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Der falsche Weg

Der Weg aus der Missbrauchskrise heraus ist die Formung eines Klerus, der ein geistliches Leben führt, nach Heiligkeit strebt, enthaltsam lebt, durch seine eigene Lebensführung auf Jesus Christus verweist und sich geduldig und liebevoll um die ihm Anvertrauten kümmert. Warum sagt das keiner, wenn die deutschen Bischöfe tagen? Warum nutzt man die Missbrauchskrise, um eine innerkirchliche Agenda zu betreiben, die seit der Würzburger Synode als unerledigte Aufgabe in den Schubladen der Gremien und vieler theologischer Lehrstühle liegt? Der synodale Prozess trägt ideologische Züge. Das kann ihm nur schaden. Und wird für Ärger sorgen.

Aus: Guido Horst, Der synodale Prozess riecht nach Ärger, in: Tagespost vom 21. März 2019


Ein Manöver

Das Manöver, die Missbrauchsproblematik als Verstärker für das Gebrüll nach Reform und Veränderung zu nehmen, ist offensichtlich und schäbig. Diese Forderungen zielen auf eine andere Kirche, die nicht mehr die Kirche Christi ist. Es ist eine "Kirche," die den weltlichen Begierden des Menschen nach dem Mund redet und die Sünde und den sündigen Menschen und nicht mehr Jesus Christus zum Maß aller Dinge macht.

Aus: René Udwari, Aufritt der Hilfstruppen. Ein Kommentar zum "Offenen Brief" an Kardinal Marx, CNA vom 3. Februar 2019


Ursachenvertuschung

Jetzt aber nehmen auch kirchliche Kreise die Missbrauchskrise zum Anlass, sich gegen Moral und Institution zu wenden. Ganze Bischofskonferenzen beschließen einen “synodalen Weg”, an dessen Ende sich u.a. die “Neubewertung der Sexualität (inklusiv Homosexualität), die Aufhebung des priesterlichen Pflichtzölibats und die Zulassung von Frauen zum Weiheamt abzeichnen. Statt einer an die Wurzeln des Problems gehenden Erneuerung, die vor allem in einer unverfälschten und zugleich gewinnenden Verkündigung von Glaube und Sittlichkeit sowie in einer radikalen Lebensreform des Klerus bestehen müsste, will man offensichtlich weiterhin die tatsächlichen Ursachen vertuschen und zugleich die traditionelle Gestalt der Kirche auflösen. Ein Meisterstück des Verwirrers!

Aus: P. Bernward Deneke FSSP, Missbrauch, Moral und Männercliquen, in: Schweizerisches Katholisches Sonntagsblatt, Ausgabe vom 31. März 2019


Irreführende Wege

Vieles, was bislang, auch von Vertretern der Kirche, zur Missbrauchskrise geäußert wurde, überzeugt uns nicht und scheint uns oftmals sogar irreführend. Allzu offensichtlich dienen die derzeitig gebrauchten Schlagworte, bis hin zum „synodalen Weg“, dazu, ein weiteres Mal altbekannte Forderungen nach radikalen Änderungen der katholischen Lehre, Abschaffung des Zölibats und nach der Diakonen- und Priesterweihe für Frauen zu platzieren.

Aus einem bemerkenswerten Offenen Brief ("Berliner Ermutigung") Berliner Laien, der am 24. Juni 2019 Erzbischof Dr. Heiner Koch und zwei Tage später allen Priestern des Erzbistums zugesandt wurde. Unterzeichnet wurde er von Hanna Andrejewski, Marianne Andrejewski, Piero di Antonio, Martina Berlin, Josef von Beverfoerde, Dr. Josef Bordat, David Brähler, Dr. Johannes Bronisch, Luciana Clementoni, Dr. Adam Franke, Dr. Annabelle Franke, Dr. José Garcia, Stefan Görlich, Jan-Philipp Görtz, Monika Gruner, Gabriela von Habsburg, Ulrike Herder-Wagner, Norbert N. Hucke, Dr. Jutta Kahlen, Brigita Kappel, Dr. Thomas Kemper, Ada von Ketteler, Michael von Ketteler, Annette Krebs-Görlich M.A., Katrin Krips-Schmidt, Luzie Kuberczyk, Ingo Langner, Nikolai Nikolov, Anna Pacholski, Simon Pacholski, Ulrich Peitz, Sigrid Pfauder, Hildegard Pilawski, Klemens Radke, Schwester Olga Reif, Cho Yong Rohde, Christian Rudolf, Siegbert Sauer, Susanne M. Schlabing-Hucke M.A., Georg Schmidt, Adelheid Schoett, Richard Schütze, Elisabeth Schwarz, Jonas Weber, Anna Ziegler. Man kann sich ihm auf dieser Website anschließen.


Synodaler Weg am Kern vorbei

Eine vermeintliche Männerorganisation, die nur die eigene Institution schützen will, soll [gemäß der Meinung jener, die den Fall Wagner instrumentalisieren] abgelöst werden durch eine neue Kirche, die der Lebenswirklichkeit der Menschen von heute entspricht. Nur so ist es auch verstehen, dass einige deutsche Bischöfe den synodalen Weg, den die Bischofskonferenz nun beschreiten will, dazu nutzen wollen, Dinge umzusetzen, die mit dem Auslöser dieses Wegs, der Missbrauchskrise, zunächst einmal gar nichts zu tun haben: Die Weihe von Frauen, zunächst nur zu Diakoninnen, die Ausnahmen von der Zölibatsverpflichtung für Priester und die Neuausrichtung der katholischen Sexualmoral an den humanwissenschaftlichen Erkenntnissen der vergangenen Jahre berühren gar nicht den Kern der Missbrauchsseuche: die Verdunstung des Glaubens einhergehend mit einer Verlotterung des Gespürs für das moralisch Gebotene.

Aus: Guido Horst, Im Blickpunkt: Die Frage nach der Macht, in: Die Tagespost vom 23. Mai 2019.


Abschaffung der Sünde

Die ganzen schrecklichen Missbräuche haben ihre Ursache doch auch darin, dass man sich eben nicht an die Sexualmoral der Kirche gehalten hat! Dazu kommt auch noch, dass man Sünde und Schuld über Jahre in der Kirche für unmöglich gehalten hat. Ja, der Begriff „Sünde“ wurde immer mehr von Theologen und Kirchenvertretern aus dem Vokabular gestrichen! Bevor wir also jetzt die Sexualmoral ändern, sollte man nicht wieder klarer über Sünde und Schuld predigen? Liegt nicht hierin die Aufgabe der Hirte?

Aus einem offenen Brief des Theologen Thomas Bauer vom März 2019 an den DBK-Vorsitzenden Kardinal Marx.


Nach der Missbrauchskatastrophe: Vision und Wirklichkeit

"Man stelle sich vor, die in den Missbrauchsskandal verwickelten Bischöfe und Kardinäle würden umkehren, eine Bußbewegung anführen und dem gläubigen Volk mit Beten und Fasten vorausgehen. Man stelle sich vor, Bischöfe würden ihre Macht benützen, um die Kirche zu reinigen, wohlwissend, dass sie sich damit auf einen Kreuzweg begeben. In Ninive wurde vom König bis zum Vieh Buße getan, und Gott verschonte die Stadt. Welch ein Zeugnis wäre das für die Welt! Nur so könnte die Kirche wieder moralische Autorität gewinnen. Mea culpa, mea culpa, mea culpa! Wahrscheinlicher als Umkehr und Buße ist, dass die Reinigung der Kirche durch Verfolgung stattfinden wird.”

Aus: Gabriele Kuby, Zeit zur Umkehr, in: PUR-Magazin, November 2018, S.7. Eine etwas andere Perspektive nimmt Bischof Franz-Josef Overbeck von Essen ein. Er fordert als Reaktion auf die Missbrauchsstudie deutliche Veränderungen in der Kirche in Richtung Machtkontrolle und Machtteilhabe und bringt als Beispiel für den "Mut", den die Bischöfe bewiesen hätten, die Ermöglichung von “Gemeindereferentinnen mit Koordinierungsaufgaben.” Strukturreförmchen statt Bußbewegung.


Die Rolle der Progressisten

Wo liegt die Ursache der Glaubwürdigkeitskrise der Kirche?
Im Glaubensmangel der sich selbst so titulierenden Progressisten der 1970er Jahre und in der sträflichen Naivität der Verantwortlichen, die aus einem falschen Barmherzigkeitsverständnis und in unmännlicher Konfliktscheu über Missstände hinweggesehen haben – ohne die Konsequenzen zu bedenken. Ich habe als Präfekt der Glaubenskongregation mit den Mitarbeitern weit über tausend dokumentierte Fälle studiert, die die Dramen missbrauchter Personen dokumentierten: lebenslange Traumata, oft mit den Folgen Alkohol, Drogen, Eheunfähigkeit – bis zum Suizid. Nicht die Sexualethik der Kirche oder gar die zölibatäre Lebensform ist verantwortlich für dieses Elend, sondern gerade ihre sträfliche Missachtung.

Aus dem Interview mit Kardinal Gerhard Müller in der Tagespost vom 6. Dezember 2018


Groteske Instrumentalisierung

Regina Einig: Manche Bischöfe und Laien erhoffen sich von Strukturreformen die Lösung der Probleme. Auf ihrer Agenda stehen: Änderungen beim Zölibat, die Einführung der Frauenweihe, Änderungen der Lehre zur Homosexualität. Wie bewerten Sie diese Forderungen?

Michael Schaffrath: Ich finde das ziemlich ärgerlich, dass das schwere Verbrechen des Kindesmissbrauchs von manchen nun dazu benutzt wird, wieder Strukturveränderungen wie die Abschaffung des Zölibats oder die Einführung der Frauenweihe zu fordern. Hier einen Zusammenhang zu konstruieren, ist in meinen Augen grotesk. Für mich sind das alles populistische Forderungen, die den missbrauchten Opfern überhaupt nicht helfen.

Aus dem Interview Populistische Forderungen von der Tagespost mit dem Medienwissenschaftler Michael Schaffrath, Ausgabe vom 28. Februar 2019, S. 11


Egal

In den nächsten Jahrzehnten werden 50% wegbrechen. Und seien Sie [liebe Bischöfe] mir nicht böse, doch denen, die wegbleiben, ist es auch ziemlich egal, ob ein synodaler Weg vorher noch ein paar Bastionen geschliffen hat. Wer nicht an Gott glaubt, den kümmert es auch nicht, ob ein Priester zölibatär leben muss oder nicht. (...) Die Welt wartet nicht darauf, dass die katholische Kirche endlich der evangelischen ähnlicher wird. Sie wartet auf eine ansteckende Botschaft...

Johannes Hartl in der Tagespost vom 13. Juni 2019. Die Tagespost hatte acht prominente Laien um Ratschläge an die lieben Bischöfe angesichts der prognostizierten Austrittswelle aus der Kirche gebeten.


Der Missbrauch und der Mainstream der deutschen Moraltheologie

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