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* * *

23. Juni
Die Vernunft retten

Von P. Engelbert Recktenwald

Im Februar 1943 hielt C. S. Lewis an der Universität von Durham drei Vorlesungen. Sie wurden noch im selben Jahr unter dem Titel The Abolition of Man (Die Abschaffung des Menschen) veröffentlicht. Lewis beschreibt darin die Abschaffung des Menschen infolge der Abschaffung der Vernunft.

Ein Jahr später, im Februar 1944, hielt in New York der marxistische Philosoph Max Horkheimer an der Columbia Universität Vorlesungen, 1947 veröffentlicht unter dem Titel Eclipse of Reason. Der Titel der deutschen Übersetzung, die zwanzig Jahre später erschien, lautete Zur Kritik der instrumentellen Vernunft.

Horkheimer kritisiert den gleichen Vorgang wie Lewis. Während Lewis in der Fachphilosophie fast vollständig ignoriert wird, wurde Horkheimers Analyse viel beachtet, wenn sie auch nicht die von ihr beklagte Entwicklung aufhalten konnte. Wichtiger aber ist ein weiterer Unterschied zwischen den beiden: Während Horkheimer kein Rezept fand, die Vernunft zu retten, kann uns Lewis weiterhelfen.

Ausgangspunkt der Überlegungen Lewis’ ist die erzählerische Szene in einem Schulbuch, in der ein Tourist einen Wasserfall als erhaben bezeichnet. Dazu schreiben die Schulbuchautoren: “Als der Mann sagte Das ist erhaben, machte er scheinbar eine Feststellung über den Wasserfall. In Wirklichkeit aber äußerte er sich nicht über den Wasserfall, sondern über seine eigene Empfindung. Im Grunde sagte er Ich fühle etwas, das ich im Geiste mit dem Wort ‘erhaben’ verbinde, kurz: Ich empfinde erhabene Gefühle.”

Was geschieht hier? Es handelt sich bei der Aussage “Das ist erhaben” um ein Werturteil. Wenn nun dieses Werturteil keine Aussage über den Wasserfall darstellt, sondern, wie die Autoren meinen, bloß über die eigenen Empfindungen, dann bedeutet das die Leugnung des Wertes in der Wirklichkeit. Mit anderen Worten: Die Wirklichkeit ist wertfrei. Werte sind bloß Projektionen des Urteilenden. Bei ästhetischen Werten mag das nicht weiter tragisch sein. Das ändert sich sofort, wenn es um moralische Werte geht. Es gibt dann keine Gründe mehr, eine gute Tat zu billigen und eine böse zu verurteilen. Denn wenn ich sage: “Dieses Verbrechen ist abscheulich”, dann sage ich jener Logik zufolge nichts über die Tat aus, sondern nur etwas über mich, nämlich dass ich Abscheu empfinde. Die Wirklichkeit zerfällt dann in zwei Teile, die nichts miteinander zu tun haben: in die objektive Welt der wertneutralen Tatsachen und in die subjektive Welt meiner Gefühle. Mit jener hat es die Wissenschaft zu tun, mit dieser die Moral. Moral wird zu einer Geschmacksfrage. Werturteile sind dann unwissenschaftlich und subjektiv. Die Rationalität wird aus der Welt der Moral verbannt und auf den Bereich der empirischen Wissenschaften eingeschränkt.

Damit haben wir das Gegenteil zur klassischen Auffassung der Moral. Nach Thomas von Aquin etwa ist die Moral geradezu durch ihre Vernünftigkeit definiert: Denn nach ihm handeln wir moralisch genau dann, wenn wir der Vernunft gemäß handeln. Kant sieht es ähnlich: Der kategorische Imperativ ist ein Faktum der Vernunft. Für Kant ist eine Handlung...
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22. Juni
Julie Billiart

Vor 50 Jahren, am 22. Juni 1969, wurde die Mystikerin Julie Billiart SND (1751-1816) heiliggesprochen. Sie gründete die Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau von Namur. 1906 wurde sie seliggesprochen.


22. Juni
Merkwürdig, was uns alles wichtiger ist

Eine Predigt zum morgigen zweiten Sonntag nach Pfingsten.


21. Juni
Kirche in Flammen

Die Priesterbruderschaft St. Petrus hat einen 52seitigen Sonderdruck herausgegeben: “Kirche in Flammen. Benedikt XVI. und seine Analyse der Kirchenkrise. Wortbeiträge für eine Erneuerung der Kirche.” Drei Teile zu den Themen “Sexuelle Revolution”, “Heiligkeit der Kirche” und “Eucharistie” enthalten jeweils drei Beiträge, die teilweise schon früher im Informationsblatt der Petrusbruderschaft erschienen sind.
Bestellen Sie die Hefte zum Verteilen beim Priesterseminar St. Petrus in Wigratzbad!
Sie enthalten wertvolle Orientierungen und Argumente, um in der heutigen Zeit als gläubiger Katholik zu bestehen.


21. Juni
Antonia Mesina

Vor 100 Jahren, am 21. Juni 1919, wurde auf Sardinien Antonia Mesina geboren. Sie starb am 17. Mai 1935 als Märtyrerin der Reinheit, als sie sich gegen eine Vergewaltigung zur Wehr setzte. Am 4. Oktober 1987 wurde sie seliggesprochen.


20. Juni
Totalitäre Durchsetzungsmethoden

Im Jahr 2018 wurde ich zu einer öffentlichen Diskussion mit einer Vertreterin der Gender-Studies an der Technischen Universität Wien eingeladen. Fünf Gender-Professorinnen hatten die Einladung abgelehnt, schließlich fand sich eine Vertreterin auf untergeordneter Ebene. Als ich an der Reihe war, mein Statement abzugeben, schrillten die Feuersirenen – normalerweise das Signal, das Gebäude sofort zu evakuieren. Ein Dialog mit der Dame wurde durch ständige lautstarke Unterbrechungen aus dem Publikum verhindert – für mich ein déjà-vu-Erlebnis von 1968. Da die Gender-Ideologie mit der wissenschaftlichen Wahrheitssuche von Biologie, Medizin und Gehirnforschung gebrochen hat, vielmehr die wissenschaftlichen Institutionen für ihre revolutionäre Agenda missbraucht, müssen die Aktivisten sich der Manipulation und zunehmend totalitärer Durchsetzungsmethoden bedienen.

Aus: Gabriele Kuby, Dialog mit Ideologen? auf kath.net am 18. Juni 2019.


19. Juni
Wovon sollen wir reden?

Erzbischof Buchberger brachte seine engagiert plaudernden Mitbrüder damals zum Verstummen, als er kurz und bestimmt sagte, wovon auf dem Konzil die Rede sein sollte: „Von Gott!“ Wenn wir, hier und heute, nicht zu Gott aufbrechen und uns Ihm zuwenden, dann können wir uns auch alles andere gleich sparen: jeden Diskurs, jeden Dialog, jeden synodalen Weg.

Aus: Thorsten Paprotny, Die Frage nach Gott, kath.net vom 18. Juni


19. Juni
Ablenkungsmanöver

Es gibt immer nur die Schuld des Einzelnen. Ein Bischof, der sich nicht zu seiner persönlichen Schuld bekennt, sondern stattdessen ein kollektives Schuldbekenntnis der Kirche proklamiert, bedient sich des Sündenbockmechanismus. Er schiebt die Schuld von sich weg auf die Kirche insgesamt. Aber nicht deren Zölibatsgesetz oder deren Sexualmoral oder deren Machtstrukturen, sondern der einzelne Missbrauchstäter oder der einzelne Bischof, der auffällig gewordene Priester gewähren ließ, ist schuldig. Wie Minister regelmäßig die politische Verantwortung für Taten übernehmen, die unter ihrer Letztverantwortung geschehen sind, so müssen dies analog auch Bischöfe tun; und zwar durch Rücktritt. Es geht um die Schuld Einzelner, nicht um die Schuld eines Systems oder Kollektivs (...) Die von den deutschen Bischöfen in Lingen beschlossenen Gesprächsforen sind zumindest als Reaktion auf den Missbrauchsskandal ein einziges Ablenkungsmanöver. Statt die Schuldigen namentlich zu benennen und deren je singuläre Biographie zu durchleuchten, wird dem in der Gesellschaft gängigen Vorurteil Rechnung getragen, die Täter seien Epiphänomene von hierarchischen Strukturen, der zölibatären Lebensform oder der kirchlichen Sexualmoral. Nein, der Missbrauch gehört nicht zur DNA der katholischen Kirche...

Aus einem Leserbrief des Theologen Prof. Dr. Karl-Heinz Menke an die Tagespost, veröffentlicht am 13. Juni 2019


18. Juni
Zur Analyse des Subjektsbegriffs

Von Bronislaw Wladislaus Switalski

3. Folge

Diese erkenntnistheoretische Fiktion, die eben als solche im Bereich der Empirie nie völlig realisierbar ist, dient nun als Norm für die Beurteilung der Erkenntnisleistung der empirischen Subjekte. Diese in der Erfahrung allein vorfindlichen Subjekte, wir selbst, sind nämlich — vermöge der Eigenart unseres Bewußtseinslebens — nicht ausschließlich, nicht einmal in erster Linie derartig „reine" Erkenntniswesen: Wie alle Bewußtseinsinhalte mehr oder minder gefühlsbetont sind, uns also tiefinnerlich in Mitleidenschaft ziehen, so sind auch alle auf diese Erlebnisse reagierenden Bewußstseinsäußerungen ursprünglich und vornehmlich von unserem Interesse diktiert, es sind praktische Stellungnahmen dem „Fremden" gegenüber. Wir sind also vor allem praktisch-orientierte Wesen; und wenn der mit so großem Enthusiasmus seinerzeit begrüßte Pragmatismus nichts weiter bezweckte, als einer extrem-theoretischen und darum durchaus wirklichkeitsfremden Ausdeutung des Seelenlebens entgegenzutreten, so wäre gegen ihn nichts einzuwenden.

Die Praxis hat es mit äußerst komplizierten, in ihrer raschen Veränderlichkeit sofort Antwort erheischenden Verhältnissen zu tun. Das Bewußtseinssubjekt als Praktiker hat somit keine Muße aus dem Strome der Ereignisse emporzutauchen, um in unparteiischer Ruhe sie zu betrachten. Es fühlt sich selbst in Wirkung und Gegenwirkung verstrickt und vermag so zur Würdigung seiner einzigartigen Einheitlichkeit nicht vorzudringen. Auf dieser Stufe verharrt das Bewußtsein der Tiere. Wir wenden deshalb auf sie die Bezeichnung “Subjekt” nicht gern an, weil dieser Ehrentitel nach unserem Gefühle nur den Bewußtseinswesen zukommt, die im Vollbewußtsein ihrer Subjektivität zu wahrhaft selbständigem Handeln sich durchzuringen vermögen. In uns selbst nehmen wir nun diese Fähigkeit wahr. Wir bleiben nicht ständig auf der Stufe der reinen Praxis. Wir stellen uns allmählich immer bestimmter dem von uns Erlebten gegenüber. Wir machen es zu unserem “Gegenstande” im wahrsten Sinne des Wortes, indem wir es aus dem Strome des unmittelbaren Erlebens herauslösen, um es “für sich” zu betrachten. Diese Fähigkeit zur Vergegenständlichung, die uns als das Grundmerkmal unserer geistigen Würde erscheint, lockert zunächst die Bande der praktischen Bedürfnisse, um uns im Verlaufe unserer geistigen Entwicklung immer vollständiger von ihnen zu befreien. So werden wir aus rein praktisch interessierten Subjekten immer mehr zu unparteiischen Beschauern, zu Theoretikern. Wir nähern uns damit dem Ideale des “reinen Erkenntnissubjekts”, wenn wir es auch nie völlig erreichen.

Daraus ergibt sich für uns als Erkenntnissubjekte die Forderung, unsere Selbständigkeit derart auszubilden, daß sie gegebenenfalls im stande ist, rein das Erkenntnisziel zu verfolgen und dabei alles Unsachliche, affektiv und praktisch Bestimmende zu eliminieren. Das Bewußtseinssubjekt muß sich somit zum Erkenntnissubjekt emporentwickeln, da es nicht in jedem seiner Stadien in gleicher Weise befähigt ist als Begründer allgemeingiltiger Erkenntnisbeziehungen zu fungieren. Wenn aber dieser notwendigen Entwicklung die richtigen Wege gewiesen werden sollen, so müssen wir uns zunächst noch genauer über die unmittelbar vorfindliche Eigenart des Bewußtseinssubjekts orientieren.

Unmittelbar tritt uns das Bewußtseinssubjekt in der “Ich”-Form gegenüber. Die Bestimmung des Subjekts hebt deshalb zweckmäßig mit der Analyse des Ich-Bewußtseins an. Was wir mit “Ich” meinen, scheint uns nun freilich auf den ersten Blick einer Analyse weder fähig noch bedürftig zu sein. Glaubte doch schon Descartes mit seinem berühmt gewordenen Grundsatz: “Cogito, ergo sum”, also mit dem Hinweis auf das Ich-Erlebnis endlich eine solide Basis für alle Gewißheitsbegründung gefunden zu haben! Wenn wir nun aber bedenken, wie weit ernste Denker in ihren Ansichten über die Bedeutung des “Ich-Begriffs” von einander abweichen, ja wie man es sogar versucht hat, das Ich-Erlebnis als Illusion aus der Reihe des unmittelbar Gegebenen zu streichen, dann dürfte man wohl kaum mehr von einer Selbstverständlichkeit und durchsichtigen Klarheit des Ich-Erlebnisses sprechen wollen! Fragen wir uns nun zunächst, was bezeichnen wir mit dem “Ich-Begriff”? Durch die “Ich-Bezeichnung” wird das Gemeinte unfraglich nach zwei Seiten hin abgegrenzt: Dem “Ich” steht einerseits die ihm fremde, von ihm unabhängige Wirklichkeit gegenüber, und anderseits wird das “Ich” seinen Inhalten gegenübergestellt. Das Ich ist somit jedenfalls ein Beziehungsbegriff, aber eben als solcher braucht es nicht immer auf einen und denselben Gegenstand Anwendung zu finden. Das “Ich” ist vielmehr der “Eins” in der Zahlenreihe vergleichbar: Was mit diesen Beziehungsbegriffen gemeint ist, hängt eben jeweils von dem Ansatz und von der Beziehungsrichtung ab, in der sie gebraucht werden. “Ich” meine zwar mit diesem Worte nur “mich”; jeder andere aber, der dieses Wort sinnvoll gebraucht, meint eben “sich” damit.

wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


17. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht: Mein Artikel Zeit, 'danke' zu sagen, die gesammelten Reaktionen auf Spaemanns Tod und der beeindruckende Hirtenbrief von Bischof Morlino über den anhaltenden sexuellen Missbrauch in der Kirche, ein Hirtenbrief, von dem manche Bischöfe in Deutschland lernen könnten.


17. Juni
Egal

In den nächsten Jahrzehnten werden 50% wegbrechen. Und seien Sie [liebe Bischöfe] mir nicht böse, doch denen, die wegbleiben, ist es auch ziemlich egal, ob ein synodaler Weg vorher noch ein paar Bastionen geschliffen hat. Wer nicht an Gott glaubt, den kümmert es auch nicht, ob ein Priester zölibatär leben muss oder nicht. (...) Die Welt wartet nicht darauf, dass die katholische Kirche endlich der evangelischen ähnlicher wird. Sie wartet auf eine ansteckende Botschaft...

Johannes Hartl in der Tagespost vom 13. Juni 2019. Die Tagespost hatte acht prominente Laien um Ratschläge an die lieben Bischöfe angesichts der prognostizierten Austrittswelle aus der Kirche gebeten.


16. Juni
Gott über uns - Gott mit uns - Gott in uns

Meine Predigt von heute


16. Juni
Josef Scharbert

Vor 100 Jahren, am 16. Juni 1919, wurde im Sudetenland der Exeget Josef Scharbert geboren. Von 1958 bis 1984 war er Professor für alttestamentliche Exegese, zunächst in Freising, dann in München. Hier starb er am 21. April 1998.


15. Juni
Wir feiern den Himmel

Eine Predigt zum Dreifaltigkeitsfest.


15. Juni
St. Lantpertus

Vor einem Jahr, am 15. Juni 2018, wurde das Haus St. Lantpertus, die Niederlassung der Priesterbruderschaft St. Petrus in München, kanonisch errichtet.


14. Juni
Monatsranking Mai 2019

Platz Monatsranking Mai 2019
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 650 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Beiträge zum Islam im Unterschied zum Christentum

+/- 0
2

Spaemann: Wer hat wofür Verantwortung?

+/- 0
3

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+ 3
10

Recktenwald: Der Gottesbeweis Anselms v. Canterbury

+ 3
20

Emmaus einst und heute / Das brennende Herz

- 15
30

Swinburne: Gibt es einen Gott?

+ 15
40

Recktenwald: Die menschliche Handlung

+ 26
50

Zur Hirntoddebatte

+ 33
60

Zum Thema Abtreibung

+ 11
100

Eduard Kamenicky: Hebe den Stein auf ...

+ 55

Zum Ranking der Vormonate


13. Juni
Das Zitat

Die Sünde, selbst die Sünde, mein Sohn, wird zu einer Stufe, die uns Gott näher bringt, die uns erhebt, die uns noch sicherer zu Ihm führt, wenn auf diese Sünde der tiefe Schmerz darüber folgt, sie begangen zu haben, wenn wir uns ehrlich vornehmen, sie nicht zu wiederholen, wenn wir fühlen, wie schlecht wir gegen Gottes Barmherzigkeit gehandelt haben; wenn es ihr gelingt, die härtesten Fasern unseres Herzens zu zerreißen und aus ihnen Tränen der Reue und der Liebe fließen zu lassen.

Hl. Pater Pio


13. Juni
Castor

Vor 1600 Jahren war der hl. Castor Bischof von Apt, wie aus einem Brief von Papst Bonifatius I. vom 13. Juni 419 hervorgeht. Er war der erste Bischof dieser Stadt, die ca. 50 km östlich von Avignon liegt. Er veranlasste Johannes Cassianus zur Abfassung des Werkes “De institutis coenobiorum”.


12. Juni
Komm in fünf Jahren wieder!

Erzählen wir engagiert, dass die wahre Befreiung zur Lebensfreundlichkeit erst dann erreicht wird, wenn die katholische Morallehre neu erfunden ist – regional angepasst an die vermeintliche Lebenswelt und Lebenswirklichkeit? Sagen wir dem Suchenden: “Lieber Freund, du möchtest glauben? Das ist leider ein ungünstiger Zeitpunkt. Wir sind so beschäftigt – wir reformieren gerade die Kirche. Unsere neukatholische Kirche wird dir bestimmt gefallen. Sogar einige Bischöfe machen mit, ist das nicht schön? Hier vor Ort wird alles sympathischer und netter. Vielleicht kommst du in 5 Jahren wieder, dann haben wir unsere Pläne umgesetzt.”

Aus: Thorsten Paprotny, Sie sind gern katholisch? - Erzählen Sie davon!, in CNA von heute.


12. Juni
Adalgoz von Veltheim

Vor 900 Jahren, am 12. Juni 1119, starb in Magdeburg Adalgoz von Veltheim, seit 1107 Erzbischof von Magdeburg. Er förderte tatkräftig die Evangelisierung östlich der Elbe.


11. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt über das tägliche Gastmahl des Herrn wurde auf der Seite mit Prosingers Stuflesserkritik eingebettet, die Predigt über die Frage, um welche Einheit es bei der Kirche geht, aufs Georg Mays Falschlehrerseite. Der Podcast über die konziliare Aufwertung des Wunders ist beim gleichnamigen Aufsatz eingebettet.


11. Juni
Kenneth Walker

Vor fünf Jahren, am 11. Juni 2014, wurde in Phoenix P. Kenneth Walker FSSP ermordet.


10. Juni
Netflix boykottieren!

Weltweit haben Christen begonnen, Netflix zu boykottieren, weil Netflix Abtreibung aktiv fördert und seinerseits versucht hat, den Bundesstaat Georgia wegen dessen Gesetzen zugunsten des Lebensrechts zu erpressen. Leider kann ich mein Netflix-Abo nicht kündigen, weil ich keines habe...


9. Juni
Die Seele der Kirche

Meine Pfingstpredigt von heute


8. Juni
Was ist der Maßstab?

Es schmerzte sie, dass ihr mit der Liturgiereform und der ihr folgenden Neustrukturierung der Orden genau das entzogen wurde, was ihr Leben geprägt hatte und weiter hätte formen sollen. Was Isa Vermehren in ihren Tagebüchern mit scharfem Verstand und glasklarer Logik analysiert, ist, dass sich in den 1960er und 1970er Jahren die Blickrichtung von der Mitte des Glaubens, dem Herzen Jesu, auf den Menschen hin änderte. Maßstab war nun nicht mehr das Gegebene, sondern das Gewünschte, Erhoffte oder schlimmer noch, das subjektiv Empfundene. Das aber ist ein herber Gegensatz zu einem Leben, in dessen Zentrum es steht, Jesus von innen her zu begreifen, so im geistlichen Leben zu wachsen, um dann anderen dienen zu können, durch konsequente Formung dieselbe Weite des Herzens zu erlangen.

Aus: Barbara Stühlmeyer, Erkämpfte Konsequenz. Die Tagebücher von Schwester Isa Vermehren geben Einblick in das Denken einer außergewöhnlichen Frau, in: Tagespost vom 2. Mai 2019. Es handelt sich um Rezension von Isa Vermehren, Tagebücher 1950-2009, hg. von Helga Böse, Heimbach/Eifel 2017. Hier auf kath-info gibts weitere Infos über diese bemerkenswerte Frau, die ich selber noch kennenlernen durfte.


7. Juni
Reformer vs. Konzil

Die Einheit des dreistufigen Ordo ist aufgrund der entsprechenden Aussagen des Zweiten Vatikanum nicht hinterfragbar. Dasselbe gilt, wie eben dargelegt, von der zentralen Sentenz des Lehrschreibens “Ordinatio sacerdotalis”. Deshalb erkenne ich keinen gangbaren Weg zu einem sakramentalen Diakonat der Frau.

Der Theologe Karl-Heinz Menke im Interview mit der Tagespost, Ausgabe von gestern. Es ist interessant zu sehen, wie wenig sich manche Reformer um das letzte Konzil kümmern, sobald es ihnen nicht in den Kram passt. Das gilt in dem von Menke angesprochenen Fall für jene, die zwar zugeben, dass das Frauenpriestertum unmöglich sei, aber das Frauendiakonat für diskutabel halten. Denn in diesem Fall wird die Einheit des Ordo (also des dreistufigen Weihesakraments mit den drei Stufen Diakonat - Priestertum - Bischofsamt) auseinandergerissen und damit eine zentrale Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils zurückgewiesen.


7. Juni
In kirchliche Strukturen eingedrungen

Baier: Hätte nicht gerade die Kirche der heutigen Gesellschaft etwas zur Sexualität zu sagen, etwa die Theologie des Leibes von Papst Johannes Paul II.?

Bonelli: Ja, denn Papst Johannes Paul II. hat immer die personale Dimension der Liebe zwischen Mann und Frau hervorgehoben. Leider sind Irrtümer wie die “Sexualpädagogik der Vielfalt” von Helmut Kentler tief in kirchliche Strukturen eingedrungen. Ich kann da nur warnen: Frühsexualisierung ist das Muster des Pädophilen. Dennoch sind viele sexualpädagogischen Ansätze auf die Frühsexualisierung aus - auch innerhalb der Kirche...

Aus dem Interview von Stephan Baier mit dem Psychiater Raphael Bonelli, dem Gründer des Instituts für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie, in der Tagespost von gestern. Während der Psychiater vor der Frühsexualisierung warnt und die Theologie des Leibes empfiehlt, gehen Theologen des synodalen Weges den umgekehrten Weg.


6. Juni
Meine neueste Podcast-Episode


6. Juni
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

67. Folge

Indessen ist die Ausdrucksweise der Heiligen Schrift und namentlich der heiligen Väter, wenn vom Tempel des Heiligen Geistes die Rede ist, so stark und konstant, daß wir, wenn immer möglich, hier an eine dem Heiligen Geiste wirklich hypostatisch eigentümliche Besitznahme der Kreatur denken müssen. In der Tat glauben wir, daß sich das auch sehr gut denken läßt. Wenngleich die Substanz und die Tätigkeit allen Personen gemeinschaftlich, so ist doch der Besitz der Substanz jeder Person eigentümlich. Wie jede einzelne Person die göttliche Natur auf eine besondere Weise besitzt, so kann sie auch eine geschaffene auf eine ihr eigentümliche Weise und insofern allein besitzen. Wir sehen das beim Sohne in der Inkarnation. Wenn hier der Sohn allein eine geschaffene Natur zum physischen Besitze in sich aufnimmt, sollte dann nicht der Heilige Geist auf eine seiner Person eigentümliche Weise durch einen minder vollkommenen und bloß moralischen Besitz (durch eine henosis schetiké im Gegensatz zur physiké kai hypostatiké, d. h. eis hypóstasin mían) ein geschaffenes Wesen in Besitz nehmen können, so daß die übrigen göttlichen Personen jenes Wesen in dieser bestimmten Beziehung nicht unmittelbar, sondern nur in ihm besitzen, wie das bei dem Sohne und seiner Menschheit der Fall ist?

So wahr der Heilige Geist in seiner hypostatischen Eigentümlichkeit und kraft derselben das Pfand ist, worin und wodurch wir die andern Personen besitzen und umfangen: so wahr muß er auch in seiner hypostatischen Eigentümlichkeit für dieselben der Depositar sein können, worin und wodurch sie uns besitzen; so wahr muß er, als von den andern Personen ausgehend, in uns wohnen können, als in seinem, ihm auf eine besondere Weise eigenen Tempel, obgleich er diesen Tempel nicht nur wegen der Einheit der Substanz, sondern auch wegen seiner persönlichen Relation zu den andern Personen nicht ohne sie, vielmehr nur für sie in Besitz nehmen kann. So wahr ferner der Heilige Geist in ganz besonderer Weise der Gegenstand unserer besitzenden und genießenden Liebe ist, so wahr kann er auch in seiner Person der besondere Gegenstand des Kultus unserer dankbaren Liebe sein; ihm, in dem die übrigen Personen sich uns schenken, können und müssen wir auch uns zunächst hingeben und weihen zu seinem besondern Eigentum, um in ihm und durch ihn dem Vater und dem Sohne anzugehören (Daher die alte Doxologie: “Gloria Patri per Filium in Spiritu Sancto”). Ja, nachdem der Heilige Geist als Pfand seiner väterlichen Liebe uns vom Vater geschenkt worden, können und sollen wir ihn auch als das einzig würdige Pfand unserer Gegenliebe dem Vater und dem Sohne darbringen; denn wie wir Gott dafür, daß er uns seinen Sohn in der Inkarnation geschenkt, nicht anders würdig danken können, als wenn wir ihm diesen Sohn selbst zum Dankopfer darbringen: so können wir auch die Liebe, in welcher er uns den Heiligen Geist geschenkt, nur dadurch erwidern, daß wir diesen Geist selbst als das Pfand unserer Liebe ihm wiederschenken.

Es ist also klar, daß die beiden scheinbar entgegengesetzten Beziehungen der Hingabe und des Besitzergreifens miteinander verwandt sind. Beide zugleich sind in den herrlichen Worten des Hymnus ausgedrückt, wo es heißt, daß der Heilige Geist der süße Gast unserer Seele (Dulcis hospes animae, im Hymnus “Veni Creator”) sei; als Gast nimmt er von unserer Seele Besitz, aber als ein süßer Gast, der uns nur durch unsere Liebe besitzen will und dieser Liebe sich selbst zum süßen Genusse, zur seligen Umarmung darbietet. Als Gast erscheint er überdies nicht nur als eine hypostatische, sondern auch als persönliche Gabe.

Fassen wir diese Art der Sendung näher ins Auge, so werden wir in dem einen Mysterium viele verschiedene finden; wir werden namentlich den ganzen tiefen Sinn vieler Stellen der Heiligen Schrift und der Väter verstehen, denen sonst nur ein sehr vager oder oberflächlicher Sinn untergelegt wird. Wir werden sehen, daß der Heilige Geist durch seine gastliche Einwohnung in unserer Seele auf höchst erhabene, wunderbare Weise nicht nur die “causa efficiens” und “exemplaris”, sondern auch in gewissem Sinne die “causa formalis” unserer übernatürlichen Heiligkeit, der Würde der Kindschaft Gottes und unserer Vereinigung mit den göttlichen Personen ist, wie mehrere der ausgezeichnetsten Theologen auf Grund eines tieferen Väterstudiums behauptet haben.

Wird fortgesetzt


4. Juni
Die schöpferische Kraft der Häresie

Von Hilaire Belloc

Was ist eine Häresie und worin besteht ihre historische Bedeutung?

Wie die meisten modernen Begriffe, wird „Häresie“ sowohl in vager als auch in mannigfaltiger Bedeutung verwendet. Er wird vage gebraucht, da dem modernen Geist die Präzision von Gedanken genauso zuwider ist, wie er entzückt ist von der Präzision in der Vermessung. Er wird mannigfaltig gebraucht, und je nachdem, wer ihn gebraucht, kann er für eins von vielen Dingen stehen.

Heute impliziert das Wort „Häresie“ für die Menschen (die die englische Sprache verwenden) längst verflossene und vergessene Querelen, ein altes Vorurteil gegen rationale Auseinandersetzungen. Der Häresie wird demzufolge keine zeitgenössische Bedeutung beigemessen. Das Interesse daran ist tot, denn sie behandelt eine Materie, die niemand mehr ernst nimmt. Man hat Verständnis, wenn jemand sich aus archäologischer Neugier für eine Häresie interessiert. Sagt er aber, sie habe eine große Wirkung auf die Geschichte gehabt und sei auch heute von Bedeutung, so wird er schwerlich verstanden werden.

Trotzdem ist das Thema der Häresie im Allgemeinen von höchster Wichtigkeit für den Einzelnen und die Gesellschaft, und die Häresie in ihrer besonderen Bedeutung (nämlich die der Häresie in der christlichen Lehre) ist von besonderem Interesse für jeden, der Europa verstehen will: den Charakter Europas und die Geschichte Europas. Denn diese Geschichte ist in ihrer Gesamtheit, seit dem Auftritt der christlichen Religion, eine Geschichte des Ringens und des Wandels, denen vorwiegend Verschiedenartigkeiten in der religiösen Lehre vorausgehen und den Widerstreit oft, wenn nicht immer, verursachen, aber auf jeden Fall...
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3. Juni
Die Befreiung der Kinder

Jeder von uns kann sich vielleicht vorstellen – dazu bedarf es keiner Fantasie –, wie scharf die Kritik ausgefallen wäre, wenn Benedikt XVI. in dezidiert kritischer Absicht das nachfolgend Zitierte gesagt hätte: "Zu den Projekten der 68er gehörte die sexuelle Befreiung der Kinder, der Bruch aller Schamgrenzen wurde bei einem Teil der Bewegung zum Programm. So entstand ein Klima, in dem selbst Pädophilie als fortschrittlich galt." Davon hat Benedikt nicht gesprochen, und das musste er auch nicht. Eine sprachlos machende Analyse der skandalösen Grenzüberschreitungen und Anleitungen zum sexuellen Missbrauch in der Sexualpädagogik im Gefolge der 1968er-Bewegung stand im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" – am 21. Juni 2010.

Aus: Thorsten Paprotny, Benedikts Projekt der Aufklärung


3. Juni
Didacus Oddi

Vor 100 Jahren, am 3. Juni 1919, starb in Bellegra im Alter von knapp 80 Jahren der Franzsikaner Didacus Oddi OFM. Obwohl Analphabet und Almosensammler, wurde er als Ratgeber hochgeschätzt und selbst von Bischöfen und Kardinälen in Anspruch genommen. Er hatte die Gabe der Prophetie und der Bilokation. Am 3. Oktober 1999 wurde er seliggesprochen.


3. Juni
Anton Maria Anderledy

Vor 200 Jahren, am 3. Juni 1819, wurde in Berisal bei Brig Anton Maria Anderledy SJ geboren. 1838 trat er der Gesellschaft Jesu bei, wurde Volksmissionar, dann Professor für Moraltheologie in Maria Laach und 1887 der 23. Ordensgeneral. “Sein Hauptaugenmerk galt der Aufrechterhaltung des Ordensgeistes mitten in den Verfolgungen” (LTK, 1. Auflage). Am 18. Januar 1892 starb er in Fiesole bei Florenz.


2. Juni
Reale statt begriffliche Zustimmung

Meine Predigt von heute


2. Juni
Reduktion auf die Methode

Prof. Dr. Ludger Schwienhorst-Schönberger als ausgewiesener Experte machte auf ein grundlegendes Problem aufmerksam, worunter Exegese und Theologie gleichermaßen leiden: Es geht um die Frage, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um die Heilige Schrift zu verstehen. Dabei geht es prinzipiell um eine Richtungsentscheidung, an der sich die Geister - und Exegeten - scheiden. Erschließt sich der Sinn der Schrift allein durch einen akademischen Vollzug, gestützt auf die historisch-kritische Methode, oder ist auch eine geistliche Erfahrung notwendig? Kommt es zur Reduktion auf die Methode, dann läuft die Theologie Gefahr, ihrer Seele beraubt zu werden. Das geistige Vakuum wird dann mit anderen Dingen gefüllt, nicht selten geschieht dies in Anlehnung an Yoga, Zen, etc. In den Untersuchungen hat sich gezeigt, dass sich Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. dieser Problematik bewusst war und er auf die kanonische Exegese rekurrierte, um Wissenschaft und Spiritualität wieder zueinander zu bringen.

Aus: Don Ralph Weimanns Bericht über das Jahrestreffen des Neuen Schülerkreises Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. Wie verstehe ich die Bibel richtig? Ratzinger Schülerkreis erörtert Exegese und Theologie.

Weiteres zum Thema auf kath-info.


1. Juni
Benedikts Stein des Anstoßes

Hier verteidige ich die Missbrauchsanalyse des emeritierten Papstes gegen Kritik und zeige, wie verlogen diese zum Teil ist.


1. Juni
Über die Notwendigkeit der Gnade

Zum morgigen Sonntag nach Christi Himmelfahrt kann ich zwei Predigten anbieten: Bewahre sie vor dem Bösen! und die Gabe des guten Willens.


1. Juni
Pierro Camaiani

Vor 500 Jahren, am 1. Juni 1519, wurde in Arezzo der Bischof und Nuntius Pierro Camaiani geboren. 1551 wurde er Nuntius am Kaiserhof, 1552 Bischof von Fiesole, 1554 Nuntius in Neapel, 1566 Bischof von Ascoli und Nuntius in Spanien. Er nahm an der dritten Tagungsperiode des Konzils von Trient teil und “widerstand mannhaft unzulässiger Beeinflussung durch Herzog Cosimo I.” Als Bischof von Ascoli setzte er sich “energisch für die tridentinische Reform ein” (Hubert Jedin im LThK, 2. Auflage). Am 27. März 1579 starb er in Ascoli Piceno.


31. Mai
Das Nahtoderlebnis von Hellmut Laun

Meine Predigt von gestern.


31. Mai
Benedikts Missbrauchsanalyse jetzt als Broschüre

Die Missbrauchsanalyse, die der emeritierte Papst Benedikt XVI. im April vorgelegt hat, ist jetzt - zusammen mit einem Vorwort von Albert Christian Sellner - unter dem Titel Ja, es gibt Sünde in der Kirche. Zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche als Broschüre im FE-Verlag erschienen.

Verbreiten Sie diese Broschüre!
Denn es gibt sicherlich viele Katholiken, die den Text nie gelesen haben, aber von der Kritik an ihm gehört und sich deshalb ein falsches Bild von ihm gemacht haben. Aufklärung tut not!


30. Mai
Schockenhoffs Frühling

Der Moraltheologe Prof. Eberhard Schockenhoff hat im März den deutschen Bischöfen einen Vortrag über die Reformbedürftigkeit der kirchlichen Morallehre gehalten. Auf dem MeinungsMacherBlog der Tagespost habe ich mir meine Gedanken darüber gemacht, was er wohl mit dem dadurch erhofften Frühling meint.


30. Mai
Weihe Spaniens

Vor 100 Jahren, am 30. Mai 1919, weihte König Alfons XIII. (1886-1931) Spanien dem heiligsten Herzen Jesu. Dies geschah auf dem Cerro de los Angelos (Engelshügel, siehe Bild) in Getafe, ca. 10 km südlich von Madrid. Dazu war eine 24 Meter hohe Herz-Jesu-Statue errichtet worden. Der König nahm die Weihe mit prachtvoller Feierlichkeit vor in Gegenwart aller spanischen Bischöfe und der höchsten Würdenträger des Reiches. 2009 wurde die Weihe von Kardinal Antonio M. Rouco Varela, dem Präsidenten der Spanischen Bischofskonferenz, in Gegenwart von etwa einem Dutzend weiterer Bischöfe am selben Ort erneuert. Am 2. Dezember 2018 hat das Bistum Getafe das Jubiläumsjahr zum 100. Jahrestag der Weihe eröffnet.


30. Mai
Felix Dobner

Vor 300 Jahren, am 30. Mai 1719, wurde in Prag der “Vater der neueren kritischen Geschichtsschreibung Böhmens” Felix Dobner geboren. 1736 trat er bei den Piaristen ein und erhielt den Namen Gelasius. “1752 errichtete Dobner die Ordensniederlassung mit Schule in Prag. Er machte sich verdient um das Schulwesen der Piaristen in Böhmen-Mähren” (LThK, 2. Auflage). Von Maria Theresia wurde er zum kaiserlich-königlichen Historiographen ernannt. Am 24. Mai 1790 starb er in Prag.


29. Mai
Raumfahrt der Herzen

Zum Fest Christi Himmelfahrt gibts auf Soundcloud zwei Predigten von mir: die Raumfahrt der Herzen (B16) und Ein Fest der Trauer?


29. Mai
Memoriale Domini

Vor 50 Jahren, am 29. Mai 1969, erlaubte Papst Paul VI. mit der Instruktion der Gottesdienstkongregation Memoriale Domini, unterschrieben von Benno Kardinal Gut und Annibale Bugnini, die Handkommunion.
Die Mundkommunion wurde als die ordentliche Form der Kommunionspendung nachdrücklich bekräftigt. Die Möglichkeit zur Handkommunion wurde nur dort und insofern erlaubt, wo sie sich schon eingebürgert hatte (im Ungehorsam, progressistisch "vorauseilender Gehorsam" genannt):
“Wenn aber irgendwo der entgegengesetzte Brauch, nämlich, die Heilige Kommunion in die Hand zu legen, schon überhand genommen hat, wird der Apostolische Stuhl, um den Bischofskonferenzen in der Erfüllung ihres pastoralen Amtes zu helfen unter Berücksichtigung der gegenwärtigen erschwerten Lage der Dinge, diesen Bischofskonferenzen die Last und den Auftrag erteilen, die besonderen Umstände – wenn solche vorhanden sind – zu erwägen, jedoch unter der Bedingung, dass jede Gefahr, sei es der Verringerung der Ehrfurcht, sei es des Einreißens falscher Meinungen von der Heiligsten Eucharistie, abgewehrt wird und unter der Bedingung sorgfältiger Beseitigung auch der übrigen Unzukömmlichkeiten.”

In Deutschland und anderen Ländern machten die Bischöfe von diesem Indult in solchem Maße Gebrauch, dass die Handkommunion schon bald als ordentliche Form erschien und bis heute erscheint. Als umgekehrt 1984 das Indult für die alte Liturgie herauskam, wurde es äußerst restriktiv angewandt oder gar boykottiert. Die einschränkenden Bedingungen wurden oft noch verschärft, während die Bedingungen, unter denen Paul VI. die Handkommunion erlaubte (siehe obiges Zitat), völlig ignoriert wurden.


28. Mai
Das Besondere der Krise

Cathwalk, der originelle katholische Blog mit Begeisterungsauftrag für das Schöne (“Ästheten aller Länder, vereinigt euch!”), hat gestern ein Interview mit mir veröffentlicht.


28. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt über das Fest, an dem wir den Himmel feiern, habe ich auf der Himmelsseite, meinen Podcast über die unter Atheisten höchst umstrittene Frage, ob ohne Gott die Moral eine Illusion sei, auf der Atheismusseite eingebettet. Für die englische Übersetzung meines Aufsatzes über die Liebe als Schlüssel zur Erkenntnis wurde eine eigene Seite erstellt.


27. Mai
Gaben des Geistes

Von P. Martin Ramm FSSP ist ein neues Büchlein über die sieben Gaben des Heiligen Geistes erschienen. Auf 240 Seiten erläutert es klar und verständlich den Glauben der Kirche an die dritte göttliche Person. Vom Heiligen Geist her wird ‚Christsein‘ definiert und im Hinblick auf die Herausforderungen der modernen Welt konkretisiert. In vielen praktischen Details zeigt es, wie Christsein ‚geht‘.
Mit einem kleinen Firmkatechismus im Anhang ist es besonders gut geeignet für Firmlinge, Firmpaten, Konvertiten und nicht zuletzt für Priester und Katecheten. Gegen eine freiwillige Spende kann es bei der Petrusbruderschaft bestellt werden.


27. Mai
Die eigentliche Bruchstelle der Polarisierung

Zunächst ist der Glaube unserer Kirche der Maßstab, der mich leitet. Ich halte beispielsweise die Inhalte unseres Katechismus für wahr, im Grunde alle – und zwar aus theologischer und philosophischer Überzeugung. Und ich habe bei meiner Bischofsweihe feierlich versprochen, eben diesen Glauben auch zu schützen und zu verteidigen. Und hier sind wir schon beim ersten Problem: Es gibt aus meiner Sicht eine breite Mehrheit innerhalb unserer Kirche und innerhalb unserer theologischen Wissenschaften, die den Katechismus für überaus problematisch halten. Und die ihre eigene theologische Identität nicht selten daraus ableiten, dass sie sich erst einmal kritisch davon distanzieren müssen, weil man vieles ja heute so nicht mehr sagen könne, man müsse sich hier kritisch weiter entwickeln. Ich halte aber genau das für problematisch, weil sich gerade hier, an der kirchlich gültigen Formulierung des Glaubens und dem Bekenntnis dazu schon die eigentliche Bruchstelle der Polarisierung anzeigt.

Aus der Predigt von Bischof Stefan Oster OSB anlässlich der Ausrufung der Maria-Hilf-Woche und des fünften Jahrestages seiner Bischofsweihe am 24. Mai 2019.


26. Mai
Das Zitat

Es gilt, eine Wahrheit zu finden, die Wahrheit für mich sein kann, die Idee zu finden, für die ich leben und sterben will.

Sören Kierkegaard


26. Mai
Theologischer Substanzverlust

Der niederländische Dirigent und Bach-Spezialist Ton “Koopman vermisst in den meisten Predigten eine intellektuell verantwortete Rechenschaft über den christlichen Glauben, die auch von dem im vergangenen Jahr verstorbenen Philosophen Robert Spaemann immer wieder angemahnt worden war. Spaemann, der sich als Intellektueller mit christlicher Verortung und scharfsinniger Kritiker des Zeitgeistes in den öffentlichen Diskurs einbrachte, konstatierte einen zunehmenden intellektuellen Substanzverlust in der Kirche.”

Aus: Béatrice Acklin Zimmermann, Den Kirchen gelingt es immer weniger, intellektuell anspruchsvolles Publikum anzusprechen, in: NZZ vom 19. April 2019


25. Mai
Das unterschätzte Geschenk

Eine Predigt zum morgigen 5. Sonntag nach Ostern


25. Mai
Vermisste Hellsichtigkeit

Robert Spaemann sei wegen seines Engagements gegen Euthanasie dort angekommen, “wogegen er sich in seinen Jugendjahren hellsichtig verwahrt hatte: bei der politischen Rechten", so schrieb die Frankfurter Rundschau in ihrem Nachruf zum Tode Spaemanns, unkommentiert und offensichtlich zustimmend zitiert von Information Philosophie (März 2019).
Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Wenn man sich heute gegen Euthanasie engagiert, also gegen etwas, was seinerzeit von den Nazis praktiziert wurde, gehört man zur politischen Rechten. Aber seien wir fair: Nicht nur das Engagement gegen Euthanasie ist unseren Freunden von FR und IP ein Dorn im Auge: Außer Euthanasie werden noch Abtreibung, Empfängnisverhütung und künstliche Befruchtung genannt. Aber das macht die Sache nicht besser. Denn in allen Fällen gehe es um eine Bedrohung der “Idee der menschlichen Person als ‘transzendentes Wesen.’”
Wer sich also für die Würde der menschlichen Person einsetzt, ist heute rechts. Allerdings hat nicht Spaemann sich gewandelt, sondern das politische Koordinatensystem. Das nicht zu durchschauen, ist gerade ein Mangel an jener Hellsichtigkeit, die sich Spaemann über all die Jahre hinweg bewahrt hat.


24. Mai
Viele Anlässe zum Protest

Nach wie vor werden weltweit Frauen unterdrückt: Mitgiftmorde, Ehrenmorde an Frauen, Witwenverbrennung, Mädchenabtreibung, Mädchentötung, Mädchenbeschneidung, Kinderheiraten, Polygamie, Haremskulturen, heute kommt dazu: Druck zur Abtreibung, Leihmutterschaft auf Bezahlung. Es gäbe viele Anlässe für katholische Frauenverbände, sich dagegen laut aufzulehnen. (...). Die Fakten der Frauenverachtung sprechen eine interreligiöse und interkulturelle Sprache. Es ist wesentlich das Christentum, das diese Gewohnheiten angreift und überhaupt die weibliche Würde gegen religiös unterbaute Herabwürdigung verteidigt.

Aus der empfehlenswerten Kritik von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz an Maria 2.0: Maria 3.0, in der Tagespost von gestern.

Zum Thema Frau und Christentum


24. Mai
Synodaler Weg am Kern vorbei

Eine vermeintliche Männerorganisation, die nur die eigene Institution schützen will, soll [gemäß der Meinung jener, die den Fall Wagner instrumentalisieren] abgelöst werden durch eine neue Kirche, die der Lebenswirklichkeit der Menschen von heute entspricht. Nur so ist es auch verstehen, dass einige deutsche Bischöfe den synodalen Weg, den die Bischofskonferenz nun beschreiten will, dazu nutzen wollen, Dinge umzusetzen, die mit dem Auslöser dieses Wegs, der Missbrauchskrise, zunächst einmal gar nichts zu tun haben: Die Weihe von Frauen, zunächst nur zu Diakoninnen, die Ausnahmen von der Zölibatsverpflichtung für Priester und die Neuausrichtung der katholischen Sexualmoral an den humanwissenschaftlichen Erkenntnissen der vergangenen Jahre berühren gar nicht den Kern der Missbrauchsseuche: die Verdunstung des Glaubens einhergehend mit einer Verlotterung des Gespürs für das moralisch Gebotene.

Aus: Guido Horst, Im Blickpunkt: Die Frage nach der Macht, in: Die Tagespost von gestern.


23. Mai
Wie sich die Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie blamiert

Paul Josef Kardinal Cordes hat in einem Tagespostartikel (Ausgabe vom 9. Mai) die Missbrauchsanalyse von Papst Benedikt XVI. gegen die Kritik der deutschen Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie verteidigt. Benedikt hatte als Folge der 68er die Normlosigkeit und den Wegbruch der “bisher geltenden Maßstäbe in Fragen der Sexualität” diagnostiziert. Cordes stellt heraus und zeigt, dass Benedikt in dieser Analyse mit zwei der “größten Repräsentanten der Soziologie” übereinstimme, mit Niklas Luhmann und Charles Taylor. Die Sicht der Fakten, die Benedikt vorlegt, nennt er weltoffen und realistisch, die von Breitsameter und Goertz unterzeichnete Kritik zimperlich, selbstversponnen und dünnhäutig. “Bestürzend erscheint schließlich die Tatsache, dass die Repräsentanten der katholischen Theologie nur Selbstverteidigung betreiben, bis zu Glaubensaussagen jedoch gar nicht erst vorstoßen.”


23. Mai
Priesterseminar ULF von Guadalupe

Vor 25 Jahren, am 23. Mai 1994, wurde das zweite Priesterseminar der Priesterbruderschaft St. Petrus errichtet, das amerikanische Priesterseminar Unserer Lieben Frau von Guadalupe.


22. Mai
Jahresranking 2018: Die Top 100

Fünfter Teil: Die Plätze 81 bis 100

Wie letztes Jahr gebe ich die 100 auf kath-info meistgelesenen Seiten des vorangegangenen Jahres in mehreren Schritten bekannt. In der rechten Spalte ist zu sehen, um wie viele Plätze der jeweilige Beitrag im Vergleich zum Vorjahr gestiegen oder gefallen ist.

Platz Jahresranking 2018
Die Top 100 von über 650 Seiten
Fünfter Teil: Die Plätze 81 bis 100
Verän-derung gegen-über dem Vorjahr
81

Scheeben: Das Mysterium der hl. Dreifaltigkeit, 2. Seite

+ 122
82

Über Christ in der Gegenwart

- 6
83

Grisar: Luther und der Ablassstreit

- 55
84

Josef Bordat: Peter Wusts Ungewißheit und Wagnis

- 10
85

W. Zimmer: Aufgabe des Priesters ist zu konsekrieren

+ 50
86

Gertrud von Le Fort: Die Letzte am Schafott

+ 12
87

B. Deneke: Erste Begegnung mit der "alten Messe"

+ 36
88

Andreas Hönisch

+ 162
89

Julius Bachem: Die preußische Kirchenpolitik bis z. 19. Jh.

+ 24
90

Johannes Paul II.: Ehe und Naturrecht

- 23
90

Hesse: Das Evangelium im Widerstreit der Theologen II

- 24
92

Sophie Scholl. Die letzten Tage

+ 77
92

Recktenwald: Die menschliche Handlung

+ 159
94

Piusbruderschaft, quo vadis?

- 30
95

Befreiungstheologie

- 31
96

Christa Meves: Die Mutter gehört zum Kind

+ 34
97

Walter Hoeres: Adorno oder der zweideutige Fortschritt

+ 3
98

Kirche 1111: Gescheiterte Reform

+ 4
99

Gender Mainstreaming

- 29
100

Beiträge zur Unauflöslichkeit der Ehe

- 38

Zu den Plätzen 1 bis 80 und zum Jahresranking 2017


21. Mai
Maria 1.0

Es hat sich eine alternative Frauenbewegung zu Maria 2.0 gebildet, die sich auf einer ansprechenden Website vorstellt.


21. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt über Maria mit einem kleinen Versuch zur Geschlechtertheologie habe ich auf der Frauenseite eingebettet. Die beiden Zitate von Kardinal Brandmüller und Stephan Schwarz über die Entmachtung der Bischöfe bzw. deren Überforderung finden sich auf der Bischofsseite (ganz unten). Die Würdigung Christoph von Schmids durch Petra Kehl zu seinem 250. Geburtstag habe ich einer anderen Biographie dazugesellt.


20. Mai
Führung statt Stuhlkreise

Der Kirchenstreik „Maria 2.0“ und der Reformdruck „von unten“ offenbaren ein falsches Kirchenverständnis. Dem haben die Bischöfe aber selbst Vorschub geleistet.

Von Oliver Maksan

Kirchenstreik „Maria 2.0“, „Reformen“ und Synodaler Weg: Dass die katholische Kirche in Deutschland von Woche zu Woche mehr aus den doktrinären Fugen gerät, ist ganz wesentlich die Verantwortung mehrerer Generationen von Bischöfen. Es ist Ausdruck eines kollektiven Führungsversagens, das sich seit Jahrzehnten aufgebaut hat. Hinhaltende Moderation und ängstliches Erwartungsmanagement statt mutiger Leitung und lehrmäßiger Weisung: Das rächt sich jetzt.

Schon mit der Königsteiner Erklärung 1968 versuchten die Vorgänger des jetzigen Episkopats, das Unvereinbare zu vereinbaren: die Orientierung am Lehramt mit der Orientierung am sich als aggiornamento präsentierenden Zeitgeist. Mit der Würzburger Synode in den siebziger Jahren vertiefte sich diese Tendenz des halbherzigen Kompromisses. Der Dialogprozess ab 2011 war der letzte Versuch, den Tiger zu reiten, das heißt den Reformdruck der organisierten „Basis“ durch Stuhlkreise und verständnisvolles Nicken – „Ich verstehe Ihre Wut und Enttäuschung“ – zu managen anstatt die Lehre der Kirche zu bezeugen, zu erklären und einzufordern. Anstatt die kirchliche Lehre etwa zur Frauenordination zu vertiefen, hieß es, die Frage stelle sich derzeit nicht, eine Weihe von Frauen sei im Moment nicht möglich, das Kirchenrecht lasse das nicht zu. Der Eindruck wurde erweckt, beim Nein des Lehramts zur Frauenordination handele es sich um eine positivistische Rechtssetzung – und nicht um eine vom Herrn selbst eingesetzte und darum verbindliche Praxis, die zudem ganz in der Logik der katholischen Anthropologie steht. Ähnlich beim Zölibat oder der Sexualmoral. Auf dieses „derzeit“ und „noch nicht möglich“ bauten die Reformer. Von einigen mutigen Bischöfen abgesehen wählten ganze Bischofsgenerationen diese Methode – sei es, weil sie das als den Weg des geringsten Widerstands sahen, sei es, weil sie insgeheim den Forderungen zustimmten, von „Rom“ her aber keine „Spielräume“ sahen.

Durch die Missbrauchskrise sieht der im Zentralkomitee der Katholiken institutionalisierte Reformflügel seine Stunde gekommen. Hamburgs Erzbischof Heße warb jetzt am Samstag vor dem Gremium um Zusammenarbeit auf dem Synodalen Weg: Wir Bischöfe kommen allein nicht weiter. Die Laienvertreter stimmten großmütig zu – wenn man sich auf Augenhöhe begegne und es zu konkreten Ergebnissen komme.

Dabei müssen alle ekklesiologischen Alarmglocken angehen. Der Geist von „Basis“ gegen Spitze ist mit der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Kirche nicht vereinbar. Das Volk Gottes ist nicht das Gegenüber zur Hierarchie. Auch die Bischöfe und der Papst gehören zum Gottesvolk, das hierarchisch verfasst durch die Geschichte pilgert. Wer es dieser Zeitung nicht glaubt, darf sich von einer Lektüre der Konzilskonstitution „Lumen gentium“ überzeugen lassen. Natürlich müssen Bischöfe und Laien reden. Beide eint die Sorge um die Kirche. Bischöfe und organisierte Laien begegnen einander hier aber nach dem Vorbild von Regierung und Opposition, Arbeitgebern und Gewerkschaft. Was in Demokratie und Wirtschaft Recht ist und Sinn macht, passt nicht zur Verfassung der katholischen Kirche. Lehrfragen wie die Frauenweihe und tiefgreifende Fragen der Praxis wie der Zölibat sind nicht Verhandlungsmasse wie Gesetzesentwürfe und Lohnfragen. In diesem Geist wird der Synodale Weg zur schiefen Ebene.

Als Leitartikel erschienen in der Tagespost vom 16. Mai 2019


19. Mai
Pietro Palazzini, „ein Gerechter unter den Völkern“

Von Ulrich Nersinger

Am 19. Mai 1912 wurde in Piobbico, in den italienischen Marken, Pietro Palazzini, eines der verdienstvollsten und angesehensten Mitglieder des Kardinalskollegiums, geboren. Der Purpurträger entstammte einfachen Verhältnissen; der Vater war Droschkenkutscher, die Mutter Schneiderin. Während seines Studiums im „Seminario Pio XI“ der Diözese Fano erhielt er ein Stipendium, mit dem er in das römische Priesterseminar wechselte und an der Päpstlichen Lateranuniversität die Kurse in Theologie und kirchlichem wie weltlichem Recht belegte. Er erwarb ausgezeichnete Doktorate in beiden Disziplinen. Nach einem Jahr als Vizedirektor des bischöflichen Seminars von Cagli wurde er nach Rom zurückberufen und bekleidete dort von 1942 bis 1945 das Amt eines Assistenten und Vizerektors des „Seminario Romano Maggiore“ beim Lateran.

1962 verlieh ihm Papst Johannes XXIII. die Würde eines Titularerzbischofs von Cäserea (Kappadozien); die Bischofsweihe spendete ihm einen Monat später der Heilige Vater höchstpersönlich. Pietro Palazzini übernahm zahlreiche wichtige Ämter an der Römischen Kurie. 1973 empfing er den Kardinalshut. Im Juni 1980 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Präfekten der Kongregation für die Heiligsprechungsverfahren. Beachtlich ist, was Palazzini auf wissenschaftlichem und publizistischem Gebiet leistete. Er war einer der Herausgeber des 12-bändigen hagiographischen Standardwerkes „Bibliotheca Sanctorum“ und Gründer der theologischen Zeitschrift „Studi Cattolici“.

1985 waren viele Katholiken überrascht, als sie erfuhren, dass der Kardinal mit der höchsten Ehrung bedacht wurde, die der Staat Israel an Nicht-Juden verleiht. Am 19. August 1953 war im israelischen Parlament, der Knesset, das „Gesetz zum Andenken an die Märtyrer und Helden – Yad Vashim“ verabschiedet worden. Mit ihm wurde die Gründung einer Holocaust- Gedenkstätte erwirkt, in der man der Opfer der Shoa, aber auch der Nichtjuden gedachte, die sich in dieser dämonischen Zeit als „gerecht“ erwiesen hatten. Eine hochrangige Kommission unter der Leitung des Obersten Gerichtshofes des Staates Israel verleiht an Menschen, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens Juden vor dem Tode bewahrten, den Titel „Gerechter unter den Völkern“.

Das, was in jüdischen Augen von todesverachtendem Mut, konsequentem Handeln und tiefer Menschlichkeit zeugte, hatte sich in den Jahren 1943 bis 1944 in Rom zugetragen, als Don Pietro Palazzini im Priesterseminar der Diözese des Papstes, dort die Ämter eines Assistenten und Vizerektors innehatte.

Über die Geschehnisse, die sich in der Zeit der deutschen Besatzung Roms in seiner Arbeitsstätte ereigneten, schwieg der Purpurträger zumeist. Erst 1995 konnte man ihn dazu bewegen, seine Erinnerungen aufzuschreiben; er gab ihnen die Überschrift „Il Clero e l’occupazione tedesca di Roma. Il ruolo del Seminario Romano Maggiore – Der Klerus und die deutsche Okkupation Roms. Die Rolle des römischen Priesterseminars“.

Viele Menschen, die um ihr Leben fürchten mussten, fanden im Vatikan, in dessen exterritorialen Besitzungen und in vielen katholischen Ordenshäusern Unterschlupf – die Order hierzu war aus dem Apostolischen Palast, von Papst Pius XII. höchstpersönlich, gekommen. Auch am Lateran richtete man sich auf einen Zustrom von Flüchtlingen ein. Die exterritoriale Zone bei der Bischofskirche des Papstes umfasste die Basilika, das Gebäude der „Scala Santa“ (Heilige Stiege), den Apostolischen Palast, die Residenzen der Kanoniker und Beichtväter, die Universität und das römische Priesterseminar. Jeder, der in der exterritorialen Zone des Laterans Zuflucht fand, hatte eine Erklärung zu unterzeichnen: Er versprach die Neutralität des Vatikanstaates zu respektieren und nichts zu unternehmen, was dieser Neutralität hätte schaden können.

Oft war es Pietro Palazzini, der gefährdete Personen in den sicheren Lateran brachte. In der zweiten Septemberhälfte des Jahres 1943 bat ihn der Rektor, die Wohnung eines Geistlichen in der Via Cernai, Nr. 14, aufzusuchen. Dort befände sich eine Person, die so schnell wie möglich in Sicherheit gebracht werden müsse. Im Haus von Monsignore Barbieri, einem Beamten der römischen Kurie, traf er auf seinen Schutzbefohlenen. Der Unbekannte setzte sofort eine Sonnenbrille auf; dann verließen sie das Haus. Da ihnen kein Auto zur Verfügung stand, fuhren sie mit der Linie 16 der römischen Straßenbahn in Richtung Lateran. Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle, sodass Palazzini seinen Begleiter bald zu seinem Zimmer im Seminar führen konnte. Der Neuzugang war kein Geringerer als der italienische Sozialistenführer Pietro Nenni.

Noch viele andere Personen, die später im italienischen Staat an entscheidender Stelle Verantwortung übernahmen, sollten im Seminar Aufnahme finden. Ein weiterer berühmter Politiker war „Porta“. Er hatte sich so genannt, weil an seiner Zimmertür immer noch der Name des Seminaristen, der hier seine Kammer gehabt hatte, stand: Don Alfonso Porta. Hinter dem Pseudonym verbarg sich Alcide De Gasperi, der Mitbegründer der „Democrazia Cristiana“, der Christdemokratischen Partei.

Und fast die gesamte Führungsgruppe des „Comitato Liberazione Nazionale – C.L.N.“ (Komitee zur Nationalen Befreiung), an ihrer Spitze der ehemalige Ministerpräsident Italiens, Ivanoe Bonomi, lebte im römischen Priesterseminar.

Ein Blick auf die Berufe der Personen, die Unterschlupf im römischen Seminar fanden, zeigte ein breites soziales Spektrum: im Hause befanden sich Ex-Minister und Angehörige des Adels, Senatoren, Generäle und einfache Soldaten, Professoren und Studenten, Ärzte, Ingenieure, Unternehmer, Kaufleute, Angestellte und Arbeiter. Im Seminar selbst fanden 200 Verfolgte Zuflucht, auf dem gesamten Gebiet der exterritorialen Zone des Laterans waren es 1068 Menschen. Palazzinis besondere Sorge galt den jüdischen Mitbürgern, denen er im römischen Priesterseminar eine sichere Heimstätte gegeben hatte. Diese Mitmenschen mosaischen Bekenntnisses waren aber nicht die einzigen ihres Volkes, die ihr Leben Pietro Palazzini zu verdanken hatten. Über weitere Namen und die nicht ungefährlichen Aktionen zur Rettung von Juden schwieg der Kardinal beharrlich. Aber es dürften sehr viele mehr gewesen sein, die dank seiner Bemühungen der Folter in der Via Tasso, dem Sitz der Gestapo und des SD, entgingen und denen der Weg in die Todeskammern der Konzentrationslager erspart blieb.

Zu einer nicht abzuschätzenden Gefahr für die exterritoriale Zone des Laterans wurde der unfreiwillige Aufenthalt einer der wichtigsten Personen des italienischen Widerstands. General Roberto Bencivenga hatte sich in den Lateran begeben, um zu einem kurzen Gespräch mit Ivanoe Bonomi zusammenzutreffen.

Beim Verlassen des Seminars rutschte er auf dem glatten Marmorboden aus; er fiel so unglücklich, dass er sich den Oberschenkel brach. Den General in ein Krankenhaus zu bringen, ohne dass er Gefahr lief, in die Hände der Nazis zu fallen, schien unmöglich. Palazzini entschied sich spontan, den General im Seminar zu verstecken und ihn dort behandeln zu lassen.

Auch in eine weitere gefährliche Situation war Palazzini persönlich involviert (später betrachtete er sie eher mit einer gewissen Heiterkeit). Pietro Nenni hatte im Seminar begonnen, die Geschichte der Sozialistischen Partei zu schreiben. Bevor er das Seminar aus Sicherheitsgründen verließ, übergab er seine Aufzeichnungen Palazzini. Der Priester wollte in diesen unsicheren Tagen die Blätter nicht im Hause deponieren. Er überlegte, wo er das Manuskript verstecken könnte. Er ging dann in den großen Verschlag, in dem Kühe und Schweine zur Versorgung des Laterans untergebracht waren; dort schob er es provisorisch zwischen die Strohballen.

Die folgende Zeit war so ereignisreich, dass er auf Nennis Niederschrift vergaß. Eines Tages kam der Kuhhirte zu ihm, vor Aufregung am ganzen Leib zitternd. Als er die Tiere mit Stroh füttern wollte, hatte er das Manuskript gefunden und auf dem Titelblatt den Namen Nennis gelesen. Die Person, zu der er am meisten Vertrauen hatte, war Palazzini, und so ging er mit seinem brisanten Fund zu ihm. Zur Erleichterung des Priesters sprach der verängstigte Kuhhirte mit niemandem über die Angelegenheit. Am 5. Juni 1944 ließ Palazzini das Manuskript seinem Besitzer wieder zukommen.

Viele, denen das „Seminario Maggiore Romano“ Zuflucht geboten hatte, vergaßen nach der Befreiung Roms ihre Wohltäter nicht. Das Seminar erhielt schon in den Tagen, die auf den 4. Juni 1944 folgten, eine Reihe von Dankesschreiben; unter diesen befanden sich Briefe von Alcide De Gasperi, Roberto Bencivenga und Pietro Nenni. Pietro Palazzini und viele andere Priester der Ewigen Stadt waren keine Männer, die Ehre suchten. Das, was sie taten, empfanden sie als selbstverständlich.

Es kam ihnen nicht in den Sinn, in ihrem Handeln etwas anderes zu sehen, als das, was von ihnen als Christ und Priester gefordert war. Von all diesen stillen Helden war immer nur zu hören: „Wir haben doch nur unsere Pflicht getan!“

Es handelt sich bei diesem Text um ein Kapitel aus dem gerade erschienenen, empfehlenswerten Buch
Ulrich Nersinger, Sitting Bull und der Papst, Kurioses aus päpstlichen Gefilden, 208 Seiten, Verlag Petra Kehl 2019.


19. Mai
Nicolas Tuite de MacCarthy

Vor 250 Jahren, am 19. Mai 1769, wurde in Dublin der Prediger Nicolas Tuite de MacCarthy SJ geboren.1814 zum Priester geweiht, trat er 1818 in die Gesellschaft Jesu ein und predigte seit 1819 in den größten Städten Frankreichs, später auch in Rom und Turin. “In seiner rednerischen Begabung J.-B. Bossuet und J. Massillon fast ebenbürtig, erreichte er nicht deren Form und Ausdruckskraft” (LThK, 2. Auflage). Am 3. Mai 1833 starb er in Annecy.


19. Mai
Sünde, Gerechtigkeit, Gericht

Eine Predigt zum 4. Sonntag nach Ostern


5. Mai
Die Rose, von der wir leben

Meine Predigt von heute


5. Mai
Johannes von Avila

Vor 450 Jahren, am 10. Mai 1569, starb in Montilla bei Córdoba im Alter von 69 Jahren der hl. Johannes von Avila, der Apostel Andalusiens. Durch seine Predigten bekehrte er den hl. Johannes von Gott und den hl. Franz von Borja. 1894 wurde er selig-, 1970 heiliggesprochen, 2012 zum Kirchenlehrer erhoben. Aus einem seiner Briefe: “O Jesus, auf dem Kreuz hast du mich gesucht; du hast mich gefunden, du hast mich umhegt, befreit und geliebt, indem du dein Leben und dein Blut in den Händen grausamer Henker für mich hingegeben hast. Ich werde dich auch auf dem Kreuz suchen. Da werde ich dich finden. Du wirst mich umhegen und von mir selbst befreien, mich, der ich deiner Liebe im Wege stehe, in der doch mein Heil liegt.”


5. Mai
Gottesdienstkongregation

Vor 50 Jahren, am 8. Mai 1969, wurde mit der Apostolischen Konstitution Sacra Rituum Congregatio die Gottesdienstkongregation errichtet.


4. Mai
Das Kennen des Hirten

Morgen ist der Gute-Hirte-Sonntag. Dazu kann ich eine Predigt anbieten.


4. Mai
Ins Schwarze getroffen

Dass Papst Benedikt XVI. mit seinem Schreiben zum Skandal des sexuellen Missbrauchs ins Schwarze getroffen hat, sieht man an den heftigen polemischen Reaktionen, die dem emeritierten Papst vorwerfen, die Wirklichkeit nur „verzerrt“ wahrzunehmen und von ganz und gar „falschen Annahmen“ auszugehen, um in zynischer Manier über die nicht zu leugnenden ethischen Fortschritte der Gesellschaft zu urteilen und in einen „rigiden Moralismus“ zurückzufallen. Dabei hat der emeritierte Papst allein durch sein Alter einen breiteren Lebenshorizont als seine Kritiker, die ihn die gesellschaftlichen Veränderungen viel besser aus eigener Erfahrung beurteilen lassen. (...) Und schließlich – und das ist das einzigartig Wertvolle an diesem mit dem Segen von Papst Franziskus veröffentlichtem Schreiben –: Benedikt XVI. ist mit einem klaren analytischen Verstand begabt, der es ihm erlaubt, verschiedene theologische Methoden gegeneinander abzuwägen, miteinander ins Gespräch zu bringen und anhand ihrer Ergebnisse zu werten.

Aus: Pater Wolfgang Buchmüller OCIST, Klares Denken, klare Sprache. Ein trüber Spiegel wartet darauf, poliert zu werden: Eine Würdigung des Schreibens von Papst Benedikt XVI. zur Missbrauchskrise, in: Tagespost vom 2. Mai 2019


3. Mai
Priorität

Regina Einig: Konnten Sie mit dem emeritierten Papst darüber sprechen?
Hans Zollner SJ: Er [Benedikt XVI.] hat mir im Juli letzten Jahres gesagt: Es war für ihn als Präfekt der Glaubenskongregation erschütternd, nicht nur mit den Fällen konfrontiert zu werden, sondern auch zu sehen, dass die Antwort von anderen römischen Behörden wie auch von Bischöfen so zögerlich, so inkonsistent war. Das hat ihn Ende der 90er beziehungsweise Anfang der 2000er Jahre dazu gebracht, diesem Thema auch für sich selber eine große Priorität zu geben und es 2002 unter die Verantwortlichkeit der Glaubenskongregation zu ziehen.

Aus einem Interview der Tagespost (Ausgabe vom 2. Mai 2019) mit Hans Zollner SJ, dem Leiter des Kinderschutzzentrums „Centre for Child Protection“ an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und Mitglied der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen.

Weitere Infos zum Thema


2. Mai
Wofür kämpfen Christen?

Niemand kämpft, dazu noch im Namen des Herrn, für mehr Mitbestimmung in Gremien, für mehr Partizipation und Machtbeteiligung in einer postmodernen Bürokratie. Die Kirche braucht die Weltchristen als Zeugen des Herrn, auf eine ganz alltägliche Weise in ihrem Alltag seelsorglich tätige Menschen – zu denen selbstverständlich Frauen wie Männer gehören, die mitfühlend und in der Freude des Herrn den Glauben weitertragen, Menschen, die durch ihre Lebensweise Zeugnis geben für Christus und für Seine Kirche – in der Familie, unter Freunden, in der Arbeitswelt und in der Freizeit –, ohne nach irgendeinem Amt zu streben.

Aus: Thorsten Paprotny, Frauen an die Macht?


2. Mai
Leonardo da Vinci

Vor 500 Jahren, am 2. Mai 1519, starb auf Schloss Cloux bei Amboise im Alter von 67 Jahren der “homo universalis der italienischen Renaissance”, der Maler, Zeichner, Biologe, Geologe, Physiker, Architekt, Bildhauer und Musiker Leonardo da Vinci. “Geistesgeschichtlich steht Leonardo da Vinci mit seiner Hinwendung zum Experiment und zur Naturbeobachtung bei gleichzeitiger Verwurzelung in scholastischen Gedankengängen an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit” (LThK, 2. Auflage).


1. Mai
Das Zitat

Wie die Mutter sich freut, wenn sie das erste Lächeln ihres Kindes bemerkt, so freut sich Gott jedesmal, wenn er vom Himmel sieht, dass ein Sünder sich vor ihm aus vollem Herzen zum Gebet beugt.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski


1. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

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Meine beiden Kommentare Demagogische Mission und Wenn der Inhalt stört zur verräterischen Kritik am "Mission Manifest" habe ich auf einer eigenen Seite untergebracht. Meine Predigt über die Raumfahrt des Herzens ist auf der Seite mit Prosingers biblischem Streifzug eingebettet. Das schöne, vernünftige Zitat Ratzingers über das Verhältnis zwischen Schönheit und Vernunft findet sich bei Haaland Matlárys Vernunft und Tyrannei der Mehrheit.


30. April
Klerikaler Selbstbetrug

Es trifft sich, dass ich seit der Veröffentlichung meines Buchs „The Courage To Be Catholic: Crisis, Reform, and the Future of the Church“ im Jahr 2002 genauso argumentiere [wie Benedikt XVI. in seiner Missbrauchsanalyse vom April]. Im Buch vertrete ich die These, dass der klerikale Selbstbetrug und Schwindel, der mit der verbreiteten Ablehnung der 1968 veröffentlichten Enzyklika „Humanae vitae“ von Papst Paul VI. einherging, ein Umfeld schaffte, in dem sich missbräuchliches Verhalten ausbreiten konnte. Männer, die sich selbst einredeten, nicht glauben oder lehren zu müssen, was die Kirche als wahr erachtete – insbesondere zur Ethik der menschlichen Liebe –, waren besonders anfällig für die Flutwelle der sexuellen Revolution. Und in kurzer Zeit führte eine falsche Denkweise zu falschem Verhalten und Missbrauch. Dass die Priesterseminare in dieser Zeit eine intellektuelle und lehramtliche Kernschmelze durchmachten, verstärkte die Krise. Genauso wie das Versagen Roms, angesichts der offensichtlichen Uneinigkeit für Disziplin innerhalb der Kirche zu sorgen.

Aus: George Weigel, Diener der Kirche. Die Ratzinger-Analyse der Missbrauchskrise hat giftige Reaktionen hervorgerufen, aber keine ernstzunehmende Alternative, in: Tagespost vom 25. April 2019.


29. April
Die schönste Aufgabe für die Frauen

Meine Predigt vom Ostersonntag


29. April
Pio Campidelli

Vor 150 Jahren, am 29. April 1869, wurde in Trebbio der selige Pio Campidelli geboren. 1882 trat er bei den Passionisten ein und erhielt den Namen Pio vom heiligen Aloisius. Am 2. November 1889 starb er an Tuberkulose. Er opferte sein Leben für die Kirche, den Papst, für die Bekehrung der Sünder und für seine Heimat. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 17. November 1985 selig.


28. April
Ungebändigter Eros

Dabei war es gerade Benedikt, der in seiner Enzyklika „Deus caritas est“ in mutiger Weise von der positiven Bedeutung des Eros als göttlicher Macht geschrieben hat, die aus der Enge des menschlichen Daseins führen kann – aber ohne die integrierende Kraft der Caritas „ist der trunkene, zuchtlose Eros nicht Aufstieg, ,Ekstase‘ zum Göttlichen hin, sondern Absturz des Menschen“ (Nr.4). Wie verhält sich die Kirche angesichts dieses Absturzes des Menschen? In den ersten Jahrhunderten bildete sie eine Gegen-Gesellschaft in der konsequenten Bereitschaft zum Martyrium: „Lieber sterben als sündigen“ (hl. Maria Goretti). Die römischen Märtyrerjungfrauen waren Leuchttürme einer wahren Befreiung, da der ungebändigte Eros vor allem die Frauen versklavte, ausgeliefert den Zwangsheiraten der vornehmen Familien und der Willkürherrschaft der Männer.

Aus: Franz Prosinger, Striet vs. Benedikt, in: Tagespost vom 25. April 2019. Prosinger weist die Kritik Striets an Papst Benedikt zurück, zeigt überzeugend, wie Magnus Striet das biblische Gottesbild und die dadurch mögliche Befreiung verrät, und meint: “Wer in diesen philosophisch und theologisch wirren Zeiten den Zugang zum biblischen Gottesglauben verloren hat, sollte von Niemandem verurteilt werden. Aber er sollte sich freiwillig aus der kirchlichen Lehrtätigkeit und Verkündigung zurückziehen, oder andernfalls zurückgezogen werden.”


28. April
Maria Antonia Bendrés y Elósegui

Vor 100 Jahren, am 27. April 1919, starb in Salamanca im Alter von 21 Jahren Maria Antonia Bendrés y Elósegui FI. 1915 trat sie in die Kongregation der Töchter Jesu ein. Sie starb an einer schweren Krankheit. Durch ihre heroische Geduld und ihr frohes Sterben bekehrte sie den berühmten Schriftsteller und Philosophen Miguel de Unamuno, der Zeuge ihres Sterbens wurde. Eines ihrer letzten Worte lautete: “Das ist Sterben? Wie schön es doch ist, im Ordensstand zu sterben! Ich spüre, dass die Gottesmutter an meiner Seite ist, dass Jesus mich liebt und ich Ihn liebe.”


22. April
Ist das noch die Kirche?

Mein neuester Podcast über eine Frage, die angesichts der Aufdeckung der furchtbaren Missbrauchsverbrechen viele gläubige Katholiken bewegt: Kann ich noch an die Kirche glauben?


22. April
Die Missbrauchssünden und der Mainstream der deutschen Moraltheologie

Ich möchte aus gegebenem Anlass auf meinen Aufsatz hinweisen, im Vatican-Magazin 2010 (dem Jahr der ersten Aufdeckungswelle der kirchlichen Missbrauchsskandale in Deutschland) veröffentlicht, in dem ich die Rolle der modernen Moraltheologie in diesem Zusammenhang analysiert habe. Diese Analyse deckt sich weitgehend mit der von Papst Benedikt, die entsprechend allergische Reaktionen von theologischer Seite ausgelöst hat (siehe dazu auch die verlinkten Beiträge unter dem Datum vom 18. und 20. April).


22. April
Harry Wu

Vor drei Jahren, am 26. April 2016, starb in Honduras im Alter von 79 Jahren der chinesische katholische Menschenrechtsaktivist Harry Wu. Ab 1960 verbrachte er 19 Jahre in chinesischen Arbeitslagern. 1985 konnte er in die USA emigrieren. Seinen erschütternden Lebenslauf schilderte er in seiner Autobiographie Donner der Nacht, die wir hier auf kath-info bereits vorgestellt haben.


22. April
Archangelus Tadini

Vor zehn Jahren, am 26. April 2009, wurde Archangelus Tadini (1846-1912) heiliggesprochen. 1870 zum Priester geweiht, wirkte er im Geist der Sozialenzyklika Rerum Novarum und gründete die Kongregation der Arbeiterinnen des Heiligen Hauses von Nazareth.


22. April
Giacomo Nacchiante

Vor 450 Jahren, am 25. April 1569, starb in Chioggia der Theologe Giacomo Nacchiante OP. Als Bischof von Chioggia nahm er am Konzil von Trient teil. Seine Werke “erwarben ihm den Ruf eines hervorragenden Dogmatikers und Philosophen” (LThK, 1. Auflage).


21. April
Gianna Beretta Molla

Vor 25 Jahren, am 24. April 1994, wurde Gianna Beretta Molla (1922-1962) seliggesprochen. Als sie schwanger wurde und Komplikationen auftraten, bestimmte sie, dass die Rettung des Lebens ihres Kindes Vorrang haben müsse vor ihrem eigenen Leben: “Wenn ihr entscheiden müsst zwischen mir und dem Kind, keine Aufregung: wählt - und dies verlange ich - das Kind. Rettet das Kind!”. Am 21. April 1962 brachte sie ihre Tochter Gianna Emmanuela zur Welt, während sie selber eine Woche später mit den Worten starb: “Jesus ich liebe dich.” Die Heiligsprechung folgte am 16. Mai 2004.


21. April
Klaus Gamber

Vor 100 Jahren, am 23. April 1919, wurde in Ludwigshafen der Liturgiewissenschaftler Klaus Gamber, einer der kompetentesten Kritiker der Liturgiereform, geboren.


20. April
Predigten zum Ostergeheimnis

Für Ostern kann ich drei Predigten anbieten: Die doppelte Auferstehung, Brannte nicht unser Herz? und Erlösung ist wie Fußball.


20. April
Epigonen ohne Scharfsinn

Benedikt XVI. zeigt in seinem Schreiben, wie diese „neue Moral“ des Konsequentialismus in die damalige Moraltheologie eindringen konnte und verweist dabei vor allem auf die Arbeiten des Jesuiten Bruno Schüller, dessen Schüler R. Ginters die Abkehr von der klassischen katholischen Naturrechtslehre mit folgenden Worten besiegelt: „Ein Tun und Lassen ist damit als sittlich zu bezeichnen, wenn es - bei unparteiischem Urteil - mehr Gutes und weniger Übel zur Folge hat als jede mögliche Handlungsalternative.“ Ich behaupte nun, dass Sie und die aktuelle Moraltheologie diese Auffassung größtenteils übernommen haben, ohne allerdings mehr über das begriffliche Repertoire und den philosophischen Scharfsinn eines Bruno Schüler zu verfügen.

Aus: "Getroffene Hunde bellen": Offener Brief von Martin Hähnel an die Moraltheologie in Deutschland, CNA vom 19. April 2019. Hähnel zeigt, wie Benedikt XVI. den entscheidenden Nerv heutiger Moraltheologie getroffen hat, nämlich die Leugnung in sich schlechter Handlungen. Seine Ausführungen decken sich mit meinem Aufsatz von 2010 über den Zusammenhang dieses Irrwegs mit den Missbrauchsskandalen.


20. April
Wohlfühlbücher statt Schwarzbrot

Unterdessen geht die gesellschaftliche Irrelevanz des Protestantismus, der sich höchstens noch in gewissen Gedenkjahren oder bei Kirchentagen Gehör zu verschaffen vermag, einher mit der Kompromittierung dessen, was dem Katholizismus heilig ist. Statt dem Schwarzbrot kirchlich-theologischer Lehre werden heute leicht konsumierbare Wohlfühlbücher von Margot Käßmann und Anselm Grün verabreicht.

Aus: Uwe Rauschelbach, Menschsein mit Sinn, in: Mannheimer Morgen von heute


20. April
Endloser Kampf

Dieser kircheninterne Kampf wird kein Ende mehr finden. Er tobt im westlichen Kulturkreis seit mindestens fünfzig Jahren und wird auf wechselnden Schauplätzen ausgetragen: Verhütung, Schwangerenkonfliktberatung, Frauenweihe, Zölibat, Homosexualität, jetzt die Lehren aus dem Missbrauch – die Liste ist lang und wird immer länger. An künftigen Konfliktfeldern wird kein Mangel sein. Stets aber geht es eigentlich um das Verhältnis der Kirche zur Welt.

So schreibt Oliver Maksan in der zur Orientierung in heutiger Zeit unentbehrlichen Tagespost (Ausgabe vom 18. April 2019: Osterglaube als Kompass).
Dem kann man nur zustimmen. Er trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt, dass der Kampf kein Ende finden wird. Alle Zugeständnisse, die die Kirche den Reformkräften gemacht hat, angefangen von der Liturgiereform, die Einführung der Handkommunion, die Einführung von weiblichen Ministranten über die Reform des Kirchenrechts bis hin zu heutigen Lockerungen der Bedingungen des Kommunionempfangs oder der kirchlichen Morallehre, haben die Reformgelüste nicht etwa befriedigt, sondern ins Unermessliche steigern lassen, bis hin zu solchen entlarvenden Formulierungen, dass die Kirche neu erfunden werden müsse (und das ironischerweise in Bezug auf die bereits 50 Jahre alte nachkonziliare Kirche!).
In einem Punkt würde ich allerdings die Diagnose Maksans noch erweitern. “Das Verhältnis der Kirche zur Welt”? Das ist noch zu kurz gegriffen. Es geht um das Verständnis von Kirche selber, es geht um den Glauben überhaupt. Zentrale Glaubenswahrheiten wie die Menschwerdung Gottes, die Gottheit Jesu Christi, seine leibliche Auferstehung, die Einsetzung der Kirche durch Christus, die übernatürliche Wirksamkeit der Sakramente, die wahre Gegenwart des Herrn in der Eucharistie, der Opfercharakter der hl. Messe, die Einsetzung des Priestertums, ja sogar die Existenz Gottes: Es gibt keine Glaubenswahrheit, die nicht von Theologieprofessoren geleugnet wird. Man kann sich mit Recht fragen, ab der Leugnung welcher Glaubenswahrheit der Häretiker sogar ein Apostat wird. Georg May spricht in seinem neuesten, faktenreichen Buch mit Recht von ungläubiger Theologie. Die von Maksan genannten Streitthemen sind nur Stellvertreterthemen. Die Masken fallen, wenn Initiativen wie das Mission Manifest bekämpft werden, denen es nicht um diese speziellen Streitthemen geht, sondern um die Bekehrung zu Gott überhaupt.


20. April
Jean Ousset

Vor 25 Jahren, am 20. April 1994, starb in Paris im Alter von 79 Jahren Jean Ousset. Der gebürtige Portugiese gründete 1946 in Paris zusammen mit Denis Demarque und Jean Masson die Cité catholique, in der sich Laien zum Aufbau einer christlichen Gesellschaftsordnung engagieren. Er veranstaltete Kongresse, an denen z.B. Gustave Thibon und Jean Madiran mitwirkten. Eines seiner Hauptwerke wurde auch ins Deutsche übersetzt: Aktion. Die Praxis der christlichen Gesellschaftslehre.


19. April
„Wer mich sieht, sieht den Vater“ (Joh 14,9): Der Gnadenstuhl

Von Franz Prosinger

Mit dem Wort „Gnadenthron“ übersetzt Martin Luther die Deckplatte auf der Bundeslade (hebr. kapporæt), die der Versühnung des Volkes Israel dienen sollte. Auf sie sprengte der Hohepriester am großen Versöhnungstag das Blut des für den Herrn erwählten und dargebrachten Opfertieres (wohlgemerkt: nicht das des sogenannten Sündenbocks, der als unreines Tier dem Dämon in der Wüste überlassen wurde). Die griechische Bibel setzt dafür den Ausdruck „Sühnopferstätte“ (hilasêtrion) und der hl. Paulus verwendet denselben Ausdruck in Röm 3,25: „Gott (Vater) hat ihn (Jesus Christus) vorgesetzt hat als Sühnopferstätte mit Hilfe des Glaubens in seinem Blut zum Aufweis seiner Gerechtigkeit auf Grund des Nachlasses der zuvor geschehenen Sünden“. Martin Luther übersetzt hier mit „Gnadenstuhl“. Im Unterschied etwa zur Bergpredigt, wo „Gerechtigkeit“ das meint, was wir Gott schulden, spricht Paulus von der „Gottesgerechtigkeit“ als der Rechtfertigung, die von Gott ausgeht (Röm 3,21-26). Diese ist zwar geschenkt und nicht erworben (3,24), will aber durch einen mitwirkenden Glauben angeeignet werden (3,22.25), so dass derjenige, der im Glauben an den Sohn Gottes lebt, „der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat“, mit Christus vollkommen gekreuzigt ist: „So lebe also nicht mehr ich, vielmehr lebt Christus in mir“ (Gal 2,19-20).

Die „Aussetzung“ des Gekreuzigten als „Gnadenstuhl“ bzw. Sühnopferstätte erinnert an das Prophetenwort: „Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben“ (Sach 12,10). Der Evangelist Johannes bezieht dies...
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19. April
Ehrfurcht, Klarheit, Freude

Regina Einig: Was suchen die Menschen, die in Personalgemeinden kommen, in denen die alte Messe gefeiert wird? Wie finden die Menschen zu Ihnen?

P. Martin Ramm FSSP: Man sucht den authentischen katholischen Glauben. Man sucht die Ehrfurcht und die Erfahrung des Heiligen. Man sucht Klarheit und Orientierung in Gewissensfragen. Man findet Freude an der zeitlosen Schönheit und spirituellen Erhabenheit des gregorianischen Chorals. Man sucht den Priester als geistlichen Begleiter und Beichtvater. In meiner Pfarrei in Zürich treffen sich Menschen aus allen sozialen Schichten und von unterschiedlichster Herkunft...

Aus einem ganzseitigen Interview der Tagespost mit P. Martin Ramm FSSP, dem Bischofsvikar für den überlieferten Ritus im Bistum Chur. P. Ramm wurde 1996 in Wigratzbad zum Priester geweiht.


19. April
Der Held von Paris

Kath.net berichtet über den mutigen Einsatz von Jean-Marc Fournier, dem Hauptkaplan der Pariser Feuerwehr, der das Allerheiligste und die Dornenkrone Jesu aus der brennenden Kathedrale Notre Dame in Paris gerettet hatte.
Hinzuzufügen wäre, dass Fournier ein ehemaliges Mitglied der Priesterbruderschaft St. Petrus ist. Er hat seine Ausbildung in unserem Priesterseminar in Wigratzbad erhalten, wurde 1994 zum Priester geweiht und blieb dann Mitglied der Priesterbruderschaft bis ca. 2010, bevor er sich im Frieden von uns trennte.


19. April
Else Michaelis

Vor 100 Jahren, am 19. April 1919, ließ sich die Jüdin Else Michaelis (1889-1942) taufen. 1928 trat sie in Trier bei den Josefsschwestern ein und bekam den Ordensnamen Schwester Mirjam CSSJ. Am 2. August 1942 wurde sie von den Nazis verhaftet und zusammen mit der hl. Edith Stein und anderen konvertierten Juden nach Auschwitz gebracht, wo sie am 9. August ermordet wurde.


19. April
Michael Triegel

Vor fünf Jahren, am 19. April 2014, in der Osternacht, wurde der Künstler Michael Triegel im Alter von 45 Jahren in der Dresdner Hofkirche von Bischof Heiner Koch getauft. Er war bekannt geworden durch sein Bild Papst Benedikts XVI. Als er diesen portraitierte, war er noch Atheist.


18. April
Wer wirft hier Steine?

Auf CNA habe ich die Kritik der deutschen Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie an Papst Benedikt kritisiert. Eine ausführlichere Auseinandersetzung mit Benedikts Analyse und seinen Kritikern folgt in der Juni-Ausgabe des Informationsblatts der Priesterbruderschaft St. Petrus.


18. April
James V. Schall

Gestern starb in Kalifornien im Alter von 91 Jahren der Philosoph James V. Schall SJ. Aus einem Nachruf:
“The culture is ‘rejecting heavenly answers and replacing them with human answers,’ he said. ‘A will is leading you, and it says there is something wrong with being human. That goes back to the whole drama of the Fall’ of Man, in the Garden of Eden. ‘C.S. Lewis says the ultimate sin, the ultimate disorder, is to say what is good is bad, what is bad is good.’”


18. April
Ignatius Choukrallah Maloyan

Vor 150 Jahren, am 18. April 1869, wurde in Mardin (Mesopotamien, damals zum Osmanischen Reich gehörend, jetzt Türkei) der selige Ignatius Choukrallah Maloyan geboren, den Dr. Stephan Koster bereits früher auf kath-info vorgestellt hat.


17. April
Verkehrte Abkehr

Statt der Abwendung von der Sünde erfolgt die Abkehr vom Sakrament der Buße und von der gültigen Lehre der Kirche aller Zeiten und Orte.

Aus: Thorsten Paprotny, Vater Benedikt – Eine Würdigung zum 92. Geburtstag, auf CNA veröffentlicht am 16. April 2019.


17. April
Theodorus Petrejus

Vor 450 Jahren, am 17. April 1569, wurde in der Provinz Oberyssel (die ab 1580 zur Republik der Vereinigten Niederlande gehörte) Theodorus Petrejus OCarth geboren. Er “entwickelte als Bibliothekar der Kölner Kartause eine reiche, zumeist kompilatorische Schriftsteller- und eine umfangreiche Übersetzertätigkeit” (LThK, 2. Auflage). Am 24. April 1640 starb er in Köln.


17. April
Studie bestätigt Papst Benedikt

Auch eine 2011 vom John Jay College of Criminal Justice in New York, der einzigen US-Hochschule für Kriminologie, veröffentlichte Studie zu Vergehen in katholischen Einrichtungen ergab: „Die Mehrzahl der Mißbrauchsfälle geschah in den 1960er und 1970er Jahren“. Ganz nebenbei machte auch diese Studie die damaligen „gesellschaftlichen Umbrüche“ dafür verantwortlich.

Aus: Michael Hesemann, Wir brauchen heilige Priester!, auf kath.net vom 16. April 2019


16. April
Christus in der Gewalt seiner Feinde

Meine Predigt vom Passionssonntag


16. April
Benedikt schlachtet heilige Kühe...

"Ein Gespenst geht um in der Welt. Der Popanz ist das Schreckgespenst einer Umkehr, schlimmer noch, einer drohenden Bekehrung Europas, das sich gerade mit einem Aufschrei der Entrüstung über Benedikt XVI. entlädt und Luft macht. Denn der Papa emeritus hat es gewagt, wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag die 68er für die sexuelle Verwilderung des Zeitgeists verantwortlich zu machen! Da hat der Ex-Pontifex, soweit ich das überblicken kann, vollkommen recht. Und ich kann vieles überblicken..."

Ein 68er, Albert Christian Sellner, erzählt: absolut spannend, Lesebefehl!


15. April
Facts

Those protests against Benedict — the mock-sorrowful sighs that we all know sexual abuse is not a function of rampant sexual immorality — should be seen as signals to the secular media. And secular outlets, sympathetic to the causes of the sexual revolution, will duly carry the message that Benedict is out of touch, that his thesis has already been disproven.
But facts, as John Adams observed, are stubborn things. And the facts testify unambiguously in Benedict’s favor. Something happened in the 1960s and thereafter to precipitate a rash of clerical abuse. Yes, the problem had arisen in the past. But every responsible survey has shown a stunning spike in clerical abuse, occurring just after the tumult that Benedict describes in his essay. Granted, the former Pontiff has not proven, with apodictic certainty, that the collapse of Catholic moral teaching led to clerical abuse. But to dismiss his thesis airily, as if it had been tested and rejected, is downright dishonest.

Aus: Phil Lawler, Benedict’s powerful message—and the bid to suppress it, erschienen am 11. April 2019 auf catholicculture.org


15. April
Moritz Aberle

Vor 200 Jahren, am 15. April 1819, wurde in Rottum bei Biberach der Exeget und Moraltheologe Moritz Aberle geboren. “Philologische und historische Bildung und Vertrautheit mit der protestantischen Bibelliteratur führten Aberle zu moderner Bibelkritik” (LThK, 2. Auflage). Er starb am 3. November 1875 in Tübingen, wo er seit 1850 gelehrt hatte.


14. April
Zur Einstimmung in die Karwoche


14. April
Das Zitat

Warum glauben so viele nicht an die göttlichen Wahrheiten? Etwa, weil sie ihnen nicht bewiesen sind? Nein, weil sie ihnen nicht gefallen.

Blaise Pascal


14. April
Zweckentfremdung

Es ist ein Skandal, dass katholische Bischöfe Plattformen finanzieren und so die Kirchensteuer zweckentfremden, die eindeutig Positionen vertreten, die mit der katholischen Glaubens- und Sittenlehre im Widerspruch stehen.

Kardinal Gerhard Müller im Interview mit kath.net


12. April
Bekämpfung von Glaubensinhalten

Oliver Maksan: Gibt es damit de facto nicht eine Art Schisma in der Schweiz? Da ist die Kirche des Bischofs und eine Körperschaft, die unter der Flagge der katholischen Kirche segelt, aber im Grunde tut, was sie will, weil sie das Geld hat.
Bischof Vitus Huonder: So ist es. Wir haben tatsächlich ein innerkirchliches Schisma der divergierenden Richtungen: Die Kirche tritt für den ganzen Glauben ein, die Körperschaften fühlen sich zwecks Erhalts ihrer Privilegien dem gesellschaftlichen Mainstream verpflichtet und bekämpfen Glaubensinhalte, die heute schlecht ankommen. Das ist der Interessenkonflikt.

Aus einem Interview der Tagespost mit Bischof Vitus Huonder von Chur


12. April
Bestürzende Entgleisung

“Erschreckende Unkenntnis” der Theologie Ratzingers wirft Prof. Dr. Christoph Ohly der evangelischen Theologin Ellen Ueberschär vor. Diese hatte in der Herder-Korrespondenz dem ehemaligen Leiter der Glaubenskongregation und späteren Papst eine “vormoderne, triumphalistische Theologie” unterstellt, mit der er eine hierarchische Kirchenstruktur vertrete, die “reformunfähig, inhuman und antiaufklärerisch” sei.
Ohly nennt es gegenüber der Tagespost bestürzend, dass eine “solch konfessionalistische Entgleisung in der heutigen Zeit noch möglich ist und von einer theologischen Fachzeitschrift und einem kirchlichen Internetportal verbreitet wird.” Mit dem Internetportal meint er katholisch.de, das seinem schlechten Ruf in diesen Tagen durch den Platz gerecht wird, den es intellektuell anspruchslosen Polemiken gegen den neuesten Brief des emeritierten Papstes einräumt.


11. April
Verblendung

Thomas Schüller, Professor für Kirchenrecht in Münster, twitterte, Mosebach sei „einer der übelsten reaktionären Brunnenvergifter“. Nur eines der übelsten Schimpfwörter aus dem Lexikon des Glaubenshasses war böse genug. Franziskus kann deshalb eine Reformation verheißen, weil er wie ein absoluter Monarch regiert. Die Schäbigkeit von Mosebachs Kritikern beweist ihre Verblendung: Sie sind fixiert auf den Mann in Weiß.

Aus Patrick Bahners’ Kommentar Fixiert auf den Mann in Weiß zur Kritik an Martin Mosebach und dessem Vergleich von Papst-Auftritten mit totalitären Diktaturen, in der FAZ, 10. April 2019.


11. April
Jean Duval

Vor 350 Jahren, am 11. April 1669, starb in Paris im Alter von etwa 72 Jahren der Karmelit Jean Duval, Ordensname Bernhard von der hl. Theresia OCD. Er wurde 1638 von Papst Urban VIII. zum ersten Bischof von Bagdad ernannt.


10. April
Begriffsverwirrung und Verrat

Die ganze Begriffsverwirrung in der Theologie der letzten Jahrzehnte, der Verrat am Bekenntnis zu Jesus, dem Christus, und an der Verbindlichkeit Seiner Weisungen, die Relativierung der Gültigkeit einer ungeschichtlichen und deswegen unwandelbaren Wahrheit, die Loslösung von der darin liegenden nichtautonomen Moral und nicht zuletzt die Auflösung und soziologisierende Profanierung der tradierten liturgischen Form, die der lebendigen Wahrheit kultische und damit prägende Gegenwart verlieh, mit anderen Worten die Schmähung des Heiligen im Denken, Handeln und Beten ist der tiefste Grund, weshalb das verborgene Teuflische, das gegenwärtig an den Tag kommt, so mächtig werden konnte. Wo Gottes Wahrheit nicht mehr heilig ist und als solche geglaubt wird, ist das Unheilige im Handeln kein Tabu mehr. Allein larmoyante Bußbekundungen werden nichts nutzen, um wieder eine “heilige Kirche” zu sein und zwar eine objektive und eine subjektive. So wie es die ersten Christen waren. Stark und im Widerstand gegen den Verfall des damals ebenso hedonistischen Zeitalters. Im Widerstand! Und nicht in der Integration der “Lebenswirklichkeit” der dekadenten römischen Gesellschaft in das eigene Glaubensbekenntnis!

Aus: Guido Rodheudt, Die Beichte des Kardinals. Kirche zwischen Petrus und Satan, in: Vatican-Magazin, April 2019, S. 27-34.


10. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt über unsere Schwäche im Guten habe ich in die dritte Erlösungsseite eingebettet. Meinen Aufsatz über die Facetten der Liebe ist auf einer eigenen Seite untergebracht. Die Übersicht über die Ernennungen und Wahlen des letzten Generalkapitels ebenso wie die neueste Statistik finden sich auf der Petrusbruderschaftsseite.


9. April
Das Zitat

Darum richtet euren Geist auf das Leiden unseres Herrn Jesus Christus, der, von Liebe zu uns entzündet, vom Himmel kam, uns zu erlösen. Er trug für uns jede Pein der Seele und des Leibes und wich keinem Urteil aus. Er gab uns das Beispiel vollendeter Geduld und Liebe. Wir müssen im Unglück geduldig sein.

Hl. Franz von Paola


8. April
Die geschändete Barmherzigkeit

Von P. Engelbert Recktenwald

Im zweiten Korintherbrief spricht der hl. Paulus vom Schatz, den wir in irdenen Gefäßen tragen. Mit dem Schatz meint er das “Licht der Erkenntnis der Gottherrlichkeit im Antlitz Jesu Christi” (4,6), also die liebende Verbundenheit mit dem Herrn durch den Glauben, worin die Erlösung besteht. Das irdene Gefäß ist unser Leib, der ständigen Gefahren ausgesetzt ist. Wir können den Ausdruck aber auch auf unser Herz beziehen. Die Eigenschaft “irden” weist auf die Zerbrechlichkeit hin. Unser Herz ist Versuchungen ausgesetzt. Unser Schatz ist nie ganz außer Gefahr. “Wer steht, sehe zu, dass er nicht falle”, schreibt Paulus deshalb im ersten Korintherbrief (10,12). Wir haben den göttlichen Schatz nicht ein für allemal in sicherem Besitz. Vielmehr besteht die furchtbare Möglichkeit, ihn wieder zu verlieren. Deshalb mahnt Paulus: “Wirkt euer Heil mit Furcht und Zittern” (Phil 2, 12). Das ist nur eine besonders drastische Ausdrucksweise für jene Wachsamkeit, zu der uns der Herr selber im Evangelium viele Male aufruft. Von dieser Wachsamkeit hängt unser Heil ab. Denken wir etwa an das Gleichnis von den Knechten, die der Herr bei seiner Heimkehr vom Hochzeitsmahl wachend und mit brennenden Lampen in den Händen vorfinden will. Den Knecht aber, den er nicht wachend, sondern schmausend und zechend antrifft, wird er - horribile dictu - “in Stücke hauen und ihm seinen Platz bei den Untreuen anweisen” (Lk 12, 46). Und vom hl. Petrus stammt das bekannte Wort: “Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlingen könne” (1 Petr. 5,8).

Es gibt nun eine Weise, über die bedingungslose Liebe Gottes zu sprechen, die alle diese Ermahnungen überflüssig macht. In einem gewissen Sinne ist diese Liebe tatsächlich bedingungslos: Gott verfolgt aufgrund seines Heilswillens selbst den schlimmsten Sünder mit seiner Gnade und bietet ihm die Vergebung an. Aber die Vergebung selber ist nicht bedingungslos, sondern an die Bedingung der Reue und Umkehr geknüpft, die sich beim Katholiken im Empfang des Bußsakramentes zeigen muss. Die Liebe Gottes bedeutet also keine bedingungslose Heilszusage. Es ist falsch ...
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7. April
Völkermord

Vor 25 Jahren, am 7. April 1994, begann in Ruanda der Völkermord an den Tutsi. Ein authentisches und bewegendes Zeugnis des Verzeihens aus der Sicht einer Überlebenden liefert das Buch Aschenblüte.


7. April
Josaphata Hordashevska

Vor 100 Jahren, am 7. April 1919, starb im Alter von 49 Jahren die selige Josaphata Hordashevska. Die Ukrainerin gründete die Kongregation der Dienerinnen der unbefleckten Jungfrau Maria, deren Motto lautete: “Geh dorthin, wo die Not am größten ist, und erziehe die Herzen der Menschen.” Am 27. Juni 2001 wurde sie seliggesprochen.


6. April
Wer ist Jesus?

Morgen ist der erste Passionssonntag. Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Wer von euch kann mich einer Sünde beschuldigen? Und Zu wem machst du dich selbst?


6. April
Erik M. Mørstad

Vor fünf Jahren, am 7. April 2014, starb in Norwegen im Alter von 83 Jahren der Theologe Prof. Dr. Erik M. Mørstad. Seine exegetische und theologische Forschung führte 1974 den Lutheraner in die katholische Kirche. Über seine Biographie urteilte Leo Kardinal Scheffczyk: “Den Weg zur katholischen Kirche habe ich wie eine Erleuchtung gelesen. Diese packende Biographie ist eine Wissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts.” Sein Sohn wurde katholischer Priester.


6. April
Stanley Jaki

Vor zehn Jahren, am 7. April 2009, starb in Madrid der Physiker und Wissenschaftsphilosoph P. Stanley Jaki OSB. Er wurde am 17. August 1924 im ungarischen Györ geboren, empfing 1948 die Priesterweihe und ging 1950 nach Amerika, wo er u.a. beim Nobelpreisträger Victor F. Hess studierte und promovierte und an verschiedenen Universitäten lehrte. Er schrieb Bücher über die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Glaube, über Chesterton, Newman und Pierre Duhem. 1987 erhielt er den hochdotierten Templeton-Preis.


6. April
Claude de la Colombière

Vor 350 Jahren, am 6. April 1669, wurde der hl. Claude de la Colombière SJ (1641-1682) in Paris zum Priester geweiht. Er war der Seelenführer der hl. Margareta Maria Alacoque (1647-1690).


5. April
Realismus trotz Metaphysikabstinenz?

In der Tagespost vom 4. April 2019 habe ich eine Kritik von Julian Nida-Rümelins philosophischer Streitschrift Unaufgeregter Realismus veröffentlicht.


5. April
Unbequeme Lebensrechtler

Die von Walter Ramm gegründete und bis heute geleitete Aktion Leben e. V. wird dieses Jahr 40 Jahre alt. Das PUR-Magazin hat aus diesem Anlass eine sechsseitige Reportage über sie veröffentlicht (Ausgabe April 2019).
Ein trauriges Kapitel aus dieser vierzigjährigen Geschichte ist der Konflikt mit der Kirche in Deutschland, als diese sich durch die Ausstellung des Beratungsscheins (von Erzbischof Dyba als Tötungslizenz bezeichnet) in die staatliche Abtreibungsregelung einbinden ließ.
Walter Ramm: “Die Kirche hatte in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts den Anspruch: ‘Wir werden uns niemals mit dem § 218 StGB abfinden’, ließ sich aber dann in das Abtreibungsprozedere durch das Ausstellen der Beratungsscheine einbinden. Das hat, wie der heilige Papst Johannes Paul II. es ausdrückte, ‘die Wahrheit verdunkelt’. Man kann nicht einerseits sagen, wir werden uns damit nicht abfinden und andererseits mitwirken. Diesen Tatbestand mussten wir damals öffentlich anprangern, auch auf die Gefahr hin, von kirchlichen Funktionären als ‘Fundamentalisten’ beschimpft zu werden.”

Vergleiche zum Thema auch die wichtigen Beiträge im Lebensschutzhandbuch


4. April
Joseph Schubert

Vor 50 Jahren, am 4. April 1969, starb in München im Alter von 78 Jahren der in Bukarest geborene Geheimbischof Joseph Schubert. 1950 wurde er zum Bischof geweiht. Wegen der Christenverfolgung durch das kommunistische rumänische Regime geschah dies im Geheimen. 1951 wurde er in einem Schauprozess zu lebenslänglicher Haft verurteilt. 1964 wurde er aus der Haft entlassen und in ein Frauenkloster verbannt, ohne seine priesterlichen Funktionen ausüben zu dürfen. 1969 erwirkte der Vatikan seine Ausreiseerlaubnis. Keine drei Monate später starb Joseph Schubert an den Spätfolgen seiner Folterungen. Hieronymus Menges, sein ehemaliger Generalvikar, berichtet aus seinen letzten, leidensvollen Tagen: “Als ich jedoch einmal sagte: ‘Papst Johannes XXIII. wird ein Wunder erwirken!’ wehrte er heftig ab: ‘Sei mir von dem guten Papst Johannes ruhig! In seiner grenzenlosen Güte, ja Naivität, tat er viel Gutes, untergrub jedoch ungewollt die Stellung der katholischen Kirche in den Ostblockstaaten, da er bei den Kommunisten den gleichen guten Willen voraussetzte, der ihn selbst beseelte.”


4. April
Franciso Marto

Vor 100 Jahren, am 4. April 1919, starb in Fatima im Alter von 10 Jahren der hl. Franciso Marto, eines der drei Seherkinder von Fatima.


3. April
Die Glaubensprobe

Meine Predigt vom letzten Sonntag


3. April
François de Montmorency-Laval

Vor fünf Jahren, am 3. April 2014, wurde François de Montmorency-Laval, der erste Bischof Kanadas, heiliggesprochen. Ebenfalls heiliggesprochen wurden Jose de Anchieta SJ (1534-1597), Gründer der Stadt Sao Paulo, sowie Maria Guyart (1599-1672), die “Mutter der Kirche Kanadas” (Johannes Paul II.).


3. April
Missale Romanum

Vor 50 Jahren, am 3. April 1969, damals der Gründonnerstag, promulgierte Papst Paul VI. mit der Apostolischen Konstitution Missale Romanum, deren Bestimmungen am 30. November 1969 in Kraft treten sollten, das neue Messbuch. In dieser Konstitution gibt der Papst seiner Hoffnung Ausdruck, “daß das neue Buch von den Gläubigen als eine Hilfe zur gegenseitigen Bezeugung und Stärkung der Einheit angenommen werde. Durch seine Verwendung soll in der Mannigfaltigkeit vieler Sprachen aus den Herzen aller ein und dasselbe Gebet, das Gott wohlgefälliger ist als Weihrauch, zum himmlischen Vater durch unseren Hohenpriester Jesus Christus im Heiligen Geiste emporsteigen.”
In der Praxis kam es allerdings auch zu Zuständen, die dies als frommen Wunsch erscheinen ließen. Von Anfang an war die Liturgiereform umstritten, und die Kritik kam nicht aus Kreisen, die eine andere Kirche wollten, sondern aus solchen, denen der Glaube und die Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten ein Anliegen war, wie es z.B. dieses Interview belegt.


2. April
Der missbrauchte Kant

Mein neuester Podcast: Der katholische Theologe Magnus Striet polemisiert gegen die katholische Naturrechtslehre, wie sie etwa in der Enzyklika Veritatis splendor vorgelegt wird. Dabei beruft er sich auf Kants Autonomiekonzept. Ein genauerer Blick zeigt, dass Kant von Striet weiter entfernt ist als von der katholischen Auffassung des natürlichen Sittengesetzes.


2. April
Cipitria Barriola

Vor 150 Jahren, am 2. April 1869, empfing die heilige Cipitria Barriola (1845-1912) von Gott ein visionäres Wort mit der Aufgabe, eine religiöse Frauengemeinschaft zu gründen, die sich der katholischen Schulerziehung widmen sollte. So gründete sie 1871 in Salamanca die Kongregation der Töchter Jesu, die im Geiste des hl. Ignatius von Loyola wirken sollte. Ein besonderer Zug ihrer Frömmigkeit war das Gottvertrauen: “Je größer meine Armseligkeit ist, umso mehr vertraue ich auf die göttliche Barmherzigkeit.” 1996 wurde sie selig-, 2010 heiliggesprochen.


31. März
Ursachenvertuschung

Jetzt aber nehmen auch kirchliche Kreise die Missbrauchskrise zum Anlass, sich gegen Moral und Institution zu wenden. Ganze Bischofskonferenzen beschließen einen “synodalen Weg”, an dessen Ende sich u.a. die “Neubewertung der Sexualität (inklusiv Homosexualität), die Aufhebung des priesterlichen Pflichtzölibats und die Zulassung von Frauen zum Weiheamt abzeichnen. Statt einer an die Wurzeln des Problems gehenden Erneuerung, die vor allem in einer unverfälschten und zugleich gewinnenden Verkündigung von Glaube und Sittlichkeit sowie in einer radikalen Lebensreform des Klerus bestehen müsste, will man offensichtlich weiterhin die tatsächlichen Ursachen vertuschen und zugleich die traditionelle Gestalt der Kirche auflösen. Ein Meisterstück des Verwirrers!

Aus: P. Bernward Deneke FSSP, Missbrauch, Moral und Männercliquen, in: Schweizerisches Katholisches Sonntagsblatt, Ausgabe vom 31. März 2019

Zum Thema


30. März
Freude, Freiheit, Brotvermehrung

Morgen ist der vierte Fastensonntag, der Sonntag Laetare. Dazu kann ich gleich drei Predigten anbieten: Welche Freiheit hat uns Christus geschenkt?, Der Tröstung Überfülle und Das Wunder der Brotvermehrung.


30. März
Theologischer Sommerkurs

Das Priesterseminar St. Petrus in Wigratzbad bietet vom 14. bis 20. Juli 2019 einen theologischen Sommerkurs für Priester und Studenten an.


30. März
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt über jenen Grundsatz im Jakobusbrief, der mit Sicherheit niemals von einem Katholikentag als Motto übernommen werden wird (sich rein bewahren von dieser Welt), ist auf der Seite mit dem tiefschürfenden Aufsatz Kamenickys über das Heilige eingebettet. Das schöne Zitat Lorenz Jägers über die Schönheit des Dogmas finden Sie auf der Dogmenseite, die Bemerkung Regina Einigs über den falschen Gewissensbegriff deutscher Bischöfe auf der Humane-vitae-Seite.


29. März
Nachhilfeunterricht aus Amerika

Aus Amerika kommt Nachhilfeunterricht in kirchlicher Morallehre. Aus einem offenen Brief von George Weigel an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx, den kath.net übersetzt hat.

Laut einem Bericht der „Catholic News Agency“ haben Sie vorgeschlagen, dass „die personale Bedeutung der Sexualität bislang keine hinreichende Beachtung von der Kirche erhalten hat“. Wirklich? Wurde des hl. Johannes Pauls II. Theologie des Leibes nicht ins Deutsche übersetzt? Oder wurde es etwa übersetzt, ist aber zu lang und zu schwierig, um von den deutschsprachigen Katholiken richtig aufgenommen zu werden? Gestatten Sie mir dann, auf die Seiten 347–358 von „Zeuge der Hoffnung“ (erschienen bei Ferdinand Schoeningh, 2002), die deutsche Übersetzung von „Witness to Hope“, dem ersten Band meiner Biographie von Johannes Paul II., aufmerksam zu machen. Dort finden Sie und Ihre Kollegen eine Zusammenfassung der Theologie des Leibes, einschließlich einer reichhaltigen personalen Erklärung der kirchlichen Ethik der menschlichen Liebe und ihrem biblisch verwurzelten Verständnis des Zölibats für das Reich Gottes.

Das Original erschien in First Things.


29. März
Vergifteter Boden

Spätestens seit dem Essener Katholikentag und der Königsteiner und Mariatroster Erklärung war klar, dass die Mehrheit der selbstbewussten Bischöfe nördlich der Alpen bedenkenlos bereit war, sich über päpstliche Weisungen hinwegzusetzen und den Vertretern der Los-von-Rom-Theologie institutionellen Rückhalt in theologischen Fakultäten, Katholischen Akademien und Laiengremien zu bieten. Vor dem Hintergrund einseitiger Interpretationen der Liturgischen Bewegung und konzilsberauschter liturgischer Kreativität fiel die Liturgiereform auf bereits vergifteten Boden und entfaltet bis heute eine gefährliche Eigendynamik. Individualität und Mentalität bestimmen die Anwendung des Missale Romanum nicht selten stärker als die Texte selbst. Diese Haltung – und nicht das Missale als solches – ist heute der eigentliche Brandbeschleuniger der Glaubenskrise.

Aus: Regina Einig, Drama mit Ansage, Leitartikel der Tagespost vom 28. März 2019


28. März
Von diesem Augenblick an

Du wartest auf Gott? Gott wartet auf dich! Meine Predigt zum dritten Fastensonntag.


27. März
Das Zitat

Das Mittel, das ich gebrauche, mich in der Demut und Sanftmut zu üben, ist kein anderes als das Kreuz. Dies ist mein Buch. Nur ein Blick auf das Kreuz lehrt mich in jeder Gelegenheit, wie ich mich zu verhalten habe. Da lerne ich Geduld und Demut, Sanftmut, und jedes Kreuz mit Geduld ertragen. Ja es wird mir süß und leicht...

Hl. Konrad von Parzham


26. März
Islamophobe Häresie

“Ich schmunzele über christliche Theologen, die das Geheimnis der Jungfräulichkeit Mariens in Zweifel ziehen. Sie vergessen, dass sie außer den Christen noch eine Milliarde Muslime davon überzeugen müssen.” Das sagt der französische Großmufti Sheib Bencheikh. Die Tagespost (Ausgabe vom 21. März 2019) berichtet darüber in der Rezension eines Artikels von Annie Laurent in Sedes Sapientiae, Nr. 146, der über die wachsende Marienverehrung und Konversionswelle unter Muslimen berichtet. So wurde zum Beispiel 1985 in einem libanesischen Marienheiligtum ein muslimischer Junge geheilt. Seitdem verzeichnet dieser Wallfahrtsort in Béchouate “einen regelrechten Boom muslimischer Pilger.”
Vielleicht könnten einige katholische Theologen vermehrt den interreligiösen Dialog mit diesen Muslimen pflegen, um wieder neu die Marieverehrung zu erlernen.


26. März
Schluss mit dem Gender-Unfug

Auf die Petition Stop Gendersprache habe ich bereits aufmerksam gemacht. Sie hat seit dem 4. März über 32.000 Unterschriften gesammelt. Am 6. März startete der Verein Deutsche Sprache die Petition Schluss mit dem Gender-Unfug. Ihr haben sich seitdem fast 59.000 Menschen angeschlossen.


26. März
Mein Podcast 2018

Welche der 25 Folgen meines Podcasts wurden im Jahr 2018 am häufigsten gehört? Die vier häufigsten habe ich schon erwähnt (siehe unter dem Datum vom 11. Januar und 12. Februar). Auf Platz 5 bis 7 liegen: Edmund Husserl, Begründer der Phänemonologie (1754 mal gehört), Die Liebe als Quelle der Moralität (1614), Amoris laetitia: ein Paradigmenwechsel? (1469).


25. März
Kongregation der Töchter der Barmherzigkeit des hl. Franz

Vor 100 Jahren, am 25. März 1919, gründete die selige Maria Petkovic (1892-1966) die Kongregation der Töchter der Barmherzigkeit des hl. Franz. Sie trug den Ordensnamen Maria vom gekreuzigten Jesus CFM, gründete 46 Niederlassungen und wurde 2003 als erste Kroatin seliggesprochen.


24. März
Arnaud Beltrame

Vor einem Jahr, am 24. März 2018, starb im Alter von 44 Jahren der französische Polizist Arnaud Beltrame. Der gläubige Katholik hatte sich am Tag zuvor bei einer islamistischen Geiselnahme in Trèbes freiwillig gegen eine Geisel austauschen lassen. Ihm wurde die Kehle durchgeschnitten. Er starb im Krankenhaus, nachdem er noch von einem katholischen Priester die Sterbesakramente empfangen hatte.


24. März
Gender Mainstreaming (51)

Die postmoderne Philosophie hat sich verabschiedet von Empirie und Fakten. Gender-Mainstreaming schließlich meint, dass es ein biologisches Geschlecht gar nicht gäbe und letztlich alles eine Frage von Machtverhältnissen und Diskurs sei. Geschlechter gäbe es viele, und jeder könne sich völlig losgelöst von der Biologie eines aussuchen. Nach der derzeitigen Gender-Ideologie soll es über 60 Geschlechtsidentitäten beziehungsweise soziale Konstrukte geben. Ich fragte mal einen Ordinarius für Psychopharmakologie, was für ein Zeug man eigentlich nehme müsste, um auf so etwas zu kommen. Er grübelt heute noch… Inzwischen gibt es mindestens 173 Gender-Professuren in den geisteswissenschaftlichen Bereichen an deutschen Unis und Fachhochschulen, die nahezu ausschließlich mit Frauen besetzt sind. Die davon ausgehenden Diskussionen sind häufig datenfrei und von blinden Flecken geprägt.

Aus: Burkhard Voß, Der Terror der Geschwätzwissenschaften, in: Cicero, online vom 21. März 2019. Dr. med. Burkhard Voß ist Neurologe und Psychiater.

Weitere Infos zum Thema


23. März
Jesus und die Dämonen

Morgen ist der dritte Fastensonntag. Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Die Austreibung des stummen Teufels und Demut vertreibt den Teufel.


23. März
Francesco di Paola Kardinal Cassetta

Vor 100 Jahren, am 23. März 1919, starb in Rom im Alter von 77 Jahren Francesco di Paola Kardinal Cassetta. Der hl. Papst Pius X. ernannte ihn zum Präfekten der Studienkongregation und zum Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche. Seine Berufung zum Priestertum verdankte er dem hl. Vinzenz Pallotti (1795-1850).


23. März
Alvaro del Portillo

Vor 25 Jahren, am 23. März 1994, starb in Rom im Alter von 80 Jahren der selige Alvaro del Portillo. Der gebürtige Madrilene wurde 1975 Nachfolger des hl. Josemaria Escríva in der Leitung des Opus Dei. Am 27. September 2014 wurde er seliggesprochen.


23. März
Abschaffung der Sünde

Die ganzen schrecklichen Missbräuche haben ihre Ursache doch auch darin, dass man sich eben nicht an die Sexualmoral der Kirche gehalten hat! Dazu kommt auch noch, dass man Sünde und Schuld über Jahre in der Kirche für unmöglich gehalten hat. Ja, der Begriff „Sünde“ wurde immer mehr von Theologen und Kirchenvertretern aus dem Vokabular gestrichen! Bevor wir also jetzt die Sexualmoral ändern, sollte man nicht wieder klarer über Sünde und Schuld predigen? Liegt nicht hierin die Aufgabe der Hirte?

Aus einem offenen Brief von Thomas Bauer an den DBK-Vorsitzenden Kardinal Marx.


22. März
Der falsche Weg

Der Weg aus der Missbrauchskrise heraus ist die Formung eines Klerus, der ein geistliches Leben führt, nach Heiligkeit strebt, enthaltsam lebt, durch seine eigene Lebensführung auf Jesus Christus verweist und sich geduldig und liebevoll um die ihm Anvertrauten kümmert. Warum sagt das keiner, wenn die deutschen Bischöfe tagen? Warum nutzt man die Missbrauchskrise, um eine innerkirchliche Agenda zu betreiben, die seit der Würzburger Synode als unerledigte Aufgabe in den Schubladen der Gremien und vieler theologischer Lehrstühle liegt? Der synodale Prozess trägt ideologische Züge. Das kann ihm nur schaden. Und wird für Ärger sorgen.

Aus: Guido Horst, Der synodale Prozess riecht nach Ärger, in: Tagespost vom 21. März 2019


22. März
Diskriminierung

Prof. Dr. Thomas Schirrmacher hat die Bundeszentrale für politische Bildung kritisiert. Die von ihr herausgegebene, 114 Seiten starke Broschüre “Sexualitäten, Geschlechter und Identitäten” diskriminiere Heterosexuelle. “Weder Heterosexualität noch die heterosexuelle Ehe kommen in einer positiven Beschreibung vor, sie kommen nur als Angeklagte vor.”


21. März
Geburtstag

Heute vor 13 Jahren, am 21. März 2006, ging dieses Portal online.


21. März
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer eigenen Seite wurden die Infos und Verweise zur Causa Viganò gesammelt. Meine Predigt Von Gott erkannt werden habe ich auf der Priesterseite eingebettet. Den benediktoptionsförmigen Vorschlag von Bischof Chaput habe ich auf der Frustrationsseite untergebracht.


20. März
Der Verwalter des eucharistischen Brotes

Meine Predigt zum Fest hl. Joseph.


20. März
Werft die Netze aus!

Unter dem Titel “Werft die Netze aus” ruft das Zentrum für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz für den Weltgebetstag vom 11. bis 12. Mai zu einem 24-Stunden-Gebet für geistliche Berufungen auf. Auf einer eigenen Website kann man die eigene Gebetszeit eintragen und sich so der Gebetskette anschließen. Eine unterstützenswerte Initiative!


19. März
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

6. Folge

13. Mache es nicht wie die meisten Menschen, fliehe niemals die süße Gegenwart Deines Gottes, rede mit Ihm, sooft du kannst, denn Er wird deshalb nie ungeduldig und ungehalten, gleich den Herren dieser Welt; wenn du Ihn wahrhaft liebst, so wirst du Ihm auch jedesmal etwas mitzuteilen haben. Erzähle Ihm alles, was dich und deine Angelegenheiten betrifft, gleich als ob du einen guten Freund vor dir hättest. Du mußt nicht meinen, Gott gleiche einem mächtigen Fürsten, der nur mit vornehmen Leuten umgehen will, und der nur über wichtige Angelegenheiten reden mag. Gott läßt Sich gerne zu uns herab, Er freut Sich, wenn wir Ihm unsere kleinsten und unbedeutendsten Angelegenheiten mitteilen. Er liebt dich so sehr und trägt so große Sorge um dich, daß es scheint, Er habe an nichts anderes als an dich allein zu denken. Er ist so sorgfältig auf deinen Vorteil bedacht, daß es scheint, als ob Seine Vorsehung Ihm nur dazu diene, dir beizustehen, Seine Allmacht, dir zu helfen, Seine Barmherzigkeit und Güte, Mitleid mit dir zu tragen, dir Gutes zu tun, und durch Seine zarte Liebe dein Vertrauen, deine Liebe zu gewinnen. So öffne du Ihm denn auch ganz freimütig dein Inneres und bitte Ihn, Er wolle dich also leiten, daß du immer aufs vollkommenste Seinen heiligen Willen erfülltest, und daß alle deine Wünsche und Pläne nichts anderes bezwecken als Sein Wohlgefallen: “Bitte Gott, daß er deine Wege leite, und daß alle deine Anschläge in ihm verbleiben” (Tob 4,20).

14. Wende nicht ein, daß es unnötig sein würde, Gott deine Bedürfnisse mitzuteilen, da Er sie besser kenne als wir selbst. Er kennt sie, aber Er handelt gegen uns, als ob Er nichts wisse von all dem, was wir Ihm verschweigen, und um was wir bei Ihm keine Hilfe suchen. Unser Heiland wußte, daß Lazarus gestorben war, aber Er gab dies erst zu erkennen, nachdem Magdalena es Ihm gesagt hatte, worauf Er sie alsbald mit dem Versprechen tröstete, daß ihr Bruder auferstehen werde.

15. Auch mußt du, wenn eine Krankheit, eine Versuchung oder Verfolgung über dich kommt, alsbald zum Gebete deine Zuflucht nehmen, damit der Herr dir beistehe. Es genügt, wenn du Ihm zurufst: Blicke auf mich, o Gott, denn ich werde geplagt. Er wird dich alsdann gewiß trösten oder dir wenigstens Kraft geben, geduldig dein Leiden zu ertragen, was dir oft nützlicher sein wird, als wenn Er dich ganz davon befreite. Sage Ihm, welche Gedanken dich peinigen, was du fürchtest, warum du traurig bist, sprich zu Ihm: O mein Gott! Auf Dich setze ich alle meine Hoffnung, ich opfere Dir dies Leiden auf, ich ergebe mich ganz in Deinen heiligen Willen, habe Mitleid mit mir, befreie mich von der Last, die mich niederdrückt, oder gib mir wenigstens Kraft, sie zu tragen. Das Versprechen, das Er im Evangelium gegeben hat, alle Leidenden zu trösten und ihnen, sooft sie zu Ihm ihre Zuflucht nehmen, beistehen zu wollen, wird Er alsdann erfüllen: “Kommt zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken” (Mt 12,18).

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


18. März
Was Gott von uns will

Meine Predigt von gestern.


18. März
Gertrude Elizabeth Anscombe

Vor 100 Jahren, am 18. März 1919, wurde im irischen Limerick Gertrude Elizabeth Anscombe geboren, eine der bedeutendsten Philosophinnen des 20. Jahrhunderts. Sie war eine Schülerin Wittgensteins und konvertierte als Oxforder Studentin zum katholischen Glauben. 1941 heiratete sie den berühmten Philosophen und Logiker Peter Geach, der drei Jahre zuvor ebenfalls konvertiert war. Beide waren befreundet mit dem Philosophen Robert Spaemann. Die Lehre der Enzyklika Humanae vitae verteidigte sie gegen Kritiker. Ihr berühmtestes Buch heißt Intention (Absicht). Am 5. Januar 2001 starb sie in Cambridge.


16. März
Die Reinigung des Herzens

Meine Predigt zum zweiten Fastensonntag.


16. März
Alice von Hildebrand

Über Alice von Hildebrand, die Witwe des Philosophen Dietrich von Hildebrand, die diese Woche 96 Jahre alt geworden ist, wurde eine eigene Website eingerichtet.


8. März
Joseph Geyser

Vor 150 Jahren, am 16. März 1869, wurde in Erkelenz der Philosoph Joseph Geyser geboren. Eine Würdigung von ihm als Psychologe aus der Feder von Max Ettlinger findet sich hier auf kath-info.


8. März
Jean Le Vacher

Vor 400 Jahren, am 15. März 1619, wurde in Ecouen der Märtyrer Jean Le Vacher CM geboren. 1643 trat er bei den Lazaristen ein, wurde 1647 zum Priester geweiht und wurde vom hl. Vinzenz von Paul als Missionar nach Tunis geschickt. Dort wurde er Missionsoberer und von 1657 bis 1659 französischer Konsul. 1668 kam er nach Algier. “Unter unsäglichen Mühen und trotz bitterer Armut und mehrfacher Ausweisung erleichterte er 36 Jahre lang das Los der Sklaven, kaufte viele frei und gewann manche für den katholischen Glauben” (LThK, 2. Auflage). Am 28. Juli 1683 erlitt er in Algier das Martyrium, indem er vor die Mündung einer Kanone gebunden wurde. Sein Seligsprechungsprozess ist eingeleitet.


8. März
Friedrich Heinrich Jacobi

Vor 200 Jahren, am 10. März 1819, starb in München im Alter von 76 Jahren der Philosoph Friedrich Heinrich Jacobi. Ihn zitiert Robert Spaemann in seinem Buch über Fénelon: “Christus selbst stößt am Kreuz den erschütternden Ruf aus: ‘Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen!’ Verscheidet aber mit den Worten: ‘Vater, in Deine Hände befehl ich meinen Geist!’ So der Mächtigste unter den Reinen, der Reinste unter den Mächtigen. Dieser Kampf und Sieg ist Christentum. Zu diesem Christentum bekennet sich der Verfasser dieser Schrift und schließet mit diesem Bekenntnis sein Werk” (zitiert in: Spaemann, Reflexion und Spontaneität, Studien über Fénelon, Stuttgart, 21990, S. 286.


6. März
Petition gegen die Gendersprache

Seit wenigen Tagen kann man eine Petition "Stop Gendersprache" gegen die Bevormundung durch amtliche Sprachregelungen im Sinne des Gender Mainstreamings unterschreiben.


6. März
Predigten

Vor drei Jahren, am 6. März 2016, begann ich mit der Veröffentlichung meiner Predigten auf Soundcloud. Man kann sich dort ohne Risiko registrieren und ohne Verpflichtung, eigene Dateien hochzuladen.


6. März
Das Zitat

Das Sakrament der Buße ist einer der größten Schätze durch die Demut, die mir ihr einhergeht, indem sie unsere Armseligkeiten offenbar macht. Und, ach, wie kostbar ist vor Gott unsere Demütigung! Ein Akt der Demut ist mehr wert als die Ausübung der auffälligsten Tugenden. Die Demut ist Wahrheit, sie versetzt uns in unseren wahrheitsgemäßen Zustand; denn in der Tat, was sind wir denn vor Gott?

Hl. Francesca Saverio Cabrini


5. März
Zwischen Evolutionskritik und Atheismus

Ein Blick auf die Philosophie Thomas Nagels

Von P. Engelbert Recktenwald

Sechste und letzte Folge

Durch die Offenbarung bleibt Gott nicht im Nagelschen Sinne der Ort eines bloß stellvertretenden Verständnisses. Gott lässt uns an seinem Verständnis teilhaben. Diese Teilhabe ist uns in dem Maße möglich, als wir uns von demselben Geist erfüllen und leiten lassen, den wir auch von Gott aussagen müssen und der nach dem Wort des hl. Paulus “alles ergründet” und deshalb dem Geistesmenschen ein Urteil über alles erlaubt (1 Kor. 2, 10.15). Genau dies scheint es zu sein, was C.S. Lewis selber erfahren hat.

Wir sehen hier, dass es sich um ein ganz anderes Konzept von Intelligibilität handelt als bei Nagel. Dieser band sie an die Notwendigkeit von Naturprozessen. Freie Personalität ist in diesem Konzept ein Störfaktor. Nagel will die Welt durchschauen, wie man eine komplizierte Maschine durchschaut. Selbst die Begriffe des Geistes und der Vernunft löst er von dem der Personalität und integriert sie in die Ordnung eines sich entwickelnden Universums.

Wenn Gott existiert, kann Intelligibilität ihr Paradigma nur in der interpersonalen Beziehung finden. Ich durchschaue keine Maschine, sondern verstehe eine Person. Die Ermöglichung des Verständnisses hängt aber von der Freiheit dieser Person ab. Auch die philosophische Gotteserkenntnis geht auf ein freies Handeln Gottes zurück, nämlich auf seine Offenbarung in der Schöpfung. Die Vernunftgemäßheit des Universums ist Ausdruck einer absoluten Vernunft und in ihrer komplexen, die Wissenschaft über Jahrhunderte beschäftigenden Tiefenstruktur Offenbarung einer unendlichen Weisheit. In anderer Weise ist die sittliche Erfahrung eine Offenbarung Gottes. Sie ist ein Abglanz seiner unendlichen Wertfülle. Die Kantsche Ethik zeigt uns übrigens, wie eine rein philosophische Begründung der Ethik es bis zur Achtung vor dem Gesetz schafft, für eine Liebe aber, die darüberhinaus geht, keinen Platz mehr lässt, es sei denn, es handelt sich um die pathologische Liebe, die aber, weil Neigung, keinen moralischen Wert besitzt. Wie Anselm reduziert Kant das Moralische auf das Pflichtgemäße. Die Möglichkeit moralischen Handelns aus freier Huld und Liebe jenseits aller Pflicht scheint erst durch die Menschwerdung Gottes, die den erhabensten Fall solchen Handelns darstellt, plausibel werden zu können. Anselm nahm solches Handeln in den Bereich der Gerechtigkeit zurück, Kant verstieß es aus der Ethik. Die Offenbarung Gottes im Gewissen reicht bis zum Begriff der Gerechtigkeit und des Guten als des sittlich Gebotenen. Um zu erkennen, dass Gott darüberhinaus überfließende Liebe ist, bedarf es einer weiteren Offenbarung.

Doch auch die Offenbarung im Gewissen ist insofern frei, als Gott frei ist, Vernunftwesen zu erschaffen. Wenn er sie aber erschafft, ist die Spur, die er ipso facto von sich selbst in der Vernunft hinterlässt, unvermeidlich. Unvermeidlich ist auch, dass alle Erkenntnis an diesem interpersonalen Charakter partizipiert, insofern auch die Erkenntnis der Welt ihren höchsten Grad in der Erkenntnis der Welt als Schöpfung und somit als Ausdruck und Ausfluß göttlicher Vollkommenheit erreicht. Umgekehrt setzt diese Unvermeidlichkeit der göttlichen Freiheit zwar eine äußerste Grenze, insofern Gott nicht Vernunftwesen erschaffen und sich gleichzeitig vollkommen verbergen kann, aber erstens ist der göttliche Schöpfungsratschluss frei und zweitens bleibt innerhalb der genannten Grenze ein für menschliches Erkennen unauslotbarer Raum göttlicher Freiheit und damit dem Menschen nicht antizipierbarer Offenbarungsmöglichkeiten.

Die Intelligibilität interpersonaler Beziehung ist bestimmt von der Freiheit der Person, sich zu offenbaren und damit Nähe zuzulassen. Meine geliebte Frau, die mir vertraut ist, verstehe ich in einem ganz anderen Maße als irgend eine fremde Person. Es ist eine Intelligibilität, die kein Verfügungs- oder Herrschaftswissen konstituiert, mit dessen Hilfe ich mir den Erkenntnisgegenstand unterwerfen kann, sondern im Gegenteil ein Verständnis, das meine eigene Unterwerfung unter die Ansprüche des Erkannten verlangt und deshalb meine eigene Freiheit ganz anders zum Engagement herausfordert als im Falle der wissenschaftlichen Forschung. Außerhalb der im engen Sinne interpersonalen Beziehung findet sich diese Art von Erkenntnis am ehesten noch in der Werterkenntnis. Das Wesen der Werte erschließt sich mir in dem Maße, wie ich ihre Geltung anerkenne. Ihre Erkenntnis ist von diesem Akt der freien Anerkennung nicht zu trennen.

Dass Gott die Liebe ist, kann ich nur im “Glauben” genannten Eingehen auf seine Offenbarung erkennen. Philosophische Erkenntnis dringt vor - nur, aber immerhin - bis zu einer absoluten Vernunft, die aber auf irgendeine Weise Personalität und Wertfülle umfassen muss. Diese Vernunft ist Quelle einer Intelligibilität, die mir in der von Nagel so hervorragend beschriebenen Ordnung des Universums entgegenleuchtet. Diese Ordnung ist geronnene, aber sich ihrer selbst gerade nicht bewußte Vernünftigkeit. Es scheint in meinen Augen viel vernünftiger, anzunehmen, dass die Intelligibilität des Universums sich einer unendlichen Vernunft verdankt, als umgekehrt die Vernunft einem Universum, das vernunftgeprägt ist, bevor es Vernunft gibt.

Schluss

Wenn wir die von Lewis gebrauchte Metapher von der Sonne und ihrem Licht auf unser Thema anwenden, können wir sagen, dass die Intelligibilität des Universums ihre Quelle in Gott hat, so wie das Licht seine Quelle in der Sonne hat. Das bedeutet keine Verbannung der Intelligibilität aus der Welt, sondern ihre Sicherung. Indem Nagel die Intelligibilität ausschließlich in die Welt verlegt, unterwirft er sie dem Schattenspiel von Kontingenz und Werden. Was ihm bleibt, ist die vage Hoffnung, eines Tages den uns noch unbekannten, Materie und Geist umfassenden Grundbaustoff zu entdecken, der er uns dann erlauben soll, besser zu verstehen, was wir jetzt schon verstehen. Mit anderen Worten: das Unbekannte soll das Bekannte erklären, das Komplexe das Einfache, das Protopsychische das Geistige. Die theistische Konzeption geht den umgekehrten Weg vom Licht zur Quelle, vom Farbenspiel der Schöpfung zum subsistierenden, von aller Brechung und Verschattung gereinigten Licht, von der Intelligibilität zur absoluten Vernunft.

Zum bisher Erschienenen


4. März
Einsame Stimme im Schweigen

Wie niemand sonst wirkte Pius XII. an der Rettung der Juden vor den Schergen der Nationalsozialisten in Rom mit. Wiederholt wies die "New York Times" auf seine bedächtig gewählten, aber unmissverständlichen Worte hin: “Die Stimme von Pius XII. ist eine einsame Stimme im Schweigen und in der Dunkelheit, welche Europa an dieser Weihnacht umfangen hält. Er ist so ziemlich der einzige Regierende auf dem europäischen Kontinent, der es überhaupt wagt, seine Stimme zu erheben. […] Indem er eine 'wirklich neue Ordnung' forderte, stellte sich der Papst dem Hitlerismus in die Quere. Er ließ keinen Zweifel daran, dass die Ziele der Nazis mit seiner Auffassung vom Frieden Christi unvereinbar sind.”

Aus: Thorsten Paprotny, "Pastor Angelicus" – Zum 80. Jahrestag des Pontifikatsbeginns von Pius XII., vom 2. März 2019 auf CNA Deutsch.


3. März
Angelica von Jesus

Vor 100 Jahren, am 3. März 1919, starb in Pontoise, dem ältesten noch existierenden Karmelkloster in Frankreich, im Alter von 26 Jahren die Pianistin und Mystikerin Angelica von Jesus OCD, mit bürgerlichem Namen Yvonne Bisiaux. Seit ihrem elften Lebensjahr erfreute sie sich des inneren Gebetes: “Ich fühlte Gottes Gegenwart so deutlich, dass mir jeder Zweifel hierüber unmöglich war” (LThK, 1. Auflage). Mit 21 Jahren trat sie in den Karmel ein, wo sie in erfahrbarer Nähe mit Jesus lebte, so dass es für sie, wie sie sagte, kein Leben aus dem Glauben mehr gebe, weil die Schleier zerrissen seien.


3. März
Groteske Instrumentalisierung

Regina Einig: Manche Bischöfe und Laien erhoffen sich von Strukturreformen die Lösung der Probleme. Auf ihrer Agenda stehen: Änderungen beim Zölibat, die Einführung der Frauenweihe, Änderungen der Lehre zur Homosexualität. Wie bewerten Sie diese Forderungen?

Michael Schaffrath: Ich finde das ziemlich ärgerlich, dass das schwere Verbrechen des Kindesmissbrauchs von manchen nun dazu benutzt wird, wieder Strukturveränderungen wie die Abschaffung des Zölibats oder die Einführung der Frauenweihe zu fordern. Hier einen Zusammenhang zu konstruieren, ist in meinen Augen grotesk. Für mich sind das alles populistische Forderungen, die den missbrauchten Opfern überhaupt nicht helfen.

Aus dem Interview Populistische Forderungen von der Tagespost mit dem Medienwissenschaftler Michael Schaffrath, Ausgabe vom 28. Februar 2019, S. 11


2. März
Ein Blinder als Vorbild

Morgen feiern wir nach dem alten Kalender den Sonntag Quinquagesima. Es ist der einzige Sonntag, zu dem auf Soundcloud bereits drei Predigten von mir existieren: Seht, wir ziehen hinauf nach Jerusalem (die älteste meiner Predigten auf soundcloud), Nach Jerusalem dem Leiden entgegen und Der Blinde, unser Vorbild.


2. März
Frauen im Stich gelassen

Als “Post-Abortion-Syndrom” sind die seelischen Traumata nach einer Abtreibung weltweit bereits in zahlreichen Studien erfasst und bestätigt worden. Die Abtreibungslobby in Deutschland ignoriert das konsequent. Mehr noch: Sie behauptet genau das Gegenteil. Sonst müsste sie ja eingestehen, dass Abtreibung nicht, wie propagiert, eine Lösung darstellt - sondern für viele Frauen eine lebenslange Belastung. Was ist das nur für ein armseliger “Feminismus”, der lieber zehntausend Frauen im Stich lässt, als seine Kultur des Todes in Frage zu stellen?

Aus: Birgit Kelle, Endlich eine Studie zu den Folgen, aus: Neue Bildpost vom 23./24. Februar 2019, S. 8

Zum Post-Abortion-Syndrom


28. Februar
Mein neuester Podcast


27. Februar
Kein Platz für die Sünde!

Brief an die Gläubigen über den anhaltenden sexuellen Missbrauch in der Kirche

Von Bischof Robert C. Morlino

Mit Datum vom 18. August 2018 hat Bischof Robert C. Morlino von Madison, USA, einen Brief an die Gläubigen seiner Diözese geschrieben, der in deutscher Übersetzung in Theologisches erschien (Sept/Okt 2018, Spalten 389-396), übersetzt von Pfr. Karl-Heinz Böckelmann, Sundern. Herausgeber Prof. Dr. Manfred Hauke nennt ihn eine hervorragende Stellungnahme zu den bekannt gewordenen Skandale um sexuellen Missbrauch und dessen Vertuschung. Allgemeine Schuldbekenntnisse und empörtes Händeringen reichten nicht mehr aus. Die Analyse Morlinos und seine konkreten Anweisungen unterscheiden sich wohltuend von mancher frommen Phrase unerleuchteten Reformeifers, wie sie hier und da aus Deutschland zu vernehmen ist. Wir danken Prof. Hauke für die Erlaubnis zur Veröffentlichung. Die Überschrift Kein Platz für die Sünde stammt von kath.info. Das Original Bishop Robert C. Morlino's letter to the faithful regarding the ongoing sexual abuse crisis in the Church wurde am 23. August 2018 auf der Website der Diözese veröffentlicht.

Liebe Brüder und Schwestern in Christus der Diözese Madison,

Die letzten Wochen haben eine Menge Skandal, berechtigten Ärger und einen Ruf nach Antworten und Aktionen von vielen treuen Katholiken hier in den USA und Übersee gebracht, gerichtet auf die Hierarchie der Kirche in Bezug auf sexuelle Sünden von Bischöfen, Priestern und sogar Kardinälen. Noch mehr Wut richtet sich zu Recht auf diejenigen, die mitschuldig daran gewesen sind, einige dieser schweren Sünden nicht ans Licht gebracht zu haben.

Ich für meinen Teil - und ich weiß, ich bin nicht allein - bin es leid. Ich bin es leid, dass Menschen verletzt werden, ernsthaft verletzt! Ich bin müde von der Verschleierung der Wahrheit. Ich bin der Sünde müde. Und als jemand, der versucht hat - trotz meiner vielen Unvollkommenheiten - mein Leben für Christus und seine Kirche niederzulegen, habe ich genug von der regelmäßigen Verletzung der heiligen Pflichten durch diejenigen, die vom Herrn mit großer Verantwortung für die Fürsorge seines Volkes betraut sind.

Die Geschichten, die in Bezug auf einige Priester, Ordensleute und jetzt sogar jene an den höchsten Stellen der Führung ans Licht gebracht und in grausamen Details gezeigt werden, sind ekelerregend. Sogar eine dieser Geschichten zu hören ist buchstäblich genug, um jemanden krank zu machen. Aber meine eigene Krankheit an den Geschichten wird schnell relativiert, wenn ich mich daran erinnere, dass viele Individuen sie jahrelang durchlebt haben. Für sie sind das keine Geschichten, sie sind tatsächlich Wirklichkeiten. Zu ihnen wende ich mich und sage wieder, es tut mir leid, was Sie erlitten haben und was Sie weiterhin in Ihrem Verstand und in Ihrem Herzen leiden.

Wenn Sie das noch nicht getan haben, bitte ich Sie, alsbald, auch wenn es schwer ist, Hilfe zu suchen, um mit der Heilung zu beginnen. Auch wenn Sie von einem Priester unserer Diözese verletzt wurden, ermutige ich Sie, sich zu melden, einen Bericht an die Strafverfolgungsbehörden und an unseren Hilfskoordinator für das Opfer zu richten, damit wir...
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25. Februar
Peter Friedhofen

Vor 200 Jahren, am 25. Februar 1819, wurde in Weitersburg Peter Friedhofen geboren. Er gründete 1849 die Kongregation der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf, starb am 21. Dezember 1860 in Koblenz und wurde am 23. Juni 1985 seliggesprochen.


24. Februar
In den dritten Himmel entrückt

Meine Predigt von heute


24. Februar
Joseph Höffner

Vor 50 Jahren, am 24. Februar 1969, wurde Joseph Höffner (1906-1987) Erzbischof von Köln. 1976 wurde er Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.


23. Februar
Das Gleichnis gegen Drückeberger

Morgen feiern wir nach dem alten Kalender den Sonntag Sexagesima, den zweiten Sonntag der Vorfastenzeit. Über das Evangelium kann ich zwei Predigten anbieten: Das Gleichnis vom Sämann und Die Wirksamkeit des Wortes Gottes.


23. Februar
Bewegung für Papst und Kirche

Vor 50 Jahren, am 23. Februar 1969, gründete der Philosoph Walter Hoeres zusammen mit Pfarrer Hans Milch und dem Mannheimer Oberstudienrat Fritz Feuling die Bewegung für Papst und Kirche e. V. als Antwort auf die Glaubenskrise.


22. Februar
Alarmierend

Die Studie „Zwischen Spirit und Stress“ von Jacobs unter anderem über die „Seelsorgenden in den deutschen Diözesen“ kommt zu dem Ergebnis, dass es einen deutlich nachweisbaren Zusammenhang zwischen Lebenszufriedenheit und geistlichem Leben gibt. Wie sollte es auch anders sein? Wenn es im Priestersein um Hingabe mit Leib und Seele geht, dann geht es doch um eine lebendige Beziehung, die im Alltag gepflegt werden will. Verflüchtigt sich die lebendige Beziehung mit Gott, so wird auch das tragende Fundament für den Zölibat brüchig. Alarmierend ist in diesem Zusammenhang die Feststellung, dass etwa die Hälfte der Priester nur einmal im Jahr oder weniger zur Beichte geht.

Aus: Weihbischof Dominik Schwaderlapp, Provokation im Namen des Herrn, in der Tagespost vom 21. Februar 2019, S. 9.


21. Februar
Das Zitat

Die Gesalbten des Herrn sind ein heiliges Geschlecht, auserwählt von Ewigkeit zu Verwaltern Seiner Schätze in der heiligen Kirche, zu Spendern Seiner heiligen, geheimnisvollen Sakramente. Und deshalb muss ihr Wandel rein und heilig sein. Sie sind als Menschen vielen und großen Gefahren ausgesetzt. Doch mögen sie ernst bedenken, dass sie aus reiner Barmherzigkeit des Dreieinigen Gottes in einem Meer von Gnaden schwimmen. Rein und keusch seien ihre leiblichen Augen, abgewendet von den Eitelkeiten der argen Welt und ihrem Getriebe.

Worte, die die hl. Maria Bernarda Bütler von ihrem Schutzengel hörte


21. Februar
Cölestin Steiglehner

Vor 200 Jahren, am 21. Februar 1819, starb in Regensburg im Alter von 80 Jahren der Astronom und Meteorologe Cölestin Steiglehner OSB. 1766 wurde er Professor für Mathematik und Physik, 1781 Professor an der Universität Ingolstadt, 1790 Mitglied der bayerischen Akademie der Wissenschaften, 1791 Fürstabt. Er war der letzte Fürstabt von St. Emmeram.


20. Februar
Pseudo-Demut

„Der Mensch traut sich seine eigene wahre Größe nicht zu, er will ,realistischer‘ sein“, schrieb Ratzinger in dem Büchlein „Auf Christus schauen“. „Die metaphysische Trägheit“, so Ratzinger weiter, „wäre demnach identisch mit jener Pseudo-Demut, die heute so häufig geworden ist: Der Mensch will nicht glauben, dass Gott sich mit ihm beschäftigt, ihn kennt, ihn liebt, ihn ansieht, ihm nahe ist.“ Nicht, dass die Bischöfe das nicht glauben. Aber sie sprechen nicht mehr davon. Stattdessen liest man jeden Tag, was sie abschaffen oder „realistischerweise“ ändern wollen. Oder dass man eben von der Welt das Denken lernen muss (Kardinal Reinhard Marx). Das ist dann das Ende jener christlichen Hochgemutheit, die am Anfang jeder Neuevangelisierung stehen muss, will man die Menschen für Glaube, Hoffnung und Liebe begeistern.

Aus: Guido Horst, Wenn Hirten an der Kirche leiden, Tagespost vom 14. Februar 2019


19. Februar
Missbrauch ist Missbrauch

Wo Kardinal Schönborn recht hat. Mein Beitrag zu einem bedrückenden Thema.


19. Februar
Dank fürs Glaubensmanifest

In Frankreich haben sechs kirchliche Gemeinschaften, darunter die Petrusbruderschaft, Kardinal Müller öffentlich für sein Glaubensmanifest gedankt.


19. Februar
Lokomotive auf Talfahrt

SPIEGEL: Franziskus ist in Deutschland sehr beliebt. Mit seinem Vorgänger Benedikt XVI. wurde dagegen hart ins Gericht gegangen. Hat Sie das geschmerzt?
Kardinal Müller: Das sagt viel über den traurigen Geisteszustand in unserer Heimat aus. Deutschland war einmal in Fragen der Theologie führend. Und dass es derzeit ausgerechnet Deutsche sind, die sich bei dieser völligen Talfahrt an die Spitze des Zuges setzen und die Lokomotive für die Weltkirche spielen wollen, für eine Weltkirche unter deutscher Führung, ist mehr als kurios.

Aus dem Interview des Spiegels mit Gerhard Kardinal Müller, Ausgabe vom 16. Februar 2019, S. 50.


19. Februar
Franz Lucas

Vor 400 Jahren, am 19. Februar 1619, starb in Saint Omer im Alter von 89 Jahren der Exeget Franz Lucas. Er war ein Schüler des Arias Montanus, schuf die erste brauchbare Bibelkonkordanz und machte sich durch seine textkritischen Arbeiten zur Vulgata verdient.


18. Februar
Odoardo Focherini

Vor 50 Jahren, am 18. Februar 1969, wurde der selige Odoardo Focherini (1907-1944), der über hundert Juden das Leben rettete, von der Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechter unter den Völkern" ausgezeichnet.


17. Februar
Das vergessene Christenleid

Ich habe im Pressearchiv aller wichtigen deutschen Zeitungen und Zeitschriften nach Artikeln gesucht, in denen das Wort “Christenverfolgung” vorkommt. Und zwar in den letzten beiden Jahren. Ich fand 60 Artikel. Auf das Leiden der verfolgten Rohingya machten dagegen 350 Artikel aufmerksam. Und über tausend Artikel widmeten sich den Anfeindungen, denen Flüchtlinge aus mehrheitlich muslimischen Ländern in Deutschland ausgesetzt waren. Ich will deren Nöte nicht kleinreden, auch sie verdienen unsere Anteilnahme. Aber bei einem Verhältnis von fast 20:1 gegenüber Berichten über das Leid von mehr als zweihundert Millionen Christen muss man von einem eklatanten Missverhältnis reden.

Aus: Markus Spieker, Die Welt wird unruhiger - vor allem für Christen, in: ideaSpektrum vom 13. Februar 2019, S. 19. Es handelt sich um einen Auszug aus Spiekers Buch Übermorgenland. Eine Weltvorhersage, Fontis 2019


14. Februar
Ungerechte Barmherzigkeit?

Am Sonntag feiern wir nach dem alten Kalender den Sonntag Septuagesima, den ersten Sonntag der Vorfastenzeit. Das Evangelium von den Arbeitern der elften Stunde, die denselben Lohn erhalten wie jene, die die Mühe und Hitze des Tages getragen haben, bereitet manchem Bibelleser Schwierigkeiten, weil ein solches Lohnsystem unserem spontanen Gerechtigkeitsgefühl zu widersprechen scheint. Wie sollen wir also dieses Gleichnis verstehen? Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Die Arbeiter der elften Stunde und Der Wettkampf aus Gnade.


14. Februar
Kyrillos

Vor 1150 Jahren, am 14. Februar 869, starb in Rom im Alter von etwa 42 Jahren der hl. Kyrillos. Geboren in Thessalonike, wurde er ab 862 zusammen mit dem hl. Methodius zum Apostel der Slawen.


12. Februar
Mein Podcast 2018

Welche der 25 Folgen meines Podcasts wurden im Jahr 2018 am häufigsten gehört? Die zwei häufigsten habe ich schon erwähnt (siehe unter dem Datum vom 11. Januar). Auf Platz 3 liegt Wurzeln (2115 mal gehört), auf Platz 4 Der mündige Christ und die Kirche (1929).


12. Februar
Konstantin Rösch

Vor 150 Jahren, am 12. Februar 1869, wurde in Eisenhart, Allgäu, der Exeget Konstantin Rösch OFMCap geboren. Von 1895 bis 1941 dozierte er an der Ordenshochschule der Kapuziner in Münster in Westfalen. Dort starb er am 23. Februar 1944. Seine Übersetzung des Neuen Testaments fand weite Verbreitung.


11. Februar
Die kostbare Perle in Indien

Christoph von Schmids "Josaphat"

Eine CD-Besprechung von Petra Kehl

Der Geistliche und Lehrer Christoph von Schmid hatte viel Geschick darin, katechetisches Wissen in spannende Erzählungen für Jung und Alt zu packen.

In die exotische Welt des fernen Indien der Vergangenheit führt die Erzählung „Josaphat“. Schmid greift hier einen Stoff auf, der einer Parabel ähnelt, und erweitert ihn um eine Christenlehre. König Abenner lässt seinen Sohn Josaphat abseits der Welt aufwachsen, in einem eigens für den Prinzen bestimmten Palast, der von einer hohen Mauer umgeben ist. Auf diese Weise will der König dem Sohn den Anblick von Leid und Tod ersparen, denn er möchte, dass Josaphat glücklich ist. Keiner seiner Lehrer und Diener darf mit ihm über diese Themen sprechen. Doch eines Tages findet Josaphat die Zugbrücke heruntergelassen und verlässt heimlich den Palast. Kurz darauf begegnet er einem Greis, der zu ihm vom Sterben spricht. Völlig verwirrt kehrt der Jüngling zurück und stellte seinen vertrautesten Lehrer zur Rede. Dieser muss ihm bestätigen, dass alle Menschen dem Tod unterworfen sind, ja dass alle Menschen von Krankheiten befallen werden können. Da der Prinz nun schon mal die Außenwelt gesehen hat und um die Vergänglichkeit des Menschen weiß, lässt ihm König Abenner von da an mehr Freiheit. In Begleitung eines Leibjägers erkundet nun Josaphat die nähere und fernere Umgebung. Auf diesen Ausflügen entdeckt er so manches, was ihn in Erstaunen versetzt: Er begegnet Lahmen, Blinden und Tauben, aber auch Herzlosen und Trinkern; er entdeckt, dass es neben körperlichen Mängeln und Krankheiten auch solche charakterlicher Art gibt, selbst in seiner engsten Umgebung, ja sogar in sich selbst. Da verfällt der Prinz in große Traurigkeit, von der ihn niemand zu befreien vermag, bis ein reisender Kaufmann kommt, der ihm eine kostbare Perle verkaufen will. Dieser reisende Kaufmann ist Christ und Eremit, der einst als Hofbeamter an König Abenners Hof in höchstem Ansehen stand, doch wegen seines christlichen Glaubens vom Hof verwiesen wurde. Er hatte von dem Kummer des Prinzen gehört und brachte ihm nun eine besondere Perle, nämlich die kostbare Perle, mit der schon Jesus im Gleichnis vom reichen Kaufmann die Wahrheit des Glaubens verglichen hat. Der Jüngling lauscht gebannt seinem Unterricht und lässt sich schließlich taufen. Doch damit ruft er die heidnischen Priester auf den Plan. Sie haben ohnehin bei König Abenner das Christentum schon schlecht gemacht. So befiehlt der Herrscher, der fremde Kaufmann sei festzunehmen. Doch der Eremit entkommt. Abenner ist mit dem Glaubenswechsel des Sohnes nicht einverstanden. Aber gegen den einzigen Sohn will er nicht vorgehen. So trifft Abenner mit Josaphat ein Abkommen: Der Sohn erhält einen Teil des Reiches zur Verwaltung und darf dort auch den christlichen Glauben fördern. Doch nur, wenn er sich bewährt und Erfolg hat, wird er das gesamte Reich erben. Josaphat errichtet daraufhin einen christlichen Musterstaat.

Christoph von Schmid hat in diese Erzählung sehr viel hineingepackt: Neben die Katechese tritt eine Art Fürstenspiegel. Hierin zeigt Schmid, dass der vollkommene christliche Staat auch in weltlicher Hinsicht erfolgreich ist und nicht nur das ewige Heil der Menschen, sondern auch ihr irdisches Glück begründet. Der Text wurde in dieser Einspielung behutsam modernisiert und viele Längen herausgekürzt.

Im gleichen Album befinden sich noch weitere Erzählungen von Christoph von Schmid – Das alte Raubschloss und eine Auswahl aus seinen lehrreichen Geschichten für Kinder, die verschiedenen Lebensweisheiten illustrieren.

Christoph von Schmid, Die schönsten Geschichten 3
Josaphat – Das alte Raubschloss – Lehrreiche Geschichten
mp3-CD, ca. 3 h Spielzeit, 14,90 €
Sprecher: Jürgen Bittrich und Hede Beck

Themen

Engel
Englandreise
Entmytholog.
Entweltlichung
Erbsünde
Erlösung
Erneuerung
Evangelien
Evangelisierung
Evangelisierung II
Evangelium
Evolution
Exegese
Exerzitien
Exkommunikation
Falschlehrer
Familie
Familiensynode
Fasten
Fegefeuer
Fellay B.
Felix culpa
Flüchtlinge
Frau
Frauendiakonat
Freiheit
Freiheit u. Gnade
Fremde Sünden
Freundschaft
FSSP
FSSP II
FSSPX
Fundamentalismus
Gebet
Geburt Jesu
Gehsteigberatung
Geistbraus
geistliches Leben
Gender
Genderideologie
Gender Mainstr.
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Gott II
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Guadalupe

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