschichte der deutschen Jugendliteratur)

Nicht nur der Sieg des Guten über das Böse – und zwar gemäß dem Evangelium „durch das Gute“ und nicht etwa wie heute auch durch das Böse – war ihm Anliegen. Zwei weitere ziehen sich wie rote Fäden durch seine Geschichten: Er konnte nicht oft genug die Bedeutung einer guten, sorgfältigen Erziehung der Kinder durch die Eltern betonen und die Notwendigkeit, die eigenen Leidenschaften zu beherrschen. Er begnügte sich jedoch nicht damit, diese Themen theoretisch abzuhandeln, sondern gab in seinen Schriften vielfach praktische Anleitungen, indem er die Erziehung beschrieb, welche die Helden seiner Geschichten, allen voran Genovefa und Rosa von Tannenburg, von Mutter und Vater erhalten. Er erging sich hier stets in detailreichen Schilderungen und pries den vielfältigen Segen, der Kindern aus einer sorgfältigen Erziehung erwuchs. Auf der anderen Seite stellte er aber auch immer wieder die Folgen einer schlechten oder nachlässigen Erziehung dar, insbesondere einer Erziehung, die mehr auf irdische „Werte“ ausgerichtet ist als auf jene Werte, die zum Himmel führen.

Schmid wurde nie müde, seine Leser zur Selbstbeherrschung aufzurufen, was – anders als heute – sehr gut ankam, wie die außerordentliche Beliebtheit seiner Geschichten beweist. Nicht zuletzt diesen Geschichten verdankte Schmid seiner Ernennung zum Domherrn in Augsburg und schließlich die Verleihung des Ritter-Kreuzes des Königlichen Civil-Verdienst Ordens der bayrischen Krone, mit dem die Erhebung in den Adelsstand verbunden war.

Als von Schmid am 26. Juli 1854 mit 87 Jahren an der Cholera starb, wurde er von Menschen aller Stände und Altersstufen tief betrauert.

Eine Zeitlang waren seine Schriften fast in Vergessenheit geraten, nur einige seiner Gedichte fanden sich in den Gesangbüchern der deutschen Diözesen. Die Lieder „Beim letzten Abendmahle“ und „Ihr Kinderlein kommet“ etwa sind noch immer sehr beliebt, auch wenn kaum noch jemand den Namen des Dichters kennt. In den vergangenen Jahren wurden einige seiner Geschichten neu aufgelegt oder sind als Book-on-Demand über Amazon erhältlich. Die schönsten Erzählungen gibt es als leicht gekürzte Hörbuch-Ausgaben auf drei mp3-CDs.

Die Hörbücher von Christoph von Schmid


10. August
Marianne Cope

Vor 100 Jahren, am 9. August 1918, starb in Hawaii im Alter von 80 Jahren die aus Heppenheim stammende Franziskanerin Marianne Cope. Auf der Hawaii-Insel Molokai widmete sie sich seit 1883 bis zu ihrem Lebensende der Pflege der Leprakranken. Von 1873 bis 1889 hatte hier auch schon der hl. Damian de Veuster, der “Apostel der Leprakranken”, gewirkt. Marianne Cope wurde 2005 selig-, 2012 heiliggesprochen.


8. August
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Der Erfahrungsbericht über die Wirksamkeit der Brigittagebete habe ich hier, das Video über Michael Behe auf dieser Seite und meinen Wurzel-Podcast auf dieser Seite untergebracht.


7. August
Die Auferstehung Jesu

Meine Predigt vom letzten Sonntag.


7. August
Entmachtung der Bischöfe

Es bleibt festzuhalten, dass die Entmachtung der einzelnen Bischöfe durch einen überwuchernden bürokratischen Apparat erheblichen Anlass zu Sorge gibt, wovor alsbald Johannes Paul II. in seinem Motu proprio “Apostolos suos” vom 21. Mai 1998 warnte. Diese Sorge ist umso schwerwiegender, als die Hirtengewalt des Bischofs unmittelbar göttlichen Rechtes ist.

Aus: Walter Kardinal Brandmüller, “Wenn ein Apparat den Episkopat entmachtet” über Natur und Kompetenz der Bischofskonferenzen, in: Vatican-Magazin, August/September 2018, S. 40-47.


6. August
Veritatis splendor

Erwähnt werden müssen auch einige mißbräuchliche Auslegungen der wissenschaftlichen Forschung auf anthropologischem Gebiet. Aufgrund der großen Vielfalt der in der Menschheit vorhandenen Bräuche, Gewohnheiten und Einrichtungen schließt man, wenn auch nicht immer gerade auf die Leugnung universaler menschlicher Werte, so doch zumindest auf eine relativistische Moralauffassung.
»Meister, was muß ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen?« Die moralische Frage, auf die Christus antwortet, kann nicht das Problem der Freiheit ausklammern, ja sie stellt es in ihren Mittelpunkt, weil es Moral ohne Freiheit nicht gibt: »Nur frei kann der Mensch sich zum Guten hinwenden«. 56 Aber welche Freiheit ist gemeint? Vor unseren Zeitgenossen, die die Freiheit »hochschätzen und sie leidenschaftlich erstreben«, sie jedoch »oft in verkehrter Weise vertreten, als Berechtigung, alles zu tun, wenn es nur gefällt, auch das Böse«, legt das Konzil die »wahre« Freiheit dar: »Die wahre Freiheit aber ist ein erhabenes Kennzeichen des Bildes Gottes im Menschen: Gott wollte nämlich den Menschen 'der Macht der eigenen Entscheidung überlassen' (vgl. Sir 15, 14), so daß er seinen Schöpfer aus eigenem Entscheid suche und frei zur vollen und seligen Vollendung in Einheit mit Gott gelange«. 57 Wenn für den Menschen das Recht besteht, auf seinem Weg der Wahrheitssuche respektiert zu werden, so besteht noch vorher die für jeden schwerwiegende moralische Verpflichtung, die Wahrheit zu suchen und an der anerkannten Wahrheit festzuhalten. 58 In diesem Sinne behauptete Kardinal J.H. Newman, herausragender Verfechter der Rechte des Gewissens, mit Entschiedenheit: »Das Gewissen hat Rechte, weil es Pflichten hat«.

Aus der Enzyklika Veritatis splendor “über einige grundlegende Fragen der kirchlichen Morallehre,” die heute vor 25 Jahren erschien.


6. August
Die Vernunft und die Schönheit

“Eine Vernunft, die sozusagen das Schöne abstreifen würde, wäre eine halbierte, eine erblindete Vernunft. Nur beides miteinander gibt das Ganze, und grade für den Glauben ist dieses Miteinander wichtig. Er muß sich immer wieder den Herausforderungen des Denkens dieser Zeit stellen, damit er nicht als irgendeine irrationale Geschichte erscheint, die wir halt weiterführen, sondern wirklich Antwort auf die großen Fragen ist; damit er nicht nur Gewohnheit ist, sondern Wahrheit – wie Tertullian einmal gesagt hat.”

Papst Benedikt XVI. heute vor zehn Jahren in einem Gespräch in Brixen mit Geistlichen der Diözese Bozen-Brixen.


6. August
Paul Claudel

Vor 150 Jahren, am 6. August 1868, wurde in Villeneuve-sur-Fère der katholische Schriftsteller Paul Claudel geboren. Er starb am 23. Februar 1955 in Paris.
An Weihnachten 1886 hatte er eine mächtige Gotteserfahrung, die ihn von einem Augenblick zum anderen bekehrte: “In einem Nu wurde mein Herz ergriffen, und ich glaubte. Ich glaubte mit einer so mächtigen inneren Zustimmung, mit einem so gewaltsamen Emporgerissenwerden meines ganzen Seins, mit einer so starken Überzeugung, mit solch unerschütterlicher Gewissheit, dass keinerlei Platz auch nur für den leisesten Zweifel offen blieb, dass von diesem Tage an alle Bücher, alles Klügeln, alle Zufälle eines bewegten Lebens meinen Glauben nicht zu erschüttern, ja auch nur anzutasten vermochten. Ich hatte plötzlich das durchbohrende Gefühl der Unschuld, der ewigen Kindschaft Gottes, einer unaussprechlichen Offenbarung.”


6. August
Jacques Quétif

Vor 400 Jahren, am 6. August 1618, wurde in Paris der Literaturhistoriker Jacques Quétif OP geboren. 1634 in den Dominikanerorden eingetreten, widmete sich ab 1652 “ganz dem Studium der Literaturgeschichte seines Ordens”. Er hinterließ “in mehr als 800 Artikeln ein reichhaltiges, kritisch bearbeitetes Quellenmaterial über die Ordensschriftsteller” (LThK, 1. Auflage). Am 2. März 1698 starb er in Paris.


5. August
Er hat alles wohl gemacht

Predigt zum 11. Sonntag nach Pfingsten


4. August
Neues aus der Petrusbruderschaft

Vom 3. bis 18. Juli tagte in Denton das Generalkapitel der Priesterbruderschaft St. Petrus.

Dabei wurden der Generalobere, die drei Assistenten des Generaloberen und seine beiden Berater gewählt. Diese bilden zusammen den Generalrat. Ich gebe hier eine Übersicht über die Wahlergebnisse:

Generaloberer:
P. Andrzej Komorowski

Assistenten:
P. Daniel Geddes
P. Arnaud Evrat
P. Stefan Reiner

Räte:
P. Paul Giard
P. William Lawrence

Einige kurze Erläuterungen:
P. Komorowski löst P. John Berg ab, der nach 12 Jahren Amtszeit nicht wiedergewählt werden konnte. P. Komorowski war bisher Assistent und Generalökonom, P. Evrat Generalsekretär. Damit ist die Kontinuität gewahrt. Alle anderen Mitglieder sind neu im Generalrat.

Ökonom und Sekretär werden vom Generaloberen ernannt. Wer das jetzt sein wird, steht noch nicht fest.

P. Komorowski ist dreisprachig, was eine ideale Voraussetzung für das Amt des Generaloberen ist.

P. Geddes stammt aus dem amerikanischen, P. Evrat aus dem französischen, P. Reiner aus dem deutschsprachigen Distrikt. Damit hat jeder Distrikt einen Vertreter im Generalrat.

P. Patrick du Fay, unser Kirchenrechtler, ist nach 30 Jahren ununterbrochener Mitgliedschaft im Generalrat als Assistent ausgeschieden. Er bekam den längsten Applaus, der in diesem Generalkapitel gespendet wurde.

Die Distriktsoberen und Seminarregenten werden vom Generaloberen ernannt. Diese Ernennungen wurden noch während des Generalkapitels bekanntgegeben:

Die Distriktsoberen:
Deutschsprachiger Distrikt: P. Bernhard Gerstle
Nordamerikanischer Distrikt: P. Michael Stinson
Französischer Distrikt: P. Benoît Paul-Joseph

Seminarregenten:
Wigratzbad: P. Vincent Ribeton
Denton: P. Josef Bisig

Bei P. Stinson und P. Ribeton handelt es sich um Neuernennungen.

P. John Berg, der bisherige Generalobere, ist als zuständiger Seelsorger an der herrlichen Kirche St. Mary (siehe Bild) in Providence, Rhode Island, ernannt worden, die der Petrusbruderschaft von Bischof Thomas Tobin ab dem 1. August zur Verfügung gestellt wurde.


3. August
Alexander Solschenizyn

Vor zehn Jahren, am 3. August 2008, starb im Alter von 89 Jahren der russische Schriftsteller und Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn. Sein bedeutendstes Werk ist der Archipel Gulag, in dem er die stalinistischen Verbrechen darstellt. Dadurch hatte er wesentlichen Anteil am Zusammensturz des Lügengebäudes über die Segnungen des Kommunismus.
“Wenn es nur so einfach wäre! - daß irgendwo schwarze Menschen mit böser Absicht schwarze Werke vollbringen und es nur darauf ankäme, sie unter den übrigen zu erkennen und zu vernichten. Aber der Strich, der das Gute vom Bösen trennt, durchkreuzt das Herz eines jeden Menschen. Und wer mag von seinem Herzen ein Stück vernichten? Während der Lebensdauer eines Herzens bleibt dieser Strich nicht unbeweglich, bedrängt einmal vom frohlockenden Bösen, gibt er dann wieder dem aufkommenden Guten freien Raum. Ein neues Lebensalter, eine neue Lebenslage - und ein und derselbe Mensch wird ein sehr anderer. Einmal dem Teufel näher und dann wieder einem Heiligen. Der Name, ja, der bleibt, und dem wird alles zugeschrieben.” (Solschenizyn, Der Archipel Gulag).


2. August
Wenn der Inhalt stört

Am 11. Juli erschien auf dem Tagespost-Blog MeinungsMacher mein Beitrag Wenn der Inhalt stört. Diese Kritik mancher Tendenzen in der Theologie stieß auf große Resonanz und wurde auf Facebook 55 mal geteilt.


2. August
Philosophie

Vor zehn Jahren, im August 2008, fand in Seoul der Weltkongress der Philosophie statt, über den seinerzeit Josef Bordat auf kath-info informierte.


1. August
Podcast

Am 19. Juli ist mein Podcast ein Jahr alt geworden. Seitdem sind 21 Episoden erschienen, die insgesamt etwa 40.000-mal gehört wurden.


1. August
Bischöflicher Gewissensbegriff

“Die Königsteiner und die Mariatroster Erklärungen stellten Systemfehler dar, die sich in Windeseile durch alle kirchlichen Institutionen klonten. Sie verankerten einen falschen Gewissensbegriff und suggerierten, es gäbe zwei miteinander unvereinbare Wahrheiten: eine lehrmäßige und eine pastorale.”

Regina Einig in ihrem Artikel Der Spalt im Fels, Tagespost vom 19. Juli 2018, S. 8.


1. August
Petrus Julian Eymard

Vor 150 Jahren, am 1. August 1868, starb in La Mure-d'Isère bei Grenoble im Alter von 57 Jahren der hl. Petrus Julian Eymard. Er war mit dem hl. Pfarrer von Ars befreundet und gründete 1856 die Eucharistiner, 1858 die Dienerinnen des allerheiligsten Altarsakramentes. Sein ganzes Leben widmete er der Förderung der eucharistischen Anbetung und wurde so zu “einer Säule der eucharistischen Bewegung” (LThK, 1. Auflage). 1925 wurde er selig-, 1962 heiliggesprochen. Der bekannte Jugendschriftsteller Wilhelm Hünermann hat unter dem Titel Der Sohn des Scherenschleifers eine Biographie über ihn geschrieben.
“Oft habe ich nachgedacht, welches Heilmittel der allgemeinen Gleichgültigkeit und Lauheit abhelfen könne, die in so erschreckender Weise sich so vieler Katholiken bemächtigt haben. Ich finde nur ein einziges: die Heilige Eucharistie, die Liebe zum eucharistischen Heiland!” (Hl. Eymard).


31. Juli
10.000

Bis zum 9. Juli wurden meine Predigten auf soundcloud genau 10.000-mal angehört.


31. Juli
Dogmatische Schönheit

Dogmatik, ein schönes Wort: Wie viel habe ich aus dem erstmals 1952 erschienenen „Grundriss der katholischen Dogmatik“ von Ludwig Ott gelernt! Klar gegliedert ist das Buch, sprachlich gediegen, punktgenau die historischen Irrtümer von den kirchlich vertretenen Lehren scheidend. Konzentriert gedacht, ohne Schwatz, Schwulst und Kitsch; das ist ein positiver Nebeneffekt der geistigen Strenge.

Lorenz Jäger in seinem Artikel Sehnsucht nach mehr Dogmatik, in der empfehlenswerten Tagespost, Ausgabe vom 5. Juli 2018. Seinem Urteil über Otts Grundriss schließe ich mich an.


1. Juli
Ist ohne Gott die Moral eine Illusion?

Atheisten geben auf diese Frage zwei verschiedene Antworten. Ich untersuche sie in meiner neuesten Podcastfolge.


1. Juli
Moderne Theologie?

Von P. Engelbert Recktenwald

Während meiner Studienzeit las ich mit großem Genuss und Gewinn Henri de Lubac, obwohl dieser in traditionell eingestellten Kreisen sehr beargwöhnt wurde. Schließlich war er ein Vertreter der Nouvelle Théologie. Lubac zeigte mit einer Fülle von Kirchenväterzeugnissen, wie sehr die hl. Eucharistie als das Sakrament der kirchlichen Einheit angesehen worden war. So wie die Körner sich zu dem einen Laib des Brotes verbinden, so werden wir durch die hl. Kommunion zu dem einen Leib der Kirche, welcher der mystische Leib Christi ist, vereint. Die hl. Kommunion ist das Sakrament der kirchlichen Einheit. Sie kann diese Einheit nur dann zum Ausdruck bringen und vertiefen, wenn kein unüberwindliches Hindernis diese Einheit verhindert. Deshalb kam für die Kirchenväter ein Kommunionempfang durch Christen, die sich von der einen Kirche getrennt hatten, nicht in Frage.

Kircheneinheit ist wesentlich Kommunioneinheit. Das Zweite Vatikanische Konzil hat diese Einsicht aufgegriffen, wenn es in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche lehrt: “Zugleich wird durch das Sakrament des eucharistischen Brotes die Einheit der Gläubigen, die einen Leib in Christus bilden, dargestellt und verwirklicht (1 Kor 10,17).” Es ist klar, dass diese Darstellung trügerisch ist, diese Verwirklichung vereitelt wird, wenn man nicht in sichtbarer Einheit mit der Kirche steht. Mit anderen Worten: Solange ein Protestant nicht katholisch konvertiert, wird die hl. Kommunion um ihre Wirkung gebracht.

Natürlich geht es beim Kommunionempfang in erster Linie um die Vereinigung des Einzelnen mit Christus. Das bestritt auch de Lubac nicht. Aber im Zuge eines zunehmenden Heilsindividualismus war die ekklesiale Dimension dieses Sakramentes im Laufe der Jahrhunderte immer mehr in Vergessenheit geraten. Es war das Verdienst der Nouvelle Théologie, sie wieder entdeckt, und des Konzils, sie wieder rehabilitiert zu haben.

All das wird wieder rückgängig gemacht, wenn man fordert, dass jeder, der Hunger habe und glaube, die hl. Kommunion empfangen dürfe. Das ist ein Rückfall in jenen vorkonziliaren Heilsindividualismus, der gerade überwunden worden war, ein Ausdruck reaktionärer Theologie. Der “Abschied von moderner Theologie”, den Christ in der Gegenwart in einem Kommentar zur römischen Zurückweisung jenes Rückfalls beklagt, liegt nicht auf Seiten des Lehramtes.

Dieser Beitrag erschien zuerst im MeinungsMacherBlog der Tagespost


1. Juli
Doktorarbeit über Ratzinger

Die Dissertation meines Mitbruder P. Dr. Sven Conrad FSSP über Liturgie und Eucharistie bei Joseph Ratzinger. Zur Genese seiner Theologie während der Studien- und Professorenzeit ist jetzt als PDF-Datei im Internet zugänglich (Achtung: über 1500 Seiten!).


30. Juni
Theodor Wulf

Vor 150 Jahren, am 28. Juli 1868, wurde in Hamm der Physiker Theodor Wulf SJ geboren. 1900 zum Priester geweiht, studierte er Physik in Göttingen und dozierte von 1904 bis 1914 Physik, von 1918 bis 1935 Physik und Naturphilosophie. Er erfand das Faden-Elektrometer und “war an der Entdeckung der Höhenstrahlung durch grundlegende Experimente beteiligt” (LThK, 2. Auflage). Am 19. Juni 1946 starb er in Hallenberg.


30. Juni
Étienne Baluze

Vor 300 Jahren, am 28. Juli 1718, starb in Paris im Alter von 87 Jahren der Kirchenhistoriker und Kanonist Étienne Baluze. Wegen seiner gallikanischen Ansichten wurde eines seiner Hauptwerke auf den Index gesetzt.


30. Juni
Bischofsweihen

Vor 30 Jahren, am 30. Juni 1988, weihte Erzbischof Marcel Lefebvre vier Priester seiner Priesterbruderschaft St. Pius X. zu Bischöfen. Am 18. Juli gründeten daraufhin zwölf Priester und ein Diakon die Priesterbruderschaft St. Petrus.


29. Juni
Maggiorino Vigolungo

Vor 100 Jahren, am 27. Juli 1918, starb im Piemont im Alter von 14 Jahren der ehrwürdige Diener Gottes Maggiorino Vigolungo. Mit sieben Jahren empfing der zum ersten Mal die hl. Kommunion. Unter der Seelenführung des seligen Jakob Alberione (1884-1971) machte er den Vorsatz, “täglich ein wenig vorwärtszukommen” im Streben nach Heiligkeit. Mit Begeisterung setzte er sich in der Gesellschaft vom heiligen Paulus, die sein Seelenführer 1914 gegründet hatte, für das Schriftenapostolat ein. Er starb nach viertägigem Todeskampf an einer Hirnhautentzündung. Er opferte sein Leben auf für das Schriftenapostolat und für Ordensberufungen. 1961 wurde sein Seligsprechungsprozess eröffnet, 1988 sein heroischer Tugendgrad festgestellt. Sein Leben ist im sechsten Sammelband von Gottes Kinder beschrieben.


29. Juni
Agostino Rocelli

Vor 200 Jahren, am 27. Juli 1818, wurde in Bargone di Casarza Ligure der hl. Agostino Rocelli geboren. Am 19. September 1846 wurde er zum Priester geweiht. Er war ein begnadeter Beichtvater. Am 15. Oktober 1876 gründete er die Immakulata-Schwestern von Genua. In Genua starb er am 7. Mai 1902. 1995 wurde er selig-, 2001 heiliggesprochen.


29. Juni
Humanae Vitae

Vor 50 Jahren, am 25. Juli 1968, veröffentlichte Papst Paul VI. die Enzyklika Humanae vitae.

Infos zu 50 Jahre Humanae vitae


28. Juni
30 Jahre

Die Tagespost hat mich gebeten, etwas zu 30 Jahre Bischofsweihen und Gründung der Petrusbruderschaft zu schreiben.


28. Juni
Wie ist es möglich?

“Wie ist es möglich, daß der wundersamste und heiligste Raum im Menschen – der Mutterschoß – zum Ort unsagbarer Gewalt geworden ist?”

Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache auf dem Weltjugendtag beim Willkommensfest der Jugendlichen in Barangaroo, Sydney, vor zehn Jahren, am 17. Juli 2008.

Weitere Infos zum Thema Abtreibung


28. Juni
Benedikt von Alignan

Vor 750 Jahren, am 11. Juli 1268, starb Benedikt von Alignan Er wurde 1224 Benediktinerabt, 1229 Bischof von Marseille. 1239 begleitete er Theobald V. von Navarra ins Heilige Land, wo er zusammen mit dem Templerorden die Festung Saphet errichtete, die aber 1266 von den Mameluken, die 1250 die Herrschaft in Ägypten übernommen hatten, erobert wurde.


27. Juni
Jean Madiran

Vor fünf Jahren, am 13. Juli 2013, starb in Suresnes im Alter von 93 Jahren der Publizist Jean Madiran. In den 70er Jahren verteidigte er mit spitzer Feder in der von ihm gegründeten und geleiteten Zeitschrift Itinéraires Erzbischof Marcel Lefèbvre gegen die einsetzende Diskriminierung der “traditionalistischen” Bewegung. Schon damals fiel mir auf, dass die intelligenteste (und für mich überzeugendste) Verteidigung der Priesterbruderschaft St. Pius X. nicht aus deren eigenen Reihen, sondern von außerhalb kam: in Frankreich von Jean Madiran, im deutschen Sprachraum von Dr. Eduard Kamenicky und im englischen von Michael Davies. Alle drei hielten dann 1988 Lefèbvres Weihen von vier Bischöfen und seine Ablehnung einer Versöhnung mit Rom für einen schwerwiegenden Fehler.


27. Juni
In sich schlecht

Vor zehn Jahren, am 12. Juli 2008, erinnerte Papst Benedikt XVI. daran, dass es immer katholische Lehre war, dass es in sich schlechte Handlungen gibt, die durch keine Umstände gerechtfertigt werden können. Er bezog sich dabei auf die Pädophilie. In den Jahren der sog. sexuellen Befreiung war es die Pädophilie, die man moralisch hoffähig machen wollte, heute ist es der Ehebruch.


27. Juni
Johannes Baptist Reus

Vor 150 Jahren, am 10. Juli 1868, wurde im oberfränkischen Pottenstein der Mystiker P. Johannes Baptist Reus SJ geboren. 1893 zum Priester geweiht, kam er 1900 nach Brasilien. Von 1917 bis 1944 unterrichtete er im Priesterseminar von Sao Leopoldo. Er starb 21. Juli 1947. P. Reus hatte viele Visionen über das heiligste Herz Jesu und die hl. Messe.


26. Juni
Das Zitat

"Freiheit wird nicht mit dem Streben nach Freiheit, sondern mit dem Streben nach Wahrheit erlangt. Freiheit ist kein Ziel, sondern eine Folge."

Leo Tolstoi


26. Juni
Bernward Deneke

Vor 25 Jahren, am 3. Juli 1993, wurde P. Bernward Deneke FSSP. Er gehörte, als 1988 die Petrusbruderschaft gegründet wurde, zu den Seminaristen der ersten Stunde. Auf kath-info sind über 20 Aufsätze von ihm erschienen, darunter sein Bericht über seine erste Begegnung mit der “alten Messe”.


26. Juni
Denis Coiffet

Vor drei Jahren, am 3. Juli 2015, starb nach schwerer Krankheit im Alter von 63 Jahren P. Denis Coiffet FSSP. Er gehörte zu den Gründern der Priesterbruderschaft St. Petrus. 1977 war er zusammen mit P. Josef Bisig FSSP, dem langjährigen Generaloberen der Petrusbruderschaft, zum Priester geweiht worden.


25. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Mein Beitrag über Metaethik ist auf einer eigenen Seite untergebracht. Den Podcast über Edmund Husserl finden Sie auf der Seite, die einen Text seiner Schülerin Edith Stein bringt. Eine lächerliche Kritik an der Bibel, die sich ein Schreiber des GEO-Magazins erlaubte, hatte mich so aufgeregt, dass ich mir eine Kritik nicht verkneifen konnte. Sie finden sie jetzt auf der Lueken-Seite.


25. Juni
“Für viele” - “Por muchos”

Vor zehn Jahren, im Juni 2008, erschien in Mexiko eine neue Auflage des Römischen Messbuchs, in dem die päpstliche Anweisung zur exakten Übersetzung der Wandlungsworte umgesetzt wurde. Die deutsche Bischofskonferenz hat sie bis heute nicht befolgt.


25. Juni
Bischofsweihen

Vor 30 Jahren, am 30. Juni 1988, weihte Erzbischof Marcel Lefebvre trotz päpstlichen Verbots vier Bischöfe.


24. Juni
Angelo Secchi

Vor 200 Jahren, am 29. Juni 1818, wurde in Reggio der Astronom Angelo Secchi SJ geboren. 1850 wurde er Leiter der Sternwarte in Rom. “Berühmter Sonnenforscher, Mitbegründer der Astrophysik, wandte die damals (von Kirchhoff-Bunsen) entdeckte Spektralanalyse auch auf das Sternenlicht an und lieferte zum ersten Mal eine brauchbare Einteilung der Fixsterne in (4) Spektralklassen” (LThK, 1. Auflage). Am 26. Februar 1878 starb er in Rom. Ein Mondkrater, ein Mondgebirge, ein Asteroid und ein Komet sind nach ihm benannt.


23. Juni
Der Heilige der Landstraße

Von Alfred Betschart

Neunter Teil

Anhang

Der hl. Benedikt Joseph Labre war ein Mann des immerwährenden Gebetes. “Versunken in Betrachtung der unendlichen Größe und Schönheit Gottes, hatte die Welt mit all ihrer Pracht keinen Reiz für ihn. In ihm flammte keine andere Begierde, als stets an Gott zu denken, Ihn zu loben und zu preisen, sich mit Ihm innerlich zu unterhalten, in Ihm allein seine Freude zu finden, dergestalt, dass sein innerliches Gebet gleichsam ein beständiges Gebet war und deshalb er selbst im vollsten Sinne des Wortes ein Mann des Gebetes genannt werden kann” (P. Laurenz Hecht OSB). Deshalb sollen im Folgenden als Anhang sein Morgen- und sein Abendgebet publiziert werden. Diese beiden Gebete wurden nach seinem Tod unter seinen Papieren gefunden.

Das Morgengebet des Heiligen

Es ist ein ganz schlichtes, einfaches und vor allem ein selbstloses Gebet:

“O Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, mein liebenswürdiger Erlöser! Ich sage Dir Dank für die unendliche Liebe, welche Du nicht nur mir, sondern allen Menschen erwiesen hast.
Ich liebe Dich über alles und ich will Dich an diesem Tag und alle Augenblicke meines Lebens lieben. Ich bitte Dich mir beizustehen, um Deinen heiligen Willen zu erfüllen, und ich bitte Dich fortwährend für alle Unglücklichen und Sünder. Ich will Dich heute den ganzen Tag für sie bitten, damit Du sie erleuchten und ihnen die Gnade der Versöhnung erteilen wollest. Ich will auch noch die Ablässe gewinnen, welche ich erwerben kann, um die armen Seelen im Fegfeuer zu befreien. Ja, erbarme Dich der Ungläubigen und der Sünder. Gib mir, o mein Gott, Deine Liebe; präge meinem Herzen tief die Zeichen Deines bitteren Leidens ein. Ich liebe Dich, mein göttlicher Jesus, und ich schenke Dir mein Herz.
Heilige Jungfrau! Bewahre mich heute und alle Tage meines Lebens vor jeder Sünde, damit ich nicht die Liebe meines Gottes verliere, den ich täglich und alle Augenblicke meines Lebens zu lieben wünsche. Ich danke dir, heilige Jungfrau, im Namen aller Gläubigen für die große Liebe, welche du zu ihnen trägst; ich danke dir hierfür auch für alle Ungläubigen und Sünder; hilf ihnen, steh' ihnen bei, dass sie zu ihrem liebenswürdigen Gott zurückkehren. Sei heute und allezeit die Helferin aller! Amen.”

Das Abendgebet des Heiligen

Benedikt Joseph Labre schlief sehr wenig. Bevor er sich aber zum Schlafe niederlegte, machte er eine Gewissenserforschung und bat Gott demütig um Verzeihung für die Fehler, die er während des Tages begangen haben konnte. Seine Reue und seinen inneren Schmerz darüber drückte er mit folgenden Worten aus:

“O mein Gott! Du bist die höchste Güte. Deshalb reut es mich von Herzen, Dich beleidigt zu haben. Aus Liebe zu Dir, der Du mein höchstes Gut bist, fasse ich den festen Entschluss, den aufrichtigen Vorsatz, eher zu sterben als Dich jemals zu beleidigen.
Nun übergebe ich Dir, mein süßer Jesus, meine Seele und ich danke Dir, dass Du Dich heute meiner erbarmt hast. Ich will in dieser Nacht Dich immer und beständig lieben. Obgleich ich schlafe, übergebe ich meine Seele in Deine Hände. Ich empfehle Dir die armen Seelen im Fegfeuer. Hilf und erleuchte alle, die im Schatten des Todes leben, sowohl die Ungläubigen als die Sünder; ich bitte Dich sie. Ich sage Dir Dank alle Augenblicke, mein göttlicher Jesus, dass Du mir das Leben bewahrt hast, damit ich Dich immer lieben kann. Noch mehr: ich will von ganzem Herzen in Deiner heiligen Gnade ruhen. Wohin kann ich das Herz, das Du mir gegeben, besser hinlegen als in das Deinige? Ja, in Dein heiliges Herz, o mein süßester Jesus, lege ich mein Herz nieder: ja darin will ich wohnen und meine Ruhe nehmen.
Heilige Jungfrau! Ich danke dir für alle Wohltaten, die du mir erworben hast. Ich empfehle dir die Seelen im Fegfeuer. Obgleich ich schlafe, will ich dich lieben für die Ungläubigen und Sünder. Stehe ihnen bei, damit sie bei deinem göttlichen Sohne Gnade finden. Endlich empfehle ich dir meine Seele und übergebe sie in deine Hände. Unter deinem Schutze, o heilige Jungfrau, will ich nun schlafen.”

Wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


22. Juni
Generalkapitel der Petrusbruderschaft

Vom 3. bis 18. Juli tagt in Amerika das Generalkapitel der Priesterbruderschaft St. Petrus.
P. John Berg hat angeordnet, dass jedes Haus der Petrusbruderschaft vom 25. Juni bis 3. Juli eine Vorbereitungsnovene betet, die aus dem Veni Creator Spiritus samt Versikel und Oration besteht.
Ich möchte alle Freunde der Petrusbruderschaft einladen, sich der Novene anzuschließen.
Das Generalkapitel tritt alle sechs Jahre zusammen. Dieses Mal wird ein neuer Generaloberer gewählt, da P. John Berg nach zwölf Jahren Amtszeit nicht wiedergewählt werden kann.

Die Novene:

Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein,
besuch das Herz der Kinder dein,
erfüll uns all mit deiner Gnad,
die deine Macht erschaffen hat.

Der du der Tröster wirst genannt,
vom höchsten Gott ein Gnadenpfand,
du Lebensbrunn, Licht, Lieb und Glut,
der Seele Salbung, höchstes Gut.

O Schatz, der siebenfältig ziert,
o Finger Gottes, der uns führt,
Geschenk, vom Vater zugesagt,
du, der die Zungen reden macht.

Zünd an in uns dein Gnadenlicht,
gieß Lieb ins Herz, die ihm gebricht,
stärk unsres Leibs Gebrechlichkeit
mit deiner Kraft zu jeder Zeit.

Treib weit von uns des Feinds Gewalt,
in deinem Frieden uns erhalt,
dass wir, geführt von deinem Licht,
in Sünd und Leid verfallen nicht.

Gib, dass durch dich den Vater wir,
und auch den Sohn erkennen hier,
und dass als Geist von Beiden dich
wir allzeit glauben festiglich.

Gott Vater Lob auf höchstem Thron
und seinem auferstandnen Sohn;
dem Tröster auch sei Lob geweiht
jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.

Versikel:
Sende aus Deinen Geist, und alles wird neu geschaffen.
Und Du wirst das Angesicht der Erde erneuern.

Oration:
Lasset uns beten: Gott, Du hast die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes gelehrt. Gib, dass wir in diesem Geist verstehen, was recht ist, und allezeit uns seines Trostes erfreuen dürfen. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.


21. Juni
Schulen der Heiligung gründen

Am Ende seines Meisterwerks „After Virtue“ vergleicht der Philosoph Alasdair MacIntyre die Umstände, unter denen heute Menschen mit traditionellen Sichtweisen leben, mit jenen der Männer und Frauen im sogenannten „Finsteren Mittelalter“. Er stellt fest, dass es für sie damals – wie für uns heute – entscheidend war, überschaubare Gemeinschaften zu bilden, in denen die Umgangsformen sowie das intellektuelle und moralische Leben durch die dunkle Zeit – in der wir mitten drin sind – erhalten bleiben können. Und wenn diese Tradition der Tugenden während der jüngsten dunklen Zeiten durchgehalten werden konnte, sollten auch wir nicht die Hoffnung verlieren.
Diesmal erwarten uns die Barbaren jedoch nicht außerhalb der Mauern – sie regieren uns schon seit geraumer Zeit. Dass wir uns dessen so wenig bewusst sind, ist unser Dilemma. Wir warten nicht auf Godot, sondern auf einen neuen – zweifellos ganz anderen – hl. Benedikt.
Wenn ich MacIntyre richtig verstehe, so besteht eine der Möglichkeiten, wie wir in einer so tief gespaltenen Welt fruchtbar wirken könnten, darin, Pfarren, Seminare, Clubs, Universitäten und Familien ins Leben zu rufen, die wahre Schulen der Heiligung sind.

Aus einem Vortrag von Erzbischof Charles J. Chaput OFMCap vom 6. August 2014, auszugweise auf deutsch in der Zeitschrift Vision 2000 erschienen. Das Original im Crisis Magazine. Sein Vorschlag entspricht der Benedikt-Option.


20. Juni
Heinrich Roth

Vor 350 Jahren, am 20. Juni 1668, starb in Agra im Alter von 47 Jahren der aus Dillingen stammende Missionar Heinrich Roth SJ. Seit 1653 wirkte er in der Mogulmission. “Er beherrschte Urdu und Persisch, war der erste Deutsche, der Sanskrit vollkommen meisterte, und der erste Europäer, der eine Sanskritgrammatik schrieb” (LThK, 1. Auflage).


20. Juni
Das 69. Wunder

Vor fünf Jahren, am 20. Juni 2013, wurde das 69. Heilungswunder von Lourdes anerkannt. Es ist das bis dato vorletzte anerkannte Wunder. Das 68. Wunder wurde am 11. Oktober 2012, das 70. am 11. Februar 2018 anerkannt.


18. Juni
Was ist geistliche Stärke?

Eine Relecture von Hildegard von Bingen

Von Barbara Stühlmeyer

Hildegard von Bingen erscheint heute wie ein Leuchtturm aus einer fernen Zeit – eine machtvolle Prophetin und profunde Theologin, deren visionärer Weitblick durch die Tiefe ihrer Schau fest fundiert erscheint. Deshalb ist sie mehr als geeignet, Antworten zu geben, wenn man danach fragt, was geistliche Stärke sei.

Doch wenn man, wie Wibert von Gembloux, der Sekretär ihrer späten Jahre, bittet: „Lass mich deine Stimme hören“, erhält man überraschende Einblicke in ihre innere Befindlichkeit. „Der Evangelist Johannes war von Sanftmut und Demut erfüllt, deshalb erfuhr er viel über Gott“, schrieb sie ihm und fuhr fort: „Weshalb sollte ich mich nicht als armselig erfahren? … Ich zittere … immer vor Furcht, denn ich weiß mich nie sicher, ob ich etwas vermag. Doch ich strecke Gott meine Hände entgegen, um wie eine Feder, die ohne alle Schwerkraft im Winde treibt, von ihm getragen zu werden.“

Ihre Stärke, die eine genuin geistliche ist, weil Hildegard sich auf ihren Körper zeitlebens nicht verlassen konnte, immer wieder von Krankheiten geplagt wurde und fast ständig unter Schmerzen litt, wurzelt ganz und gar in Gott. Sie schildert dies in ihrem Brief an Wibert in ungewohnter Offenheit, als sie das Licht beschreibt, in dem sie ihre Schau empfängt. Für gewöhnlich ist dies der Schatten des lebendigen Lichtes.

„In demselben Licht“, so schreibt sie, „sehe ich nicht oft, aber zuweilen, ein anderes Licht, das mir als ,lebendiges Licht‘ bezeichnet wird. Wann und wie ich es sehe, vermag ich nicht zu sagen. Doch während ich es sehe, wird alle Traurigkeit und Not aus meiner Erinnerung genommen, so dass ich mich wie ein junges Mädchen fühle und nicht mehr wie eine ältere Frau.“

Dass Hildegard in ihrem Briefwechsel mit Wibert ihre Konstitution und ihr Angewiesensein auf die „umarmende Mutterliebe Gottes, die durch den Lebensquell des Wortes zu uns kam“ (Sicivias) besonders bewusst war, ist eine persönliche Geschichte. Hildegard hatte gerade Volmar verloren, den sie Symmysta, Mitmyste, Mitwissender der Geheimnisse Gottes nannte und der sie so viele Jahre begleitet und gestärkt hatte. Aber nun erfuhr sie schmerzlich, was Romano Guardini in seinen theologischen Gebeten in seinem Nachsinnen über den dreifaltigen Gott so auf den Punkt bringt: „Wenn ich nach der Vertrautheit der Gemeinschaft verlange, muss ich zum anderen Menschen gehen; und mag die Verbundenheit noch so tief und die Liebe noch so innig sein, wir bleiben doch immer getrennt. Du aber findest Dein ,Du‘ in Dir selbst.“ Zurückgeworfen auf sich und berührt durch Wiberts geordnete Liebe öffnete Hildegard sich erneut und entschlossen dem, der allein sie tragen konnte.

Dass geistliche Stärke etwas je neu zu Erbittendes, unverdient Empfangenes ist, schreibt Hildegard der Konstitution zu, die wir alle teilen. „Ich Fremdling, wo bin ich? Im Todesschatten. Und auf welchem Weg bin ich? Auf dem Weg des Irrtums. Und welchen Trost habe ich? Den Trost der Fremden. Ich aber sollte ein Zelt haben mit fünf Quadersteinen und dem Licht von Sonne und Sternen geschmückt.“ (Scivias) Die Aussage klingt desillusionierend, sie ist aber in Wahrheit realistisch. Hildegard hatte als Benediktinerin den drohenden Tod täglich vor Augen und ließ ihr Leben von der doppelten Perspektive der Endlichkeit und Ewigkeit ordnen.

Ihr war klar, dass wir auf dieser Erde nur Durchgangsgäste sind, und sie machte sich die Konstitution der Unsicherheit, die sie als Mensch im Allgemeinen und als chronisch kranke Frau im Besonderen prägte, zunutze, um sich ganz von dem tragen zu lassen, der die Dunkelheiten ihres Lebens erhellte.

Geistliche Stärke fand sie auch in der Gemeinschaft der Glaubenden, die von demselben Licht der Gnade erleuchtet ist. Den Zusammenhang zwischen persönlicher Gottesbeziehung und in der Kirche wirksam werdender aufbauender und stärkender Kraft verdeutlicht Hildegard in ihrer Sequenz zu Ehren des heiligen Eucharius. „Du bist sehr glücklich gewesen, als das Wort Gottes dich im Feuer der Taube unterwies, wo du wie das Morgenrot erleuchtet wurdest und so das Fundament der Kirche bautest.“ Wer Gott in sich Raum gibt, in dem kann, wie es im Hymnus zu Ehren des heiligen Matthias heißt, der Heilige Geist singen und spielen, weil er sich seiner Berufung, klingende Stimme im Chor der Engel zu werden, bewusst ist. Grundlage für dieses anfanghafte Mitschwingen im zehnten Chor ist die zarte, sich verletzlich machende Offenheit. Denn „wo es die Frage im Menschen nicht gibt, gibt es auch keine Antwort des Heiligen Geistes“ (Scivias).

Ein Weiteres ist wichtig: Wer die Grundhaltung der geistlichen Stärke in sich entfalten will, muss sich bewusst werden, dass keiner eine Insel ist. Hildegard bringt diesen Zusammenhang in ihrem Liber vitae meritorum zum Ausdruck. Dort sagt die Herzenshärte: „Ich habe nichts hervorgebracht und auch niemanden ins Dasein gesetzt. Warum sollte ich mich um etwas bemühen oder gar kümmern? So was werde ich schön bleiben lassen. Ich will mich für niemanden stärker einsetzen, als auch er mir nützlich sein kann. Gott, der da alles geschaffen, der soll auch schön dafür geradestehen und für sein All Sorge tragen! ... Was für ein Leben müsste ich führen, wenn ich auf alle Stimmen der Freude oder der Trauer antworten wollte! Ich weiß nur von meiner eigenen Existenz; möge auch jeder andere wissen, wer er ist!“

Die Barmherzigkeit korrigiert diese Fehlhaltung in ihrer Antwort, indem sie auf das world wide web, die untrennbare Verbundenheit alles Lebendigen verweist: „O du versteinertes Wesen, was behauptest du da? Die Kräuter bieten einander den Duft ihrer Blüten, ein Stein strahlt seinen Glanz auf die anderen, und jedwede Kreatur hat einen Urtrieb nach liebender Umarmung. ... Ich bin in Luft und Tau und in aller grünenden Frische ein überaus liebliches Heilkraut. Übervoll ist mein Herz, jedwedem Hilfe zu schenken. ... Den Gebrochenen helfe ich auf und führe sie zur Gesundung. Eine Salbe bin ich für jeden Schmerz.“ Das Spannende an Hildegards Ethikkonzept ist, dass es sich im Dialog entfaltet. Eingebettet in die Rahmenvision von einem Mann, Gott, der zwischen Himmel und Erde ausgespannt in sich selbst ruhend dasteht und seinen Blick in alle vier Himmelsrichtungen schweifen lässt, kommen 35 Paare von Fehlhaltungen und geistlichen Grundhaltungen, oder – um einen älteren Begriff zu verwenden – von Lastern und Tugenden zu Wort. Bemerkenswert ist: Die Fehlhaltungen, die die Seele verkrümmen, zeigen sich Hildegard in einprägsamen Bildern, die ihren Charakter treffend visualisieren.

Die geistlichen Grundhaltungen nimmt sie dagegen über das Hören wahr. „Das Ohr ist der Anfang der vernünftigen Seele“ und das horchende Wahrnehmen des Wortes wird in diesem Konzept gleichsam nebenbei eingeübt. Die Gruppierung der Paare ist keineswegs zufällig gewählt. Sie bildet vielmehr ein sinnstiftendes geistliches Netzwerk, innerhalb dessen Hildegard neben den geistlichen Grundhaltungen selbst auf weitere heilende Kräfte aus dem reichen Schatz der Kirche verweist, wie die sieben Gaben des Heiligen Geistes oder die acht Seligkeiten.

Auch die Aufeinanderfolge basiert auf den von der zur Zeit des Beginns der Niederschrift 60-jährigen Hildegard sensibel beobachteten „Rückenschäden der Seele“ bei denen, ganz ähnlich wie bei körperlichen Fehlhaltungen, einem Dominoeffekt gleich die eine auf die andere folgt. Die gute Nachricht, die sie im Verlauf ihres Werkes unermüdlich wiederholt, ist: Der Ausstieg aus der Spirale der seelischen Verkrümmung ist jederzeit möglich. Geistliche Stärke ist kein Manna, das vom Himmel fällt. Sie kann und muss bewusst trainiert werden.

Das Vorhandensein der geistlichen Grundhaltungen garantiert ein fein austariertes Gleichgewicht der Kräfte. Die Frage, wohin sich die Waage am Ende neigt, wird mitten im Herzen jedes Einzelnen entschieden. Er ist aufgerufen, Gott bis zu sich selbst entgegenzukommen und mithilfe der Kräfte, die Er ihm schenkt, bei sich zu wohnen und so aus der Mitte seines Wesens heraus zu einem Mitarbeiter an der Schöpfung zu werden. Mit dem Trainieren der geistlichen Stärke aber ist es so eine Sache. Denn der Begriff Tugend ist bei uns aus der Mode geraten. Er scheint entbehrlich, weil seine moralinsaure Substanz die Seele weder aufbaut noch nährt. Hildegard meint aber, wenn sie von dem spricht, was wir in der Vergangenheit mit Tugend übersetzt haben und wofür ich den Begriff geistliche Grundhaltung vorschlage, etwas höchst Lebendiges.

Das Wort, das sie verwendet, heißt virtus. Es bildet gemeinsam mit weiteren Worten desselben Wortstammes ein in seinem Kern von geistlicher Stärke kündenden Bedeutungsnetzwerk, dessen Synergieeffekte seine Wirkung verstärken und sie reiche Früchte tragen lassen. Virtus steht in Verbindung mit vir (Mann), virgo (Jungfrau) und viriditas (grünende Lebenskraft). Vor allem die viriditas macht deutlich: Bei den geistlichen Grundhaltungen geht es um sein seelisches Wachstumspotenzial. Der Mensch, der sich auf sie einlässt, blüht auf, entfaltet sich und wird nicht gedemütigt oder kleingemacht. Die Lebenskraft, die sich in den helfenden und heilenden geistlichen Grundhaltungen entfaltet, kommt von Gott, der die ganze Schöpfung trägt und lenkt. Sie hilft dem gut geschaffenen, unter den Belastungen des Lebens aber niedergebeugten und manchmal in seiner Seele verkrümmten Menschen, sich wieder aufzurichten und frei vor Gott zu stehen, dessen volles Werk er ist.

Hildegards Leitmotiv im Hinblick auf die geistliche Stärke ist, kurz zusammengefasst, dieses: Wir müssen uns bewusst sein, dass wir, ausgespannt zwischen Himmel und Erde, auf dieser Erde im Status der Pilgerschaft sind. Wir müssen uns mit aller Kraft darum bemühen, geistliche Stärke wie einen seelischen Muskel zu trainieren und systematisch aufzubauen.

Und wir müssen uns vollkommen dessen bewusst sein, dass dabei zugleich alles von Gottes Gnade durchleuchtet ist. Denn es gilt, was Hildegard im Liber Scivias sagt: „Keine Tugend besteht … aus eigener Lebenskraft, sondern sie ist nur ein leuchtendheller Schein, der von Gott her im Werk des Menschen aufstrahlt. Denn der Mensch wird durch die Tugenden vollendet, weil sie das Werk des in Gott wirkenden Menschen sind.“

Der Artikel erschien im Mai in der Tagespost und wird hier mit freundlicher Erlaubnis wiedergegeben.


17. Juni
Heinrich Stieglitz

Vor 150 Jahren, am 17. Juni 1868, wurde in Landshut der Katechet Heinrich Stieglitz geboren. 1900-1918 war er Prediger in München-Giesing. Als führendes Mitglied des Münchener Katechetenvereins entfaltete er “ein katechetisches Schrifttum von höchster Gediegenheit, Fülle und Mannigfaltigkeit. Seine Katechesen, zum Teil in fremde Sprachen übersetzt, zeichnen sich aus durch Klarheit des Aufbaues und große Anschaulichkeit, besitzen daher trotz Weiterentwicklung der Methode bleibenden Wert” (LThK, 1. Auflage). Am 3. März 1920 starb er als Stadtpfarrer von München-Thalkirchen.


17. Juni
Karl Maria Harrer

Vor fünf Jahren, am 17. Juni 2013, starb in Altötting im Alter von 86 Jahren Pfr. Karl Maria Harrer. Er war Gründungspfarrer der Pfarrei St. Bruder Klaus in München-Waldperlach, wo er von 1963 bis 1996 wirkte. Bekannt wurde er vor allem durch seine Schriftenreihen über die schönsten Mariengeschichten, die schönsten eucharistischen Wunder und Erlebnisse mit der Wundertätigen Medaille.


16. Juni
Die neueste Folge meines Podcasts


16. Juni
Das Zitat

"Durch jedes gute Werk, sei es auch noch so klein, das mit Liebe und aufrichtigem, schlichtem Gedanken Gott dargebracht wird, gewinnt man eine größere Ähnlichkeit und ewiges Leben in Gott."

Seliger Jan van Ruysbroek


15. Juni
Odoardo Focherini

Vor fünf Jahren, am 15. Juni 2013, wurde der Journalist Odoardo Focherini (1907-1944) seliggesprochen.


14. Juni
Mein letzter Brief

Heute vor 30 Jahren schrieb ich meinen letzten Brief an Erzbischof Marcel Lefebvre.


13. Juni
Ein Rückfall

In der MeinungsMacher-Kolumne der Tagespost ist heute mein Beitrag zum Streit um die Interkommunion erschienen.


13. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Den Podcast Amoris laetitia, ein Paradigmenwechsel? habe ich auf der Seite über Papst Franziskus, das Zitat von Regina Einig über die eingeschliffene Selbsttäuschung beim BDKJ auf der Dialogseite, und das Stefan Rehders über Experimente an Embryonen auf der Seite über Klone untergebracht.


11. Juni
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

3. Folge

5. “Meine Lust ist es, bei den Menschenkindern zu sein” (Spr 8,31). Das Herz des Menschen ist, so zu sagen, ein Paradies für Gott. Gott liebt dich, so liebe denn auch du deinen Gott. Es gewährt Ihm Freude, wenn Er bei dir sein kann; lasse es denn auch deine Freude sein, mit Ihm vereinigt zu leben und dein ganzes Leben hindurch bei dem zu bleiben, in dessen liebenswürdigster Gesellschaft du die selige Ewigkeit zuzubringen hoffst.

6. Gewöhne dich denn also, geliebte Seele, ganz allein und verborgen, vertraulich und voll Zuversicht mit Gott zu reden, gleichwie mit deinem teuersten und geliebtesten Freunde. Wie gesagt, es ist ein großer Irrtum, wenn man meint, zaghaft und wie ein ängstlicher Sklave, der furchtsam und zitternd seinem Herrn nahet, mit Gott umgehen zu müssen. Aber man würde sich noch mehr irren, wenn man meinte, der Umgang mit Gott sei bitter und langweilig: “Denn sein Umgang hat nichts Bitteres und seine Gesellschaft nichts Widriges” (Weish 7,16). Frage jene Seelen, die wahrhaft Gott lieben, und sie werden dir bekennen, daß sie in den Leiden des Lebens keinen größeren Trost finden als den liebevollen Umgang mit Gott.

7. Man verlangt nicht von dir, daß du unausgesetzt deinen Geist anstrengst, und deshalb deinen gewöhnlichen Beschäftigungen und der erlaubten Erholung entsagest, man will nichts anderes, als daß, ohne deine gewöhnlichen Beschäftigungen zu verlassen, du dich gegen Gott ebenso verhältst wie gegen jene, die du liebst und die dich lieben.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


10. Juni
Das Zitat

“Das Gebet der Kirche ehrt und verehrt das Herz Jesu, wie es seinen heiligsten Namen anruft. Die Kirche betet das menschgewordene Wort und sein Herz an, das sich aus Liebe zu den Menschen von unseren Sünden durchbohren ließ.”

Katechismus der Katholischen Kirche 2669

Über das Herz-Jesu-Fest


9. Juni
Jahresranking: Die Top 10 der Newcomer

2017 kamen auf auf kath-info 19 Seiten neu hinzu. Ich gebe die zehn meistgelesenen bekannt, und zwar in zwei Schritten. Vor drei Tagen habe ich die Plätze 6 bis 10 bekanntgegeben (siehe unten). Heute sind die Plätze 1 bis 5 dran. Die rechte Spalte gibt den Platz im Gesamtranking der insgesamt 648 Seiten an.

Platz Jahresranking 2017
Die Top 10 unter den 19 Newcomern
Die Plätze 1 bis 5
Platz im Gesamt-ranking
1

Robert Mäder: Abba, lieber Vater!

224
2

Recktenwald: Das Gewissen zwischen Vision u. Illusion

295
3

Durch den Rosenkranz gerettet

304
4

Livio Melina: Der Analphabetismus der Gefühle

320
5

Anna Diouf: Der Gesandte des großen Geistes

339

Zu den Newcomern des Jahres 2016


8. Juni
Personalpfarrei

Vor zehn Jahren, am 8. Juni 2008, begann mit einer feierlichen Eröffnungsmesse in Rom die der Petrusbruderschaft anvertraute Personalpfarrei des überlieferten Ritus. Pfarrkirche ist die 400 Jahre alte Kirche Santissima Trinità dei Pellegrini, die ursprünglich der vom hl. Philipp Neri gegründeten Erzbruderschaft der Pilger und Kranken der Allerheiligsten Dreifaltigkeit gehörte.


8. Juni
Johann Joachim Winckelmann

Vor 250 Jahren, am 8. Juni 1768, starb in Triest im Alter von 50 Jahren der aus Stendal stammende Archäologe Johann Joachim Winckelmann. Er wurde Opfer eines Meuchelmordes. 1754 konvertierte er zur katholischen Kirche. “Mit seinem Hauptwerk ‘Geschichte der Kunst des Altertums’ (Dresden 1764 ...) wurde er Begründer der archäologischen Kunstwissenschaft” (LThK, 1. Auflage). “Durch seine ‘Monumenti antichi inediti’ (Rom 1767), einer Beschreibung und Deutung antiker Denkmäler, wurde die archäologische Forschung zur wissenschaftlichen Disziplin” (LThK, 3. Auflage).


7. Juni
Komplette Abrüstung

Der kroatische Bischof von Split, Frane Franić schlug 1963 vor, im Schema über die Kirche dem neuen Titel peregrinans – „pilgernd“ – die traditionelle Bezeichnung militans – „streitend“ – hinzuzufügen. Der Vorschlag wurde abgelehnt, da er nicht mehr zeitgemäß sei. Die Kirche wollte sich der Welt nicht mehr im Bild des Kampfes oder der Auseinandersetzung präsentieren. Dialog, Frieden und Verständigung waren vielmehr angesagt. Diese Einstellung prägte auch die Liturgiereform. Überall, wo z.B. in den überlieferten Orationen vom Kampf die Rede war, vom Niederwerfen der Feinde und ähnlichem, sind diese Aussagen durch irenische Formulierungen ersetzt worden. Die nachkonziliare Liturgie hat im geistlich-doktrinären Kampf komplett abgerüstet.

Aus: Michael Fiedrowicz, „Ohne Kampf gibt es kein Christentum“ (Benedikt XVI.) Ecclesia militans - eine vergessene Metapher, in: Die neue Ordnung, Februar 2018, S. 21-33.

Von Professor Fiedrowicz ist auf kath-info erschienen: „Was überall, immer, von allen geglaubt wurde“. Überlegungen zum Jahr des Glaubens nach Vinzenz von Lérins.


6. Juni
Jahresranking: Die Top 10 der Newcomer

2017 kamen auf auf kath-info 19 Seiten neu hinzu. Ich gebe die zehn meistgelesenen bekannt, und zwar in zwei Schritten. Hier zunächst die Plätze 6 bis 10. Die rechte Spalte gibt den Platz im Gesamtranking der insgesamt 648 Seiten an.

Platz Jahresranking 2017
Die Top 10 unter den 19 Newcomern
Die Plätze 6 bis 10
Platz im Gesamt-ranking
6

Alfred Betschart: Der Heilige der Landstraße

345
7

Ulrich Nersinger: Die Kapuzinergruft der Via Veneto

384
8

R. Niedermeier: Türkenkriege und Volksfrömmigkeit

388
9

Trochu: Vianneys Kampf gg. die religiöse Unwissenheit

468
10

Benedikt Poetsch: Bordats Sündenregister

527

Zu den Newcomern des Jahres 2016


5. Juni
Entscheidung jetzt!

Meine Brüder und Schwestern, entscheiden wir uns, uns IHM zu zuwenden, jeden Tag!
Jetzt, in diesem Moment wollen wir uns entschließen, jeden Tag uns einige Minuten der Stille zu nehmen, um uns auf Gott auszurichten, um Ihm zu sagen: „ Herr, herrsche Du in mir! Dir gebe ich mein ganzes Leben!“
Liebe Pilger, ohne Stille gibt es kein Licht. Die Finsternis nährt sich von dem unablässigen Lärm dieser Welt, die uns daran hindern will, uns auf Gott auszurichten.
Nehmen wir die heutige Messliturgie zum Vorbild; sie führt uns zur Anbetung, zu einer kindlichen und liebevollen Ehrfurcht vor der Größe Gottes. Sie gipfelt in der Wandlung, wo wir alle gemeinsam auf den Altar ausgerichtet sind, unsere Blicke zur Heiligen Hostie erhoben, zum Kreuz, hier sind wir alle in Stille vereint in Kontemplation und Anbetung.

Aus der Predigt von Robert Kardinal Sarah am Pfingstmontag in der Abschlussmesse der dreitägigen Fußwallfahrt von Paris nach Chartres. Er feierte das Hochamt in der außerordentlichen Form des römischen Ritus.


4. Juni
Das Gastmahl des Herrn

Meine Predigt von gestern.


3. Juni
Nikolaus Mazza

Vor fünf Jahren, am 3. Juni 2013, wurde im Zuge des Seligsprechungsprozesses der heroische Tugendgrad des Ordensgründers Nikolaus Mazza (1790-1865) festgestellt. Ihm verdankte der hl. Daniel Comboni seine Berufung zum Afrikamissionar.


3. Juni
Giovanni Stefano Ferreri

Vor 450 Jahren, am 3. Juni 1568, wurde in Biella Giovanni Stefano Ferreri geboren. Er wurde 1599 Bischof von Vercelli und setzt sich u.a. erfolgreich für die Durchführung der Tridentinischen Konzilsbeschlüsse in Böhmen ein. Er starb 1611 in Vercelli.


2. Juni
Symbolik
oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

138. und letzte Folge

Indes haben wir hiermit doch nur eine Seite des lutherischen Glaubens dargestellt, die nämlich, vermöge welcher er rechtfertigt; es steht derselben aber noch eine andere zur Seite, welche die Liebe und die guten Werke aus sich hervorgehen läßt. Luther beschreibt dieselbe an manchen Orten ungefähr wie die Katholiken die göttliche Liebe des Wiedergebornen. Hierher gehören die Schriften des Reformators von der christlichen Freiheit und von den guten Werken, und wer kennt nicht die glänzende Beschreibung des Glaubens in Lu thers Vorrede zum Briefe Pauli an die Römer? “Der Glaube, sagt er, ist ein göttliches Werk in uns, das uns umändert, aus Gott wiedergebiert, den alten Adam ertötet, und uns ganz in andere Menschen, im Herzen, im Gemüte und in allen unsern Kräften gleichsam umbildet und uns den Heiligen Geist mitteilt. Dieser Glaube ist etwas Lebendiges, Wirksames, so daß es unmöglich ist, daß er nicht immer Gutes wirkt. Auch frägt der Glaube nicht erst, ob gute Werke zu tun seien, sondern bevor er sich danach erkundigt, hat er schon viele gute Werke verrichtet, und immer ist er beschäftigt im Wirken.” Hier ist im liebenswürdigsten Widerspruche mit dem Begriffe der lutherischen Rechtfertigung eine Erneuerung und eine Umwandlung des ganzen inneren Menschen gelehrt; der Glaube erscheint als die aus dem Vereine aller den inneren Menschen konstituierenden Kräfte hervorgegangene Blüthe, als eine Äußerung der Gesamttätigkeit derselben, und der Macht des Heilandes über Sünde und Tod ist ein kräftiges Zeugnis gegeben. Auch im Briefe an die Galater nennt er den Glauben “das rechtschaffene Herz, den grundguten Willen und den neugeschaffenen Verstand oder Vernunft”; auch hier will Luther sagen, der Glaube sei eine Wirkung aller geistigen Kräfte des Menschen zumal, wenn sie durch den göttlichen Geist gereinigt und verklärt seien.

[175] [175] Auslegung des Briefes an die Galater. I. Th. deutscher Ausg. von Wittenb. S. 143. Ähnliche Stellen sehr oft.

Zum bisher Erschienenen

Wir brechen hiermit die Veröffentlichung der Symbolik ab. Sie ist schon anderwärts im Internet zugänglich, z.B. hier.


1. Juni
Das Zitat

“In keiner anderen Handlung erscheint der Erlöser zärtlicher und liebevoller als in dieser, in der Er sich selbst entäußert und sich zur Speise macht, um tief in unser Inneres einzudringen und sich mit Herz und Leib Seiner Gläubigen zu vereinen.”

Der hl. Franz von Sales über die Eucharistie.


1. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Rezension von Bordats Sündenregister wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Die drei kritischen Anmerkungen von Kardinal Brandmüller, Richard A. Spinello und mir findet man ganz unten auf der einschlägigen Themenseite. Mein Podcast über das Gnadengeschenk unserer Zeit hat hier seinen Ort gefunden.


31. Mai
Theologischer Elfenbeinturm

“Dass Graf die Nennung meines Friseurs kritisiert, zeigt ein Problem von Theologen wie ihm. Sie haben es sich gemütlich im Elfenbeinturm eingerichtet, halten es für intellektuell anspruchsvoll, wenn sie niemand mehr versteht, und verachten jeden, der nicht erfolgloser ist als sie.”

Manfred Lütz im Interview mit Karsten Huhn, in: IdeaSpektrum vom 24. Mai 2018, S. 16, zum neue erschienenen Buch von Lütz Der Skandal der Skandale. Die geheime Geschichte des Christentums. Mit Graf ist der evangelische Theologieprofessor Friedrich Wilhelm Graf gemeint, der sich laut Huhn daran stieß, dass Lütz in seinen Dankesworten mit folgenden Worten auch seinen Barbier erwähnte: “Und wie üblich hat es mein Friseur kontrolliert, damit alles allgemeinverständlich, locker und lesbar bleibt.” Außerdem wirft Lütz in diesem Interview Graf vor, in seiner Rezension frei erfundene Zitate verwendet zu haben. “So etwas ist mir wirklich noch nie passiert.” Die FAZ habe als Reaktion dann die Rezension im Internet zurückgezogen und eine Richtigstellung veröffentlicht.


30. Mai
Die Vernunft retten

Heute ist in der Tagespost ein Artikel von mir erschienen. Es handelt sich um einen kleinen Auszug aus meinem Vortrag, den ich dieses Jahr auf der Osterakademie in Kevelaer unter dem Titel Wie mit dem Glauben auch die Vernunft gerettet wird gehalten habe.


30. Mai
Martin Noth

Vor 50 Jahren, am 30. Mai 1968, starb in Subeta, Israel, im Alter von 65 Jahren der aus Dresden stammende evangelische Alttestamentler Martin Noth. “Charakteristisch für Noth waren u.a. seine philologische Präzision, seine strikte Bindung an Gründe für und wider eine These, sein Sinn für das Historische in der biblischen Tradition (mit, aber anders als Alt), seine Synthesen zwischen Exegese und Landeskunde, und seine treffende theologische Einschätzung der großen Prophetie als weltgeschichtlich singulärer Erscheinung” (Horst Seebass im LThK, 3. Auflage).


28. Mai
Strong stuff

Rod Dreher hat meinen MeinungsMacher-Beitrag (siehe unten) auf seinem Blog in englischer Übersetzung veröffentlicht und kommentiert: “Strong, strong stuff! Thank you, Father Recktenwald.”


28. Mai
Wir feiern den Himmel

Mein Predigt von gestern zum Dreifaltigkeitsfest


26. Mai
Gefährliche Parallelgesellschaft?

Mein erster Beitrag im Tagespost-Blog MeinungsMacher. Zur dort erwähnten Benedikt-Option vergleiche den Text von Rod Dreher.

Themen

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Freiheit u. Gnade
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Gender
Genderideologie
Gender Mainstr.
Generalkapitel 06
Geschlecht
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Glauben
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Goa
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Gott II
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